{"id":8162,"date":"2021-07-21T17:21:21","date_gmt":"2021-07-21T16:21:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8162"},"modified":"2021-08-02T07:28:37","modified_gmt":"2021-08-02T06:28:37","slug":"39eme-festival-international-dopera-baroque-et-romantique-beaune-39-internationales-festival-fuer-opern-des-barock-und-der-romantik-in-beaune","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8162","title":{"rendered":"39\u00e8me Festival international, Beaune 2021"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>16. Juli 2021, 21:00 Uhr, Kathedrale Notre-Dame<\/p>\n<h3><strong><em>L\u2019Allegro, il Penseroso ed il Moderato<\/em> \u2013 <\/strong><em><strong>Frohsinn, Schwermut, M\u00e4\u00dfigung<\/strong><br \/>\n<\/em><\/h3>\n<p>Pastorale in drei Akten von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759)<br \/>\nUA: 27. Februar 1740, Royal Theatre Lincoln\u2019s Inn Fields, unter H\u00e4ndels Leitung, London,\u00a0 Libretto: Charles Jennens nach den Gedichten <em>L\u2019Allegro <\/em>und<em> il Penseroso<\/em> von John Milton (1608-1674) und <em>Il Moderato<\/em> von Ch. Jennens<br \/>\nDirigent: William Christie, Chor und Orchester <em>Les Arts florissants<br \/>\n<\/em>Solisten: Rachel Redmond, Sopran, Rory Carver, Tenor, Streten Manojlovic, Ba\u00df17. Juli 2021, 21:00 Uhr, Hof des Hospiz<\/p>\n<h3><em><strong>Semele<\/strong><br \/>\n<\/em><\/h3>\n<p>Oratorium, in 3 Akten, Libretto von Newburgh Hamilton nach William Congreves Adaptation der Metamorphosen von Ovid(3. Buch), UA: 10. Februar 1744, Covent Garden unter H\u00e4ndels Direktion, London<br \/>\nDirigent: Leonardo Garcia Alarcon, Chor von Namur, Millenium Orchestra<br \/>\nSolisten: Ana Maria Labin (Semele, S), Matthew Newlin (Jupiter\/Apollo, T), Chiara Skerath (Juno, S), Dara Savinova (Ino, Junon), Contralto), Lawrence Zazzo (Iris\/Athamas, Contre-T\u00e9nor), Andreas Wolf (Cadmus\/Hoher Priester\/Somnus (Schlaf), B)18. Juli 2021, 21:00 Uhr, Salle des P\u00f4vres, Hospiz<\/p>\n<h3>Konzert (R\u00e9cital)<\/h3>\n<p>mit Paul-Antoine B\u00e9nos-Djian (Haute-Contre)<br \/>\n<em>Airs d\u2019op\u00e9ras<\/em> (Opernarien) von H\u00e4ndel, Vivaldi, Stradella und Albinoni<br \/>\nDirigent: St\u00e9phane Fuget, Ensemble <em>Les Epop\u00e9es<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Bezeichnet man Frankreich als eine der ersten Weinregionen der Welt, so wird Burgund, le Bourgogne, als zweite, und Bordeaux als erste Region genannt. Sicher ist es aber, da\u00df der Geschmack entscheidet, wohin man f\u00e4hrt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Frankreich die Nummer Eins als Weinland beansprucht, herrscht kein Einvernehmen dar\u00fcber, welches man zum ersten Musikland in Europa k\u00fcren soll. Ich glaube, das ist auch gut so, denn in allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern trifft man auf zahlreiche Musikfestivals mit klassischer Musik.<\/p>\n<p>Die zahlreichen Musikfestivals in Frankreich sind aber \u2013 wie mir scheint \u2013 dort meist kleiner dimensioniert als in unserem Land. Dennoch bemerkt man in den letzten Jahren, da\u00df die einzelnen Festspiele sich mehr und mehr ausbreiteten, etwa von einer einzigen Kirche oder Halle in weitere Orte und Ortschaften der Umgebung. Oft liegen die Auff\u00fchrungsorte mehr als eine halbe Stunde Autofahrt auseinander.<\/p>\n<p>So besuchte ich \u00f6fter das <em>Festival de la Chaise-Dieu <\/em>in der Auvergne( Mittelfrankreich). Von der mitten im Ort gelegenen Kathedrale Saint Robert hat sich das Festival jetzt auf das ganze Tal Le Puy-en-Velay in zw\u00f6lf weitere Kirchen und S\u00e4le ausgebreitet. Die Stadt Puy war im Mittelalter einer der vier Ausgangspunkte der Jakobswege von Frankreich nach Santiago de Campostela und daher schon immer ein bedeutendes kulturelles Zentrum.<\/p>\n<h3>Zweites Wochenende des Festivals<\/h3>\n<blockquote><p>16. Juli 2021, 21:00 Uhr, Kathedrale Notre-Dame<\/p>\n<p><em>L\u2019Allegro, il Penseroso ed il Moderato<\/em> \u2013 <em>Frohsinn, Schwermut, M\u00e4\u00dfigung<br \/>\n<\/em>Pastorale in drei Akten von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759)<\/p>\n<p>UA: 27. Februar 1740, Royal Theatre Lincoln\u2019s Inn Fields, unter H\u00e4ndels Leitung, London,\u00a0 Libretto: Charles Jennens, nach den Gedichten <em>L\u2019Allegro <\/em>und<em> il Penseroso<\/em> von John Milton (1608-1674) und <em>Il Moderato<\/em> von Ch. JennensDirigent: William Christie, Chor und Orchester <em>Les Arts florissants<\/em><br \/>\nSolisten: Rachel Redmond, Sopran, Rory Carver, Tenor, Streten Manojlovic, Ba\u00df<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8163\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"487\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die beiden Figuren <em>Allegro<\/em> \u2013 Frohsinn und <em>Penseroso<\/em> \u2013 <em>Schwermut<\/em> f\u00fchren ein Streitgespr\u00e4ch. <em>Allegro<\/em> weist <em>Penseroso<\/em> von sich: Sie m\u00f6ge ihren Wohnsitz dort bauen, wo im br\u00fctenden Dunkel die Nachtraben singen. <em>Penseroso<\/em> entgegnet, die nichtigen Freuden sollten sich verziehen, denn sie seien doch nur Tr\u00e4ume.<\/p>\n<p><em>Allegro<\/em> beschw\u00f6rt Euphrosyne, die G\u00f6ttin der Freude und die Nymphen, von denen Lust und Fr\u00f6hlichkeit, Witz und Neckerei ausgehen. <em>Penseroso<\/em> hingegen w\u00fcnscht sich von seiner G\u00f6ttin nur innere Ruhe, Frieden und Naturverbundenheit. Abwechselnd werden die Vorz\u00fcge der jeweiligen Gem\u00fctsverfassung umschrieben. W\u00e4hrend <em>Allegro<\/em> in ungetr\u00fcbter Heiterkeit die Sch\u00f6nheiten der Natur erleben will, den Morgen eines jeden Tages fr\u00f6hlich begr\u00fc\u00dft und das Landleben preist, sehnt sich <em>Penseroso<\/em> nach der Stille der Nacht, dem Klagegesang der Nachtigall und dem Warnruf des W\u00e4chters, der das Haus vor Ungemach bewahrt.<\/p>\n<p>Im weiteren geht es um die Vertiefung der Ansicht von <em>Allegro<\/em> f\u00fcr eine Anteilnahme am \u00f6ffentlichen Leben wie etwa die Triumphz\u00fcge des Adels oder den Maskenspielen und die sich ins Innere kehrende Ansicht von <em>Penseroso<\/em>, die sich am liebsten in einen Klostergarten zur\u00fcckziehen m\u00f6chte, wo sie aus der Kirche die Orgel erschallen h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kommt <em>Moderato<\/em> hinzu und weist das angeberische Prahlen mit erdachten Bildern auf die Gesundheit, Zufriedenheit und Gen\u00fcgsamkeit als Ideale hin. Wenn Liebe mit Vernunft gepaart sei und Heil und Gl\u00fcck dazuk\u00e4men, dann werde ein langes Leben gut enden. Nur der, der nach den Gesetzen der Natur lebt und den Weg der goldenen Mitter verfolgt, wird so enden. Der Reiz jeder Tat liege nur in der Ordnung und im richtigen Ma\u00df. Dem stimmen <em>Allegro<\/em> und <em>Penseroso<\/em> zu.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8164\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021_1.jpg\" alt=\"\" width=\"487\" height=\"650\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021_1.jpg 487w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021_1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><\/a>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Tenor Rory Carver bestritt die Figur <em>Allegro<\/em> (Heiterkeit). Er geht von der Fr\u00f6hlichkeit der Nymphen und der Leichtigkeit der G\u00f6ttin der Freunde Euphrosyne aus und m\u00f6chte die Schwermut und Besinnlichkeit von <em>Penseroso<\/em> verbannen. Sein Tenor ist in manchen Passagen etwas zu breit aufgesetzt, doch im \u00fcbrigen leicht und schlank. Rachel Redmond, die schottische S\u00e4ngerin, stellt als <em>Penseroso<\/em> mit \u00fcberraschend gro\u00dfem Stimmvolumen die Gedankentiefe des Lebens in n\u00e4chtlicher Stille dar. Immer wieder sind ihre langen, klangreichen Stimmausschickungen bewundernswert. Sie ist unbestritten als S\u00e4ngerin auffallend mit ihrer klaren, volumin\u00f6sen Sopranstimme, bei der auch nicht die kleinste Stimmtr\u00fcbung bemerkbar wurde.<\/p>\n<p>Als erstes fiel mir <em>Come, come, come but keep thy wonted state \u2013 komm, komm, komm, in deiner steten W\u00fcrd\u2018 <\/em>auf.<\/p>\n<p>Sie gibt den hohen, lang angehaltenen T\u00f6nen einen solch intensiven Klang, da\u00df einem allein dadurch ein Schauer den R\u00fccken herunterl\u00e4uft. Und das bleibt auch in der Folge so. Man ist gl\u00fccklich, diese wunderbaren Kl\u00e4nge vernehmen zu d\u00fcrfen. Alle Zuh\u00f6rer halten den Atem an. Ohnehin ist das Publikum das gesamte Konzert \u00fcber sehr diszipliniert. Kaum ein Husten oder andere Zwischenger\u00e4usche, etwas was man in unseren Konzerten nicht so h\u00e4ufig antrifft!<\/p>\n<p>Dann kam ein Musikst\u00fcck, das man kaum je vergessen kann. Es ist ein langes Duett von Sopranstimme in Colla parte mit der Fl\u00fbte traversi\u00e8re. Der Spieler der Querfl\u00f6te ist Serge Saitta. Er stammt aus Lyon und ist in Frankreich ein sehr reputierter Fl\u00f6tist.<\/p>\n<p>Ein h\u00f6chst bemerkenswertes Wechselspiel zwischen der Fl\u00f6te, die die Nachtigall repr\u00e4sentiert und der menschlichen Stimme entspinnt sich. Einmal \u00fcbernimmt die Fl\u00f6te die F\u00fchrung, dann wieder der Sopran und umgekehrt. Es sind nicht nur kurze Passagen, sondern l\u00e4nger dauernde Teile hoher T\u00f6ne, geschwinder Passagen und Kettentriller. Man verfolgt dieses unfa\u00dfbar brillante Spiel mit angehaltenem Atem. Alles Virtuose wird fa\u00dfbar durch die Tatsache, da\u00df es sich hier um einen Wettstreit von Nachtigall und menschlicher Stimme handelt. Schwer zu entscheiden, wer dabei siegt. Doch dabei zu sein, ist alles! Die Bewunderung, die heute \u2013 wie mir scheint \u2013 so oft fehlt, herrscht hier bei allen Anwesenden. Riesiger Applaus als kleiner Dank f\u00fcr die Wonne des Zuh\u00f6rens!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8165\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021_2.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"487\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021_2.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Beaune-Christie-2021_2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Dennoch gab es direkt danach einen weiteren Leckerbissen mit der Ba\u00dfarie <em>Mirth admit me of the crew \u2013 Freud vereint mich deiner Schar<\/em> . Das Charakteristische waren die beiden Naturh\u00f6rner, die H\u00e4ndel ja immer gerne einsetzt, wenn er die Natur beschreiben will. Es war ein angenehmes Vergn\u00fcgen, dem Hornist (Glen Borling) zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Schlu\u00dfapplaus f\u00fcr alle Musiker, Solisten einschlie\u00dflich ihres renommierten Dirigenten William Christie, der nun schon zum f\u00fcnfunddrei\u00dfigsten Mal beim Festival anwesend war, h\u00f6re gar nicht auf. Man gab eine Zugabe mit dem Tenor-Chorgesang <em>Haste thee, nymph, and bring with thee just and youthful jollity \u2013<\/em> <em>eil dich, Nymph, und bring auch gleich Jux und jeden Jugendstreich mit. <\/em><\/p>\n<p>Es ist dem Festival International Op\u00e9ra Baroque &amp; Romantique hoch anzuerkennen, da\u00df nur an vier Wochenenden im Juli an drei verschiedenen Orten Konzerte und halbszenische Opern aufgef\u00fchrt werden. Dieses Jahr war es das zweite Wochenende im Juli, das ich besuchte. Es war ganz den Kompositionen Georg Friedrich H\u00e4ndels gewidmet. Die k\u00fcnstlerischen Darbietungen aller drei Teile hatten ein au\u00dferordentlich hohes Niveau. Die Reduzierung auf lediglich vier Wochenenden f\u00fcr das Festival hat eine gro\u00dfe Konzentration bez\u00fcglich der Qualit\u00e4t zur Folge. Das \u2013 finde ich \u2013 ist das gro\u00dfe Verdienst der k\u00fcnstlerischen Leiterin des Festivals, Madame Anne Blanchard.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Zweites Bild von oben: Serge Saitta, Fl\u00fbte traversi\u00e8re, Rachel Redmond, Penseroso<br \/>\nDrittes Bild von oben: Hornist (Glen Borling), Streten Manojlovic, Ba\u00df<\/p>\n<h2><strong>Traduction en Fran\u00e7ais<\/strong><br \/>\n<strong>39\u00e8me Festival international d&#8217;Op\u00e9ra Baroque et Romantique <\/strong><br \/>\n<strong>Beaune 2021<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Note pr\u00e9liminaire<\/strong><\/p>\n<p>Si la France est d\u00e9crite comme l&#8217;une des premi\u00e8res r\u00e9gions viticoles du monde, la Bourgogne est cit\u00e9e comme la deuxi\u00e8me, et Bordeaux comme la premi\u00e8re. Ce qui est certain, en revanche, c&#8217;est que c&#8217;est le go\u00fbt qui d\u00e9cide de la destination. Si la France revendique la premi\u00e8re place en tant que pays viticole, il n&#8217;y a pas de consensus sur celui qui devrait \u00eatre couronn\u00e9 premier pays musical d&#8217;Europe. Je pense que c&#8217;est tout aussi bien, car dans tous les pays europ\u00e9ens, on rencontre de nombreux festivals de musique classique.<\/p>\n<p>Mais les nombreux festivals de musique en France sont \u2013 me semble-t-il \u2013 le plus souvent de plus petite taille que dans notre pays allemand. N\u00e9anmoins, ces derni\u00e8res ann\u00e9es, on a remarqu\u00e9 que les festivals individuels se sont \u00e9tendus de plus en plus, par exemple d&#8217;une seule \u00e9glise ou salle \u00e0 d&#8217;autres lieux et villes des environs. Les lieux de repr\u00e9sentation sont souvent distants de plus d&#8217;une demi-heure de route. Par exemple, j&#8217;ai souvent visit\u00e9 le Festival de la Chaise-Dieu en Auvergne. De la cath\u00e9drale Saint Robert au centre de la ville, le festival s&#8217;est \u00e9tendu \u00e0 toute la vall\u00e9e du Puy-en-Velay dans douze autres \u00e9glises et salles. Au Moyen \u00c2ge, la ville du Puy \u00e9tait l&#8217;un des quatre points de d\u00e9part des chemins de p\u00e8lerinage du p\u00e8lerinage de Santiago, de la France \u00e0 Santiago de Compostelle, et a donc toujours \u00e9t\u00e9 un centre culturel important.<\/p>\n<h4>Le 16 juillet 2021, le deuxi\u00e8me week-end du festival:<\/h4>\n<p>le premier concert de la s\u00e9rie a eu lieu dans la cath\u00e9drale Notre-Dame. Le programme comprenait<br \/>\n<em>L&#8217;Allegro, il Penseroso ed il Moderato \u2013 Gaiet\u00e9, M\u00e9lancolie, Mod\u00e9ration<\/em>, une Pastorale en trois actes de George Fr\u00e9deric H\u00e4ndel (1685-1759)<br \/>\nPremi\u00e8re ex\u00e9cution : 27 f\u00e9vrier 1740, Royal Theatre Lincoln&#8217;s Inn Fields, sous la direction de Haendel, Londres, livret : Charles Jennens, d&#8217;apr\u00e8s les po\u00e8mes L&#8217;Allegro et il Penseroso de John Milton (1608-1674) et Il Moderato de Ch. Jennens<br \/>\nChef d&#8217;orchestre : William Christie, ch\u0153ur et orchestre Les Arts florissants<br \/>\nSolistes : Rachel Redmond, Soprano, Rory Carver, T\u00e9nor, Streten Manojlovic, Basse<\/p>\n<p><strong>Contenu court<\/strong><\/p>\n<p>Les deux personnages <em>Allegro &#8211; la gaiet\u00e9 et Penseroso &#8211; la m\u00e9lancolie<\/em> se disputent. <em>L&#8217;Allegro<\/em> rejette <em>le Penseroso<\/em> : elle devrait construire sa r\u00e9sidence l\u00e0 o\u00f9 les corbeaux nocturnes chantent dans l&#8217;obscurit\u00e9 mena\u00e7ante. <em>Penseroso<\/em> r\u00e9pond que les plaisirs vains doivent dispara\u00eetre, car ils ne sont que des r\u00eaves.<\/p>\n<p><em>L&#8217;Allegro <\/em>invoque Euphrosyne, la d\u00e9esse de la joie, et les nymphes, dont \u00e9manent la luxure et la gaiet\u00e9, l&#8217;esprit et le badinage. <em>Penseroso<\/em>, quant \u00e0 lui, ne souhaite de sa d\u00e9esse que la paix int\u00e9rieure, la tranquillit\u00e9 et la proximit\u00e9 de la nature. Les m\u00e9rites de chaque \u00e9tat d&#8217;esprit sont d\u00e9crits tour \u00e0 tour. Alors que <em>l&#8217;Allegro <\/em>veut conna\u00eetre les beaut\u00e9s de la nature dans une s\u00e9r\u00e9nit\u00e9 absolue, accueille avec joie le matin de chaque jour et fait l&#8217;\u00e9loge de la vie \u00e0 la campagne, le <em>Penseroso<\/em> aspire au silence de la nuit, \u00e0 la complainte du rossignol et au cri d&#8217;alarme du gardien qui prot\u00e8ge la maison contre les m\u00e9faits.<\/p>\n<p>Plus loin, le regard <em>d&#8217;Allegro<\/em> sur la vie publique, comme les processions triomphales de la noblesse ou les mascarades, s&#8217;approfondit, et celui de <em>Penseroso<\/em>, tourn\u00e9 vers l&#8217;int\u00e9rieur, pr\u00e9f\u00e9rerait se retirer dans le jardin d&#8217;un monast\u00e8re o\u00f9 il peut entendre l&#8217;orgue r\u00e9sonner depuis l&#8217;\u00e9glise.<\/p>\n<p>Enfin, <em>le<\/em> <em>Moderato<\/em> entre en sc\u00e8ne et souligne la vantardise avec des images imaginaires de sant\u00e9, de contentement et de frugalit\u00e9 comme id\u00e9aux. Si l&#8217;amour est associ\u00e9 \u00e0 la raison et que le salut et le bonheur s&#8217;y ajoutent, alors une longue vie se terminera bien. Seuls ceux qui vivent selon les lois de la nature et suivent la voie du juste milieu finiront ainsi. Le charme de chaque acte ne r\u00e9side que dans l&#8217;ordre et la juste mesure. <em>L&#8217;Allegro<\/em> et <em>le Penseroso<\/em> sont d&#8217;accord.<\/p>\n<p><strong>Chanteurs et orchestre <\/strong><\/p>\n<p>Le t\u00e9nor Rory Carver a chant\u00e9 l&#8217;Allegro (gaiet\u00e9). Il prend comme point de d\u00e9part la gaiet\u00e9 des nymphes et la l\u00e9g\u00e8ret\u00e9 de la d\u00e9esse des amis Euphrosyne et veut bannir la morosit\u00e9 et la contemplation du Penseroso. Son t\u00e9nor est un peu trop large dans certains passages, mais autrement l\u00e9ger et maigre. Rachel Redmond, la chanteuse \u00e9cossaise, d\u00e9peint dans le r\u00f4le de Penseroso avec un volume vocal \u00e9tonnamment grand la profondeur de la pens\u00e9e de la vie dans le silence nocturne. Encore et toujours, ses longues et sonores exhalaisons vocales sont admirables. Elle est sans aucun doute une chanteuse remarquable avec sa voix de soprano claire et volumineuse, dans laquelle on n&#8217;a pas remarqu\u00e9 la moindre fadeur vocale.<\/p>\n<p>La premi\u00e8re chose qui m&#8217;a frapp\u00e9, c&#8217;est <em>Come, come, come but keep thy wonted state \u2013 <\/em><em>Viens<\/em><em>, <\/em><em>viens<\/em><em>, <\/em><em>viens<\/em><em>, <\/em><em>mais<\/em> <em>garde<\/em> <em>ta<\/em> <em>place<\/em><em>.<\/em> Elle donne aux notes aigu\u00ebs et soutenues un son si intense qu&#8217;il donne \u00e0 lui seul un frisson dans le dos. Et cela reste ainsi pendant tout le reste du morceau. On est heureux d&#8217;entendre ces sons merveilleux. Tous les auditeurs retiennent leur souffle. En tout cas, le public est tr\u00e8s disciplin\u00e9 tout au long du concert. Pas une seule toux ou autre bruit entre les deux, ce qui n&#8217;est pas souvent le cas dans nos concerts !<\/p>\n<p>Puis vint un morceau de musique qu&#8217;il est difficile d&#8217;oublier. Il s&#8217;agit d&#8217;un long duo de voix de soprano in colla parte avec la fl\u00fbte traversi\u00e8re. Le joueur de fl\u00fbte est Serge Saitta. Il vient de Lyon et est un fl\u00fbtiste tr\u00e8s r\u00e9put\u00e9 en France.<\/p>\n<p>Une interaction des plus remarquables se d\u00e9veloppe entre la fl\u00fbte, repr\u00e9sentant le rossignol, et la voix humaine. \u00c0 un moment donn\u00e9, la fl\u00fbte prend le dessus, puis la soprano et vice versa. Il ne s&#8217;agit pas seulement de courts passages, mais de sections plus longues de notes aigu\u00ebs, de balayages et de trilles en cha\u00eene. On suit ce jeu incompr\u00e9hensiblement brillant en retenant son souffle. Toute la virtuosit\u00e9 est rendue tangible par le fait qu&#8217;il s&#8217;agit d&#8217;un concours entre rossignol et voix humaine. Il est difficile de d\u00e9cider qui va gagner. Mais \u00eatre l\u00e0, c&#8217;est tout ! L&#8217;admiration qui me semble faire si souvent d\u00e9faut aujourd&#8217;hui est pr\u00e9sente chez toutes les personnes pr\u00e9sentes. Des applaudissements nourris comme un petit merci pour le plaisir de l&#8217;\u00e9coute !<\/p>\n<p>N\u00e9anmoins, imm\u00e9diatement apr\u00e8s, il y avait un autre r\u00e9gal avec l&#8217;air de basse <em>Mirth admit me of the crew<\/em> \u2013 <em>L&#8217;hilarit\u00e9 me fait admettre l&#8217;\u00e9quipage<\/em>. L&#8217;\u00e9l\u00e9ment caract\u00e9ristique \u00e9tait les deux cors naturels, qu\u2019Haendel aime toujours utiliser lorsqu&#8217;il veut d\u00e9crire la nature. C&#8217;\u00e9tait un agr\u00e9able plaisir d&#8217;\u00e9couter les deux <em>Haste thee, nymph, and bring with thee just and youthful jollity<\/em><em> \u2013 H\u00e2te-toi, nymphe, et apporte avec toi une juste et jeune gaiet\u00e9.<\/em><\/p>\n<p>C&#8217;est tout \u00e0 l&#8217;honneur du Festival International Op\u00e9ra Baroque &amp; Romantique de ne pr\u00e9senter des concerts et des op\u00e9ras semi-sc\u00e9nographies que pendant quatre week-ends de juillet, dans trois lieux diff\u00e9rents. Cette ann\u00e9e, c&#8217;est le deuxi\u00e8me week-end de juillet que j&#8217;ai particip\u00e9. Il \u00e9tait enti\u00e8rement d\u00e9di\u00e9 aux compositions de George Fr\u00e9deric H\u00e4ndel. Les performances artistiques des trois parties \u00e9taient d&#8217;un niveau exceptionnellement \u00e9lev\u00e9. La r\u00e9duction \u00e0 seulement quatre week-ends pour le festival a entra\u00een\u00e9 une grande concentration en termes de qualit\u00e9. C&#8217;est, \u00e0 mon avis, le grand m\u00e9rite de la directrice artistique du festival, Madame Anne Blanchard.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Deuxi\u00e8me photo \u00e0 partir du haut : Serge Saitta, Fl\u00fbte traversi\u00e8re, Rachel Redmond, Penseroso<br \/>\nTroisi\u00e8me photo \u00e0 partir du haut : Horniste (Glen Borling), Streten Manojlovic, Basse<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16. Juli 2021, 21:00 Uhr, Kathedrale Notre-Dame L\u2019Allegro, il Penseroso ed il Moderato \u2013 Frohsinn, Schwermut, M\u00e4\u00dfigung Pastorale in drei Akten von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759) UA: 27. 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