{"id":7993,"date":"2019-11-11T18:18:05","date_gmt":"2019-11-11T17:18:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7993"},"modified":"2020-01-24T17:11:43","modified_gmt":"2020-01-24T16:11:43","slug":"madama-butterfly-heidelberg-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7993","title":{"rendered":"Madama Butterfly &#8211; Heidelberg, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), japanische Trag\u00f6die in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 17. Februar 1904 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Adriana Altaras, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Yashi, Licht: Ralf Kabrhel, Dramaturgie: Ulrike Schumann<\/p>\n<p>Dirigent: Elias Grandy, Chor: Michael Pichler, Chor und Orchester des Theaters Heidelberg<\/p>\n<p>Solisten: Hye-Sung Na (Cio-Cio-San), Katarina Morfa (Suzuki), Ekaterina Streckert (Kate Pinkerton), Chaz\u2018men Williams-Ali (B. F. Pinkerton), James Homan (Sharpless), Jo\u00e3o Terleira (Goro), Young-O Na (F\u00fcrst Yamadori), Wilfried Staber (Onkel Bonzo), Woo Kyung Shin (Yakusid\u00e9), Xiangnan Yoo (Der kaiserliche Kommissar), Hans Voss (Der Standesbeamte), Elena Trobisch (Mutter Cio-Cio Sans), Irida Herri (Tante), Mi Rae Choi (Cousine), Jaehee Jeong, Karim Wisotzki, Malia Wisotzki (Kind)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. November 2019 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Heidelberg-Butterfly_63.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7995\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Heidelberg-Butterfly_63.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Heidelberg-Butterfly_63.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Heidelberg-Butterfly_63-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der amerikanische Marineleutnant Pinkerton beschlie\u00dft, bei einem Aufenthalt in Nagasaki die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Cio-Cio San zu heiraten. W\u00e4hrend das M\u00e4dchen wie auch die japanischen Traditionen f\u00fcr ihn eher eine Spielerei sind, nimmt Cio-Cio San die Situation sehr ernst und nimmt sogar Pinkertons Glauben an. Nach kurzer Zeit kehrt er in die USA zur\u00fcck und l\u00e4\u00dft Cio-Cio San alleine zur\u00fcck. In dieser Zeit bekommt sie einen Sohn von ihm. Nach einigen Jahren kehrt Pinkerton, der mittlerweile eine andere Frau geheiratet hat, zur\u00fcck nach Nagasaki und will seinen Sohn zu sich nehmen. Cio-Cio San willigt schlie\u00dflich ein und beschlie\u00dft, sich das Leben zu nehmen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Den B\u00fchnenraum schm\u00fcckt eine zentrale Holzkulisse mit Treppenaufgang auf einer Drehb\u00fchne, die wahlweise den Innenraum und Au\u00dfenraum der Erz\u00e4hlung darstellt. Alles ist in modernem Stil sparsam ausgestattet. Man sieht eine amerikanische Fahne und ein rotes Sofa. Mit dem Auftritt Cio-Cio Sans senken sich von oben japanische Schirme auf die B\u00fchne herab, die sich dann auch automatisch \u00f6ffnen. Au\u00dferdem f\u00fchrt eine metallene Br\u00fccke f\u00fcr die S\u00e4nger \u00fcber den Orchestergraben zum Zuschauerraum. Cio-Cio San und ihr Gefolge sind in prachtvolle, farbenfrohe japanische Gew\u00e4nder geh\u00fcllt, die der Szene einen unvergleichlichen asiatischen Charme verleihen.<\/p>\n<p>Cio-Cio San wechselt mit ihrer Verheiratung auch ihr Aussehen. Sie ist nun modern-westlich gekleidet, das gilt auch f\u00fcr ihren kleinen Sohn im zweiten Akt. Nun sind die japanischen Schirme verrottet und kaputt, auf der B\u00fchne jedoch merkt man von diesem Umschwung erst einmal nichts. Die im Gebet versunkene Suzuki spiegelt ebenfalls das japanische Brauchtum auf innige Weise wieder. In der Zwischenaktmusik zum dritten Akt mit den mysteri\u00f6sen Stimmen (\u201eSummchor\u201c) leuchten auf der abgedunkelten B\u00fchne Papierlaternen und erzeugen eine sinnige Stimmung. Gleichzeitig h\u00f6rt man bei ge\u00f6ffneten Saalt\u00fcren den Chor aus dem Foyer des Theaters singen. Im letzten Teil zeigt sich das Feingef\u00fchl der Regisseurin darin, da\u00df Cio-Cio San die B\u00fchne mit Bl\u00fcten bestreut, um Pinkerton w\u00fcrdig zu empfangen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die musikalische Leitung hat Elias Grandy inne, der die farbenreiche Partitur sehr gr\u00fcndlich und detailliert erarbeitet hat. Allerdings wirkt alles etwas schwerf\u00e4llig. Mit viel Pathos greift das Orchester bei den bekannten dramatischen H\u00f6hepunkten ein, jedoch geschieht alles stets mit einer gewissen inneren Distanz. Die dynamische Spannweite geht von klanglich \u00fcberbordender Klangf\u00fclle bis hin zur intimen Piano-Stimmung im sogenannten \u201eSumm-Chor\u201c. <strong>Hye-Sung Na<\/strong> als Butterfly\/Cio-Cio San liefert eine eindrucksvolle Partie u.a. mit <em>Un bel d\u00ed vedremo \u2013 Eines Tages sehen wir uns<\/em> im zweiten Akt mit gro\u00dfem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre Partie.<\/p>\n<p>Ein jugendlicher und frischer Tenor ist <strong>Chaz\u2018men Williams-Ali<\/strong> als Pinkerton. Zwar ist sein Timbre sehr halslastig und nicht immer raumf\u00fcllend, technisch liefert er jedoch ebenfalls eine \u00fcberzeugende Leistung, so z.B. im Duett mit Butterfly <em>Vogliatemi bene, un bene piccolino \u2013 Hab mich ein wenig gern<\/em>. <strong>James Homan<\/strong> als Sharpless ist ein klar artikulierender Bariton, der mit durchdringendem Timbre seine Rolle ausf\u00fcllt. Auch <strong>Wilfried Staber<\/strong> als Onkel Bonzo liefert eine \u00fcberzeugende Interpretation des grollenden Onkels. <strong>Katarina Morfa<\/strong> in der Partie der Suzuki ist ein warmer angenehmer Mezzosopran, der ebenfalls das japanische Flair dieser Rolle gut miteinbringt. Auch der <strong>Opernchor<\/strong> liefert in seinem Auftritt eine \u00fcberzeugende Leistung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine solide S\u00e4ngerbesetzung trifft auf eine gut ausgearbeitete Orchesterinterpretation. Leider wirkt alles etwas schwerf\u00e4llig und hat nicht immer das Feuer, welches man von Puccini bei bestimmten H\u00f6hepunkten erwartet. Die Regisseurin Adriana Altaras ist ein Gl\u00fccksgriff f\u00fcr diese Heidelberger Produktion. Fast m\u00f6chte man meinen, da\u00df der Charme der Inszenierung jenen der Musikalit\u00e4t in den Schatten stellt \u2013 in unseren Tagen eher eine Seltenheit!<\/p>\n<p>Dr. Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Susanne Reichardt<br \/>\nDas Bild zeigt: Malia Wisotzki (Kind, liegend li), Hye-Sung Na (Cio-Cio-San, in der Mitte), Katarina Morfa (Suzuki. Liegend, re)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), japanische Trag\u00f6die in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 17. 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