{"id":7921,"date":"2019-09-15T13:47:05","date_gmt":"2019-09-15T12:47:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7921"},"modified":"2019-09-25T13:11:56","modified_gmt":"2019-09-25T12:11:56","slug":"rigoletto-pforzheim-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7921","title":{"rendered":"Rigoletto &#8211; Pforzheim, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave in der Bearbeitung von Martin Chusid, UA: 11. M\u00e4rz 1851 Venedig , Teatro la Fenice<\/p>\n<p>Regie: Thomas M\u00fcnstermann, B\u00fchne: J\u00f6rg Brombacher, Kost\u00fcme: Ruth Gro\u00df, Video: David Tom Brombacher, Dramaturgie: Annika Hertwig<\/p>\n<p>Dirigent: Florian Erdl, Chor: Alexandros Diamantis, Badische Philharmonie, Herrenchor, Extra-Herrenchor des Theaters Pforzheim<\/p>\n<p>Solisten: Konstantinos Klironomos (Herzog von Mantua), Insu Hwang (Rigoletto), Elisandra Meli\u00e1n (Gilda), Aleskandar Stefanofski (Sparafucile),\u00a0 Dorothee B\u00f6hnisch (Giovanna\/Maddalena), Tomas M\u00f6wes (Graf von Monterone), Paul Jadach (Marullo), Philipp Werner (Borsa), Lukas Schmid-Wedekind (Graf von Ceprano), Stamatia Gerothanasi (Gr\u00e4fin von Ceprano), Spencer Mason (Gerichtsdiener), Do-Yeon Kim (Page der Herzogin)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. September 2019 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Pforzheim-Rigoletto.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7922\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Pforzheim-Rigoletto.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Pforzheim-Rigoletto.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Pforzheim-Rigoletto-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem Festgelage beim Grafen von Mantua erscheint inmitten von Liebeleien und dem Spott des Hofnarren Rigoletto Graf von Monterone. Da der Graf von Mantua sich auch an dessen Tochter vergangen hat, verflucht dieser dessen Hofgesellschaft und \u00fcbersch\u00fcttet ihn mit Spott. Derweil kommt zum Am\u00fcsement der H\u00f6flinge heraus, da\u00df der bucklige Rigoletto angeblich eine Geliebte habe. Sie erlauben sich den Spa\u00df, das M\u00e4dchen zu rauben. Es handelt sich allerdings um Rigolettos Tochter Gilda. In seinem Palast stellt er zu seiner \u00dcberraschung fest, da\u00df das entf\u00fchrte M\u00e4dchen die Tochter Rigolettos ist. Seine Freude ist gro\u00df. Rigoletto dagegen kann seinem Herrn die Sch\u00e4ndung seiner Tochter nicht verzeihen und beauftragt einen Berufskiller, das Problem zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchnenmitte wird von einer Holzkonstruktion dominiert, die einer archimedischen Schraube \u00e4hnelt. Nach der Ouvert\u00fcre \u00f6ffnet der Vorhang und gibt den Blick auf ein pomp\u00f6ses Festgewimmel mit allerlei prachtvollen Kost\u00fcmen frei. Die eindrucksvollste Kost\u00fcmierung geh\u00f6rt zweifellos Rigoletto, der als buckliger alter Mann dargestellt wird.<\/p>\n<p>Im \u00dcbergang zur zweiten Szene (Rigoletto \u2013 Sparafucile) erlebt man einen etwas l\u00e4ngeren Umbau. Kreativ gel\u00f6st war u.a. die Entf\u00fchrung Gildas am Ende des Aktes: Rigoletto h\u00e4lt mit verbundenen Augen f\u00fcr Marullo die Leiter fest, w\u00e4hrend dieser rund f\u00fcnf Mal immer wieder die Leiter besteigt und seine Helfershelfer die eigentliche Entf\u00fchrung vollziehen. Am Ende des dritten Aktes leert sich die B\u00fchne. Der Gewitterchor ist nicht unsichtbar, der Chor liegt auf dem Boden verteilt, was den Anschein erweckt, die Toten selbst s\u00e4ngen aus ihren Gr\u00e4bern heraus. Bei Gildas Tod n\u00e4hert sich eine Gruppe engelhafter Frauen, die sie w\u00e4hrend ihres verklingenden Gesangs in den B\u00fchnenhintergrund wegf\u00fchren und Rigoletto allein und verlassen \u00fcbrig bleibt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die erste Premiere der Spielzeit wird vom kommissarischen Generalmusikdirektor Florian Erdl geleitet. Man merkt an einigen Stellen, da\u00df f\u00fcr die Zusammenarbeit noch ein wenig Zeit n\u00f6tig ist und einige Feinabstimmungen noch nicht funktionieren. Im weiteren ist die Musik spannungsvoll gestaltet, auch ist es erfreulich, da\u00df nicht \u2013 wie so oft \u2013 die B\u00fchnenmusik aus den Lautsprechern kommt, sondern vom Orchester.<\/p>\n<p>Ein wenig h\u00f6lzern, aber nicht ohne Charme tritt <strong>Konstantinos Klironomos<\/strong> als Herzog auf. Sein Timbre ist in tiefen Lagen etwas rauh, die hohen Spitzent\u00f6ne intoniert er teils mit gro\u00dfer Vorsicht. Dies gilt auch f\u00fcr seine ber\u00fchmteste Nummer <em>La donna \u00e8 mobile<\/em> \u2013 <em>Die Frau ist wankelm\u00fctig<\/em>. Der musikalische Ausdruck bleibt so ein wenig hinter seiner Spielfreude zur\u00fcck. Ein sonorer metallischer Rigoletto wurde mit <strong>Insu Hwang<\/strong> gefunden. Sein Timbre ist raumf\u00fcllend und ausdrucksstark. Dramatische H\u00f6hepunkte wie die Verw\u00fcnschungs-Ausrufe (maledizione) oder die vermeintlichen Triumphe \u00fcber den Herzog sind durchaus authentisch. An seiner Seite ist ein ebenso souver\u00e4ner <strong>Aleksandar Stefanoski<\/strong> als Sparafucile. Auch hier erkennt man ein d\u00fcsteres metallisches Timbre, das dem zwielichtigen Charakter alle Ehre macht. Irritierend hingegen sind die beiden Auftritte von <strong>Tomas M\u00f6wes<\/strong> als Monterone. Kaum einer seiner T\u00f6ne ist wirklich gesungen, alles m\u00fcndet in einen freien Sprechgesang. So gehen die Melodielinien Verdis und der f\u00fcr die Handlung sehr wichtige Spannungsbogen gro\u00dfenteils unter. Oder war dieses Deklamieren eine urspr\u00fcngliche Idee des Komponisten?<\/p>\n<p>Auch <strong>Dorothee B\u00f6nisch<\/strong> als Giovanna ist stimmlich etwas schwach. Im Duett mit Stefanoski als Gesangspartner tritt sie stark in den Hintergrund, auch wird ihre Stimme oft vom Orchester \u00fcberdeckt. Einer der H\u00f6hepunkte des Abends war zweifellos <strong>Elisandra Meli\u00e1n<\/strong> in der Partie der Gilda. Hier tritt eine klare und biegsame Sopranstimme, die das stimmliche Spektrum sehr gut abdeckt. Erw\u00e4hnenswert ist nat\u00fcrlich die ber\u00fchmte Arie <em>Caro nome \u2013 Geliebter Name.<\/em> \u00c4hnlich wie bei Sparafucile und Rigoletto ist auch bei Meli\u00e1n die Deutlichkeit der Artikulation sehr erfreulich.<\/p>\n<p>Zudem agiert ein transparent einstudierter <strong>Opernchor<\/strong> die B\u00fchne, welchem zuzuh\u00f6ren ebenfalls Freude macht. Authentisch wirkt auch der Chor, als Gilda entf\u00fchrt wird. Die S\u00e4nger treten vermummt auf, was die Stimmen der Chormitglieder stark abd\u00e4mpft. Allerdings entsteht so ein bislang selten erlebter Realismus.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung des hauseigenen Intendanten M\u00fcnstermann konzentriert sich aufs Wesentliche und spiegelt die Handlungslinien durchdacht wieder. Vor allem das Ende zeugt von szenischem Feingef\u00fchl, wie es manch gr\u00f6\u00dferer B\u00fchne fehlt. Die wichtigen Partien sind allesamt gut besetzt und werden mit st\u00fcrmischem Applaus belohnt. Visuell bleiben vor allem die gut erarbeiteten Kost\u00fcme, vor allem der Titelfigur, im Ged\u00e4chtnis. So sind am Ende die musikalischen Unausgewogenheiten schnell vergessen.<\/p>\n<p>Dr. Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Sabine Haymann<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Insu Hwang (Rigoletto), Helena Steiner (Gr\u00e4fin von Ceprano )<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave in der Bearbeitung von Martin Chusid, UA: 11. M\u00e4rz 1851 Venedig , Teatro la Fenice Regie: Thomas M\u00fcnstermann, B\u00fchne: J\u00f6rg Brombacher, Kost\u00fcme: Ruth Gro\u00df, Video: David Tom Brombacher,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7921\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7922,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,284],"tags":[],"class_list":["post-7921","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-pforzheim-stadttheater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7921"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7921\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7952,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7921\/revisions\/7952"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7922"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}