{"id":8008,"date":"2019-12-03T17:47:13","date_gmt":"2019-12-03T16:47:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8008"},"modified":"2019-12-04T18:40:04","modified_gmt":"2019-12-04T17:40:04","slug":"koeln-trinitatiskirche-festlicher-glanz-des-barocks-mit-pauken-und-trompeten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8008","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Trinitatiskirche &#8211; Festlicher Glanz des Barocks \u2013 Mit Pauken und Trompeten"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>Ein deutsches Te Deum<\/strong>: <strong><em>Herr Gott, Dich loben wir<\/em><\/strong> f\u00fcr Soli, Chor und Orchester<\/p>\n<p>von Gottfried Heinrich St\u00f6lzel (1691-1742)<\/p>\n<p><strong><em>Concerto<\/em> D-Dur<\/strong>, FWV L:D3 f\u00fcr 3 Trompeten, 2 Oboen, Fagott, Violine, Streicher, Pauke und Basso continuo<\/p>\n<p>von Johann Friedrich Fasch (1688-1758)<\/p>\n<p><strong><em>Magnificat<\/em><\/strong>, BWV 243 f\u00fcr Soli, Chor und Orchester<\/p>\n<p>von Johann Sebastian Bach (1685-1750)<\/p>\n<p>Dirigent: Arndt Martin Henzelmann, Rodenkirchener KammerChor und Orchester<\/p>\n<p>Solisten: Soetkin Elbers (Sopran), Katrin Klingbeil, Sopran, Elvira Bill (Alt), Wolfgang Klose, Tenor, Raphael Bruck (Ba\u00df); Go Yamamoto, Konzertmeister, 1 Violine\/Leitung Concerto von Fasch<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. Dezember 2019<\/p><\/blockquote>\n<h5>Im M\u00e4rz 2016 schrieben wir in unserem Magazin OPERATPOINT, da\u00df wir vorhaben, Konzerte mehr als zuvor zu besprechen, Konzerte, die\u00a0 f\u00fcr die betreffende Stadt wichtig und dar\u00fcber hinaus auch landesweit von Interesse sind. Au\u00dferdem gilt es, die in der jeweiligen Stadt auftretenden Ch\u00f6re vorzustellen. Damit wird herausgestellt, auf welche Weise die jeweilige Stadt die Musik pflegt und aus\u00fcbt.<\/h5>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Konzert-Trinitatis.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8010\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Konzert-Trinitatis.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"506\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Konzert-Trinitatis.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Konzert-Trinitatis-300x234.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Nach der gl\u00e4nzenden Darbietung des <em>Messias<\/em> von Georg Friedrich H\u00e4ndel 2018 des Rodenkirchener KammerChors und Orchesters in der Philharmonie K\u00f6ln war man gespannt auf die Auff\u00fchrung von Barockchorwerken in der Trinitatiskirche Das Programm in diesem Jahr hat den Titel <em>Mit Pauken und Trompeten<\/em>. Mit den Komponisten Gottfried Heinrich St\u00f6lzel und Johann Friedrich Fasch sowie einem Bachchorwerk kommen dabei weniger bekannte Tonsch\u00f6pfer zu Geh\u00f6r.<\/p>\n<p>Das Konzert wird er\u00f6ffnet mit dem deutschen <strong><em>Te Deum<\/em> von Gottfried Heinrich St\u00f6lzel<\/strong> einem Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach, der seinen Kollegen kannte und einige Werke von ihm in Thomaskirche auff\u00fchrte. St\u00f6lzel wurde zur damaligen Zeit meist h\u00f6her gesch\u00e4tzt als Bach. Seine Werke verschwanden aber aus der \u00d6ffentlichkeit in den folgenden Jahrhunderten.<\/p>\n<p>Das <em>Te Deum<\/em> wird mit den Worten er\u00f6ffnet: <em>Herr Gott, dich loben wir<\/em>. Ein Tenorsolo geht dem Chor unmittelbar voraus. Dirigent <strong>Arndt Martin Henzelmann<\/strong> zeigt sich souver\u00e4n in einer beeindruckend dynamisch, rhythmischen und tempogerechten F\u00fchrung des KammerChors und Orchesters. \u00dcberhaupt sind im Konzertverlauf seine Tempi und Rhythmen dem nicht allzugro\u00dfen Raum der Trinitatiskirche gut angepa\u00dft. Die einzelnen Chorabschnitte beginnen jeweils mit einem Solo von Sopran, Tenor und Ba\u00df. Im Raum der Trinitatiskirche mit guter Akustik k\u00f6nnen die S\u00e4nger ohne jegliche Forcierung ihre Stimme aussingen. Das ist ein seltenes Erlebnis, ja Vergn\u00fcgen, sind doch die R\u00e4ume der Konzerth\u00e4user allgemein so riesig, da\u00df sich die S\u00e4nger mit unnat\u00fcrlicher Lautst\u00e4rke pr\u00e4sentieren m\u00fcssen. Demgegen\u00fcber waren Chor und Orchester eigentlich etwas \u00fcberdimensioniert, was die Klarheit des Chorgesangs minderte. Die Choreins\u00e4tze und der Wechsel mit den Solostimmen sind jedoch gut aufeinander abgestimmt, ebenso die Eins\u00e4tze der einzelnen Stimmen, z.B. im 3. Chor <em>Heilig ist unser Gott.<\/em> Ebenso sind die Solisten lobend hervorzuheben, zumal sie \u2013 wie erw\u00e4hnt \u2013 ihre nat\u00fcrliche Stimmst\u00e4rke nicht zu verst\u00e4rken brauchen.<\/p>\n<p>Der Mittelteil des Konzerts bildet das <strong>Concerto D-Dur <\/strong>von<strong> J.F. Fasch<\/strong>, ebenfalls ein Zeitgenosse Bachs. Diesmal liegt die F\u00fchrung bei <strong>Go Yamamoto. <\/strong>Er leitet das Rodenkirchener Kammer Orchester vom ersten Pult aus. Nachdem man dieses Konzert mit drei Barocktrompeten, Oboe und der Solovioline geh\u00f6rt hat fragt man sich, warum der mitteldeutsche Meister Fasch nicht \u00f6fter auf den Programmen unserer Konzerth\u00e4user erscheint. Es ist ein hinrei\u00dfendes Orchesterwerk, was die Zuschauer von den St\u00fchlen rei\u00dft. Auch hier kommt der nicht allzugro\u00dfe Raum lobenswert zur Geltung. Denn eine Barockvioline ist normalerweise gegen\u00fcber einer modernen Violine mit Stahlseiten in der Lautst\u00e4rke erheblich leiser. Hier verstr\u00f6mt Go Yamamoto in brillanten L\u00e4ufen seine Soli mit gro\u00dfer Musikalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Alle drei S\u00e4tze des Orchesterwerks Faschs werden fabelhaft, ja perfekt dargestellt, wobei ein Extralob den drei Herren mit den Barocktrompeten mit ihrer unaufdringlichen weichen Tonansprache gilt. Auch Oboistin <strong>Sibylle Hehn<\/strong> pr\u00e4sentiert unangestrengt die virtuosesten L\u00e4ufe in untadeliger Manier. Riesiger Applaus f\u00fcr die au\u00dferordentliche Leistung des Orchesters.<\/p>\n<p>Als letztes Werk nun das <strong><em>Magnificat<\/em> von Johann Sebastian Bach<\/strong>. Zu Bachs Zeiten war es in der lutherischen Liturgie ein fester Bestandteil des Vespergottesdienstes in Leipzig. Der Text entstammt Lukas, Vers 46-55. Es ist eins von Bachs bekanntesten Vokalwerke, vielleicht auch wegen der K\u00fcrze des Werks, die der Einordnung in den Vespergottesdienst geschuldet ist. Zudem weist das Werk eine gro\u00dfe Eleganz auf und die einzigartigen, zum Teil anmutigen Arien und kraftvollen Ch\u00f6re \u00fcberraschen die H\u00f6rer stets aufs Neue. Es ist ein schwieriges chorisch- solistisches Werk.<\/p>\n<p>Um es vorweg zu sagen: die Ausf\u00fchrenden meisterten das einzigartige Werk in anerkennenswerter Weise. Vor allem zeigen die Solisten in hervorragender Weise ihre Musikalit\u00e4t. Ihre Stimmen besitzen alle ein sch\u00f6nes ansprechendes Timbre.Allen voran ist <strong>Soetkin Elbers<\/strong> mit fein ausgeglichenem lyrischen Sopranist zu erw\u00e4hnen, wobei die feine Wiedergabe der zahlreichen Triller, die schon beim ersten Werk von St\u00f6lzel aufhorschen lie\u00dfen, auff\u00e4llt. Sie trennt auch die einzelnen 16tel Noten sehr gut voneinander, wodurch ihre Darstellung eine gro\u00dfe Klarheit erh\u00e4lt. Im <em>et exsultavit spiritus meus in Deo \u2013 und mein Geist freuet sich Gottes <\/em>\u00fcberzeugt auch <strong>Katrin Kingbeil<\/strong> und dies besonders in den Noten hoher Lage, in der ihr lyrischer Sopran regelrecht aufbl\u00fcht. Ausgezeichnet der Vortrag von Bassist <strong>Raphael Bruck<\/strong> in <em>Quia fecit mihi magna \u2013 denn er hat gro\u00dfe Dinge an mir getan<\/em>. Sein Triller zum Schlu\u00df auf <em>Nomen<\/em> betont die St\u00e4rke seiner Darbietung. Schlie\u00dflich wurde das Duett von <strong>Elvia Bill<\/strong> (Alt) und <strong>Wolfgang Klose<\/strong> (Tenor) in der gro\u00dfartigen Ruhe des im Pastoralrhythmus bewegenden Stimmen vorz\u00fcglich vorgetragen. Kaftvoll kontrastiert dazu der folgende Vers <em>Fecit potentiam in brachio suo \u2013 er \u00fcbet Gewalt mit seinem Arm. <\/em>Das Ende mit <em>Gloria<\/em> und der Wiederholung des <em>Magnificat<\/em>\u00a0 ist der w\u00fcrdevolle Abschlu\u00df eines gro\u00dfen gelungenen Abends und eine Bereicherung f\u00fcr die Zuh\u00f6rer, die die Trinitatiskirche bis zum letzten Platz besetzen. Sicherlich hat mehr als die H\u00e4lfte der Zuh\u00f6rer au\u00dfer dem Bachschen <em>Magnificat<\/em> die Werke der beiden mitteldeutschen Tonsch\u00f6pfer St\u00f6lzel und Fasch gekannt.<\/p>\n<p>Um so mehr ist anzuerkennen, da\u00df der Rodenkirchener KammerChor und sein Orchester sich so ein Wagnis zugemutet hat. Denn allgemein geht man doch eher zu Auff\u00fchrungen, die bekannte Komponisten darbieten. St\u00f6lzel ist wahrscheinlich der unbekanntere der beiden Tonsch\u00f6pfer, denn Johann Friedrich Fasch wird in zweij\u00e4hrigen Abstand mit den Fasch-Festtage in Zerbst, Sachsen-Anhalt, gefeiert.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Rainer Kitz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: den Rodenkirchener KammerChor und Orchester; links neben Arndt Martin Henzelmann, Dirigent, Wolfgang Klose, Tenor. In der letzten Reihe des Orchesters, dritte von links \u00a0Sibylle Hehn, Oboe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein deutsches Te Deum: Herr Gott, Dich loben wir f\u00fcr Soli, Chor und Orchester von Gottfried Heinrich St\u00f6lzel (1691-1742) Concerto D-Dur, FWV L:D3 f\u00fcr 3 Trompeten, 2 Oboen, Fagott, Violine, Streicher, Pauke und Basso continuo von Johann Friedrich Fasch (1688-1758)<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8008\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8010,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,134],"tags":[],"class_list":["post-8008","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-featured"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8008"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8008\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8011,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8008\/revisions\/8011"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8010"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}