{"id":792,"date":"2009-09-30T18:36:17","date_gmt":"2009-09-30T16:36:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=792"},"modified":"2010-03-21T23:41:11","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:11","slug":"minden-stadttheater-richard-wagner-verband-minden-lohengrin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=792","title":{"rendered":"Minden, Stadttheater &#038; Richard Wagner Verband Minden &#8211; LOHENGRIN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883); Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; Dichtung vom Komponisten<br \/>\nUrauff\u00fchrung: 28. August 1850 in Weimar<br \/>\nRegie: John Dew, B\u00fchne: Heinz Balthes, Kost\u00fcme: Jose-Manuel Vazquez<br \/>\nDirigent: Frank Beermann, Nordwestdeutsche Philharmonie, Chor der Nationaloper Sofia<br \/>\nSolisten: Andreas H\u00f6rl (K\u00f6nig Heinrich), John Charles Pierce (Lohengrin), Anna Gabler (Elsa), Heiko Trinsinger (Telramund), Ruth-Maria Nicolay (Ortrud), Christoph Burdack (Heerrufer)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. September 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"minden-lohengrin.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/minden-lohengrin.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"minden-lohengrin.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/minden-lohengrin.jpg\" \/><\/a>K\u00f6nig Heinrich ruft die Brabanter zum Feldzug. Graf Telramund, von seiner Gattin Ortrud angestachelt, beschuldigt Elsa von Brabant des Mordes an ihrem Bruder Gottfried. Ein Gottesgericht in Form eines Zweikampfs soll \u00fcber Elsas Schuld entscheiden. Da erscheint ein Fremder im Boot, gezogen von einem Schwan, und besiegt Telramund. Dieser Fremde will Elsa heiraten unter der Bedingung, da\u00df sie nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen w\u00fcrde. Elsa willigt ein. Am Hochzeitstag bezichtigen Ortrud und Telramund vor dem M\u00fcnster den Fremden der Zauberei und des Betruges. Als sie allein sind, bricht Elsa ihr Versprechen und fragt der Herkunft ihres Br\u00e4utigams. Telramund dringt ins Brautgemach, findet dabei den Tod. Jetzt offenbart Lohengrin seinen Namen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas im neobarocken Stil 1908 errichtete Stadttheater in Minden wird mit 542 Pl\u00e4tzen nur selten bespielt. Der Richard Wagner Verband Minden stellt mit <em>Lohengrin<\/em> bereits seine dritte Produktion auf die Beine.<br \/>\nDa der Orchestergraben f\u00fcr Lohengrin zu klein ist, sitzt das Orchester zusammen mit dem Chor hinter einem durchsichtigen Vorhang mit Schwanen-Motiven. Die Personen sind in bunten mittelalterlichen Phantasie-Kost\u00fcmen gekleidet. <em>Lohengrin<\/em> wird so zum Kammerspiel und erm\u00f6glicht den genauen Blick auf die Motive der Personen und ihr Zusammenspiel. <strong>John Dew<\/strong> gelingt das mit einer bis ins kleinsten Detail durchdachten Personenf\u00fchrung und einer Reduktion der Ausstattung, lediglich Schwerter, K\u00f6nigskrone, St\u00fchle sowie Horn, Ring und Schild als Abschiedsgeschenk Lohengrins finden Verwendung. Ortrud beschw\u00f6rt einen heidnischen Ritus, wenn sie die Wotan-Statue und einige rote Steine mit Alkohol einspr\u00fcht. Daf\u00fcr kommt man ohne Brautbett aus. Trotz dieser etwas ungewohnten Bebilderung (Lohengrin tritt mit Kunstnebel durch eine T\u00fcre im Zuschauerraum auf, Elsas Schlo\u00df-Balkon ist eine Proszeniumsloge) wird genau die Handlung der Partitur erz\u00e4hlt, zur Freude des weither angereisten Publikums und der Schirmherrin Verena Lafferentz-Wagner.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDer eingangs beschriebene Vorhang und seine Trennung zwischen Orchester und S\u00e4ngern f\u00fchren musikalisch zu einigen Abstimmungsproblemen, da der Dirigent keinen direkten Kontakt zu den S\u00e4ngern hat. Aber das ist genauso unwichtig wie die kleinen Artikulationsprobleme des Chores aus Sofia. Denn <strong>Frank Beermann<\/strong> ist der Nordwestdeutschen Philharmonie lange verbunden. Diese Erfahrung kann er in Minden voll ausspielen mit einem manchmal forschen Dirigat und sehr viel Glanz. Da man weite Teile der Produktion als konzertant bezeichnen kann, werden diese Szenen wie die Morgend\u00e4mmerung oder Vorspiel zum dritten Akt zum \u00fcberw\u00e4ltigenden Konzert-Erlebnis. Ebenfalls Erfahrung als Lohengrin hat <strong>John Charles Pierce<\/strong>, ein lyrischer Tenor mit viel Durchschlagskraft. Leider geht manchmal mit nachlassender Kraft der Glanz verloren. Ihre erste Elsa hat <strong>Anna Gabler<\/strong> in der ungl\u00fccklichen N\u00fcrnberger Produktion gesungen, bekannt wurde sie dieses Jahr als Senta in der Kinderproduktion des Holl\u00e4nders bei den Bayreuther Festspielen. Unzweifelhaft noch am Anfang ihrer Kariere entwickelt sie sich zu einem dramatischen Sopran mit einer von Kraft gepr\u00e4gten soliden H\u00f6he und der Neigung zum gelegentlichen Tremolieren. <strong>Ruth-Maria Nicolay<\/strong> (Ortrud) l\u00e4\u00dft die Rolle als Hexe durch ihren hochdramatischer Sopran mit viel Sch\u00e4rfe die Untiefen deutlich werden. Besonders erw\u00e4hnenswert die absolute Wortverst\u00e4ndlichkeit, die man f\u00fcr diese Rolle relativ selten findet. <strong>Heiko Trinsinger<\/strong> wurde als Wolfram im <em>Tannh\u00e4user<\/em> (in Essen und W\u00fcrzburg) zum Geheimtip, genauso \u00fcberzeugend gelingt ihm die \u00fcberaus schwierige Rolle des Telramund. Mit diabolischen Piano singt er noch dort voll aus, wo andere zum Sprechgesang \u00fcbergehen. Die \u00fcberragende Figur des Abends ist unzweifelhaft <strong>Andreas H\u00f6rl<\/strong> als K\u00f6nig Heinrich &#8211; eine Ba\u00df-Stimme mit fast schwarzer Tiefe. Er n\u00e4hert sich Wagners Ideal der unendlichen Melodie und singt trotzdem jeden Ton und betont jedes Wort \u00fcberdeutlich. Wahrlich erregend!<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMusikalisch ein \u00fcberaus gelungener Abend, der Minden in eine Reihe mit Erl oder Wels stellt, denn besonders das konservative Wagner-Publikum kann mit der RWV Minden durchaus zufrieden stellen. Der donnernde Applaus stellt noch etwas anderes unter Beweis, n\u00e4mlich, da\u00df es gesch\u00e4tzt wird als private Initiative, die kulturelle Situation zu verbessern \u2013 auch gegen den Willen oder die Schlafm\u00fctzigkeit staatlicher oder st\u00e4dtischer Institutionen. Minden ist eine Reise wert!<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Theater Minden<br \/>\nDas Bild zeigt: Der Zweikampf zwischen Lohengrin (John Charles Pierce) und Telramund (Heiko Trinsinger)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883); Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; Dichtung vom Komponisten Urauff\u00fchrung: 28. 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