{"id":796,"date":"2009-09-22T21:19:29","date_gmt":"2009-09-22T19:19:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=796"},"modified":"2016-10-14T10:33:02","modified_gmt":"2016-10-14T09:33:02","slug":"zurich-opernhaus-mose-in-egitto-%e2%80%93-moses-in-agypten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=796","title":{"rendered":"Z\u00fcrich, Opernhaus &#8211; MOS\u00c8 IN EGITTO \u2013 MOSES IN \u00c4GYPTEN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-68), Azione tragico-sacra in drei Akten, Libretto: Leone Andrea Tottola, UA: 7. M\u00e4rz 1819, San Carlo, Neapel, 2. Fassung (hier gespielt)<br \/>\nRegie: Moshe Leiser, Patrice Caurier, B\u00fchne: Christian Fenouillat, Kost\u00fcme Agostino Cavalca<br \/>\nDirigent: Paolo Carignani, Orchester und Chor der Oper Z\u00fcrich<br \/>\nSolisten: Erwin Schrott (Mos\u00e8), Michele Pertusi (Faraone), Eva Mei (Elcia), Javier Camarena (Osiride), Sen Guo (Amaltea), Reinoldo Macias (Aronne), Anja Schlosser (Amenofi), Peter Sonn (Mambre)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 19. September 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"zuerich-mose.jpg\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/zuerich-mose.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/zuerich-mose.jpg\" alt=\"zuerich-mose.jpg\" align=\"right\" \/><\/a>Es handelt sich um die durch die Plagen (Finsternis, Hagel- und Feuersturm) erwirkte Freilassung der Israelis aus \u00e4gyptischer Knechtschaft (Altes Testament). Das Hebr\u00e4erm\u00e4dchen Elcia und der Pharaosohn Osiride leiden darunter. Elcia bleibt bei ihrem Glauben, Osiride k\u00e4mpft um ihre Liebe. Finsternis und Feuersturm, von Moses durch Gott erwirkt, brachte den Israelis ihre Freiheit. Osiride stirbt, als er Moses mit dem Messer angreift. Die Israelis \u00fcberwinden das Rote Meer, die verfolgenden \u00c4gypter versinken in den Meeresfluten.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIm fensterlosen Raum Monitore mit sich bewegenden B\u00f6rsenkurven. Davor Computertische. Frauen und M\u00e4nner (die \u00c4gypter) in Busine\u00dfkleidung singen: <em>Ach, wer hilft uns? Wann wird der Schleier der Finsternis sich heben<\/em>. Man ist verdutzt: die B\u00fchne ist hell. Den Mantel mit einem pelzbesetzten Kragen l\u00e4ssig \u00fcber die Schultern geworfen, betritt ein gro\u00dfer Mann den Raum. Fallende Kurse auf den Monitoren. Alle rutschen vor Schreck auf den Boden, der stattliche Mann ins Sofa. Die Lampen erl\u00f6schen. Pharao ruft nach Moses. Er erscheint im Soldatenlook und zottigem Bart, schwingt seinen Stab, das Licht geht an, Aktienkurse und Zahlen steigen. <em>Voci di jubilo &#8211; Jubelrufe<\/em>.<br \/>\nDann ein Propellerflugzeug, davor Frauen und M\u00e4nner mit Koffern. Soldaten erscheinen. Die Abreise wird abgesagt. Eine Explosion. K\u00f6nnte der Feuersturm der Bibel sein!<br \/>\nZweiter Akt: K\u00fcche mit Wandschrank. Faraone bereitet ein Brat-Ei. Er unterh\u00e4lt sich mit seinem Sohn Osiride. Weiter: ein Raum mit Bett, heruntergelassene Jalousien. Hierhin hat Osiride Elcia \u201everschleppt\u201c. Durch die Zimmerdecke lassen sich zwei mit schwarzen Kopfmasken vermummte Soldaten herunter. Osiride wird festgenommen.<br \/>\nFestlich gedeckte Tafel, Frauen mit Abendkleidern und M\u00e4nner im Frack. Osiride greift Moses an. Osirides wei\u00dfe Hemdenbrust f\u00e4rbt sich rot, er stirbt.<br \/>\nDie R\u00fcckwand zeigt das Rote Meer, davor die Israelis. Die Festgesellschaft erscheint. Hinter dem Meer verschwinden die Israelis, die Festgesellschaft verschwindet im B\u00fchnenboden.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nW\u00fcrdevolle Darbietung des Orchesters der eindrucksvollen rossinischen Musik unter <strong>Paolo Carignani.<\/strong> Selbst der Paukist schl\u00e4gt wohlt\u00f6nend seinen Part. Sehr gekonnt h\u00f6rt man die einleitende Klarinettenkantilene zur Arie von <strong>Sen Guo<\/strong> (Amaltea) im zweiten Akt: <em>La pace mia smarrita \u2013 Der Friede ist mir entschwunden. <\/em>Sie hat Schwierigkeiten in den H\u00f6hen und der Intonation. Die Harfe, das \u201eHimmelsinstrument\u201c, begleitet deutlich, zur\u00fcckhaltend und sehr musikalisch das ber\u00fchmte Quartett (2. Akt): <em>Mi manca la voce \u2013 Mir versagt die Stimme<\/em> und sp\u00e4ter nat\u00fcrlich die Preghiera (Gebet des Mos\u00e8, 3. Akt): <em>Dal tuo stellato soglio \u2013 Vor deinem Sternenthron<\/em>. Das Gebet begr\u00fcndete bekannterma\u00dfen Rossinis Ruhm in Europa. Javier Camarena (Osiride) besitzt eine hellen Tenor, er schleudert die hohen T\u00f6ne mit seiner durchdringend Bruststimme heraus. Solches h\u00e4tte Rossini Ohrenschmerzen bereitet, aber ruft heute beim Publikum Applaus hervor. <strong>Eva Mei<\/strong> (Elcia) zeigt weder den Liebreiz eines sehr jungen Hebr\u00e4erm\u00e4dchen noch die dazu passenden intonationsreinen H\u00f6hen. Zum Liebreiz einer jungen Israelin passen auch wenig Bluse, Rock und die flachen Schuhe. Eva Meis Koloraturtechnik ist aber immer noch in Ordnung bei leider mangelhafter Artikulation.<br \/>\nDer im b\u00e4rbei\u00dfigen Soldatenlook, mit Strickm\u00fctze und Zottelbart auftretende <strong>Erwin Schrott<\/strong> (Mos\u00e8) besitzt eine \u00fcberraschend sch\u00f6ne Ba\u00dfstimme, beweglich in den Verzierungen und sicher in H\u00f6hen und Tiefen. Sein Begleiter <strong>Reinoldo Macias<\/strong> (Aronne) singt auf dem gleichen Niveau.<br \/>\nPharao ist die Bezeichnung des K\u00f6nigs der \u00c4gypter und ein K\u00f6nig im Ba\u00dfstimmenfach ist zweifellos der Norditaliener <strong>Michele Pertusi<\/strong> (Faraone). Er verf\u00fcgt \u00fcber eine gl\u00e4nzende Tonkonzeption, exzellente Trillertechnik, expressive Gesangskultur und genaueste Artikulation, Beispiel seine Arie (1. Akt): <em>Cade dal ciglio il velo \u2013 F\u00e4llt von meinen Augen der Schleier<\/em>. Pertusis Stimme hat so viel Volumen, da\u00df sie m\u00fchelos das gro\u00dfe Orchester \u00fcberbietet. Verdienter, langer Applaus.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin Gef\u00fchl f\u00fcr W\u00fcrde und Gro\u00dfartigkeit von Musik und Handlung sollte man besitzen, auch wenn man der Religion fernsteht. Mit Bedacht hat Rossini die Bezeichnung <em>Azione tragico-sacra \u2013 Heilig-tragische Handlung<\/em> gew\u00e4hlt. Hier herrschen unausgewogenes Ausdenken und m\u00f6glicherweise ideologische Vorstellungen (neue Sicht) der beiden Regisseure gegen\u00fcber einem unerreichten Meisterwerk. Besser l\u00e4\u00dft man die Finger von dieser vom christlich-j\u00fcdischen Glauben beseelten Oper.<br \/>\nDr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Ingo H\u00f6hn<br \/>\nDas Bild zeigt: Reinoldo Macias (Aronne) liest die wohl die Bibel, Moses re h\u00f6rt sinnend zu, w\u00e4hrend die \u00c4gypter (Busine\u00dfangestellte) auf steigende B\u00f6rsenkurse zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-68), Azione tragico-sacra in drei Akten, Libretto: Leone Andrea Tottola, UA: 7. M\u00e4rz 1819, San Carlo, Neapel, 2. 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