{"id":7974,"date":"2019-10-19T19:14:55","date_gmt":"2019-10-19T18:14:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7974"},"modified":"2019-10-20T19:17:59","modified_gmt":"2019-10-20T18:17:59","slug":"barkouf-ou-un-chien-sur-le-pouvoir-barkouf-oder-ein-hund-an-der-macht-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7974","title":{"rendered":"Barkouf, ou un chien sur le pouvoir \u2013 Barkouf, oder ein Hund an der Macht &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1819-1880, Op\u00e9ra bouffe in drei Akten, Text: Eug\u00e8ne Scribe und Henry Boisseaux, UA: 24. Dezember 1860 Paris, Op\u00e9ra Comique<\/p>\n<p>Regie: Mariame Cl\u00e9ment, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Julia Hansen<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Soltesz und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<br \/>\nSolisten: Matthias Klink (Bababeck), Bjarni Thor Kristinsson (Der Gro\u00dfmogul), Patrick Kabongo (Sa\u00ebb), Martin Koch (Kaliboul), Sunnyboy Dladla (Xailoum), Sarah Aristidou (Ma\u00efma), Judith Thielsen (Balkis), Kathrin Zukowski (P\u00e9lizade)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. Oktober 2019<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Koln_Barkouf.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7975\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Koln_Barkouf.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Koln_Barkouf.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Koln_Barkouf-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In der indischen Stadt Lahore ist die Bev\u00f6lkerung mit ihrer Regierung unzufrieden. Der Gro\u00dfmogul ernennt den Hund Barkouf zum Gouverneur, um ihnen eine Lektion zu erteilen. Der Gro\u00dfwesir Bababeck f\u00fcrchtet, da\u00df Barkouf seine politischen Pl\u00e4ne durchkreuzen wird: seine h\u00e4\u00dfliche Tochter P\u00e9rizade soll den Offizier Sa\u00ebb heiraten. Dieser ist aber schon in das Blumenm\u00e4dchen Ma\u00efma verliebt. Sie ist die Einzige, die Barkouf z\u00e4hmen kann und \u00fcbersetzt seine Regierungsanweisungen. Bababeck plant Barkouf zu vergiften, aber Ma\u00efma ahnt dies und l\u00e4\u00dft ihn auffliegen. Als die Tartaren die Stadt angreifen, ziehen Barkouf und Sa\u00ebb in die Schlacht und besiegen die Tartaren. Hund Barkouf stirbt bei dem Angriff. Der Gro\u00dfmogul legitimiert die Ehe zwischen Sa\u00ebb und Maima. Das Volk umjubelt den gefallenen Barkouf und das gl\u00fcckliche Regierungspaar.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt mit verkleideten Holzw\u00e4nden das Innere eines Regierungsb\u00fcros \u00e4hnlich gestaltet wie unser Bundestag. Danach werden an den Seiten riesige Regale mit aufgestapelten Papierakten, als Symbol eines b\u00fcrokratischen Regierungsapparats aufgebaut und in der Mitte steht eine Hundeh\u00fctte. Die Kost\u00fcme sind in verschiedenen Stilen gehalten. So tr\u00e4gt die Bev\u00f6lkerung zu Beginn beige-orange Kost\u00fcme, die Damen Bleistiftr\u00f6cke, wie bei Stewardessen, die Herren Anz\u00fcge. Im letzten Akt erscheint der Chor in moderner Stra\u00dfenkleidung. Die Vertreter der Regierung sind in braunen Uniformen gekleidet und wirken wie moderne Diktatoren (sp\u00e4ter tragen die Verschw\u00f6rer Masken von Trump, Erdogan, Orb\u00e1n und Co.). Ma\u00efma und Sa\u00ebb kommen im letzten Akt in Kaiserin-Sissi-und-Franz-Kost\u00fcmen daher. Politsatirische Elemente sind die Papierakten, die den Zerfall des Systems verdeutlichen und die Hundeh\u00fctte, mit einer Parolen des Wahlspruchs der franz\u00f6sischen Revolution \u00fcber dem Eingang.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Stefan Soltesz <\/strong>dirigiert das Orchester in der Ouvert\u00fcre sehr konzentriert und legt Wert auf Akzentuierungen von Rhythmik und Dynamik. Man merkt allerdings, da\u00df das Orchester etwas Zeit braucht, um sich einzuspielen. Zu Beginn wird der Gesang der S\u00e4nger etwas \u00fcbert\u00f6nt, und man ist nicht ganz synchron mit der Gesangslinie. Sp\u00e4ter wird es dann besser.<\/p>\n<p><strong>Matthias Klink <\/strong>(Bababeck) \u00fcberzeugt weniger durch seine Stimme, die er oft bewu\u00dft rauh klingen indem er stark mit Bruststimme darbietet mit ungenauer Betonung der Phrasen. Stattdessen ist er schauspielerisch eine der agilsten und witzigsten Figuren auf der B\u00fchne: mit einem Knochen lockt er beispielsweise den neuen Gouverneur aus seiner H\u00fctte, oder tanzt als Trumpkarikatur \u00fcber die B\u00fchne. <strong>Bjarni Thor Kristinsson<\/strong> (Gro\u00dfmogul) kann mit seiner eher dumpf klingenden tiefen Ba\u00dfstimme nicht vollends \u00fcberzeugen. Er singt ohne dynamische Raffinessen und liefert eine solide aber nicht nennenswerte Leistung. Umso mehr \u00fcberrascht <strong>Sunnyboy Dladla<\/strong> (Xa\u00efloum) mit einem technisch sehr versierten Einsatz seiner klaren, ausnehmend strahlenden Tenorstimme. Die schnellen, rhythmisch komplizierten Partien seiner Arie im ersten Akt meistert er mit sehr viel Genauigkeit und schafft es dabei immer auf den Punkt den Text zu artikulieren. Auch die Tenorstimme von <strong>Patrick Kabongo<\/strong> (Sa\u00ebb) ist mit gro\u00dfem Genu\u00df wahrzunehmen: sein zarter, lyrischer Tenor klingt, besonders in der H\u00f6he, ausgenommen sch\u00f6n. Er beherrscht das <em>sotto voce<\/em> sehr gut und l\u00e4\u00dft seine Stimme mit viel Gef\u00fchl zur Kopfstimme \u00fcbergleiten.<\/p>\n<p>Unangefochtener Star des Abends ist allerdings eine Frauenstimme: <strong>Sarah Aristidou<\/strong> gelingt es, mit ihrer lyrischen, unvermutet hellen und \u00e4u\u00dferst klaren Sopranstimme die Rolle der Ma\u00efma komplett f\u00fcr sich zu vereinnahmen. Vom ersten Moment an singt sie mit viel Inbrunst und Gef\u00fchl und wei\u00df dabei ihre Stimme auch in den einzelnen Arien bestens einzusetzen. Im zweiten Akt singt sie das gemeinsame Lied von ihr und Barkouf mit Koloraturen so klar und mit so viel Schmelz in den Spitzent\u00f6nen, da\u00df es man mit gro\u00dfem Genu\u00df ihr zuh\u00f6rt. Ihr weiblicher Konterpart <strong>Judith Thielsen<\/strong> (Balkis) hat im Vergleich dazu eine w\u00e4rmere und samtenere Sopranstimme, die sich hervorragend mit dem hellen Timbre von Aristidou erg\u00e4nzt. Im Duett singen die beiden harmonisch zusammen und erzeugen durch unterschiedliche Stimmfarben einen wundersch\u00f6nen Klang. Auch der <strong>Chor<\/strong> zeigt mit gro\u00dfem Volumen eine sehr gute gesangliche Leistung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Es ist fraglich, warum so viele unterschiedliche Epochen und Zeitspannen miteinander verwoben werden, so da\u00df die Intention des St\u00fccks gar nicht mehr erkennbar ist. Eher konfus und absurd wirken die vielen Versuche, etwas Komik in die Handlung zu bringen. Ein tanzender Mogul im Variet\u00e9-Stil zum Beispiel, oder eine Ma\u00efma, die pl\u00f6tzlich als Kaiserin Sissi verkleidet erscheint: wirklich lachen kann das Publikum dar\u00fcber nicht! So bringt Offenbachs Musik tats\u00e4chlich das den H\u00f6hepunkt dieser Oper. Und nochmal: gro\u00dfer Star des Abends war Sarah Aristidou und das Orchester. Sie erntete einen frenetischen Applaus des Publikums. Unterm Strich: eine m\u00fcde und wenig inspirierende Inszenierung, daf\u00fcr eine sehr gute musikalische Darbietung.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Susanne Elmark (Ma\u00efma), Patrick Kabongo (Sa\u00ebb), Chor der Oper K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1819-1880, Op\u00e9ra bouffe in drei Akten, Text: Eug\u00e8ne Scribe und Henry Boisseaux, UA: 24. 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