{"id":827,"date":"2009-10-10T23:22:26","date_gmt":"2009-10-10T21:22:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=827"},"modified":"2010-03-21T23:41:04","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:04","slug":"darmstadt-staatstheater-die-zauberflote","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=827","title":{"rendered":"Darmstadt, Staatstheater &#8211; DIE ZAUBERFL\u00d6TE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart, Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder<br \/>\nUA: 30. September 1791, Freihaustheater Wien<br \/>\nRegie: Bettina Geyer, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Walter Sch\u00fctze<br \/>\nDirigent: Lukas Beikircher, Chor und Orchester des Staatstheaters Darmstadt, Choreinstudierung: Andr\u00e9 Weiss<br \/>\nSolisten: Thomas Mehnert (Sarastro), Mark Adler (Tamino), Adr\u00e9ana Kraschewski (K\u00f6nigin der Nacht), Aki Hashimoto (Pamina), David Pichlmaier (Papageno), Margaret Koenn (Papagena), Markus Durst (Monostatos), Maria Gessler (Erste Dame), Niina Keitel (Zweite Dame), Elisabeth Hornung (Dritte Dame), Werner Volker Meyer (Erster Priester), Jeffrey Treganza (Zweiter Priester), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 4. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"darmstadt-zauberfloete.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/darmstadt-zauberfloete.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"darmstadt-zauberfloete.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/darmstadt-zauberfloete.jpg\" \/><\/a>Tamino verliebt sich in ein Bildnis Paminas und bekommt von deren Mutter, der K\u00f6nigin der Nacht, den Auftrag, sie aus den F\u00e4ngen Sarastros zu befreien. Mit dem Vogelf\u00e4nger Papageno gelangt er zu Sarastros Palast, wo sie eine Reihe von Pr\u00fcfungen bestehen m\u00fcssen. Die K\u00f6nigin der Nacht erscheint und verlangt von Pamina, Sarastro zu t\u00f6ten. Doch diese ist ihm so zu Dank verpflichtet, da\u00df sie sich gegen ihre Mutter wendet. Am Ende finden Pamina und Tamino zueinander, und Papageno bekommt auch eine Gef\u00e4hrtin: Papagena.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIm Hintergrund der B\u00fchne sieht man eine graue Barockfassade mit diversen T\u00fcren und Fenstern, im Vordergrund steht ein blauer stilisierter Baumstamm, der in einigen Szenen hochgezogen wird, um die K\u00f6nigin der Nacht aus dem Boden aufsteigen zu lassen. Die Kost\u00fcme erscheinen bunt zusammengew\u00fcrfelt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nIn der Rolle des Sarastro strahlte <strong>Thomas Mehnert<\/strong> eine enorme W\u00fcrde und W\u00e4rme aus. Die Partie, die durch ihre tiefe Lage eine Herausforderung an jeden Ba\u00df darstellt, f\u00fcllte er mit voller Bruststimme perfekt aus. <strong>Mark Adler<\/strong> (Tamino) trat in klassischen Kniebundhosen auf, ganz ein Prinz aus edlem Hause. Sein Tenor klang durchweg warm, klar, sauber und nat\u00fcrlich, ohne \u00fcbertriebene Verzierungen, wie sie sonst in den Arien des Tamino zu h\u00f6ren sind. <strong>David Pichlmaier <\/strong>als Papageno am\u00fcsierte das Publikum auf eine erfrischende Art. Sein Auftritt aus dem Zuschauerraum mit Rastalocken und gr\u00fcner Lederjacke sorgte f\u00fcr viele Lacher, als er auf der Jagd nach einem Pl\u00fcschhuhn beinahe in den Orchestergraben fiel. In dieser Rolle konnte er unter Beweis stellen, da\u00df er sehr humorvoll agieren kann. Die Damen des Abends erbrachten durchweg eine gl\u00e4nzende gesangliche Leistung: <strong>Aki Hashimoto<\/strong> verk\u00f6rperte nat\u00fcrlich und nachvollziehbar mit ihrer zierlichen Gestalt die Unschuld und auch Unsicherheit der jungen Pamina, die nicht wei\u00df, ob Tamino sie liebt oder ob sie ihm oder ihrer Mutter folgen soll. Als K\u00f6nigin der Nacht brillierte <strong>Adr\u00e9ana Kraschewski<\/strong> im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr Auftritt in einer glitzernden Paillettenrobe unterstrich ihre Koloraturpartie optisch, die sie bravour\u00f6s meisterte. Bei ihr sa\u00df jeder Ton auch in der schwierigen Arie <em>Der H\u00f6lle Rache<\/em>, f\u00fcr die sie laute Bravorufe erntete. <strong>Margaret Koenn<\/strong> (Papagena) spielte eine ausgesprochen erotische Genossin Papagenos in roten Lackschuhen und mit aufreizender Gestik. Ihre Stimme harmonierte gut mit der von David Pichlmaier, als beide mit ihrem Duett <em>Pa-pa-pa<\/em> humorvoll von der B\u00fchne abgingen. <strong>Maria Gessler, Niina Keitel<\/strong> und <strong>Elisabeth Hornung<\/strong> (Drei Damen) sangen ordentlich, wobei aber leider Niina Keitel als Zweite Dame gegen die beiden anderen und gegen die Lautst\u00e4rke des Orchesters unterlag. Kleine Schw\u00e4chen in der Intonation und im Tempo zeigten die Drei Knaben <strong>Lukas Kober<\/strong>, <strong>Leonard Schneider-Strehl<\/strong> und <strong>Simon V\u00f6lker<\/strong>, was aber sicherlich auf ihr Lampenfieber zur\u00fcckzuf\u00fchren war.<br \/>\nDirigent <strong>Lukas Beikircher<\/strong> schaffte es mit gro\u00dfer Anstrengung, Solisten, Chor und Orchester zu vereinen. Die Eins\u00e4tze in der Ouvert\u00fcre waren teils unsauber und nicht unisono, und es stellt sich die Frage, ob die Probenzeit wohl zu kurz war und nicht mehr Zeit in ein ausgefeiltes Zusammenspiel h\u00e4tte investiert werden m\u00fcssen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\n<strong>Bettina Geyer<\/strong> l\u00e4\u00dft mit ihrer Inszenierung viele Fragen offen, sie h\u00e4lt sich weder an ein festes Konzept, noch an eine bestimmte Stilrichtung, wie man es von anderen Auff\u00fchrungen gewohnt ist. Aus Pausengespr\u00e4chen l\u00e4\u00dft sich entnehmen, da\u00df viele im Publikum mit der Inszenierung nichts anfangen k\u00f6nnen. Aber auch wenn die Inszenierung Schw\u00e4chen hat, lohnt doch die gesangliche Darbietung einen Besuch der Darmst\u00e4dter Zauberfl\u00f6te.<br \/>\nSophia Kr\u00fcger<\/p>\n<p>Bild: Barbara Aum\u00fcller<br \/>\nDas Bild zeigt: Margaret Rose Koenn (Papagena) und David Pichlmaier (Papageno)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart, Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder UA: 30. 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