{"id":821,"date":"2009-10-07T23:16:06","date_gmt":"2009-10-07T21:16:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=821"},"modified":"2010-03-21T23:41:05","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:05","slug":"bielefeld-stadttheater-falstaff","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=821","title":{"rendered":"Bielefeld, Stadttheater &#8211; Falstaff"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901); Commedia lirica in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeare<br \/>\nUA: 9.2.1893 Teatro alla Scala, Mailand<br \/>\nRegie: Nicholas Broadhurst, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Timo Dentler und Okarina Peter, Dramaturgie: Uwe Sommer<br \/>\nDirigent: Peter Kuhn, Bielefelder Philharmoniker, Bielefelder Opernchor, Choreinstudierung: Hagen Enke<br \/>\nSolisten: Brian Bannatyne-Scott (Falstaff), Melanie Kreuter (Alice Ford), Marie-Helen Jo\u00ebl (Meg Page), Rebecca Raffell (Mrs. Quickly), Cornelie Isenb\u00fcrger (Nannetta), Alexander Marco-Buhrmester (Ford), Eric Laporte (Fenton), Lassi Partanen (Dr. Cajus), Vladimir Lortkipanidze (Bardolfo), Torben J\u00fcrgens (Pistola), Statisterie des Stadttheaters Bielefeld<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 4. Oktober 2009 (Premiere). Italienische Sprache mit deutschen \u00dcbertexten<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"bielefeld-falstaff.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/bielefeld-falstaff.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"bielefeld-falstaff.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/bielefeld-falstaff.jpg\" \/><\/a>Falstaff braucht Geld und hat Lust auf ein Abenteuer. Er schmeichelt sich mit zwei fingierten Liebesbriefen bei den verm\u00f6genden B\u00fcrgersfrauen Alice Ford und Meg Page ein. Die beiden durchschauen jedoch die List und beschlie\u00dfen, dem alten Charmeur einen Denkzettel zu verpassen und bei dieser Gelegenheit auch dem rasend eifers\u00fcchtigen Mr. Ford eins auszuwischen. Nannetta, die Tochter der Fords, genie\u00dft das Liebesgl\u00fcck mit Fenton und erreicht es schlie\u00dflich, ihn gegen den Willen des Vaters zu ehelichen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nRegisseur <strong>Nicholas Broadhurst<\/strong> w\u00e4hlt in seiner Inszenierung eine Umgebung, die passend zum Sujet die Situation widerspiegelt, in der Falstaff sich befindet: verfallender Wohlstand. Bordeauxrote W\u00e4nde und gro\u00dfe Gem\u00e4lde in goldenen Rahmen umschlie\u00dfen von drei Seiten die B\u00fchne. Auf der hinteren B\u00fchnenh\u00e4lfte steht ein schief im Boden versunkener Imbi\u00dfstand, davor wei\u00dfe Gartenm\u00f6bel aus Kunststoff. Falstaff sitzt auf einem Kunststoffstuhl am Tisch und trinkt. Gekleidet ist der langhaarige Sir mit einer lilafarbenen Samthose und einem sandfarbenen Hemd mit Weste dar\u00fcber. Zur Seite stehen Falstaff seine Diener Bardolfo und Pistola in grauen Zweiteilern und Hut. Im zweiten Bild des ersten Aktes erscheinen Alice, Meg Page, Nannetta und Quickly auf der B\u00fchne, die \u2013 ihrem Handlungscharakter entsprechend \u2013 adrett und farbenfroh gekleidet sind. Der dritte Akt beginnt mit einem umgestalteten B\u00fchnenbild: Die Plastikst\u00fchle und der Imbi\u00dfstand h\u00e4ngen nun an Seilen von der Decke. Ein Hund leistet Falstaff Gesellschaft und h\u00f6rt sich seinen Kummer an. Die goldenen Bilderrahmen an den W\u00e4nden sind bilderlos. Bunt wird es wieder am Ende der Inszenierung, wo sich Ensembles der Frauen- und M\u00e4nnergruppen zu ihrer mehrdimensionalen musikalischen Klangrede vereinigen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Rebecca Raffell <\/strong>(Mrs. Quickly) hinterl\u00e4\u00dft mit ihrer impulsiven Ausstrahlung, ihrem lebendigen Vortrag und ihrer charismatischen Gestik und Mimik einen bleibenden Eindruck. Ihre Altstimme klingt kraftvoll, und sie singt mit sauberer Intonation. Als sie im zweiten Akt Falstaff die Botschaft \u00fcberbringt, da\u00df beide Frauen seine Liebesbriefe erhalten haben, spielt sie selbst ihre Reize auf so charmante Weise aus, da\u00df das Publikum lacht und Beifall klatscht. Auch <strong>Alexander Marco-Buhrmester<\/strong> (Mr. Ford) erntet bereits im zweiten Akt einen kleinen Sonderapplaus f\u00fcr seine Arie, die er sehr amour\u00f6s und mit brillanter Stimme vortr\u00e4gt. <strong>Brian Bannatyne-Scott<\/strong> ist genau die richtige Besetzung f\u00fcr einen Sir John Falstaff. Mit Leidenschaft und Hingabe verk\u00f6rpert er die Rolle und \u00fcberzeugt mimisch wie auch durch seine beeindruckende Stimmengewalt, mit der er unter anderem seine rezitativartigen Parlandopassagen gut umzusetzen wei\u00df. Er meistert schwierige Intervallspr\u00fcnge ebenso gekonnt wie die dynamischen Anforderungen seiner Partie. <strong>Melanie Kreuter<\/strong> (Alice Ford) singt sicher und gekonnt in allen Lagen. Mit der Rolle der Alice Ford fallen ihr aber keine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Gesangseinlagen zu. <strong>Cornelie Isenb\u00fcrger<\/strong> (Nannetta) und <strong>Marie-Helen Jo\u00ebl <\/strong>(Meg Page) singen solide. Erscheint die Stimme von <strong>Eric Laporte<\/strong> (Fenton) im ersten Akt noch nicht ausdrucksvoll genug, so steigerte er sich in dieser Hinsicht mit seiner Liebesarie im dritten Akt. Das Orchester unter der Leitung von <strong>Peter Kuhn<\/strong> bringt gekonnt die exakt auf die theatralische Handlung abgestimmten musikalischen Effekte, so beispielsweise das ohrenf\u00e4llige Klingeln der Triangel, als Falstaff einen Sack Geld aufgedr\u00e4ngt bekommt. An einigen Stellen \u00fcbert\u00f6nt das Orchester jedoch die Singstimmen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine \u00fcberaus gelungene Inszenierung mit durchweg guten Akteuren und Gesangsstimmen. Dazu ein gut spielendes Orchester sowie eine B\u00fchnenausstattung und Kost\u00fcmwahl, die die Aussage der Handlung und die Gestaltung der Charaktere unterst\u00fctzt. Die heitere und lebendige Darbietung lie\u00df den Abend geschwind vergehen. Die Darsteller ernteten ein zufriedenes L\u00e4cheln des Publikums und sehr viel Applaus. Das ist eine Auff\u00fchrung, die man sich gerne auch ein zweites Mal anschaut. Gro\u00dfes Lob an die Mitwirkenden des Bielefelder Stadttheaters. Sehr empfehlenswert!<\/p>\n<p>Britta Winkelnkemper<\/p>\n<p>Bild: Matthias Stutte<br \/>\nDie Bilder zeigt: Rebecca Raffell (Mrs. Quickly), Brian Bannaytne-Scott (Falstaff)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901); Commedia lirica in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeare UA: 9.2.1893 Teatro alla Scala, Mailand Regie: Nicholas Broadhurst, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Timo Dentler und Okarina Peter, Dramaturgie: Uwe Sommer Dirigent: Peter Kuhn, Bielefelder Philharmoniker,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=821\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[95,1],"tags":[],"class_list":["post-821","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bielefeld-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=821"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/821\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1279,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/821\/revisions\/1279"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}