{"id":812,"date":"2009-10-06T21:58:52","date_gmt":"2009-10-06T19:58:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=812"},"modified":"2010-03-21T23:41:06","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:06","slug":"chemnitz-oper-drehbuhne-der-barbier-von-sevilla-orig-il-barbiere-di-siviglia","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=812","title":{"rendered":"Chemnitz, Oper (Drehb\u00fchne) &#8211; DER BARBIER VON SEVILLA (ORIG. IL BARBIERE DI SIVIGLIA)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchini Rossini (1792-1868), Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2018 Le Barbier de S\u00e9ville (gespielt: deutsche Textfassung von Michael Heinicke); UA: 20. Februar 1816, Rom. Regie: Michael Heinicke, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Stefan Weil; Dirigent: Domonkos H\u00e9ja, Robert-Schumann-Philharmonie. Solisten: Andr\u00e9 Riemer (Graf Almaviva), Andreas Kindschuh (Figaro), Martin G\u00e4bler (Doktor Bartolo), Jana B\u00fcchner (Rosina), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Basilio), Tiina Penttinen (Marzelline), Thomas M\u00e4thger (Offizier), u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 4. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?attachment_id=813\" REL=\"attachment wp-att-813\" TITLE=\"chemnitz-barbier.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/chemnitz-barbier.jpg\" ALT=\"chemnitz-barbier.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Graf Almaviva hat sich in Rosina, das M\u00fcndel von Doktor Bartolo, verliebt. Doch Bartolo h\u00fctet streng die Angebetete, denn er will sie, ein reiches Erbe im Blick, selber ehelichen. Der Barbier Figaro wei\u00df, gut bezahlt, f\u00fcr Almaviva rat. Figaro fungiert als vermittelnder Liebespostbote und auf sein Gehei\u00df schleust sich Almaviva als betrunkener Soldat Lindoro in Bartolos Haus ein, dort Rosina begegnend. Als die Wache eingreifen will, entkommt er unbehelligt. Als Musikmeister Don Alonso verkleidet st\u00f6\u00dft Almaviva erneut zu Rosina vor, wobei der echte Musiklehrer Basilio mit Geld ruhig gestellt werden kann. Bartolo entdeckt den Plan und wirft Almaviva und Figaro aus seinem Haus. Ein drittes Mal gelangen Almaviva, der seine wahre Identit\u00e4t Rosina endlich offenbart, und Figaro in Bartolos Haus. Figaro hei\u00dft den anwesenden Notar, sich als Bartolo verstellend, die Ehe zwischen Rosina und Almaviva zu schlie\u00dfen. Der ebenfalls anwesende Basilio wird mit Waffengewalt und goldenem Ring ruhig gestellt, der eintreffende Bartolo mit Rosinas Mitgift vers\u00f6hnlich gestimmt. Letztendlich sind alle \u00fcbergl\u00fccklich.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie in deutscher Fassung gesungene Inszenierung bringt die Zuschauer ganz nah an das Geschehen, da der Zuschauerraum arenenartig auf die Drehb\u00fchne des Opernhauses gehoben worden ist, welcher die zentrale Spielfl\u00e4che dreiseitig umgibt. Durch gezielt eingesetzte Rotation der Spielfl\u00e4che, mitsamt den Zuschauern, ergeben sich wechselnde Handlungsorte, so da\u00df z. B. f\u00fcr eine Szene die obere B\u00fchnengalerie, die als Balkon von Doktor Bartolos Haus fungiert, in den zentralen Blickpunkt r\u00fcckt. Auf der Drehb\u00fchne selber kommen einige wenige klassisch anmutende Ausstattungselemente, wie Sessel und Adonisfigur, zum Einsatz, wie auch die detailreichen Kost\u00fcme als Mischung des Stils historischer Kleidung, verbunden mit \u00fcberzeichnet m\u00e4rchenhafter Stilverbr\u00e4mung gestaltet worden sind.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie stimmlichen Vorz\u00fcge von Tenor<strong> Andr\u00e9 Riemer<\/strong> (Almaviva) liegen eindeutig in den lyrischen Passagen, die mit bewegend samtenem Timbre ausgekostet werden, wie in der Kavatine <em>Sieh, schon die Morgenr\u00f6te<\/em> der Balkonszene. Bei den Duetten und Gruppenszenen verblassen jedoch die Spitzent\u00f6ne in fahlem Ausklang, die zudem von gepresster Kurzatmigkeit begleitet werden. <strong>Jana B\u00fcchner<\/strong> liefert eine Rosina, deren Sopran stimmlich in ein breites Spektrum lyrisch warmer Klangfarben eintaucht, wie in der Arie <em>Frag ich mein beklommnes Herz<\/em>, verbunden mit subtil differenzierender Stimmdynamik in den dramatischen Abschnitten, die von druckvoll aufblitzenden Spitzent\u00f6nen gekr\u00f6nt werden. Der Figaro von Bariton <strong>Andreas Kindschuh<\/strong> zeichnet sich durch agile stimmliche Klangnuancierungen, wie im <em>Ich bin das Faktotum der sch\u00f6nen Welt<\/em> aus, die insbesondere in den Gruppenszenen ihre Kulmination erfahren, verbunden mit dynamischen Wechseln des Tempos. Bei Ba\u00dfbariton <strong>Martin G\u00e4bler<\/strong> (Doktor Bartolo) ist insbesondere sein z\u00fcndendes Mimikspiel hervorzuheben. Stimmlich zeigt er eine Leistung, die gekonnt changierende Klangfarbenaufspreizung mit deutlich sich abzeichnender Linie im Duktus verbindet, wie im <em>Einen Doktor meinesgleichen<\/em>. <strong>Kouta R\u00e4s\u00e4nen<\/strong> (Basilio) brilliert insbesondere in der Verleumdungsarie <em>Die Verleumdung <\/em>mit seinem schlanken und doch bestechend druckvollen Ba\u00df, der an diesem Abend ein Musterbeispiel an  kristallklarem Duktus abgibt. <strong>Tiina Penttinen <\/strong>(Marzelline) verf\u00fchrt mit ihrem leuchtend vollem Sopran und auch <strong>Thomas M\u00e4thger<\/strong> (Offizier) \u00fcberzeugt mit seinem impulsiven Ba\u00df.<br \/>\nDie <strong>Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong> unter <strong>Domonkos H\u00e9ja<\/strong> bettet die S\u00e4nger dazu in nuancenreich austarierte Stimmungsf\u00e4rbungen satt ausgespielter Klangszenen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Umsetzung des St\u00fcckes auf der Drehb\u00fchne spornte alle Beteiligten zu hohen Leistungen an, insbesondere die spielerische Umsetzung betreffend, da der Zuschauer unmittelbar vor den S\u00e4ngern sa\u00df und so das Geschehen hautnah miterleben konnte. Unter Einsatz der Drehb\u00fchnenrotation und von zwei Versenkungen, verbunden mit stimmungsbeeinflussender Beleuchtung und damit verbundener intelligenter, zeitlich auf den Punkt abgestimmter Handlungsf\u00fchrung, gelang eine heitere Inszenierung, die f\u00fcr langen Applaus sorgte.<br \/>\nDr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<br \/>\nDas Bild zeigt: Der geh\u00f6rnte Esel auf seinem Thron. (v.l.n.r) Andreas Kindschuh (Figaro), Martin G\u00e4bler (Doktor Bartolo), Andr\u00e9 Riemer (Graf Almaviva), Jana B\u00fcchner (Rosina).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchini Rossini (1792-1868), Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2018 Le Barbier de S\u00e9ville (gespielt: deutsche Textfassung von Michael Heinicke); UA: 20. Februar 1816, Rom. Regie: Michael Heinicke, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Stefan Weil; Dirigent: Domonkos H\u00e9ja, Robert-Schumann-Philharmonie. 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