{"id":817,"date":"2009-10-05T22:25:32","date_gmt":"2009-10-05T20:25:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=817"},"modified":"2010-03-21T23:41:06","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:06","slug":"karlsruhe-badisches-staatstheater-fidelio-3-fassung-1814","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=817","title":{"rendered":"Karlsruhe, Badisches Staatstheater &#8211; FIDELIO (3. FASSUNG, 1814)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Oper in zwei Aufz\u00fcgen von Ludwig van Beethoven (1770-1827); Libretto: Josef Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke nach Jean-Nicolas Bouilly; mit einem Prolog aus \u201eRoccos Erz\u00e4hlung\u201c von Walter Jens<br \/>\nUA: 1814 Wien<br \/>\nRegie: Robert Tannenbaum; Kost\u00fcme und Licht: Peter Werner<br \/>\nDirigent: Justin Brown, Badische Staatskapelle, Badischer Staatsopernchor, Extrachor und Statisterie des Badischen Staatstheaters<br \/>\nSolisten: Edward Gauntt (Don Fernando), Walter Donati (Don Pizarro), Lance Ryan (Florestan), Christina Niessen (Leonore), Ulrich Schneider (Rocco), Ina Schlingensiepen (Marzelline), Matthias Wohlbrecht (Jaquino), Gideon Poppe (Erster Gefangener), Tibor Brouwer (Zweiter Gefangener)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 3. Oktober (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/karlsruhe-fidelio.jpg\" TITLE=\"karlsruhe-fidelio.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/karlsruhe-fidelio.jpg\" ALT=\"karlsruhe-fidelio.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Jaquino will Marzelline, Tochter des Gef\u00e4ngnisaufsehers Rocco, zur Frau nehmen. Diese lehnt ab, da sie Fidelio, der in die Dienste ihres Vaters getreten ist, bevorzugt. Rocco mu\u00df auf Befehl von Gouverneur Pizarro die Nahrung des Gefangenen Florestan reduzieren. Pizarro will Florestan ermorden. Als er sich anschickt, ihn umzubringen, wirft sich Fidelio dazwischen und gibt sich als Florestans Gattin Leonore zu erkennen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Oper begann nicht, wie zu erwarten, mit der Ouvert\u00fcre. Dieser vorangestellt war ein Monolog Roccos, in welchem er in Anlehnung an Roccos Erz\u00e4hlung von Walter Jens \u00fcber Schuld und Blindheit der Protagonisten redet. Durch diesen Prolog erscheint die Oper als ein R\u00fcckblick, der aus Roccos Perspektive erz\u00e4hlt wird. Die Darsteller sind alle in orange gekleidet, Florestan sitzt bis zum Finale in der Mitte der B\u00fchne in einem Rollstuhl. Au\u00dfer Fernando sind die Protagonisten w\u00e4hrend des ganzen Abends auf der B\u00fchne pr\u00e4sent, gefangen in einem hohen dunklen Raum, dessen Mauern erst durch das hereinstr\u00f6mende Volk im Finale des zweiten Aktes ge\u00f6ffnet werden. Die Handlung verfolgt der st\u00e4ndig in diese Grube schauende Opernchor von oben herab, die Hauptpersonen erscheinen als eigentliche Gefangene.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Justin Brown<\/strong> bevorzugte rasche Tempi. Die Ouvert\u00fcre zeichnete sich durch schneidende Bl\u00e4serfanfaren und harten Paukenklang aus. <strong>Ina Schlingensiepens<\/strong> (Marzelline) funkelndes Timbre kam vor allem in ihrer Arie <em>Ach w\u00e4r ich schon mit dir vereint zur Geltung<\/em>. <strong>Matthias Wohlbrecht<\/strong> (Jaquino) meisterte seine Partie anstandslos, auch wenn die Artikulation teils undeutlich war und die Endsilben verschluckt wurden. <strong>Ulrich Schneide<\/strong>r (Rocco) \u00fcberzeugte vor allem durch einen kr\u00e4ftigen Ba\u00df, der allerdings im Duett <em>Jetzt Alter, jetzt hat es Eile<\/em> seinen Partner <strong>Walter Donati <\/strong>(Don Pizarro) eher bla\u00df erscheinen lie\u00df. Dieser sang ansonsten seine Partie routiniert, beispielsweise die Rachearie<em> Ha, welch ein Augenblick<\/em>. Nicht nur handlungsspezifisch sondern auch k\u00fcnstlerisch war <strong>Christina Niessen<\/strong> (Leonore) die Heldin des Abends. Mit Brillanz und technischer Perfektion schien ihr nicht nur die Arie<em> Komm Hoffnung, lass den letzten Stern<\/em> mit gro\u00dfer Leichtigkeit zu gelingen, auch ihr Ausruf <em>T\u00f6t erst sein Weib<\/em> verdient Erw\u00e4hnung! Leider war der Auftritt <strong>Edward Gauntts<\/strong> (Ferndando) <em>Des besten K\u00f6nigs Wink und Wille<\/em> im Tempo etwas gehetzt und klang so leider wenig majest\u00e4tisch.<strong> Lance Ryan<\/strong> (Florestan) schien mit seiner geradlinigen, schlanken Stimme in dieser Rolle kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfig an seine Grenzen zu sto\u00dfen, was ihn aber andererseits als ausgehungerten Florestan sehr glaubw\u00fcrdig erscheinen lie\u00df. Schauspielerisch beschr\u00e4nkten sich die Akteure an mancher Stelle auf pantomimisches Spiel, wie Fidelio, der sich mit der unsichtbaren Last der Ketten qu\u00e4lt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Glanzleistungen von <strong>Ina Schlingensiepen<\/strong> und <strong>Christina Niessen<\/strong> gleichen das fade B\u00fchnenbild und die wenige B\u00fchnenaktion wieder aus. Irritierend ist an mancher Stelle die st\u00e4ndige Pr\u00e4senz aller Akteure, und die Bedeutung des im Finale durch die ge\u00f6ffneten Mauern hereinstr\u00f6menden Volkes bleibt unklar. Vielleicht w\u00fcrde sich mancher Regisseur Buh-Rufe ersparen, wenn im Programm ein paar eigene Worte zu Idee und Konzept zu lesen w\u00e4ren.<br \/>\nDaniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<br \/>\nDas Bild zeigt: von links: Lance Ryan (Florestan), Ulrich Schneider (Rocco), Fidelio (Christina Niessen), Matthias Wohlbrecht (Jaquino), Ina Schlingensiepen (Marzelline)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oper in zwei Aufz\u00fcgen von Ludwig van Beethoven (1770-1827); Libretto: Josef Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke nach Jean-Nicolas Bouilly; mit einem Prolog aus \u201eRoccos Erz\u00e4hlung\u201c von Walter Jens UA: 1814 Wien Regie: Robert Tannenbaum; Kost\u00fcme und Licht: Peter Werner Dirigent:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=817\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[91,1],"tags":[],"class_list":["post-817","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-karlsruhe-badisches-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/817","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=817"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/817\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1282,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/817\/revisions\/1282"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=817"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=817"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}