{"id":798,"date":"2009-09-15T20:28:12","date_gmt":"2009-09-15T18:28:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=798"},"modified":"2010-03-21T23:41:14","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:14","slug":"basel-theater-madama-butterfly","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=798","title":{"rendered":"Basel, Theater &#8211; MADAMA BUTTERFLY"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Tragedia giapponese in drei Akten, Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica<br \/>\nRegie: Jetske Mijnssen, B\u00fchnenbild: Paul Zoller, Dramaturgie: Brigitte Heusinger<br \/>\nMusikalische Leitung: Enrico Delamboye, Sinfonieorchester Basel und Chor des Theater Basel, Chorleitung: Henryk Polus<br \/>\nSolisten: Svetlana Ignatovich (Butterfly), Maxim Aksenov (B. F. Pinkerton), Eung Kwang Lee (Sharpless), Valentina Kutzarova (Suzuki), Karl-Heinz Brandt (Goro), Jeanine de Bique (Kate Pinkerton), Eugene Chan (il principe Yamadori\/ l\u2019ufficiale des registro)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 12. September 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/basel-madam-butterfly.jpg\" TITLE=\"basel-madam-butterfly.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/basel-madam-butterfly.jpg\" ALT=\"basel-madam-butterfly.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a><\/strong>Die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Geisha Cio-Cio-San heiratet den ihr unbekannten amerikanischen Marineleutnant B. F. Pinkerton, der sie liebevoll Butterfly nennt. F\u00fcr Pinkerton ist die Hochzeit nach japanischem Recht nur ein Spiel, denn er will sich nach seiner R\u00fcckkehr in die USA mit einer Amerikanerin verheiraten. F\u00fcr Butterfly hingegen ist es wahre Liebe f\u00fcr die sie konvertiert und daraufhin von ihrer Familie versto\u00dfen wird. Jahrelang wartet Butterfly sehns\u00fcchtig auf die R\u00fcckkehr ihres geliebten Mannes. Trotz ihrer finanziellen Not schl\u00e4gt sie das Heiratsangebot des reichen Yamadori aus, im unersch\u00fctterlichen Glauben an die Heimkehr Pinkertons zu ihr und dem gemeinsamen Sohn. Konsul Sharpless soll Butterfly von der baldigen Ankunft Pinkertons erz\u00e4hlen \u2013 und auch von dessen amerikanischer Frau. Doch in ihrer Euphorie l\u00e4\u00dft Butterfly ihn nicht zu Wort kommen. B. F. und Kate Pinkerton kommen zu Butterfly, um das Kind abzuholen und es mit in die USA zu nehmen. Den Schmerz, ihr Kind zu verlieren, ertr\u00e4gt Butterfly nicht, und so bleibt ihr als einziger Ausweg der Selbstmord.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas spartanisch-n\u00fcchterne B\u00fchnenbild gleicht einem noch unfertigen Haus. Der zun\u00e4chst \u00fcberraschende, baustellenartige Eindruck des Ganzen weicht allerdings mit dem Auftreten B. F. Pinkertons, Goros und Sharpless\u2019 einer inszenatorischen Erkenntnis: Der Baustellencharakter demonstriert die \u00fcbereilte Hast, mit der die Heirat zwischen Pinkerton und Butterfly arrangiert wurde. Schnell wird deutlich, da\u00df nicht nur das Haus instabil wirkt, sondern auch das vermeintliche Gl\u00fcck des Paares ein fragiles ist. Von Beginn an liegt die Ahnung eines gro\u00dfen Ungl\u00fccks in der Luft, die keinen Zweifel an einem tragischen Ausgang der Liebesbeziehung l\u00e4\u00dft. Die klare Sprache der Kulisse (zusammen mit den kontrastiven bunten Kost\u00fcmen vor allem der Hochzeitgesellschaft) offenbart die Doppelb\u00f6digkeit des Sujets, dabei l\u00e4\u00dft sich die Inszenierung viel Raum f\u00fcr die Darstellung psychischer und emotionaler Prozesse.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie Protagonisten \u00fcberzeugten nicht nur durch ihre glanzvollen Partien sondern auch durch gro\u00dfes schauspielerisches Talent. Allen voran <strong>Svetlana Ignatovich<\/strong> (Butterfly), die mit ihrem ausdruckstarken Sopran das Publikum regelrecht bezauberte. Nach ihrer nuancenreichen Darbietung der Arie<em> un bel d\u00ec-ein sch\u00f6ner Tag<\/em> bedankte sich das Publikum mit Szenenapplaus. Ebenso gro\u00dfe \u00dcberzeugungskraft bewies <strong>Maxim Aksenov<\/strong> (B. F. Pinkerton) mit seiner in allen Lagen volumin\u00f6sen Stimme. Das gemeinsame Liebesduett zu Ende des ersten Aktes spr\u00fchte vor enthusiastischer Emphase. Den beiden wurden mit <strong>Valentina Kutzarovas<\/strong> (Suzuki) filigranem Mezzosopran, dem es jedoch nie an n\u00f6tigem Tiefgang fehlte, und dem kr\u00e4ftig-kernigen Bariton <strong>Eung Kwang Lees<\/strong> (Sharpless) stimmlich durchaus ebenb\u00fcrtige Vertraute an die Seite gestellt.<br \/>\nDen gro\u00dfartigen s\u00e4ngerischen Leistungen stand das Orchester in nichts nach. <strong>Enrico Delamboye<\/strong> bewies eine au\u00dferordentliche Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Klangnuancen und f\u00fchrte seine Musiker sicher von brillant-schimmernden bis hin zu dramatisch-bedrohlichen Kl\u00e4ngen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Oper ging unter die Haut \u2013 dank des hervorragenden Zusammenspiels aller Akteure. Dramatische Musik bedarf keines \u00fcberladenen B\u00fchnenbildes, um ihre volle Wirkung entfalten zu k\u00f6nnen. Kein unn\u00f6tiger Schnickschnack lenkt vom Wesentlichen der Handlung ab und sch\u00e4rft so den Blick des Publikums f\u00fcr innere Handlungsvorg\u00e4nge. Un\u00fcbertroffen bleibt dabei der tragische Selbstmord der Madama Butterfly, mit solcher Eindringlichkeit dargeboten, da\u00df das Publikum respektvolle Sekunden abwartete bis es in tosenden Applaus und Bravorufe ausbrach.<br \/>\nIsabell Seider<\/p>\n<p>Bild: Hans-J\u00f6rg Michel<br \/>\nDas Bild zeigt v. l. n. r. Svetlana Ignatovich (Butterfly), Maxim Aksenov (B. F. Pinkerton), Chor Theater Basel, Karl-Heinz Brandt (Goro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Tragedia giapponese in drei Akten, Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica Regie: Jetske Mijnssen, B\u00fchnenbild: Paul Zoller, Dramaturgie: Brigitte Heusinger Musikalische Leitung: Enrico Delamboye, Sinfonieorchester Basel und Chor des Theater Basel, Chorleitung: Henryk Polus Solisten:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=798\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[124,1],"tags":[],"class_list":["post-798","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oper-allgemein-2","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=798"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/798\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1300,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/798\/revisions\/1300"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}