{"id":7929,"date":"2019-09-16T12:44:00","date_gmt":"2019-09-16T11:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7929"},"modified":"2019-09-16T12:44:00","modified_gmt":"2019-09-16T11:44:00","slug":"il-trovatore-mannheim-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7929","title":{"rendered":"Il trovatore &#8211; Mannheim, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Salvadore Cammarano, UA: 19. Januar 1853 Rom, Teatro Apollo<\/p>\n<p>Regie: Roger Vontobel\u00a0 B\u00fchne: Claudia Rohner, Kost\u00fcme: Nina von Mechow, Choreographie: Zenta Haerter, Licht: Frank Kraus, Dramaturgie: Jan Dvo\u0159\u00e1k<\/p>\n<p>Dirigent: Roberto Rizzi Brignoli, Chor: Dani Juris, Orchester, Chor und Statisterie des Nationaltheaters Mannheim<\/p>\n<p>Solisten: Jorge Lagunes (Graf Luna), Izabela Matula (Leonora), Helena Zubanovich (Azucena), Irakli Kakhidze (Manrico),\u00a0 Sung Ha (Ferrando), Natalija Cantrak (Ines), Koral G\u00fcvener (Ruiz), Xuecheng Zhang (Ein Bote), Daniel Claus Sch\u00e4fer (Ein Zigeuner), Delphina Parenti (Das Trauma \/T\u00e4nzerin)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. September 2019<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Mannheim-Il-trovatore.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7930\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Mannheim-Il-trovatore.png\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Mannheim-Il-trovatore.png 433w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Mannheim-Il-trovatore-200x300.png 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt im Spanien des 15. Jahrhunderts. Es ist die Zeit des Krieges um die Thronfolge von Aragon. Der Graf von Luna steht im Kampf gegen den Grafen von Urgel, auf dessen Seite auch der Troubadour Manrico k\u00e4mpft. Manrico ist der totgeglaubte Bruder Lunas, da Manricos Stiefmutter Azucena aus Versehen das eigene Kind in den Scheiterhaufen warf, um ihre zum Tod verurteilte Mutter zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p>Manrico und Luna lieben dieselbe Frau und begegnen sich des Nachts um ihretwillen im Garten. Als Leonora vom angeblichen Tod Manricos erf\u00e4hrt, will sie ins Kloster eintreten. Graf Luna hingegen plant, sie rechtzeitig zu entf\u00fchren. Im letzten Moment wird sie von Manrico und seinen M\u00e4nnern gerettet. Dem Grafen gelingt es, Manrico und dessen Mutter Azucena ins Gef\u00e4ngnis zu werfen. Leonora unternimmt einen letzten Versuch, Manrico zu befreien \u2013 dieser wird jedoch zum Schafott gef\u00fchrt und Leonora stirbt an einer Dosis Gift.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist sehr d\u00fcster gehalten und wird von grellem Licht durchflutet. Au\u00dferdem wird viel mit wei\u00dfem Dampf gearbeitet, was der Szene immer wieder einen Schwarz-Wei\u00df Kontrast verleiht. Der B\u00fchnenraum ist so gut wie leer und wird im Hintergrund von leicht durchsichtigen Stoffen abgeschlossen. Die Kost\u00fcme sind modern und schlicht. Am auff\u00e4lligsten ist Azucena, die mit grauem Haar und langen Zigeunerz\u00f6pfen an einem Stock humpelnd die Szene dominiert. Nur zu Beginn des zweiten Aktes treten die Zigeuner in bunten Farben auf, w\u00e4hrend sie Beinprothesen aus Kunststoff in die H\u00f6he strecken. Als im dritten Akt der Graf Leonora entf\u00fchren will, sind alle in wei\u00df gekleidet, sowohl die Entf\u00fchrer als auch die Nonnen im Hintergrund. Die Interaktion der Protagonisten ist meist sehr distanziert und statisch. Durchkreuzt wird die Szene des \u00f6fteren von einer Solot\u00e4nzerin (<strong>Delphina Parenti<\/strong>), die den D\u00e4mon der Besessenheit \u2013 oder besser in Verdis Sinne: eine Art Fluch \u2013 darstellt. Sie macht sich \u00fcber Azucena her, sp\u00e4ter \u00fcber Manrico und als diese am Ende tot sind, springt sie auf Luna \u00fcber.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Bevor die eigentliche Musik beginnt, bl\u00e4st einem aus Lautsprechern der Wind um die Ohren. Dann setzt das impulsive Vorspiel unter dem Dirigat von <strong>Roberto Rizzi Brignoli<\/strong> ein. <strong>Sung Ha<\/strong> als Ferrando ist ein klarer und raumf\u00fcllender Ba\u00df, der Chor des Nationaltheaters ist in seiner Transparenz und Artikulation sehr gut zu verstehen. H\u00f6hepunkt der ersten beiden Akte ist ohne Zweifel <strong>Helena Zubanovich<\/strong> als Azucena. Ihr Mezzosopran hat eine warme F\u00e4rbung und eine klare Aussprache. Verzweiflung und Besessenheit gelingen hier durchaus glaubw\u00fcrdig bei <em>Stride la vampa<\/em> \u2013 <em>Es lodert die Flamme<\/em>. Leider werden <strong>Jorge Lagunes<\/strong> (Graf Luna) und <strong>Izabela Matula<\/strong> (Leonora) anfangs weitgehend durch allzu lautem Orchesterspiel unter. Matula interpretiert ihre Partie teilweise sehr zur\u00fcckhaltend und wird in den dramatischen Passagen von den massigen Orchesterkl\u00e4ngen verschlungen. Lagunes l\u00e4\u00dft oftmals eine Klarheit der Artikulation vermissen, u.a. in Passagen wie <em>Non pu\u00f2 nemmen un Dio rapirti a me<\/em> \u2013 <em>Nicht einmal ein Gott wird dich mir rauben<\/em> dominiert lediglich der Klang seiner Stimme, die Worte versteht man kaum. <strong>Irakli Kakhidze<\/strong> als Manrico besitzt ein etwas trockenes und k\u00fchles Timbre, an dem mancher vielleicht ein wenig die italienische Strahlkraft vermissen mag.<\/p>\n<p>Im vierten Akt jedoch gl\u00e4nzt Matula dann mit lyrischem Ausdruck <em>Tu vedrai che amore in terra \u2013 Du wirst sehen, da\u00df die Liebe auf Erden<\/em> und auch Kakhidze steigert sich zu beeindruckendem tenoralem Glanz. Nur mit einer kleinen Rolle bedacht wurde <strong>Koral G\u00fcvener<\/strong> als Ruiz \u2013 hier zeigen sich das warme Timbre eines Tenors und das dazugeh\u00f6rige Pathos.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Bei diesem <em>Trovatore<\/em> wirkt alles sehr analytisch und k\u00fchl. Der dunkle B\u00fchnenraum scheint die K\u00fcnstler zu verschlingen, dies gilt leider auch in akustischer Sicht. Da der B\u00fchnenraum nach oben und nach hinten offen ist, dringen die Stimmen nicht optimal in den Zuschauerraum und das Orchester dominiert einen gro\u00dfen Teil des Opernabends. \u00dcberraschend ist dann doch noch die k\u00fcnstlerische Steigerung nach der Pause und der Abend endet in einem wohlverdienten Applaus.<\/p>\n<p>Dr. Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: \u00a0Irakli Kakhidze (Manrico), Delphina Parenti (Trauma\/T\u00e4nzerin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Salvadore Cammarano, UA: 19. 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