{"id":7978,"date":"2019-08-27T12:21:30","date_gmt":"2019-08-27T11:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7978"},"modified":"2019-10-21T17:52:40","modified_gmt":"2019-10-21T16:52:40","slug":"innsbrucker-festwochen-der-alten-musik-2019","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7978","title":{"rendered":"Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2019"},"content":{"rendered":"<h2><strong><em>Merope<\/em><\/strong><\/h2>\n<blockquote><p>von Riccardo Broschi (1698-1756), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Apostolo Zeno, Neuedition von Giovanna Barbati und Alessandro De Marchi, UA: 1732, Turin<\/p>\n<p>Regie und Choreographie: Sigrid T\u2018Hooft, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Stephan Dietrich<\/p>\n<p>Dirigent und Cembalo: Alessandro De Marchi, Innsbrucker Festwochenorchester, Corpo Barocco (Ballett Truppe)<\/p>\n<p>Solisten: Anna Bonitatibus (Merope, K\u00f6nigin von Messenien), Carol Allemano (Polifonte, Tyrann von Messenien), David Hansen (Epitide, Sohn Meropes, genannt Cleon), Vivica Genaux (Trasimede, Vorsitzender des Rates von Messenien), Filippo Mineccia (Anassandro, Vertrauter Polifontes), Arianna Vendittelli (Argia, Prinzessin von \u00c4tolien), Hagen Matzeit (Licisco, Botschafter von \u00c4tolien).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. August 2019, Tiroler Landestheater<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Innsbruck-Merope-2781.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7979\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Innsbruck-Merope-2781.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"487\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Innsbruck-Merope-2781.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Innsbruck-Merope-2781-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Innsbruck, die drittgr\u00f6\u00dfte Stadt \u00d6sterreichs, ist Einstiegspunkt zum Brenner an der Inntalautobahn, die Tiroler K\u00fcche ist \u00fcberall empfehlenswert und bezahlbar. Seit 2010 ist <strong>Alessandro De Marchi<\/strong> Leiter der <em>Innsbrucker Festwochen der Alten Musik<\/em>, von 1997 bis 2009 war Ren\u00e9 Jacobs der Leiter. Neben der Betreuung der Opernproduktionen und kleiner Konzert-Produktionen wie Oratorien, Liederabende, ist De Marchi als Juror des <em>Internationalen Cesti-Gesangswettbewerbs f\u00fcr Barockoper<\/em> t\u00e4tig. Dieser Wettbewerb f\u00f6rdert den dringend ben\u00f6tigen Nachwuchs an Barockstimmen \u2013 schon um den Eigenbedarf decken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Spielorte: Der rechteckige Spanische Saal im Renaissance-Schlo\u00df Ambras vor den Toren Innsbrucks, das den Tiroler Landesf\u00fcrsten und seit 1363 den Habsburgern als Residenz diente, ist ein monumentaler Konzertsaal mit herausragender Akustik, hat aber nur 380 Pl\u00e4tzen. Der barocke Innsbrucker Dom hat die typische Kirchenakustik mit langem Nachhall \u2013 auch wenn sich die Musiker dicht um den Altar gruppieren. Die gro\u00dfen Opernproduktionen finden im Landestheater mit historisierender Fassade statt \u2013 \u00a0mitten im historischen Zentrum gegen\u00fcber der Hofburg. Es entspricht, hinsichtlich B\u00fchnentechnik und Zuschauerraum mit 750 Pl\u00e4tzen, den heutigen Gepflogenheiten. Viele weitere Spielorte wie Kirchen oder der Riesensaal in der Hofburg sind sehenswert, aber klein und manchmal akustisch knifflig.<\/p>\n<p>Im Landestheater hebt sich der Vorhang \u00fcber der Oper <strong><em>Merope <\/em>von Riccardo Broschi<\/strong>. Sie wurde 1732 am Teatro Regio in Turin uraufgef\u00fchrt. Dabei sang in dieser Urauff\u00fchrung der heute wesentlich bekanntere Bruder Riccordos: Carlo Broschi \u2013 genannt Farinelli. Dieser sang in der Urauff\u00fchrung die Rolle des Epitide. Zwei Arien daraus sind als Farinelli-Arien bekannt, das St\u00fcck versank schon nach wenigen Jahren im Fundus der Musikgeschichte: <em>Chi non sente al mio dolore \u2013 Wer empfindet nicht f\u00fcr meinen Schmerz<\/em> (letzte Arie des 1. Aktes) und <em>Se pensare potessi \u2013 Wenn ich glauben w\u00fcrde, da\u00df ich es k\u00f6nnte<\/em> aus dem zweiten Akt.<\/p>\n<p>Die <strong>Handlung<\/strong> spielt auf einem mystischen Teil des Peloponnes: in Messene, der Hauptstadt Messeniens, regiert K\u00f6nig Cresfonte mit seiner Gattin Merope. Polifonte, wie Cresfonte vom Geschlecht der Herakliden, l\u00e4\u00dft den K\u00f6nig und zwei seiner Kinder von Anassandro (dem Anf\u00fchrer der Leibw\u00e4chter der K\u00f6nigin) ermorden, um selbst an die Macht zu kommen. Als einziges Kind von Cresfonte und Merope \u00fcberlebt Epitide den Mordanschlag, weil er in der Fremde bei Tideo, dem Herrscher von \u00c4tolien, weilt. Polifonte schiebt die Tat Merope in die Schuhe, die daraufhin ihren Regierungsanspruch verliert und den Thron Polifonte \u00fcberlassen mu\u00df. Bedingung f\u00fcr Polifontes Thronbesteigung ist allerdings sein Versprechen, Cresfontes jetzt noch minderj\u00e4hrigen Sohn Epitide, sobald dieser aus der \u00e4tolischen Gefangenschaft bei Tideo entlassen werden wird und nach Messene zur\u00fcckkehrt, zum K\u00f6nig zu machen. Polifonte versucht zur Absicherung seiner Anrechte auf den Thron die K\u00f6nigswitwe Merope zu \u00fcberzeugen ihn zu heiraten. Merope willigt zwar ein, erbittet sich aber eine zehnj\u00e4hrige Frist bis zur Hochzeit, in der Hoffnung, da\u00df Epitide doch noch zur\u00fcckkehre und seinem Vater auf den K\u00f6nigsthron folge. Epitide hat sich w\u00e4hrenddessen in \u00c4tolien mit Tideos Tochter Argia verlobt. Als Polifonte dies erf\u00e4hrt, l\u00e4\u00dft der Tyrann Argia gewaltsam entf\u00fchren. Mit ihr als Pfand hofft er, eine Auslieferung von Epitide zu erzwingen.<\/p>\n<p>Doch auch Tideo hat einen Plan und entsendet den Botschafter Licisco, der Polifonte die Nachricht \u00fcberbringen soll, da\u00df Epitide tot sei. Polifonte plante bereits die Beseitigung von Epitides, dem es aber gelang, der Ermordung zu entgehen und unerkannt \u2013 unter dem Decknamen Cleon (er soll Epitide. also sich selbst, laut seiner Legende get\u00f6tet haben) \u2013 nach Messenien zur\u00fcckzukehren: genau rechtzeitig, um einen monstr\u00f6sen Eber zu t\u00f6ten, dadurch als Dank die Hand der Prinzessin Argia zu erhalten sowie die Heirat zwischen Merope und Polifonte zu verhindern. Denn die Zehn-Jahres-Frist war abgelaufen, sodan die Unschuld seiner Mutter zu beweisen, seinen verr\u00e4terischen Onkel verurteilen zu lassen, selbst den Thron zu besteigen und die \u00e4tolische Prinzessin zu heiraten.<\/p>\n<p>Diese Handlung wurde von Apostolo Zeno in ein Libretto gefa\u00dft, die Musik von Riccardo Broschi ist nur sparsam \u00fcberliefert, die Partitur enth\u00e4lt nur das Grundger\u00fcst. F\u00fcr Auff\u00fchrungen wurde von Kopisten f\u00fcr die jeweils verf\u00fcgbaren Instrumente die Noten hinzugef\u00fcgt. Eine einzige Arie ist vollst\u00e4ndig instrumentiert erhalten, mit Oboen, Trompeten, Streichern und Continuo. Es ist Epitides gro\u00dfe Arie im zweiten Akt. Ansonsten mu\u00dfte De Marchi und Giovanna Barbati in die Kopistenrolle schl\u00fcpfen, in den Proben die entsprechenden Instrumente ausw\u00e4hlen und sich f\u00fcr die richtigen orchestralen Farben entscheiden.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich kommt noch eine Besonderheit hinzu, wie es im Barock \u00fcblich war: Zu jedem Aktschlu\u00df gibt es eine <strong>Balletteinlage<\/strong>, deren Musik von gerade verf\u00fcgbaren Komponisten genutzt wurde. Die Choreographie wurde nach den M\u00f6glichkeiten der anwesenden Ballettcompagnie ausgew\u00e4hlt. So gab es Huldigungen an den F\u00fcrsten oder an das Brautpaar wie Maskenb\u00e4lle.<\/p>\n<p>In Innsbruck geht es um die Wurst des erschlagenen Ebers und um eine Apotheose auf den neuen Landesvater zum Finale. In Turin um 1730 war der franz\u00f6sische barocke Tanzstil \u00fcblich, also w\u00e4hlt De Marchi nach dem ersten und dritten Akt Tanzmusik von dem franz\u00f6sischen Komponisten und T\u00e4nzer Jean-Marie Leclair als Einlage aus.<\/p>\n<p>Das Einlage-Ballett im zweiten Akt stammt von Carlo Alessio Rasetti, einem italienischen Choreographen und Komponisten. Die musikalische Umsetzung dieser neu erstellten Partitur ist ein Erfolg auf allen Ebenen. So gelingt es <strong>Alessandro De Marchi<\/strong> mit dem neu aufgestellten <strong>Innsbrucker Festwochenorchester<\/strong> Hervorragendes zu liefern. Jede m\u00f6gliche Dynamik wird verfolgt, jede harmonische Regung wird herausgekitzelt. Man spielt auf historischen Streichinstrumenten, die tiefer gestimmt sind, verwendet Blechblasinstrumente ohne Ventile, das Holz klingt kr\u00e4ftiger und ein Cembalo unterst\u00fctzt die Rezitative. Da ersteht die musikalische Klangwelt des Barocks wieder.<\/p>\n<p>Aber auch die <strong>Solisten<\/strong> dieser Produktion sind in der Welt des Barock zu Hause. Bei der Urauff\u00fchrung sang neben Farinelli noch ein weiterer Kastrat. Es war der Soprankastraten Francesco Bilancioni \u00a0in der Partie des Trasimede. Die beiden M\u00e4nnerrollen Anassandro und Licisco werden von Caterina Giorgi und Maria Caterina Bussolona mit tiefengelegenen Sopranstimmen gesungen. Bei der Auff\u00fchrung wird Trasimede von einer Frau gesungen, Anassandro und Licisco hingegen sind mit zwei Counterten\u00f6ren besetzt. Nur die Argia ist damals wie heute mit einer lupenreinen Sopranistin besetzt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Mezzosopranistin <strong>Anna Bonitatibus<\/strong> gewinnt der Rolle der Merope die Z\u00fcge einer Grande Dame ab. Ihr s\u00e4ngerisches Gestaltungspotential ist gro\u00df bzw. die Erfahrungen mannigfaltig.<\/p>\n<p>Der Countertenor <strong>David Hansen<\/strong> als Epitide, wird nat\u00fcrlich an dem mystischen Farinelli gemessen. An der riesigen Reichweite in der H\u00f6he und Tiefe des Farinelli kann er nicht heranreichen \u2013 sofern wir das heute \u00fcberhaupt ermessen k\u00f6nnen \u2013 er bem\u00fcht sich aber mit enormer Virtuosit\u00e4t und eleganter Stimmf\u00fchrung dies auszugleichen. Die beiden Farinelli-Arien singt er mit eleganter Gestaltungskraft. F\u00fcr die brillantesten vokalen Glanzlichter der Auff\u00fchrung (und den meisten Schlu\u00dfapplaus!) sorgen der Countertenor F<strong>ilippo Mineccia<\/strong> als Anassandro mit seiner strahlenden, nat\u00fcrlich klingenden und technisch \u00fcberlegenen Ausnahmestimme, sowie die lupenrein intonierende, mit ihren Klangkaskaden Harmonie verstr\u00f6mende Sopranistin <strong>Arianna Vendittelli<\/strong> als Argia. Ebenso hingebungsvoll die Mezzosopranistin mit samtweicher Stimme <strong>Vivica Genaux<\/strong> als Trasimede. Der letzte auf der Liste ist der Countertenor <strong>Hagen Matzeit<\/strong> als Licisco, der aus dieser Nebenrolle einen funkenspr\u00fchenden Auftritt macht.<\/p>\n<p><strong>De Marchi<\/strong> hatte versprochen, da\u00df ihm der Nachweis gelingt, da\u00df diese <strong><em>Merope<\/em><\/strong> zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Der Nachweis ist mit dieser musikalischen Umsetzung bereits gelungen, und mit der szenischen Umsetzung gelingt eine Sternstunde f\u00fcr die barocke historische Auff\u00fchrungspraxis. Damit wird der Nachweis erbracht, wie wichtig die <em>Tage der alten Musik in Innsbruck<\/em> sind. Diese sehenswerte szenische Umsetzung liegt in den H\u00e4nden von <strong>Sigrid T\u2018Hooft. <\/strong>Das beginnt schon bei den monumental prunkvollen barocken Kost\u00fcmen, die den historischen Mustern genau entsprechen oder von ihnen abgeleitet sind. So entspricht das Kost\u00fcm des Epitide genau dem Kost\u00fcm des Farinelli in dem Film Farinelli, der auf einen Originalentwurf des Kost\u00fcms aus der Urauff\u00fchrung zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p>Die <strong>Personenf\u00fchrung<\/strong> der S\u00e4nger, die Stellung der Personen zueinander, die Gestik und Mimik ist detailliert und ausgefeilt aufeinander abgestimmt. Hier werden die Beziehungen der Personen untereinander aufgezeigt, innere Handlung und Gef\u00fchle werden sichtbar wie z.B. Liebeskummer, Herzensw\u00fcnsche und Beziehungsprobleme.<\/p>\n<p>Auch geschieht dies mit der Choreographie der <strong>Einlage-Ballette<\/strong>. Zusammen mit der von ihr gegr\u00fcndeten Ballettcompagnie <strong>Corpo Barocco<\/strong> studiert Sigrid T\u2018Hooft historische barocke Choreographien ein und rekonstruiert auch hier die historische Auff\u00fchrungspraxis. Denn fr\u00fcher geh\u00f6rte zu jeder Oper auch gr\u00f6\u00dfere Ballettszenen, selbst noch im 19. Jahrhundert! Das <strong>B\u00fchnenbild<\/strong> ist historisch zweidimensional mit Raum-Perspektive. Es zeigt barocke oder historische Pal\u00e4ste oder Tempelhallen. Lediglich die Beweglichkeit barocker B\u00fchneneffekte ist nicht gegeben, die Kulissen werden mit moderner B\u00fchnentechnik bewegt.<\/p>\n<h2><strong><em>Il Trionfo del Tempo e del Disinganno \u2013 Der Triumph der Zeit und der Desillusion<\/em><\/strong><\/h2>\n<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Oratorium in zwei Teilen HWV 46a, Libretto: Kardinal Benedetto Pamphilj, UA: 1707, Rom.<\/p>\n<p>Konzertante Auff\u00fchrung<\/p>\n<p>Dirigent: Alessandro De Marchi, Innsbrucker Festwochenorchester<\/p>\n<p>Solisten: Karina Gauvin (Bellezza, Sopran), Sophie Rennert (Piacere, Mezzosopran), Raffaelle Pe (Disinganno, Countertenor) Thoamas Walker (Tempo, Countertenor).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. August 2019, Dom zu St. Jakob<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Hauptschiff des <strong>Doms zu St. Jakob<\/strong> ist der ideale Spielort f\u00fcr Kirchenmusik oder Oratorien wie <strong>H\u00e4ndels<\/strong><em> <strong>Il Trionfo del Tempo e del Disinganno.<\/strong> <\/em>Das 1707 entstandene Oratorium nach einem Text eines der wichtigsten Auftraggebers damals, des Kardinals Benedetto Pamphilj, war f\u00fcr die Fastenzeit gedacht, w\u00e4hrend der szenische Musikauff\u00fchrungen verboten waren. Deswegen ist die Handlung dieser immerhin halbszenisch uraufgef\u00fchrten Produktion eher simpel, aber mit zeitlosem Tiefgang.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Belezza, also die Sch\u00f6nheit in persona, blickt in einen Spiegel, ihre Verg\u00e4nglichkeit vor Augen. Piacere, das Vergn\u00fcgen, versichert ihr ewigen Reiz, woraufhin Belezza sich zu Piacere und ihren Vergn\u00fcgungen der Lust und Leidenschaft bekennt. Tempo, die Verg\u00e4nglichkeit der Zeit und Disinganno, der Rat der Desillusion, weisen auf den Zwiespalt hin, da\u00df die Sch\u00f6nheit doch verg\u00e4nglich ist. Ein weitreichender philosophischer und spiritueller Disput entsteht, am Ende erkennt Bellezza, da\u00df ihre Seele mehr will als Vergn\u00fcgungen und wendet sich vom Leben in Eitelkeit dem Geist der Bu\u00dfe zu.<\/p>\n<p>Schon in der Einleitung zum St\u00fcck, der <em>Sonata<\/em>, wird deutlich, da\u00df H\u00e4ndel die Streicher mit spektakul\u00e4ren Soli bedacht hat, bei der Urauff\u00fchrung spielte der Meistergeiger Arcangelo Corelli. Die Kirchenorgel schwieg, H\u00e4ndel hatte eigentlich eine Orgel (f\u00fcr sich!) vorgesehen. Statt dessen begleitet das Cembalo auch das Orchester. Aber diese <em>Sonata<\/em> ist eine Herausforderung, die sich das Innsbrucker Festwochenorchester sehr erfolgreich in kleinerer Besetzung stellt und, wie von H\u00e4ndel gew\u00fcnscht, ad\u00e4quat umsetzt: ohne Blechbl\u00e4ser, da sich das f\u00fcr ein Oratorium nicht geh\u00f6rt. H\u00e4ndel l\u00e4\u00dft das Orchester mit gro\u00dfer Verve die wichtigsten musikalischen Themen zelebrieren: da wird mit aller Ausdruckskraft die Geistlosigkeit ausufernder Vergn\u00fcgungen vorgestellt und mit einem gro\u00dfen Schlag der Gegenpol gesetzt. Das die Erkenntnis, da\u00df alles Leben endlich ist. Das Ende beschreibt die ern\u00fcchternde Erkenntnis, da\u00df auch in Sch\u00f6nheit eine zur\u00fcckhaltende Freude m\u00f6glich ist, quasi gem\u00fctlich auf dem Sofa. Mit diesem geistigen Bild am Ende des Vorspiels und des St\u00fcckes blickt man auf den barocken katholischen Dom und seinen Prunkaltar mit der Madonna.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr das <em>Vergn\u00fcgen<\/em>, das <em>Piacere<\/em>, ist der Mezzo der <strong>Sophie Rennert<\/strong> zust\u00e4ndig. Eine breit klingende obertonreiche Stimme, die nicht ohne Sch\u00e4rfen die technisch sauberen Koloraturen hinaufklimmt. Manchmal klingt das wie ein Triller, in der mittleren Lage tr\u00e4gt die Stimme wie Samt. Kein Problem f\u00fcr ihre zentrale Aria <em>Lascia la spina &#8211; meide die Dornen<\/em>. Diese weltbekannte Arie kennt man in der entsprechenden Weiterentwicklung mit gr\u00f6\u00dferer Orchesterbesetzung aus dem <em>Rinaldo<\/em>. Im Barock hat man manchmal bei sich selbst entliehen. <strong>Karina Gauvin<\/strong> ist mit ihrem jugendlich schlanken tiefen Sopran die passende Allegorie f\u00fcr die <em>Sch\u00f6nheit<\/em>. Mit sauberen glockenklaren hohen Spitzent\u00f6nen bei technisch sauberer Stimmf\u00fchrung gewinnt ihre Darstellung auch durch eutliche Betonung und Aussprache. Ihre Stimme tr\u00e4gt auch im Pianissimo.<\/p>\n<p>Die beiden Gegenrollen mit herausragenden Counterten\u00f6ren zu besetzen ist nicht problematisch, denn <strong>Thomas Walker<\/strong> (Zeit) klingt eher wie ein Sopranist, w\u00e4hrend <strong>Raffaelle Pe<\/strong> (Ern\u00fcchterung) eher eine tenorale Stimmf\u00e4rbung hat. Der letztere verf\u00fcgt \u00fcber ein fein abgestuftes Crescendo und endet in mancher Arie mit einem strahlenden Forte. Seine Kopfstimme klingt glockenklar, w\u00e4hrend Thomas Walker mit seiner Bruststimme die hohen T\u00f6ne versucht zu erreichen und immer deutlicher ins Falsett ausweicht. Seine Arie <em>E ben folle quel nocchier &#8211; Recht t\u00f6richt ist ein Steuermann <\/em>ist ein mitrei\u00dfendes Furioso.<\/p>\n<h2><strong><em>La Dori \u2013 La Schiava Fortunata o vero La Dori \u2013 <\/em><\/strong><strong><em>Die Gl\u00fcckliche Sklavin oder die wahre Dori<\/em><\/strong><\/h2>\n<blockquote><p>von Pietro Antonio Cesti (1623-1669), Dramma musicale in drei Akten, Libretto: Giovanni Filippo Apolloni, Erstfassung, UA: 1657, Innsbruck<\/p>\n<p>Regie: Stefano Vizioli, B\u00fchne: Emanuele Sinisi, Kost\u00fcme: Anna Maria Heinrich<\/p>\n<p>Dirigent: Ottavio Dantone, Academia Bizantina<\/p>\n<p>Solisten: Francesca Ascioti (Dori, Tochter des K\u00f6nigs Archelaos von Nik\u00e4a, genannt Ali), Rupert Enticknap (Oronte, Prinz von Persien), Federico Sacchi (Artaxerse, persischer Regent), Francesca Lombardi Mazzulli (Arsinoe, Schwester von Dori), Em\u00f6ke Barath (Tolomeo, Prinz von \u00c4gypten, verkleidet als Celinda), Bradley Smith (Arsete, Doris Lehrer ), Pietro Di Bianco (Erasto, Hauptmann Orontes), Alberto Allegrezza (Dirce, Orontes Amme), Rocco Cavalluzzi (Golo, Orontes Diener und Hofnarr), Konstantin Derri (Bagoa, Eunuch des Serails in Babylon).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. August 2019, Tiroler Landestheater<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Innsbruck-La-Dori-OHP-4783.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7980\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Innsbruck-La-Dori-OHP-4783.png\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Innsbruck-La-Dori-OHP-4783.png 433w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Innsbruck-La-Dori-OHP-4783-200x300.png 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><\/a>La Dori \u2013 La Schiava Fortunata o vero La Dori <\/em><\/strong>ist eine hochdramatische Oper und hat eine noch komplexere Handlung. 1657 wurde die Oper hier im drei Jahre zuvor neu er\u00f6ffneten Hoftheater am Rennweg uraufgef\u00fchrt. Cesti selbst d\u00fcrfte als Arsete, der alte Lehrer der Dori, auf der B\u00fchne gestanden haben. F\u00fcnf Jahre zuvor holte Erzherzog Ferdinand Karl Pietro Cesti als Kammerkapellmeister nach Innsbruck. Zur Er\u00f6ffnung des Hoftheaters, des ersten Opernhauses im deutschen Sprachraum, wurde seine Oper <em>Cleopatra<\/em> gespielt. Ein erster Erfolg, der seinem Aufstieg zum Innsbrucker Hausgott erm\u00f6glichte und Innsbruck zu einem der wichtigsten Musikzentren des Barock Europas machte.<\/p>\n<p><em>La Dori<\/em> hat ihren Weg durch Europa zun\u00e4chst gefunden, verschwand aber mit dem Ende der Barockoper in der Versenkung und wurde jetzt in Innsbruck wieder ausgegraben. Cesti setzt in <em>La Dori<\/em> ein riesiges Ensemble (10 Hauptrollen) ein, f\u00fcgt ein kleines Orchester (Die Accademia Bizantina spielt mit 16 Personen) hinzu, hat daf\u00fcr keinen Chor, aber die Handlung hat es in sich \u2013 bereits die Vorgeschichte ist verstrickt.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00f6nigstochter Dori und der Prinz von Persien kennen sich von Kindesbeinen an und sollen aus politischen Gr\u00fcnden verheiratet werden. Dori wird von Piraten entf\u00fchrt \u2013 und in \u00c4gypten als Tochter eines anderen K\u00f6nigs wiederentdeckt. Ausgerechnet jener Prinz, der ihr einst zugedacht war, verliebt sich quasi zuf\u00e4llig in sie, soll aber nun, da man von Dori nichts wei\u00df, ihre Schwester Arsinoe heiraten. Dori wird von Tolomeo nach Babylon begleitet, wo er sich nun in Arsinoe verliebt. Artaxerse als Regent will aber die Heirat zwischen Oronte und Arsinoe durchsetzen. Nach Schiffbruch, mehreren Maskeraden, Verwechslungen, weiteren Raubz\u00fcge samt Entf\u00fchrungen \u2013 beginnt die Oper erst. Die Titelhelden Dori und Oronte brauchen drei Opernakte bis sie zueinander finden. Selbstverst\u00e4ndlich bedarf es haarstr\u00e4ubender Verwicklungen und mehr Travestie als man verstehen kann. So taucht Prinzessin Dori als Sklave Ali auf. Und der Prinz von \u00c4gypten Tolomeo gibt sich als Celinda aus, um seiner Geliebten Arsinoe nahe zu sein. Prompt verliebt sich der Hauptmann des Prinzen Orontes, in diese Celinda, was zu einigen schr\u00e4gen Verwechslungen f\u00fchrt. Am Ende, nach vier Stunden, werden gleich zwei Hochzeiten angek\u00fcndigt: zwischen Dori und Oronte sowie Arsinoe und Tolomeo. Der Rest f\u00e4llt unter eine Amnestie.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Gespielt wird in einem Einheitsb\u00fchnenbild, das einen Sandstrand vor einem historisierenden Palast darstellen k\u00f6nnte. Von dem Palast sieht man nur eine dekorierte Wand, die man verl\u00e4ngern kann, oder man kann die L\u00fccke zwischen den W\u00e4nden mit einem Vorhang oder einer W\u00e4scheleine schlie\u00dfen. Die farbenpr\u00e4chtigen Kost\u00fcme k\u00f6nnen einer barocken Opernproduktion entnommen sein, auch die Verkleidungen sind auch als solche durchschaubar. Stefano Viziolo bem\u00fcht sich um eine ausgefeilte Personenf\u00fchrung, auch um barocke Gestik, erreicht aber nicht die meisterhafte Qualit\u00e4t wie Sigrid T\u2018Hooft in Merope. Was der hohen Qualit\u00e4t dieser Produktion und der stets fesselnden Handlung nicht abtr\u00e4glich war.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ottavio Dantone <\/strong>leitet die <strong>Accademia Bizantina<\/strong> vom Cembalo aus. Seine Accademia setzt sich aus erfahrenen Musikern der historisch informierten Auff\u00fchrungspraxis zusammen. Schon f\u00fcr sich allein genommen ist die Orchesterleistung ein harmonisches Ganzes, das die Welt des Barocks wieder heraufscheinen l\u00e4\u00dft. Aber auch die Integration der Solisten gelingt meisterhaft. Da w\u00e4re zun\u00e4chst <strong>Francesca Ascioti<\/strong> als Dori. Mit ihrem wohlkingenden Alt kann sie auch ihre Tarnung als Ali glaubhaft machen. Umgekehrt funktioniert das auch mit der jugendlich klaren Sopranistin <strong>Em\u00f6ke Barath<\/strong> als m\u00e4nnliches Weichei Tolomeo, die als verkleidete Celinda glaubhaft ist, zumal sie die meiste Zeit als Celinda agiert. Der einzige wirkliche Held ist Oronte, der von dem Countertenor <strong>Rupert Enticknap<\/strong> mit hoher Strahlkraft in den h\u00f6chsten T\u00f6nen zu loben ist. <strong>Federico Sacchi<\/strong> ist der grimmige Potentat, der mit fast schwarzem Ba\u00df richtig wirken kann. <strong>Alberto Allegrezza<\/strong> legt die alte Amme namens Dirce als Hexe an. Dabei ist das eine Tenorrolle (In der Barockzeit wurden die Hexen von Tenorstimmen gesungen) und klingt herrlich erschreckend.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit zu allen Vorstellungen<\/strong><\/p>\n<p>In mehr als 40 Jahren ist es gelungen, die <em>Innsbrucker Festwochen<\/em> zu einem der f\u00fchrenden barocken Festivals Europas aufzubauen \u2013 auch mit Beispielen f\u00fcr franz\u00f6sische und italienische Opern. Szenisch hatten sich die Opernproduktionen h\u00e4ufig am modernen Regietheater orientiert. Durch die szenische Auff\u00fchrung der <strong><em>Merope<\/em><\/strong> greift man die historische Auff\u00fchrungspraxis auf, und zwar mit barocker Gestik und r\u00e4umlicher Perspektive der zweidimensionalen gemalten Kulissen. Diese sind nach hinten zu gestaffelt.<\/p>\n<p><strong>Zukunftsperspektiven<\/strong><\/p>\n<p>Die Verwandlung durch verschiedene Fahrten oder durch Soffitten hat es in Innsbruck bisher nicht gegeben, aber die barocke B\u00fchnentechnik dazu wird sicherlich noch folgen. Dies wird man nur per Simulation erreichen k\u00f6nnen, da das Landestheater normalerweise als Landestheater dient, wo man mit modernen B\u00fchnen- und Beleuchtungstechnik arbeiten mu\u00df. Man mu\u00df sich hinsichtlich der szenischen barocken Auff\u00fchrungspraxis, B\u00fchneneffekte und barockem Tanztheater entscheiden. Mit Stolz kann man verbuchten, da\u00df man sich jetzt auf der einer hohen Stufen der Ausf\u00fchrung eines Barocktheaters befindet. Ein zweiter epochal wichtiger Meilenstein, der in diesem Jahr erreicht wurde, ist die Freigabe der Gelder, um ein eigenes barockes Orchester aufzubauen. Denn man besitzt nun ein <strong>Innsbrucker Festwochenorchester<\/strong>. Spezialisten aus allen Herren L\u00e4nder f\u00fcr barocke Instrumente kamen zusammen, um zur Festspielzeit zu musizieren. Es musiziert ein Streichinstrumente mit Darmsaiten und Barockb\u00f6gen, historische Ausf\u00fchrungen von Instrumenten, Blechblasinstrumente ohne Ventile und so weiter. Ren\u00e9 Jacobs verlie\u00df Innsbruck, als er wegen des Aufbaus eines solchen Orchesters sich nicht durchsetzen konnte. Alessandro De Marchi wurden nun endlich die n\u00f6tigen Mittel bewilligt. Das weckt f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre die h\u00f6chsten Erwartungen in dieser Richtung weitere Produktionen aufzubauen. In diesem Jahr hat man mit der <strong><em>Merope<\/em><\/strong> eine Sternstunde des Barocktheaters erlebt!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bilder: Rupert Larl<\/p>\n<p>Die Bilder zeigen: <em>Merope<\/em>: l.: Anna Bonitatibus, m.: David Hansen, 2.v.r.: Arianna Vendittelli<\/p>\n<p><em>La Dori<\/em>: Konstantin Derri (Bagoa), Alberto Allegrezza (Golo)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Merope von Riccardo Broschi (1698-1756), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Apostolo Zeno, Neuedition von Giovanna Barbati und Alessandro De Marchi, UA: 1732, Turin Regie und Choreographie: Sigrid T\u2018Hooft, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Stephan Dietrich Dirigent und Cembalo: Alessandro De Marchi, Innsbrucker<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7978\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7979,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,134,266,116],"tags":[],"class_list":["post-7978","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-featured","category-innsbrucker-festwochen-der-alten-musik","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7978"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7978\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7982,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7978\/revisions\/7982"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7979"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}