{"id":7946,"date":"2019-09-22T16:23:54","date_gmt":"2019-09-22T15:23:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7946"},"modified":"2019-09-23T14:55:00","modified_gmt":"2019-09-23T13:55:00","slug":"la-traviata-stuttgart-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7946","title":{"rendered":"La traviata &#8211; Stuttgart, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901) Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA: 6. M\u00e4rz 1853 Venedi, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Ruth Berghaus, B\u00fchne: Erich Wonder, Kost\u00fcme: Marie-Luise Strandt, Dramaturgie: Antje Kaiser<\/p>\n<p>Dirigent: Friedrich Haider, Chor: Manuel Pujol, Orchester, Chor und Statisterie der Staatsoper Stuttgart<\/p>\n<p>Solisten: Elena Tsallagova (Violetta Valery), Ida R\u00e4nzl\u00f6v (Flora Bervoix), Alexandra Urquiola (Annina), Pavel Valuzhin (Alfredo Germont),\u00a0 Luis Cansino (Giorgio Germont), Elmar Gilbertsson (Gastone, Visconte Di L\u00e9tori\u00e9res), Elliott Carlton Hines (Il Barone Douphol), Andrew Bogard (Il Marchese d\u2018Obigny), Jasper Leever (Dottore Grenvil)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. September 2019 (Premiere der Wiederaufnahme)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Stuttgart-Traviata.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7949\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Stuttgart-Traviata.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Stuttgart-Traviata.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Stuttgart-Traviata-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Alfredo Germont trifft die in Paris stadtbekannte und todkranke Violetta Valery auf einem abendlichen Ball und gesteht ihr seine Liebe. Kurze Zeit sp\u00e4ter sind die beiden ein Paar und ziehen aus der Stadt aufs Land. Das Landleben macht Violetta jedoch finanzielle Probleme. Au\u00dferdem fordert Alfredos Vater die Trennung der beiden, um die Familienehre zu wahren. Als Violetta nun von ihrem alten Leben eingeholt wird, macht Alfredo ihr gro\u00dfe Vorw\u00fcrfe. Verlassen und allein sieht Violetta ihrem Lebensende entgegen. Im letzten Moment erscheinen Alfredo und sein Vater und bitten sie um Verzeihung.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Akt spielt in einem d\u00fcsteren Ambiente. Regisseurin Ruth Berghaus l\u00e4\u00dft die Handlung in einem dunklen, bedr\u00fcckenden Ambiente stattfinden. Der Festsaal ist in schwarzem Holz gehalten und wird von gro\u00dffl\u00e4chigen Glasfenstern ges\u00e4umt. Die Festgesellschaft bewegt sich zeitlupenhaft und statisch, auch hier \u00fcberwiegt die Farbe Schwarz, lediglich Violetta sticht durch ein wei\u00dfes Kost\u00fcm aus der Masse heraus. Im zweiten Akt ist die B\u00fchne zweigeteilt. Linkerhand sehen wir ein kleines, halb leerger\u00e4umtes Zimmer mit einem Sekret\u00e4r. Auf der rechten Seite ist eine Betonkonstruktion zu sehen, die einer Baustelle gleicht. Das Fest bei Flora findet in denselben R\u00e4umlichkeiten statt wie zu Beginn des ersten Aktes. Die Zigeunerinnen z\u00fccken bereits zu Beginn der Szene die Karten, was kurz darauf in der Partie zwischen Alfredo und Douphol seinen H\u00f6hepunkt findet. Auch hier ist alles wieder in tristen, d\u00fcsteren Farbt\u00f6nen gehalten. Im letzten Akt befinden wir uns wieder in einer bedr\u00fcckenden, weitl\u00e4ufigen Betonatmosph\u00e4re. Violetta liegt hier nicht todkrank in einem Bett, ihr Sterben gleicht vielmehr einer Apotheose, in der sie ihrer Verz\u00fcckung auch k\u00f6rperlich starken Ausdruck verleiht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die musikalische Leitung hat <strong>Friedrich Haider<\/strong>, der das Orchester souver\u00e4n durch den Abend f\u00fchrt. Die Musik hat viele sch\u00f6ne Spannungsb\u00f6gen, es gelingt dem Staatsorchester entsprechende klangliche H\u00f6hepunkte zu generieren. Die Verdischen Rhythmen sind allesamt sehr impulsiv und insbesondere im dritten Akt plastisch herausgearbeitet.<\/p>\n<p>Violetta Valery wird von <strong>Elena Zsallagova<\/strong> gesungen. Sie hat einen sch\u00f6nen schlanken Sopran mit einer weichen angenehmen H\u00f6he. Im ersten Akt scheint ihr ein wenig die italienische Expressivit\u00e4t zu fehlen, alles wirkt ein wenig gravit\u00e4tisch und zur\u00fcckhaltend wie z.B. das <em>Sempre libera \u2013 Immer frei<\/em> ihrem seelischen Zusammenbruch im zweiten Akt zeigt sich, wie gut sich ihr Rollenverst\u00e4ndnis auf einmal zur Musik f\u00fcgt. Insbesondere ihre gebrochene, trotz aller virtuosen Spitzent\u00f6ne eher zum sprachlichen neigende Deklamation im dritten Akt zeigt eine authentische Lesart dieser Partie.<\/p>\n<p>Ihr zur Seite steht <strong>Pavel Valuzhin<\/strong> als Alfredo Germont. Auch er ist wenig vom Belcanto gepr\u00e4gt, in weiten Teilen erlebt man eine n\u00fcchterne und rational erdachte Rolleninterpretation, die eher verhalten und pragmatisch erscheint. Dies f\u00fcgt sich vor allem gut in den zweiten Akt ein, der stark von Dialogen gepr\u00e4gt wird. Hier erweist sich <strong>Luis Cansino<\/strong> als eine sehr gute Besetzung f\u00fcr Giorgio Germont. Man erlebt einen raumf\u00fcllenden Bariton mit klarer Artikulation und einem Timbre, das gut die v\u00e4terliche Autorit\u00e4t und Unbeugsamkeit widerspiegelt. Das Staatsorchester beeindruckt vor allem durch abgerundete Klangfarben und rhythmische Pr\u00e4zision sowie einem lebhaften dynamischen Auf- und Abschwellen der Lautst\u00e4rke.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die optische Seite dieser <em>La traviata<\/em> ist sehr d\u00fcster und \u00fcber die verschiedenen Akte hinweg etwas monoton und unbeweglich. Die Interaktion der Protagonisten ist gut gelungen, auch stimmlich erlebt man von den S\u00e4ngern einen gut gemachten Verdi. Am beeindruckendsten ist die musikalische Pr\u00e4zision und Klangf\u00fclle des Orchesters dank der vorteilhaften Akustik des Stuttgarter Opernhauses. So erlebt man in Stuttgart musikalische Feinheiten, die einem an anderen H\u00e4usern oftmals verborgen bleiben. Wer Verdi also unmittelbar auf sich wirken lassen m\u00f6chte, sollte unbedingt nach Stuttgart fahren.<\/p>\n<p>Dr. Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Martin Sigmund<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Elena Tsallagova (Violetta) und Pavel Valuzhin (Alfredo), Opernchor Stuttgart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901) Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA: 6. 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