{"id":8239,"date":"2021-12-06T14:02:57","date_gmt":"2021-12-06T13:02:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8239"},"modified":"2021-12-07T19:03:53","modified_gmt":"2021-12-07T18:03:53","slug":"goetterdaemmerung-goeteborg-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8239","title":{"rendered":"G\u00f6tterd\u00e4mmerung  &#8211; G\u00f6teborg, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), dritter Tag des B\u00fchnenfestspiels <em>Der Ring des Nibelungen<\/em>, Textbuch: R. Wagner, UA: 17. August 1876 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Dirigent: Evan Rogister, Orchester, Chor und Extrachor der Oper G\u00f6teborg<\/p>\n<p>Regie: Stephen Langridge, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Alison Chitty, Licht: Paul Pyant, physische Instruktion: Annika Lindqvist<\/p>\n<p>Solisten: Daniel Brenna (Siegfried), Annlouice L\u00f6gdlund (Br\u00fcnnhilde), Mats Persson (Gunther), Carolina Sandgren (Gutrune), Mats Almgren (Hagen), \u00d3lafur Sigurdarson (Alberich), Katarina Karn\u00e9us (Waltraute), u.v.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. Dezember 2021 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Goeteborg-Goetterdaemmerung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8240\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Goeteborg-Goetterdaemmerung.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"365\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Goeteborg-Goetterdaemmerung.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Goeteborg-Goetterdaemmerung-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die drei Nornen sehen das Ende der G\u00f6tter. Siegfried verabschiedet sich bei Tagesanbruch von Br\u00fcnnhilde, die er auf dem Walk\u00fcrenfelsen zur\u00fcckl\u00e4\u00dft, um in der Welt Heldentaten zu vollbringen. Er trifft auf dem Hof der Gibichungen ein und wird dort das Opfer einer Intrige: Gutrune bietet ihm einen Trank an, der ihn Br\u00fcnnhilde vergessen l\u00e4\u00dft. Daraufhin verspricht Siegfried Gunther, ihm Br\u00fcnnhilde als Braut vom Walk\u00fcrenfelsen zu bringen, wenn er dessen Schwester Gutrune heiraten d\u00fcrfe. Gunther willigt ein. Hagen, der Urheber dieser Intrige, gibt Siegfried den Rat, sich mit Hilfe des Tarnhelms in Gunther zu verwandeln, um Br\u00fcnnhilde zu t\u00e4uschen. Als die beiden aufgebrochen sind, gibt er sich als Alberichs Sohn zu erkennen.<\/p>\n<p>Die Walk\u00fcre Waltraute kommt zu Br\u00fcnnhilde und versucht sie vergeblich dazu zu \u00fcberreden, den Ring, den sie von Siegfried bekommen hat, den Rheint\u00f6chtern zu geben und so das Ende der G\u00f6tter einzuleiten. Siegfried in der Gestalt Gunthers erscheint, \u00fcberw\u00e4ltigt Br\u00fcnnhilde und nimmt ihr den Ring.<\/p>\n<p>Vor ihrer R\u00fcckkehr am n\u00e4chsten Morgen \u00fcbergibt er sie unbemerkt an Gunther. Hagen ruft die Mannen zusammen, um Gunther mit seiner Braut Br\u00fcnnhilde zu empfangen. Br\u00fcnnhilde ist best\u00fcrzt, als sie Siegfried mit Gutrune erblickt, der sie nicht zu kennen vorgibt. Als sie den Ring an seinem Finger sieht, bezichtigt sie ihn des Verrates an Gunther. Siegfried weist ihren Verdacht von sich. Hagen l\u00e4\u00dft Siegfried und Br\u00fcnnhilde auf seinen Speer schw\u00f6ren, da\u00df sie beide die Wahrheit sprechen. Nachdem Siegfried mit Gutrune und der Hochzeitsgesellschaft weitergezogen ist, beschlie\u00dfen Gunther, Hagen und Br\u00fcnnhilde, da\u00df er f\u00fcr seinen Verrat mit dem Tode b\u00fc\u00dfen soll. Man beraumt eine Jagd an.<\/p>\n<p>Auf der Jagd verl\u00e4uft sich Siegfried und begegnet den Rheint\u00f6chtern, die ihn warnen und den Ring verlangen. Er weigert sich. Die Jagdgesellschaft trifft ein. Hagen verabreicht Siegfried einen Trank, der seine Erinnerung an Br\u00fcnnhilde wieder herstellt. Als er begeistert von seiner Vereinigung mit der Walk\u00fcre berichtet, t\u00f6tet ihn Hagen. Die Jagdgesellschaft kehrt mit dem toten Siegfried an den Hof der Gibichungen zur\u00fcck. Dort kommt es zum Streit um den Ring zwischen Gunther und Hagen, der seinen Halbbruder t\u00f6tet. Bevor er den Ring an sich nehmen kann, erscheint Br\u00fcnnhilde, l\u00f6st die Intrige auf, nimmt den Ring an sich, und befiehlt, Siegfrieds Leichnam zu verbrennen. Sie folgt ihm mit in den Tod, der Rhein tritt \u00fcber die Ufer, die Rheint\u00f6chter erhalten den Ring zur\u00fcck und die G\u00f6tterburg Walhall geht in Flammen auf.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren hat die Oper G\u00f6teborg die drei vorigen Teile des <em>Rings<\/em> inszeniert. Eine Gesamtauff\u00fchrung des Zyklus ist nicht geplant. Das B\u00fchnenbild ist minimalistisch und n\u00fcchtern. Die Kost\u00fcme und Requisiten sehen so aus, als w\u00e4ren sie gebraucht erstanden oder auf dem Schrottplatz zusammengesucht worden \u2013 was sie tats\u00e4chlich auch sind. Die wenigen B\u00fchnenelemente wurden in den vorigen Produktionen bereits ausgiebig benutzt und verschlissen. Diesen Verschlei\u00df sichtbar zu machen, ist Teil der Regieidee.<\/p>\n<p>Neben den Figuren aus Wagners Textbuch gibt es viele stumme Figuren, z.B. f\u00fcnf in blauen Overalls, die mitunter als B\u00fchnentechniker, mitunter als Teil der Handlung \u2013 z.B. Br\u00fcnnhildes Pferd Grane \u2013 oder als Kulissen fungieren. Es gibt Filmeinspielungen auf dem Gazevorhang, die etwa bei den Ges\u00e4ngen der Nornen R\u00fcckblicke aus den vorigen <em>Ring<\/em>-Teilen zeigen, oder Wotans Raben. Bei den Zwischenspielen ziehen Gespenstern gleich Figuren mit Koffern \u00fcber die B\u00fchne. Der Rhein ist als Aquarium angedeutet, im den Plastikm\u00fcll schwimmt und in dem Hagen am Ende ertr\u00e4nkt wird. Erda und Wotan sind zu sehen, letzterer als verwahrloster alter Mann, der die Tr\u00fcmmer der Weltesche in einem Einkaufswagen vor sich herschiebt, und auch Kriemhild, die Mutter Hagens und Gunthers, sitzt stumm und gebrechlich mit an der Tafel.<\/p>\n<p>Bei einer derart n\u00fcchternen Ausstattung liegt alles Gewicht auf der szenischen Interaktion zwischen den Figuren, und die hielt sich im Detail an Wagners eigene Regieanweisungen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Evan Rogisters, Dirigent des Orchesters der Oper G\u00f6teborg, l\u00e4\u00dft sich mit einem einzigen Attribut zusammenfassen: energisch. Er w\u00e4hlte keine extremen Tempi, modifizierte aber st\u00e4ndig. An vielen Stellen waren die Kl\u00e4nge akribisch durchgestaltet, an anderen wirkten sie eher zuf\u00e4llig. Doch das machte nichts. Was sehr sch\u00f6n und kraftvoll herauskam, waren die dynamischen Spannungsb\u00f6gen. Insgesamt war das Orchester recht laut und die S\u00e4nger wurden an einzelnen Stellen zugedeckt. Auch Schnitzer in Blech und Streichern kamen vor, aber noch einmal: Das machte nichts.<\/p>\n<p>Vielleicht kann man das musikalische Konzept dieser Produktion schlicht auf die Formel bringen: \u201aWer nicht wagt, der nicht gewinnt\u2018. Und an diesem Abend wurde auf ganzer Linie gewonnen. Daran hatten nat\u00fcrlich auch die S\u00e4nger, deren Leistungen vor allem hinsichtlich der Aussprache recht heterogen waren, und die einf\u00fchlsame Personenregie Anteil.<\/p>\n<p><strong>Daniel Brenna<\/strong> (Siegfried) verbl\u00fcffte an diesem Abend mit seiner wandelbaren Stimme. Im Vorspiel zum ersten Aufzug erschien er zuerst klanglich ein wenig d\u00fcnn, gab dann eine solide Leistung ohne auftrumpfende Momente im ersten und zweiten Aufzug, um pl\u00f6tzlich im letzten Aufzug einen strahlenden Belcanto-Ton anzuschlagen. Auch die Wandlung seiner Person durch die beiden Tr\u00e4nke spiegelte er stimmlich wider, wobei er darstellerisch stets einen unbesorgten und leichtfertigen Siegfried gab, seinen Abgesang ausgenommen.<\/p>\n<p><strong>Annlouice L\u00f6gdlund<\/strong> (Br\u00fcnnhilde) gelang die Darstellung der verschiedenen Wandlungen ihrer Figur ebenfalls hervorragend. Sie hat keine Riesenstimme, daf\u00fcr aber einen leichten, sehr kultivierten Ansatz und zeigte gesanglich keinerlei Zeichen von Erm\u00fcdung. Ihr abschlie\u00dfender Monolog war musikalisch ein Gedicht, sowohl die getragenen, lyrischen Passagen, in denen sie ihren alten Vater Wotan zur Ruhe bettete, als auch das gef\u00fcrchtete lautmalerische Wiehern Granes als auch die starken Akzente waren klanglich durchgestaltet und in Balance mit dem Orchester. Einzig die tiefsten Passagen ihrer Partie waren etwas zu leise.<\/p>\n<p><strong>Mats Persson<\/strong> (Gunther) ist derjenige von allen S\u00e4ngern, der am besten ausspricht. Er ist in der Lage, seinen Stimmklang zu modifizieren, und agierte auch schauspielerisch sehr engagiert. Das einzige Problem mit seinem Vortrag, der allerdings gut zu seiner ausdrucksstarken Rollengestaltung pa\u00dft, ist, da\u00df er physisch mittaktiert, also sich synchron zur kraftvollen Deklamation seiner Worte mitbewegt. <strong>Carolina Sandgren<\/strong> (Gutrune) sprach ebenfalls gut aus und gewann ihrer kleinen Rolle viele Nuancen ab. Was sie sehr sch\u00f6n macht, ist der Einsatz von flachen T\u00f6nen ohne Vibrato, die ihren Gesang sprecherisch werden lassen. <strong>Mats Almgren<\/strong> (Hagen) k\u00f6nnte eigentlich eine hervorragende Besetzung f\u00fcr diese Rolle sein, w\u00e4re da nicht seine undeutliche, gaumige Aussprache. Insbesondere bei den dunklen Vokalen im Fortissimo, von denen es in dieser Partie nun einmal eine Menge gibt, hat er Probleme. Wenn man dar\u00fcber hinwegh\u00f6ren konnte, dann hatte man hier einen schauspielerisch ungemein wandelbaren Hagen mit beeindruckender B\u00fchnenpr\u00e4senz und einer sch\u00f6nen Tiefe vor sich.<\/p>\n<p><strong>\u00d3lafur Sigurdarson<\/strong> (Alberich) deklamiert vorz\u00fcglich und hat einen starken mimischen Auftritt im doppelten Wortsinne: Zu Beginn des zweiten Aufzugs singt er in eine Kamera und sein Gesicht wird auf die gesamte Breite der B\u00fchne projiziert, ein einfacher, aber wirkungsvoller Effekt f\u00fcr seinen geisterhaften Auftritt. Abschlie\u00dfend soll noch <em>Katarina Karn\u00e9us<\/em> (Waltraute) erw\u00e4hnt werden, die ihre Erz\u00e4hlungen deutlich und mit viel Ausdruck zugleich vortrug. Ihre Walk\u00fcrenr\u00fcstung ist eine abgewetzte Krawallpolizeiuniform.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die materiellen Voraussetzungen ist f\u00fcr diese Produktion sind \u2013 z.T. bewu\u00dft gew\u00e4hlt \u2013 nicht exzeptionell: Das Konzept, auf szenischen Glanz zu verzichten und stattdessen die Ressourcen so bescheiden wie m\u00f6glich zu halten und ihren Verbrauch in den Vordergrund zu stellen, das farblich karge B\u00fchnenbild und die zur Verf\u00fcgung stehenden musikalischen Mittel, die gewi\u00df gut bis sehr gut sind, aber nicht zu den Stars ihrer Branche geh\u00f6ren, lie\u00df einen im besten Falle unterhaltsamen Abend erwarten.<\/p>\n<p>Was sich aber dann ereignete, war ein musikalisches Fest, bei dem die langen Passagen dieses Werkes wie im Fluge vergingen. Die stehenden Ovationen f\u00fcr S\u00e4nger und Orchester waren mehr als berechtigt. Zu verdanken hat man diesen au\u00dferordentlichen Erfolg nicht zuletzt der intelligenten, kreativen und respektvollen Regie Stephen Langridges. Ihm gelang es, viele aktuelle ernste Themen gekonnt mit Wagners musikalisch vielleicht komplexestem Werk so zu kombinieren, ohne da\u00df er es an irgendeiner Stelle der L\u00e4cherlichkeit preisgab. Wie sch\u00f6n und harmonisch mit der Musik beispielsweise Wagners eigene Regieanweisungen funktionieren, konnte man hier in aller Ausf\u00fchrlichkeit studieren. Trotz vieler eigener Ideen ging es also immer darum, das St\u00fcck zu kommentieren, nicht es umzuschreiben. Dieser unpr\u00e4tenti\u00f6se Ansatz und die ebenfalls bescheiden auftretenden S\u00e4nger entfalteten an diesem Abend einen musikdramatischen Sog, der derzeit in Europa seinesgleichen suchen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend: Eile ist geboten, wenn man diese Inszenierung noch sehen will. Sie l\u00e4uft nur bis Mitte Januar und wird danach nicht ins Repertoire aufgenommen werden. Wie bekannt, hat Schweden coronapolitisch einen Sonderweg beschritten und wird dies auch weiter tun. Derzeit sind Ein- und Ausreise problemlos m\u00f6glich. Wer also f\u00fcr eine Weile Abstand zur Pandemie sucht und das mit einem starken Opernerlebnis verbinden will, sollte unbedingt buchen.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Lennart Sj\u00f6berg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Daniel Brenna (Siegfried), Carolina Sandgren (Gutrune), G\u00f6teborgs Operans Chor<\/p>\n<h3>Englische \u00dcbersetzung<\/h3>\n<p><strong>G\u00f6teborg, Oper<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung <\/em><\/strong><\/p>\n<p>by Richard Wagner (1813-1883), third day of the stage festival Der Ring des Nibelungen, libretto: R. Wagner, premiere: August 17, 1876 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Conductor: Evan Rogister, orchestra, choir and extra choir of Gothenburg Opera<\/p>\n<p>Director: Stephen Langridge, stage\/costumes: Alison Chitty, lighting: Paul Pyant, physical instruction: Annika Lindqvist<\/p>\n<p>Soloists: Daniel Brenna (Siegfried), Annlouice L\u00f6gdlund (Br\u00fcnnhilde), Mats Persson (Gunther), Carolina Sandgren (Gutrune), Mats Almgren (Hagen), \u00d3lafur Sigurdarson (Alberich), Katarina Karn\u00e9us (Waltraute), etc. Attended performance: December 5, 2021 (premiere)<\/p>\n<p><strong>Short content<\/strong><\/p>\n<p>The three Norns see the end of the gods. Siegfried takes leave of Br\u00fcnnhilde at daybreak, leaving her behind on the Valkyrie rock to perform heroic deeds in the world. He arrives at the court of the Gibichungen and there becomes the victim of an intrigue: Gutrune offers him a potion that will make him forget Br\u00fcnnhilde. Thereupon Siegfried promises Gunther to bring him Br\u00fcnnhilde as his bride from the Valkyrie Rock if he is allowed to marry Gunther&#8217;s sister Gutrune. Gunther agrees. Hagen, the originator of this intrigue, advises Siegfried to transform himself into Gunther with the help of the Tarnhelm in order to deceive Br\u00fcnnhilde. When the two set out, he reveals himself to be Alberich&#8217;s son.<\/p>\n<p>The Valkyrie Waltraute comes to Br\u00fcnnhilde and tries in vain to persuade her to give the ring she has received from Siegfried to the Rhinemaidens, thus bringing about the end of the gods. Siegfried appears in the guise of Gunther, overpowers Br\u00fcnnhilde and takes the ring from her.<\/p>\n<p>Before her return the next morning, he hands her over to Gunther unnoticed. Hagen calls the men together to receive Gunther with his bride Br\u00fcnnhilde. Br\u00fcnnhilde is dismayed when she sees Siegfried with Gutrune, who pretends not to know her. When she sees the ring on his finger, she accuses him of betraying Gunther. Siegfried rejects her suspicions. Hagen makes Siegfried and Br\u00fcnnhilde swear on his spear that they both speak the truth. After Siegfried has moved on with Gutrune and the wedding party, Gunther, Hagen and Br\u00fcnnhilde decide that he should atone for his betrayal with death. A hunt is arranged.<\/p>\n<p>On the hunt Siegfried gets lost and meets the Rhinemaidens, who warn him and demand the ring. He refuses. The hunting party arrives. Hagen administers a potion to Siegfried that restores his memory of Br\u00fcnnhilde. When he enthusiastically reports his union with the Valkyrie, Hagen kills him. The hunting party returns with the dead Siegfried to the court of the Gibichungen. There a quarrel about the ring ensues between Gunther and Hagen, who kills his half-brother. Before he can take the ring, Br\u00fcnnhilde appears, breaks up the intrigue, takes the ring, and orders Siegfried&#8217;s body to be burned. She follows him to his death, the Rhine bursts its banks, the Rhinemaidens get back the ring and the gods&#8216; castle Valhalla goes up in flames.<\/p>\n<p><strong>Performance<\/strong><\/p>\n<p>In recent years, Gothenburg Opera has staged the previous three parts of the Ring. A complete performance of the cycle is not planned. The stage design is minimalist and sober. The costumes and props look as if they were purchased second-hand or gathered together in a junkyard &#8211; which they actually are. The few stage elements have been extensively used and worn out in previous productions. Making this wear visible is part of the directorial idea.<\/p>\n<p>In addition to the characters from Wagner&#8217;s textbook, there are many silent figures, such as five in blue overalls, who sometimes act as stage technicians, sometimes as part of the action &#8211; for example, Br\u00fcnnhilde&#8217;s horse Grane &#8211; or as scenery. There are film clips on the gauze curtain, showing flashbacks from the previous Ring parts during the singing of the Norns, for example, or Wotan&#8217;s ravens. During the interludes, ghost-like figures with suitcases move across the stage. The Rhine is depicted as an aquarium in which plastic garbage floats and in which Hagen is drowned at the end. Erda and Wotan can be seen, the latter as a neglected old man pushing the debris of the Weltesche in front of him in a shopping cart, and Kriemhild, the mother of Hagen and Gunther, also sits silently and frailly at the table.<\/p>\n<p>With such a sober set, all the emphasis is on the scenic interaction between the characters, and this adhered in detail to Wagner&#8217;s own stage directions.<\/p>\n<p><strong>Singers and orchestra<\/strong><\/p>\n<p>Evan Rogisters, conductor of the Gothenburg Opera Orchestra, can be summed up with a single attribute: energetic. He did not choose extreme tempi, but constantly modified them. In many places the sounds were meticulously shaped, in others they seemed rather random. But that did not matter. What came out beautifully and powerfully were the dynamic arcs of tension. Overall, the orchestra was quite loud and the singers were covered up in places. Blunders in brass and strings also occurred, but again, it didn&#8217;t matter.<\/p>\n<p>Perhaps the musical concept of this production can be simply summed up as &#8217;nothing ventured, nothing gained.&#8216; And on this evening, it was won all along the line. Of course, the singers, whose performances were quite heterogeneous, especially with regard to pronunciation, and the sensitive direction of the characters also had a share in this.<\/p>\n<p>Daniel Brenna (Siegfried) amazed this evening with his changeable voice. In the prelude to the first act, he at first seemed a bit thin in tone, then gave a solid performance without showy moments in the first and second acts, to suddenly strike a radiant bel canto tone in the last act. He also vocally mirrored the transformation of his person through the two potions, always giving an unconcerned and lighthearted Siegfried in terms of performance, his swan song excepted.<\/p>\n<p>Annlouice L\u00f6gdlund (Br\u00fcnnhilde) also succeeded brilliantly in portraying the various transformations of her character. She does not have a giant voice, but she has a light, very cultivated approach and showed no signs of fatigue vocally. Her final monologue was musically a poem; both the sustained, lyrical passages in which she laid her aged father Wotan to rest and the dreaded onomatopoeic whinnying of Grane as well as the strong accents were tonally well-designed and in balance with the orchestra. Only the lowest passages of her part were a bit too quiet.<\/p>\n<p>Mats Persson (Gunther) is the most articulate of all the singers. He is able to modify his vocal sound and also acted with great acting commitment. The only problem with his performance, though well suited to his expressive role design, is that he is physically pacing, that is, moving along in sync with the powerful declamation of his words. Carolina Sandgren (Gutrune) also enunciated well, gaining many nuances from her small role. What she does beautifully is to use flat tones without vibrato, making her singing speakable. Mats Almgren (Hagen) could actually be excellent casting for this role were it not for his slurred, palatal pronunciation. Especially in the dark vowels in the fortissimo, of which there are a lot in this part, he has problems. If you could listen past that, then you had before you an immensely changeable Hagen in terms of acting, with impressive stage presence and a beautiful depth.<\/p>\n<p>\u00d3lafur Sigurdarson (Alberich) declaims exquisitely and has a strong mimic performance in both senses of the word: at the beginning of the second act he sings into a camera and his face is projected across the entire width of the stage, a simple but effective effect for his ghostly entrance. Finally, mention should be made of Katarina Karn\u00e9us (Waltraute), who delivered her narration clearly and with much expression at the same time. Her Valkyrie armor is a scuffed riot police uniform.<\/p>\n<p><strong>Conclusion<\/strong><\/p>\n<p>The material conditions for this production are &#8211; partly deliberately chosen &#8211; not exceptional: The concept of doing without scenic splendor and instead keeping the resources as modest as possible and putting their consumption in the foreground, the colorfully sparse stage design and the available musical resources, which are certainly good to very good, but do not belong to the stars of their branch, led one to expect an entertaining evening at best.<\/p>\n<p>What transpired, however, was a musical feast in which the long passages of this work flew by. The standing ovations for singers and orchestra were more than justified. This extraordinary success was due in no small part to Stephen Langridge&#8217;s intelligent, creative and respectful direction. He succeeded in skilfully combining many current serious themes with Wagner&#8217;s perhaps musically most complex work in such a way that at no point did he abandon it to ridicule. How beautifully and harmoniously Wagner&#8217;s own stage directions work with the music, for example, could be studied here in great detail. So, despite many of his own ideas, the point was always to comment on the piece, not to rewrite it. This unpretentious approach and the likewise modestly performing singers unfolded on this evening a musical-dramatic maelstrom that is currently unparalleled in Europe.<\/p>\n<p>In conclusion: hurry up if you still want to see this production. It runs only until mid-January and will not be included in the repertoire thereafter. As is well known, Sweden Corona has taken a special path politically and will continue to do so. Currently, entry and exit are possible without any problems. So if you are looking to get away from the pandemic for a while and combine that with a strong opera experience, you should definitely book.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Image: Lennart Sj\u00f6berg<\/p>\n<p>The picture shows: Daniel Brenna (Siegfried), Carolina Sandgren (Gutrune), Gothenburg Opera Chorus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), dritter Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Textbuch: R. Wagner, UA: 17. 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