{"id":8300,"date":"2022-05-02T16:26:03","date_gmt":"2022-05-02T15:26:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8300"},"modified":"2022-05-02T20:56:52","modified_gmt":"2022-05-02T19:56:52","slug":"beatrice-et-benedict-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8300","title":{"rendered":"B\u00e9atrice et B\u00e9n\u00e9dict &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Hector Berlioz (1803-1869) Op\u00e9ra-comique in zwei Akten, Libretto: Hector Berlioz nach William Shakespeare, UA: 9. August 1862, Theater Baden-Baden<\/p>\n<p>Regie: Jean Renshaw, B\u00fchnenbild &amp; Kost\u00fcme: Christof Cremer<\/p>\n<p>Dirigent: Fran\u00e7ois-Xavier Roth und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Luke Stoker (Don Pedro), S\u00e9bastien Dutrieux (Leonato), Jenny Daviet (H\u00e9ro), Isabelle Druet (B\u00e9atrice), Thomas Doli\u00e9\/Charlotte Wulff (Claudio), Paul Appleby (B\u00e9n\u00e9dict), Ivan Thirion (Somarone), Lotte Verstaen (Ursule)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. April 2022 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Koeln-Beatrice-benedict.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8301\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Koeln-Beatrice-benedict.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"365\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Koeln-Beatrice-benedict.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Koeln-Beatrice-benedict-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Don Pedro kehrt mit Claudio und B\u00e9n\u00e9dict erfolgreich aus dem Krieg nach Messina zur\u00fcck. H\u00e9ro, die Tochter des Gouverneurs Leonato, ist mit Claudio verlobt und erwartet sehns\u00fcchtig die Hochzeit. B\u00e9atrice und B\u00e9n\u00e9dict dagegen befinden sich in einem st\u00e4ndigen Krieg der Geschlechter, in dem sie sich gegenseitig verspotten. Pedro, Leonato und Claudio spinnen eine Intrige, um die beiden zu verkuppeln. Vor B\u00e9n\u00e9dict beteuern sie, dass B\u00e9atrice heimlich in ihn verliebt sei; das gleiche Spiel treiben H\u00e9ro und Ursule bei B\u00e9atrice. Dies bringt beide zum Nachdenken: Am Tag der Hochzeit f\u00fchlen sie sich pl\u00f6tzlich doch zueinander hingezogen und unterzeichnen einen Ehevertrag.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne im Staatensaal 2 zeigt die Fassade einer sizilianisch anmutenden Stadt mit einem wei\u00dfen Balkon und Balustrade im Hintergrund, sowie einer Madonnenfigur links davon. Der Boden zeigt eine schr\u00e4g nach vorne geneigte H\u00e4userfront mit Fensterl\u00e4den, w\u00e4hrend der hintere rechte Teil der B\u00fchne f\u00fcr den Orchestergraben reserviert ist. Die Petticoat-Kleider der Frauen sind an die 50er Jahre angelehnt, die Herren tragen dazu passende Anz\u00fcge oder Milit\u00e4rkleidung. Insgesamt spiegelt die Inszenierung das bunte Treiben einer italienischen Dorfgesellschaft wieder und macht dabei durch viele kleine Details am Rande Nebenschaupl\u00e4tze auf, die die Rolle von Mann und Frau verdeutlichen. Beispielsweise laufen die Frauen mit Kinderwagen \u00fcber die B\u00fchne oder h\u00e4ngen W\u00e4sche auf w\u00e4hrend einige M\u00e4nner betrunken aus der Kneipe torkeln oder anderen Frauen nachstellen. Trotz der gesellschaftlichen Unterschiede der Geschlechter verk\u00f6rpert das Schauspiel der S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen aber Lebenslust, Freude und Leichtigkeit.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Abend beginnt mit der Ank\u00fcndigung, dass Miljenko Turk seine Rolle als Claudio krankheitsbedingt nicht spielen kann. F\u00fcr ihn springt spontan die Regieassistentin <strong>Charlotte Wulff <\/strong>ein, die seine Rolle auf der B\u00fchne spielt, w\u00e4hrend <strong>Thomas Doli\u00e9 <\/strong>von der Seite den Gesangspart \u00fcbernimmt. Schon w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre zeigt sich das Orchester unter der Leitung von <strong>Fran\u00e7ois-Xavier Roth <\/strong>von seiner besten Seite. Roth arbeitet durch ein sehr konzentriertes Dirigat alle Feinheiten der Partitur heraus und sorgt so f\u00fcr einen sehr abwechslungsreichen Klang &#8211; auch im Zusammenspiel mit den S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern. Aufgrund der Raumsituation bekommen die Solisten zwar manchmal eine Nuance zu sp\u00e4t ihren Einsatz mit, jedoch ist dies nicht auff\u00e4llig und spielt sich im Laufe des Abends immer besser ein. Besonderes Highlight ist der Chor, der in mehreren Partien sein K\u00f6nnen zeigt. Im ersten Akt besingt er in <em>Le More et en fuite &#8211; Der Feind ist bezwungen <\/em>den Sieg der Sizilianer mit einem raumf\u00fcllenden forte in allen Stimmen und betont dabei besonders den majest\u00e4tischen Charakter der Musik. Doch auch die leisen T\u00f6ne im zweiten Akt w\u00e4hrend des Brautliedes werden perfekt intoniert: engelsgleich-sanft singen die Frauen- und M\u00e4nnerstimmen zusammen und sind dabei wunderbar harmonisch. Unter den Frauenstimmen kann <strong>Jenny Daviet<\/strong> (H\u00e9ro) dank ihres glockenklaren Soprans, der ein seidiges Timbre hat und in der H\u00f6he angenehm vibriert, am meisten \u00fcberzeugen. W\u00e4hrend ihrer Eingangsarie <em>Je vais le voir &#8211; Ich werde ihn sehen <\/em>sitzt sie am Boden und klammert sich sehns\u00fcchtig an einen Brief von Claudio, w\u00e4hrend sie ihre Liebe zu ihm in einem wunderbar sanften legato betont. Besonders hervorzuheben ist auch das Duett mit <strong>Lotte Verstaen<\/strong> (Ursule), die mit ihrem dunklen und \u00fcppigen Mezzosopran einen wunderbaren Kontrast zur hellen Stimme von Daviet bildet; zusammen singen beide unfassbar synchron und harmonisch, dabei betonen sie die einzelnen Silben so bed\u00e4chtig, da\u00df eine hypnotisierende Atmosph\u00e4re entsteht, in der man jeden einzelnen Ton in sich aufsaugen m\u00f6chte. <strong>Isabelle Druet<\/strong> (B\u00e9atrice), die mit einem warmen Mezzosopran singt und dabei ein metallisches Timbre in der Stimme aufweist, singt ebenfalls sehr gut und kokettiert mit ihrer Stimme durch einen akzentuierten Gesang. Besonders gut erg\u00e4nzt sie sich mit ihrem m\u00e4nnlichen Partner <strong>Paul Appleby<\/strong> (B\u00e9n\u00e9dict) in den Duetten. Dabei spielt sie ihre Abneigung gegen B\u00e9n\u00e9dict durch ausladende Gesten, verspottet und verh\u00f6hnt ihn und l\u00e4sst ihre Stimme lautmalerisch in der Bruststimme grollen. Appleby \u00fcberzeugt mit einem metallischen Tenor, der ein sehr helles Timbre hat und singt in der H\u00f6he Belcanto-artig. Sein Schauspiel ist sehr bissig: bei dem Gedanken sich zu verm\u00e4hlen ahmt er beispielsweise eine Erh\u00e4ngung nach. F\u00fcr seine Arie <em>Ah! Je vais l\u2019aimer, <\/em>in der er seine Stimme in der H\u00f6he wunderbar anschwellen l\u00e4sst, erntet er vom Publikum schallenden Applaus. Ebenfalls erw\u00e4hnenswert ist <strong>Thomas<\/strong> <strong>Doli\u00e9<\/strong> (Claudio), der mit seinem dunklen Bariton volumin\u00f6s und vollmundig scheppert und sich als gute Alternative zu dem ausgefallenen Miljenko Turk erweist. Das Aufsplitten der Rolle in Gesang und Schauspiel zerst\u00f6rt nat\u00fcrlich ein wenig die Illusion auf der B\u00fchne, insgesamt zeigt es sich aber als gute provisorische L\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Besonderes Highlight ist der Chor, der in seiner ganzen Pracht die wundersch\u00f6ne Musik von Berlioz verk\u00f6rpert und daf\u00fcr vom Publikum mit besonders langem Applaus belohnt wird. Ebenso ein Genuss sind die Solisten, allen voran Jenny Daviet, Paul Appleby und Isabelle Druet. Eine wundersch\u00f6ne Inszenierung, die alles bietet, was man sich von einer Op\u00e9ra-comique w\u00fcnscht: Unterhaltung, hervorragende Musik, wundersch\u00f6ne Kost\u00fcme und ein stimmiges B\u00fchnenbild. Einfach nur sch\u00f6n!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Hans-J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Lotte Verstaen (Ursule), Jenny Daviet (H\u00e9ro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hector Berlioz (1803-1869) Op\u00e9ra-comique in zwei Akten, Libretto: Hector Berlioz nach William Shakespeare, UA: 9. 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