{"id":8260,"date":"2021-12-20T14:18:03","date_gmt":"2021-12-20T13:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8260"},"modified":"2021-12-21T14:23:01","modified_gmt":"2021-12-21T13:23:01","slug":"haensel-und-gretel-oper-koeln-staatenhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8260","title":{"rendered":"H\u00e4nsel und Gretel &#8211; Oper K\u00f6ln, Staatenhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenoper in drei Akten, Libretto: Adelheid Witte nach dem M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm<\/p>\n<p>UA: 23. Dezember 1893 Weimar, Hoftheater<\/p>\n<p>Dirigent: Fran\u00e7ois-Xavier Roth, G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln, Kinderchor, Knaben und M\u00e4dchen der K\u00f6lner Dommusik<\/p>\n<p>Regie: B\u00e9atrice Lachauss\u00e9e, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Dominique Wiesbauer, Licht Andreas Gr\u00fcter, Video: Gr\u00e9goire Pont, Co-Videodesign: Xavier Boyer, Choreographie: Annika Wiessner, Dramaturgie: Georg Kehren<\/p>\n<p>Solisten: Miljenko Turk (Peter, Besenbinder), Judith Thielsen, (Gertrud, Peters Weib), Anna Lucia Richter (H\u00e4nsel), Kathrin Zukowski (Gretel), Dalia Schaechter (Knusperhexe), Ye Eun Choi (Sand- und Taum\u00e4nnchen)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. Dezember 2021 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Koln_Hansel-u-Gretel_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8261\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Koln_Hansel-u-Gretel_.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Koln_Hansel-u-Gretel_.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Koln_Hansel-u-Gretel_-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4nsel und Gretel, die Kinder eines armen Besenbinders, sollten ihre Aufgaben im Hause erledigen. Stattdessen machen sie aber lieber Unsinn. Pl\u00f6tzlich kommt die Mutter herein. Sie sieht wie die Kinder spielen statt ihre Haushaltsaufgaben zu erledigen. Sie ist w\u00fctend und schickt sie zum Erdbeerensuche in den Wald. Als der Vater nach Hause kommt und erf\u00e4hrt, da\u00df sie die Kinder zum Beerensuche in den Wald geschickt hat, erinnert er sie daran, da\u00df dort die die b\u00f6se Knusperhexe wohnt. So war es dann auch. Beide Kinder haben sich im Wald verirrt. Sie schlafen ein. Am Tag danach sehen sie pl\u00f6tzlich ein Lebkuchenhaus von dem sie naschen. Da taucht die Knusperhexe auf, versetzt beide in eine Starre und nimmt sie mit ins Haus. H\u00e4nsel wird gem\u00e4stet und Gretel mu\u00df im Haushalt helfen. Doch dann soll Gretel gebacken werden. Als dann Gretel und die Hexe nebeneinander am Ofen stehen, gelingt es Gretel, sie ins Feuer zu sto\u00dfen. Damit werden die beiden Kinder und auch alle andere Kinder befreit, die die Hexe in Tiere verwandelt hatte. Zum Schlu\u00df ist die Familie wieder gl\u00fccklich vereint.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Ein Holzhaus steht mit der Schmalseite auf der rechten B\u00fchnenseite. Die rote T\u00fcr ist geschlossen. Davor spielen H\u00e4nsel und Gretel. H\u00e4nsel tr\u00e4gt Pullover, hellbraune Stoffhose, Turnschuhe und M\u00fctze, Gretel einen Wollrock und wei\u00dfem Pullover sowie wei\u00dfen Stiefeletten. Sie tanzen und spielen um die Tische, St\u00fchle und vor einer Waschmaschine. Diese sind \u00e4hnlich wie Campingm\u00f6bel. Die Mutter kommt im Sturmschritt mit langen blonden Haaren, wei\u00dfer Bluse und Sch\u00fcrze sowie Wolljacke auf die B\u00fchne. \u00dcber dem Hintergrund, bedruckt mit \u201eFreizeitparadies\u201c und \u201eDreamland\u201c, einem Lederjacke mit wei\u00dfem Pelzkragen und grauer Stoffhose kommt der Besenbinder. Die Fassade des Knusperh\u00e4uschens ist halbrund, begrenzt von bunten Gl\u00fchbirnen. Rechts und links der m\u00e4chtigen Haust\u00fcr, die bis an das Dach reicht, gibt es zwei Fenster mit jeweils zwei L\u00e4den. Unter den Fenstern sieht man braune Kinder mit halblangen blonden Haaren. Sie l\u00e4cheln mit gro\u00dfen, hellen Augen und wei\u00dfen Z\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Die Knusperhexe hat leuchtend rote Per\u00fccke, ausladend nach rechts und links, ist allein schon furchteinfl\u00f6\u00dfend. Sie versetzt die Kinder in eine Starre, mit der sie sie in ihr Knusperh\u00e4uschen verfrachtet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit gro\u00dfem Feingef\u00fchl leitet Generalmusikdirektor <strong>Fran\u00e7ois-Xavier Roth<\/strong> das gut vorbereitete G\u00fcrzenich-Orchester. Eindrucksvoll setzt er Piano- und Fortestellen behutsam nebeneinander. Hier sind die Trompeten einige Male \u00fcberlaut, was auch an meinem Platz in der sechsten Reihe liegen konnte. Die nuancenreiche romantische Musik wurde unter Roths Leitung ein H\u00f6rgenu\u00df.<\/p>\n<p>Die beiden Kindersolisten <strong>Anna Lucia Richter<\/strong> als H\u00e4nsel und <strong>Kathrin Zukowski<\/strong> als Gretel mu\u00dften in ihrer Darstellung viele Kapriolen der Choreographie gestalten, die auf Dauer erm\u00fcdend wirkten.<\/p>\n<p><strong>Anna Lucia Richters<\/strong> (H\u00e4nsel) Mezzosopranstimme ist innig und fr\u00f6hlich, was ihre unbeschwerte Haltung gut unterstreicht. Die Wortverst\u00e4ndlichkeit ist gut vernehmlich. Aber bei seiner Partnerin fehlt sie ziemlich. Andererseits hat diese eine gut gef\u00fchrte Stimme und an manchen Stellen besitzt sie sogar Dolcezza (S\u00fc\u00dfe und Sanftheit). Leider aber ist ihre Artikulation nicht von der Art, die Worte \u2013 wie schon erw\u00e4hnt \u2013 zu verstehen und ist oft froh dar\u00fcber, da\u00df der Text in der \u00dcbertitelung gut zu verfolgen ist. \u00c4hnliches ist bei <strong>Judith Thielsen<\/strong> (Peters Weib) anzumerken. Aber wiederum <strong>Miljenko Turk<\/strong> (Peter) zuzuh\u00f6ren ist eine reine Freude. Sein Singen ist vollendet artikuliert, und deutlich sind die Worte verst\u00e4ndlich; dabei versteht er es, der Musik im An- und Abzuschwellen, wie vorgegeben ihr Dynamik zu verleihen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich die Knusperhexe,<strong> Dalia Schaechter<\/strong>. Ihre Gesangslinie ist herrisch und drohend. Doch die Gretel ist auf der Hut und sorgt daf\u00fcr, da\u00df die Knusperhexe endlich im Feuerofen landet, so da\u00df beide Geschwister und all die anderen Kinder, die sie schon fr\u00fcher eingepfercht hatte, befreit sind. Und als die beiden Eltern schlie\u00dflich dazukommen, ist der Freude kein Ende. Genauso reagiert das Publikum in seiner Freude \u00fcber das gl\u00fcckliche Ende. Es freute sich mit den befreiten Kindern auf der B\u00fchne und auch mit allen Kindern, die dieser Auff\u00fchrung im Saal mucksm\u00e4uschenstill beigewohnt hatten. Alle klatschten frenetisch und trampelten schlie\u00dflich auf eine Weise, da\u00df man Bange hatte, die Staatenhalle in K\u00f6ln Deutz w\u00fcrde zusammenbrechen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nicht oft wird diese sehr deutsche Oper aufgef\u00fchrt. Gleich nach ihrer Urauff\u00fchrung 1893 wurde sie in vielen St\u00e4dten und L\u00e4ndern aufgef\u00fchrt, allerdings nicht in Frankreich. Es kam erst am 16. April 2013 zur Auff\u00fchrung in der franz\u00f6sischen Hauptstadt. Diese Vorstellung wurde in OPERAPOINT 3\/2013 besprochen.<\/p>\n<p>Durch diese, seine erste Oper <em>H\u00e4nsel und Gretel<\/em>, wurde Engelbert Humperdincks bekannt und ber\u00fchmt. Zuvor hatte er von Richard Wagner viele Anregungen zur Komposition bekommen, was bei ihm aber zun\u00e4chst zu einer kompositorisch unproduktiven Zeit f\u00fchrte, die er schlie\u00dflich mit dieser M\u00e4rchenoper beenden konnte. Was diese Oper aber auszeichnet, ist ihre ganz im deutschen Wesen wurzelnde Herkunft. Man sollte daran erinnern, da\u00df es damals durch ein schnelles Anwachsen der Bev\u00f6lkerung zu Hungersnoten kam. Humperdinck ber\u00fccksichtigte eben auch das Geschehen in seiner Heimat. F\u00fcr mich war es interessant, da\u00df man in der Oper K\u00f6ln die Auff\u00fchrung einer Franz\u00f6sin anvertraute. Die Regisseurin B\u00e9atrice Lachauss\u00e9e machte die Inszenierung allgemein gut, aber es fehlte der Auff\u00fchrung mit sehr vielen Szenenbildern durch Videoaufnahmen an W\u00e4rme. Die Premiere wurde enthusiastisch geklatscht. Sehenswert ist sie allemal.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die neugierigen Kinder H\u00e4nsel (Anna Lucia Richter) und Gretel (Kathrin Zukowski) vor dem Knusperh\u00e4uschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenoper in drei Akten, Libretto: Adelheid Witte nach dem M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm UA: 23. 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