{"id":810,"date":"2009-10-03T21:51:35","date_gmt":"2009-10-03T19:51:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=810"},"modified":"2010-03-21T23:41:10","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:10","slug":"darmstadt-staatstheater-katja-kabanowa","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=810","title":{"rendered":"Darmstadt, Staatstheater &#8211; KATJA KABANOWA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek, Oper in drei Akten nach A.N. Ostrowskijs \u201eGewitter\u201c, Deutsch von Reinhold Schubert,<br \/>\nUA: 23. November 1921, Nationaltheater Br\u00fcnn<br \/>\nRegie: John Dew, B\u00fchne: Heinz Balthes, Kost\u00fcme: Jos\u00e9-Manuel V\u00e1zquez<br \/>\nDirigent: Martin Lukas Meister, Chor und Orchester des Staatstheaters Darmstadt, Choreinstudierung: Andr\u00e9 Weiss<br \/>\nSolisten: Andreas Daum (Sawjol Prokofjewitsch Dikoj), Norbert Schmittberg (Boris Grigorjewitsch), Sonja Borowski-Tudor (Marfa Kabanowa, genannt Kabanicha), Andreas Wagner (Tichon Kabanow), Susanne Serfling (Katja Kabanowa), Lucian Krasznec (Wanja Kudrjasch), Viola Zimmermann (Barbara), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 27. September 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"darmstadt-k_-kawanowa.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/darmstadt-k_-kawanowa.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"darmstadt-k_-kawanowa.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/darmstadt-k_-kawanowa.jpg\" \/><\/a>Nachdem ihr Ehemann fortgefahren ist, gesteht Katja Barbara, da\u00df sie einen anderen Mann liebt. Die innere Zerrissenheit bringt sie fast um den Verstand. Barbara gibt Katja den Schl\u00fcssel zum Gartenhaus, in dem sie ihren Geliebten Boris treffen soll. Als Boris und Katja sich sehen, gesteht er ihr seine Liebe. Sp\u00e4ter berichtet Barbara Boris, da\u00df Katja seit der R\u00fcckkehr ihres Mannes wahnsinnig geworden sei. In aller \u00d6ffentlichkeit gesteht Katja ihren Ehebruch und wird daraufhin von der Gesellschaft ausgeschlossen.<br \/>\nEin letztes Mal will sie Boris sehen und sich dann das Leben nehmen. Nachdem sie mit ihm gesprochen hat, springt sie in die Wolga.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\n<strong>John Dew<\/strong> inszeniert die <em>Katja Kabanow<\/em>a sehr schlicht. Eine schmiedeeiserne Br\u00fccke f\u00fchrt \u00fcber die Wolga, das Wasser auf der B\u00fchne schimmert im Licht der Scheinwerfer und wird an den W\u00e4nden der B\u00fchne reflektiert. Es ist stets dunkel, nur die Br\u00fccke ist beleuchtet. Sie ver\u00e4ndert sich durch die Szenen, die Ausstattung bleibt durchweg unaufdringlich mit nur einzelnen M\u00f6belst\u00fccken, die auf der Br\u00fccke plaziert werden. Die Kost\u00fcme erinnern an die Jahrhundertwende. Dew arbeitet deutlich mit Farben: Tichon, die Kabanicha und Dikoj treten in Schwarz auf, was ihre Zusammengeh\u00f6rigkeit anzeigt. Kudrjasch, Boris, Barbara und Katja erscheinen in hellen Farben.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Susanne Serfling<\/strong> in der Titelrolle hat einen warmen Sopran, der besonders in den Liebesszenen mit <strong>Norbert Schmittberg<\/strong> (Boris Grigorjewitsch) sehr deutlich und weich klang. Sie setzte leider ihre Gesangskraft in den Szenen, in denen ihr Wahnsinn zum Ausdruck kommen sollte, kaum ein und blieb etwas verhalten, was die Stimmungswechsel angeht. Ihr Spiel war stellenweise undeutlich, und sie konnte die innere Zerrissenheit kaum szenisch umsetzen. Dennoch erntete sie viel Applaus und Bravorufe. Die Katja zu singen ist eine Herausforderung, da in diesem St\u00fcck fast nur Melodiefetzen aneinandergereiht werden, es aber keine Arien oder \u00e4hnliche lange solistische Abschnitte gibt. Dies liegt an der beinahe wortgetreuen Umsetzung des Theaterst\u00fccks in eine Oper. <strong>Norbert Schmittberg<\/strong> zeigte durchweg eine grandiose Leistung, er fand sich in der Rolle des verliebten Boris sehr gut zurecht. <strong>Andreas Daum<\/strong> (Dikoj) gl\u00e4nzte durch seine herausragenden schauspielerischen Leistungen und die au\u00dferordentlich klare Bruststimme, die er mit viel Freude am Musizieren pr\u00e4sentierte. <strong>Lucian Krasznec<\/strong> (Wanja Kudrjasch) und <strong>Viola Zimmermann<\/strong> (Barbara) sangen beide ihre Rollen perfekt. Leider wurden sie manchmal vom Orchester \u00fcbert\u00f6nt. Die Rolle der Schwiegermutter Kabanicha besetzte Regisseur <strong>John Dew<\/strong> mit<strong> Sonja Borowski-Tudor<\/strong>, die sich durch ruppige und hysterische Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme und eine giftige Tonlage auf der B\u00fchne auszeichnete. Doch auch sie kam leider gegen das Staatsorchester nicht an.<br \/>\nUnter der Leitung von <strong>Martin Lukas Meister<\/strong> bewiesen die Darmst\u00e4dter Musiker, zu welch guten Leistungen \u2013 bei einem anspruchsvollen St\u00fcck wie der <em>Katja Kabanowa<\/em> \u2013 sie f\u00e4hig sind. Nur die Lautst\u00e4rke sollte besser mit den S\u00e4ngern abgestimmt werden. Die Intonation war nicht immer perfekt, daran h\u00e4tte noch besser gearbeitet werden k\u00f6nnen, aber dies kann auch durch die erh\u00f6hte Luftfeuchtigkeit aufgrund des Wassers auf der B\u00fchne (s.o.) erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnte.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie \u00dcbertitel sind bei der deutlichen Aussprache der S\u00e4nger nicht n\u00f6tig, werden aber standardm\u00e4\u00dfig in Darmstadt verwendet. Das ist schade. Dennoch \u00fcbertrifft die Inszenierung die Erwartungen des Publikums, wie ich den Pausengespr\u00e4chen entnehmen konnte. Mit lang anhaltendem Applaus werden S\u00e4nger und Orchester gefeiert. Besonders das B\u00fchnenbild, das in Kooperation mit der Oper G\u00f6teborg entstand, wurde durchweg gelobt.<br \/>\nSophia Kr\u00fcger<\/p>\n<p>Bild: Barbara Aum\u00fcller<br \/>\nDas Bild zeigt: Susanne Serfling (Katja), Norbert Schmittberg (Boris Grigorjewitsch)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek, Oper in drei Akten nach A.N. Ostrowskijs \u201eGewitter\u201c, Deutsch von Reinhold Schubert, UA: 23. 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