{"id":808,"date":"2009-10-03T21:41:04","date_gmt":"2009-10-03T19:41:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=808"},"modified":"2010-03-21T23:41:10","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:10","slug":"wuppertal-opernhaus-fidelio","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=808","title":{"rendered":"Wuppertal, Opernhaus &#8211; FIDELIO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Ludwig van Beethoven, Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto von Joseph Ferdinand Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke<br \/>\nUA (endg\u00fcltige Fassung): 23. Mai 1814 Wien<br \/>\nRegie: Johannes Weigand, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Markus Pysall, Dramaturgie: Karin Bohnert, Licht: Sebastian Ahrens<br \/>\nDirigent: Hilary Griffiths, Sinfonieorchester Wuppertal, Chor, Extrachor und Statisterie der Wuppertaler B\u00fchnen, Choreinstudierung: Jens Bingert und Jaume Miranda<br \/>\nSolisten: Claudia Iten (Leonore), Lawrence Bakst (Florestan), Kay Stiefermann (Don Pizarro), Thomas Laske (Don Fernando), Michael Tews (Rocco), Banu B\u00f6ke (Marzelline), Boris Leisenheimer (Jaquino), Tomasz Kwiatkowski (1. Gefangener), Oliver Picker (2. Gefangener)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 27. September 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a TITLE=\"wuppertal-fidelio.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/wuppertal-fidelio.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wuppertal-fidelio.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/wuppertal-fidelio.jpg\" \/><\/a>Leonore vermutet, dass ihr verschwundener Mann Florestan sich in den H\u00e4nden seines Feindes, des Gef\u00e4ngnisgouverneurs Don Pizarro, befindet. Deshalb verkleidet sie sich als Mann und heuert unter dem Namen Fidelio als Helfer bei dem Kerkermeister Rocco an. Dessen Tochter Marzelline verliebt sich in Leonore. Pizarro erf\u00e4hrt derweil, da\u00df der Minister Don Fernando das Gef\u00e4ngnis inspizieren m\u00f6chte und f\u00fcrchtet, da\u00df dieser den unrechtm\u00e4\u00dfig inhaftierten Florestan entdecken k\u00f6nnte. Sein Versuch, den Gefangenen zu ermorden, scheitert: Florestan wird gerettet und Pizarro das Handwerk gelegt.<strong><br \/>\nAuff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nZu Beginn der Auff\u00fchrung besteht die B\u00fchne aus drei Steinw\u00e4nden mit einer Holzmaserung, die dem Zuschauer eine freundliche Szenerie pr\u00e4sentiert. Im Verlauf des ersten Aktes wird dann die hintere Wand   ein wenig angehoben und das Gef\u00e4ngnis sichtbar. Zu Beginn des zweiten Aktes ist nur das dunkle Gef\u00e4ngnis auf der B\u00fchne zu sehen, bestehend aus drei gro\u00dfen Stufen. In der dahinterliegenden Wand sieht man einen kleinen Durchgang, der den Eingang in das Verlies darstellt. Das absto\u00dfende dieses Raumes wird durch eine Vielzahl von schmalen S\u00e4ulen verst\u00e4rkt, die sich im Raum verteilen. Erst beim Schlu\u00dfchor werden diese entfernt und das helle Klima des ersten Raumes kehrt zur\u00fcck. Die Kost\u00fcme sowie die weitere Gegenst\u00e4nde auf der B\u00fchne, wie Tische etc., sind der Zeit der Handlung angepa\u00dft. In dieser Szenerie setzt<strong> Johannes Weigand<\/strong>, neuer Intendant der Wuppertaler B\u00fchnen, die Handlung der Oper um, ohne sich dabei vom originalen Libretto zu l\u00f6sen. Lediglich im Finale des zweiten Aktes gibt es eine Abweichung, wenn Don Pizarro so lange auf der B\u00fchne bleibt, bis der Vorhang f\u00e4llt. Allerdings dreht er als einziger Akteur dem Publikum demonstrativ den R\u00fccken zu, was deutlich macht, da\u00df er seine Macht verloren hat. Die Symbolik der Inszenierung ist klar und allgemein verst\u00e4ndlich: So wirkt zu Beginn der Oper das Gef\u00e4ngnis wie ein Ort, der in gro\u00dfer Ferne liegt, das Bedr\u00fcckende ist dem B\u00fchnenbild zu Beginn noch fremd. Doch durch die anhebbare R\u00fcckwand wird deutlich, da\u00df der Ort, an dem Don Pizarro seine Willk\u00fcrherrschaft auslebt, in unmittelbarer N\u00e4he liegt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nEinmal mehr zeigt das Sinfonieorchester Wuppertal unter der Leitung von <strong>Hilary Griffiths<\/strong>, der zum ersten Mal in leitender Funktion im Opernhaus dirigiert, seine Qualit\u00e4t: Bereits der Auftakt der Ouvert\u00fcre ger\u00e4t eindrucksvoll kr\u00e4ftig-kurz. Da\u00df sie auch ein dichtes Legato beherrschen, beweisen die Musiker bereits wenige Takte sp\u00e4ter. Die Qualit\u00e4t der Orchesterleistung l\u00e4\u00dft den gesamten Abend \u00fcber nicht nach.<br \/>\nAuch das S\u00e4ngerensemble zeigt sich in bester Verfassung: <strong>Kay Stiefermann<\/strong> (Don Pizarro) verf\u00fcgt \u00fcber einen kernigen Bariton, verbunden mit einem gro\u00dfen Stimmvolumen. Diese Kombination kommt zum Beispiel im zweiten Akt bei <em>Er sterbe!<\/em> voll zur Geltung, er ist kurz gesagt der beste Mann an diesem Abend. <strong>Michael Tews<\/strong> (Rocco) wei\u00df mit profunder Stimmtechnik das Publikum f\u00fcr sich zu gewinnen; zusammen liefern sie im ersten Akt bei <em>Jetzt, Alter, hat es Eile!<\/em> eine Meisterleistung ab. Auch <strong>Claudia Iten<\/strong> (Leonore) meistert ihre schwere Partie; nur ein- oder zweimal merkt man ihr \u00fcberhaupt an, welche Anstrengung diese Rolle in den H\u00f6hen fordert. <strong>Lawrence Bakst<\/strong> (Florestan) \u00fcberrascht mit sanftem Piano, singt dagegen aber auch kr\u00e4ftig und klangvoll, ohne dabei seine Mittel unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig \u00fcbertrieben einzusetzen, dies besonders zu Beginn des zweiten Aktes in <em>In des Lebens Fr\u00fchlingstagen<\/em>. Auch der<strong> Chor der Wuppertaler B\u00fchnen<\/strong> zeigt ein ausgewogenes, klares Klangbild und kann dennoch zu gro\u00dfer Klangkraft finden, ohne da\u00df die Textverst\u00e4ndlichkeit darunter leidet.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMit dieser Inszenierung hat der neue Intendant Johannes Weigand ein eindeutiges Ausrufezeichen gesetzt: Viel Applaus und einzelne Bravo-Rufe aus verschiedenen Ecken des Hauses zeigen ein zufriedenes Publikum, das die hervorragende musikalische Leistung des gesamten Ensembles sowie die durchdachte Inszenierung zu w\u00fcrdigen wei\u00df.<br \/>\nMalte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Michael H\u00f6rnschemeyer<br \/>\nDas Bild zeigt:  Leonore (Claudia Iten) bedroht Don Pizarro (Kay Stiefermann).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ludwig van Beethoven, Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto von Joseph Ferdinand Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke UA (endg\u00fcltige Fassung): 23. 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