{"id":8037,"date":"2020-01-27T08:17:36","date_gmt":"2020-01-27T07:17:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8037"},"modified":"2020-01-28T08:19:42","modified_gmt":"2020-01-28T07:19:42","slug":"parsifal-strasbourg-opera-national-de-rhin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8037","title":{"rendered":"Parsifal &#8211; Strasbourg, Op\u00e9ra national de Rhin"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Oper in drei Akten, Libretto: Richard Wagner, UA: 26. Juli 1882 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Regie: Amon Miyamoto, B\u00fchne: Boris Kudlicka, Kost\u00fcme: Kaspar Glarner, Licht: Felice Ross, Video: Bartek Macias<\/p>\n<p>Dirigent: Marko Letonja, Philharmonisches Orchester Strasbourg, Chor der Op\u00e9ra national du rhin, Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo<\/p>\n<p>Solisten: Markus Marquardt (Amfortas), Konstantin Gorny (Titurel), Ante Jerkunica (Gurnemanz), Thomas Blondelle (Parsifal), Simon Bailey\u00a0 (Klingsor), Christianne Stotijn (Kundry), Moritz Kallenberg (1. Gralsritter), Gautier Joubert (2. Gralsritter), Michaela Schneider (1. Knappe), Claire P\u00e9ron (2. Knappe), Tristan Blanchet (3. Knappe), Thomas Kiechle (4. Knappe), Francesca Sorteni, Ana\u00efs Yvoz, Marta Bauz\u00e0, Julie Goussot, Claire P\u00e9ron, Michaela Schneider (Klingsors Zauberm\u00e4dchen), Michaela Schneider (Altsolo)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Januar 2020 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Stra\u00dfburg-Parsifal.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8038\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Stra\u00dfburg-Parsifal.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Stra\u00dfburg-Parsifal.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Stra\u00dfburg-Parsifal-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nig Amfortas leidet an einer Wunde, die ihm der abtr\u00fcnnige Ritter Klingsor mit dem heiligen Speer als Strafe daf\u00fcr zugef\u00fcgt hat, da\u00df er sich von Kundry hat verf\u00fchren lassen. Kundry irrt seit Generationen durch die Welt auf der Suche nach Erl\u00f6sung, da sie vor langer Zeit Christus am Kreuz verlacht hat. Als Amfortas ein Bad nimmt, taucht der Waldl\u00e4ufer Parsifal auf und erschie\u00dft einen der heiligen Schw\u00e4ne. Der Ritter Gurnemanz unterzieht ihn einer kurzen Pr\u00fcfung und l\u00e4\u00dft ihn am Abendmahl teilnehmen.<\/p>\n<p>m zweiten Akt erscheint Parsifal auf Klingsors Zauberschlo\u00df und wird von Blumenm\u00e4dchen wie auch von Kundry umgarnt. Er widersteht jedoch der Versuchung. Als Klingsor ihn mit der heiligen Waffe verwunden will, bringt er diese in seinen Besitz.<\/p>\n<p>Im dritten Akt bringt Parsifal den Speer zur\u00fcck zu den Gralsrittern und \u00fcbernimmt selbst das Amt des Amfortas.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das St\u00fcck spielt in einem Museum mit dem Ausstellungstitel \u201eL\u2019Humanit\u00e9\u201c. Man sieht verschiedene Exponate wie eine Venus von Willendorf, ein Gem\u00e4lde mit Waldlandschaft, darwinistische Affen und vielerlei Kreuzigungsszenen. Das Werk spielt nicht vor Ort, die Szenenbilder werden durch die Gem\u00e4lde und Ausstellungsst\u00fccke symbolisiert. Am Anfang der Oper steht die Waldlandschaft, als Amfortas auftritt, sieht man alle m\u00f6glichen Kreuzigungsszenen. Das Abendmahl am Ende des ersten Aktes findet in einer Restaurierungswerkstatt statt, das man auch als Jesus-Ersatzteillager bezeichnen k\u00f6nnte. Zur Zeremonie wird Amfortas etwas Blut aus seiner Wunde abgezapft und den Rittern gereicht. Klingsors Burg ist in den \u00dcberwachungsraum des Museums verlegt. Die wichtigen Parsifal-Symbole sind als solche zu erkennen: es gibt die heilige Lanze und den Gral. Am Ende der Oper schwebt Kundry als Engel \u00fcber die B\u00fchne, w\u00e4hrend sich die Szene langsam verdunkelt<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter der Leitung des slowenischen Dirigenten <strong>Marko Letonja<\/strong> musiziert das Stra\u00dfburger Opernorchester einen sehr pr\u00e4zisen und fein erarbeiteten <em>Parsifal<\/em>. Im alten Opernhaus ist dies eine gro\u00dfe Herausforderung. Denn Parsifal ist akustisch betrachtet eines der unopernhaftesten Werke \u00fcberhaupt. Man kann den Klang schlecht mischen und mu\u00df die einzelnen Farben sehr genau im Ausgleich halten. Die Blechbl\u00e4ser erklingen aus einer gewissen Distanz, dank technischer Hilfsmittel wird der Chor in der Abendmahlsszene in einen eindrucksvollen Raumklang verwandelt. Es steht ein solides S\u00e4ngerensemble zur Verf\u00fcgung: <strong>Ante Jerkunica<\/strong> (Gurnemanz) und <strong>Markus Marquardt<\/strong> (Amfortas) sind zwei S\u00e4nger mit einem sonoren raumf\u00fcllenden Timbre. Beider Erz\u00e4hlstil ist sehr klar artikuliert, und es fehlt nicht an dramatischen Spannungsb\u00f6gen. Dagegen wirkt in seiner Klangfarbe <strong>Simon Bailey<\/strong> als Klingsor eher sanft und geschmeidig. Auch wenn die s\u00e4ngerische Leistung durchaus eindrucksvoll ist, bleibt am Ende wenige vom \u201eb\u00f6sen Zauberer\u201c \u00fcbrig. Auch <strong>Christianne Stotijn<\/strong> (Kundry) hat eine angenehme Stimmf\u00e4rbung, allerdings fehlt es ihr an einigen Knackpunkten an dramatischer Zuspitzung. So ist ihre Partie \u00e4hnlich wie bei Klingsor am Ende etwas bla\u00df. <strong>Konstantin Gorny<\/strong> als Titurel hat nur einen kurzen Auftritt am Ende des ersten Aktes. Auch er liefert mit einer dunklen m\u00e4nnlichen Timbrierung seinen Anteil zur wehrhaften Ritterschaft. <strong>Thomas Blondelle<\/strong> als Parsifal ist ein klarer und durchdringender Tenor, der nicht unbedingt das Volumen eines Siegfried oder Tristan hat. Dies mu\u00df er aber auch nicht. Seine Interpretation \u00fcberzeugt mit jugendlicher Frische. Allerdings weisen alle S\u00e4nger eine gr\u00fcndliche deutsche Aussprache auf, was an anderen Opernh\u00e4usern in Deutschland nicht gerade oft der Fall ist. Marko Letonja \u00fcberzeugt durch einen sehr ruhigen und konzentrierten Dirigierstil, kommt an keiner Stelle sinnlos ins Schwelgen und l\u00e4\u00dft sich nicht von Empfindungswogen mitrei\u00dfen. Auch dies unterscheidet sich positiv von vielen anderen Wagnerdirigaten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Gesamtergebnis dieses Stra\u00dfburger <em>Parsifal<\/em> ist durchaus positiv. Die Inszenierung verkompliziert zwar die wie immer bei Wagner klar strukturierte Handlung an vielen Stellen, doch immerhin sind Gral und Speer vorhanden. Am Ende des Werkes fehlt leider der Glanz und die Erl\u00f6sung findet nur musikalisch statt.<\/p>\n<p>Dr. Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Klara Beck<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Thomas Blondelle (Parsifal), Zauberm\u00e4dchen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Oper in drei Akten, Libretto: Richard Wagner, UA: 26. Juli 1882 Bayreuth, Festspielhaus Regie: Amon Miyamoto, B\u00fchne: Boris Kudlicka, Kost\u00fcme: Kaspar Glarner, Licht: Felice Ross, Video: Bartek Macias Dirigent: Marko Letonja, Philharmonisches Orchester Strasbourg, Chor der<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8037\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8038,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,270],"tags":[],"class_list":["post-8037","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-strassburg-opera-national-du-rhin"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8037"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8037\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8039,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8037\/revisions\/8039"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8038"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}