{"id":8041,"date":"2020-02-03T19:21:28","date_gmt":"2020-02-03T18:21:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8041"},"modified":"2020-02-04T19:24:59","modified_gmt":"2020-02-04T18:24:59","slug":"rigoletto-muenchen-theater-am-gaertnerplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8041","title":{"rendered":"Rigoletto &#8211; M\u00fcnchen, Theater am G\u00e4rtnerplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Giuseppe Verdi, Oper in drei Akten, Text: Francesco Maria Piave (nach Victor Hugo), UA: 11. M\u00e4rz 1851 Venedig, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Herbert F\u00f6ttinger, B\u00fchne: Walter Vogelweider, Kost\u00fcme: Alfred Mayerhofer, Licht: Michael Heidinger<\/p>\n<p>Dirigent: Anthony Bramall und das Orchester des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz<\/p>\n<p>Solisten: Aris Argiris (Rigoletto), Lucian Krasznec (Herzog von Mantua), Jennifer O\u2018Loughlin (Gilda), Levente P\u00e1ll (Sparafucile), Anna-Katharina Tonauer (Maddalena), Christoph Seidl (Graf von Monterone), Ann-Katrin Naidu (Giovanna), Ludwig Mittelhammer (Marullo), Gyula Rab (Borsa)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31.Januar 2020 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/M\u00fcnchen-Rigoletto.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8042\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/M\u00fcnchen-Rigoletto.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/M\u00fcnchen-Rigoletto.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/M\u00fcnchen-Rigoletto-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rigoletto ist der Hofnarr des Herzogs von Mantua, der als gef\u00e4hrlicher Frauenheld bekannt ist. Auf einem Fest verh\u00f6hnt Rigoletto den Grafen Monterone, dessen Tochter vom Herzog gesch\u00e4ndet wurde. Monterone verflucht Rigoletto. Schon zuvor hatte der Herzog Rigolettos jungfr\u00e4ulicher Tochter Gilda nachgestellt. Sie wird von der Hofgesellschaft entf\u00fchrt und ihm als Beute \u00fcbergeben. Als Rigoletto sie am Hof vorfindet, wird er vorgef\u00fchrt und seine Tochter entehrt. Er engagiert den M\u00f6rder Sparafucile, um den Herzog umzubringen. Doch Gilda liebt den Herzog so sehr, da\u00df sie sich f\u00fcr ihn opfert. Als Rigoletto von Sparafucile den Sack mit dem Leichnam erh\u00e4lt, findet er darin seine sterbende Tochter. Damit hat sich der Fluch von Monterone erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne befindet sich ein ausgeh\u00f6hltes Geb\u00e4ude, das als Einheitsb\u00fchnenbild funktioniert; eine Drehkonstruktion, mit Treppen, T\u00fcrmen und Fenstern stellt die unterschiedlichen Schaupl\u00e4tze dar. Die graue, granitartige Struktur der Fassade erinnert an ein verlassenes Monument und erzeugt in Kombination mit d\u00fcsteren Lichteffekten eine schaurig-bedr\u00fcckende Stimmung. Die Kost\u00fcme sind schlicht und zeitlos: die M\u00e4nner tragen elegante schwarze Anz\u00fcge, Gilda ein biederes, schwarzes Kleid mit Punkten. Der Herzog wird in bunten Hemd-und-Hosen-Anzug als eine Art Playboy pr\u00e4sentiert, Rigoletto erscheint als Joker-Imitation aus den Hollywood-Verfilmungen <em>Batman <\/em>(ein eher horrorartiger Clown, mit rotverschmiert lachendem Gesicht und gr\u00fcnen Haaren). Insgesamt stellt die Inszenierung die Charaktere und deren psychologische Beweggr\u00fcnde in den Vordergrund; B\u00fchne und Kost\u00fcme dienen als Schablone f\u00fcr die dramatische Entwicklung der Handlung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester startet den Abend unter der Leitung von <strong>Anthony Bramall<\/strong> in einem langsamen, stetigen Tempo, das sehr viel Raum f\u00fcr dramatische Entfaltung der fanfarenartigen Einw\u00fcrfe der Bl\u00e4ser zul\u00e4\u00dft. Es braucht eine Zeit, bis alle Instrumente sich gefunden haben, dann ist die Dynamik aber den ganzen Abend \u00fcber \u00fcberw\u00e4ltigend. <strong>Lucian Krasznek<\/strong> (Herzog von Mantua) verf\u00fcgt \u00fcber einen metallisch beeindruckenden starken Tenor; im ersten Akt bekommt er die Spitzent\u00f6ne allerdings noch nicht so recht unter Kontrolle. Die Eingangsarie <em>Questa o quella \u2013 Diese oder Jene<\/em> singt er sehr gehetzt, mit zu gesch\u00e4rfter Intonation, viel zu laut und in den H\u00f6hen gepre\u00dft. Schauspielerisch markiert er einen r\u00fccksichtslosen Playboy, der Drogen zu sich nimmt und, fast hyperagil, in st\u00e4ndiger Bewegung ist. Seine Glanzarie ist <em>La donna \u00e8 mobile<\/em> \u2013 <em>Oh, die Frauen sind unstet, <\/em>denn hier setzt er auch sein technisches K\u00f6nnen so ein, da\u00df er mehr Dynamik zwischen leisen und lauten T\u00f6nen produziert, seine Stimme auch mal in eine<em> sotto voce<\/em> oder auch <em>mezza di voce<\/em> f\u00fchrt \u2013 und erntet daf\u00fcr zu Recht gro\u00dfen Applaus.<\/p>\n<p>Unglaublich stark ist auch <strong>Aris Argiris<\/strong> (Rigoletto) stimmliches und schauspielerisches K\u00f6nnen in der Titelrolle. Sein Bariton klingt angenehm grollend in der Tiefe und hat ein warmes Timbre. Eine der vielen H\u00f6hepunkten ist das Duett <em>Figlia! Mio padre \u2013 Tochter! Mein Vater!<\/em> in der er seine knarzige, schwere Stimme auch sehr sanft in den H\u00f6hen intoniert. Ebenso schafft er es, den Ha\u00df und Schmerz seiner Rolle zum auszudr\u00fccken, indem er in den Spitzent\u00f6nen laut und mit fester Intonation nach Rache schreit.<\/p>\n<p>Unter den M\u00e4nnerstimmen stechen auch die Nebenrollen sehr positiv hervor: <strong>Christoph Seidl<\/strong> (Monterone) singt mit einem volumin\u00f6sen, angenehm rauchigen Bariton konzentriert und klar, <strong>Levente P\u00e1ll<\/strong> (Sparafucile) besitzt einen sehr dunklen und ebenfalls klaren Ba\u00df, der unheimlich in der Tiefe rollt. Bei den Frauenstimmen bringt <strong>Jennifer O\u2019Loghlin<\/strong> (Gilda) mit Abstand die beste Leistung: mit ihrem lyrischen Sopran, den sie leicht und unangestrengt bis zu den allerh\u00f6chsten T\u00f6nen anschwellen l\u00e4\u00dft, klingt sie besonders in der Arie <em>Gualtier Mald\u00e8 <\/em>engelsgleich und glockenrein. Die Triller und Koloraturen werden von ihr technisch perfekt gebracht, wobei sie sich ans Balkongel\u00e4nder anlehnt und vertr\u00e4umt in den Himmel schaut. Ebenfalls erw\u00e4hnenswert ist die Leistung des <strong>M\u00e4nnerchores<\/strong>, der w\u00e4hrend der Entf\u00fchrung von Gilda in der Arie <em>Zitti, zitti, muoviamo a vendetta<\/em><em> \u2013 <\/em><em>Langsam, langsam n\u00e4hern wir uns der Rache<\/em> die schnellen L\u00e4ufe rhythmisch genau und die crescendi- und decrescendi-B\u00f6gen sehr dynamisch aussingt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Selten erlebt man Auff\u00fchrungen, bei denen einfach alles stimmt. Gesanglich ist die Auff\u00fchrung auf h\u00f6chstem Niveau: das Trio Aris Argiris, Lucian Krasznek und Jennifer O\u2019Loughlin erg\u00e4nzt sich als wunderbares Team und sorgt f\u00fcr unverge\u00dfliche Momente. Das w\u00fcrdigt auch das Publikum mit tosendem Applaus f\u00fcr die drei Solisten. Dramatisch inszeniert, bewegend gesungen und d\u00fcster in Szene gesetzt \u2013 kurzum: ein Opernbesuch, der sich auf alle F\u00e4lle lohnt!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Christian POGO Zach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Aris Argiris (Rigoletto), Herrenchor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: Giuseppe Verdi, Oper in drei Akten, Text: Francesco Maria Piave (nach Victor Hugo), UA: 11. 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