{"id":7914,"date":"2019-08-27T15:16:13","date_gmt":"2019-08-27T14:16:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7914"},"modified":"2019-10-21T19:40:03","modified_gmt":"2019-10-21T18:40:03","slug":"bayreuther-festspiele-2019-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7914","title":{"rendered":"Die Meistersinger von N\u00fcrnberg &#8211; Bayreuther Festspiele 2019"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813\u20131883) , Oper in drei Akten, Libretto: R. Wagner, UA: 21. Juni 1868 M\u00fcnchen, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Barrie Kosky, B\u00fchne: Rebecca Ringst<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan, Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Choreinstudierung: Eberhard Friedrich<\/p>\n<p>Solisten: Michael Volle (Hans Sachs), G\u00fcnther Groissb\u00f6ck (Veit Pogner), Martin Gantner (Sixtus Beckmesser), Klaus Florian Vogt (Walther von Stolzing), Daniel Schmutzhard (Fritz Kothner), Daniel Behle (David), Camilla Nylund (Eva), Wiebke Lehmhuhl (Magdalene), Wilhelm Schwinghammer (Nachtw\u00e4chter), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. August 2019<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bayreuth-Meistersinger2019.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7915\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bayreuth-Meistersinger2019.png\" alt=\"\" width=\"649\" height=\"429\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bayreuth-Meistersinger2019.png 649w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bayreuth-Meistersinger2019-300x198.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Ritter Walther von Stolzing liebt Pogners Tochter Eva. Sie soll demjenigen zur Frau gegeben werden, der den Meistersingerwettstreit gewinnt. Die Meistersingervereinigung lehnt die Aufnahme des Ritters zun\u00e4chst wegen seines unkonventionellen, nicht regelkonformen Probeliedes ab. Allein der Schuster Hans Sachs tritt f\u00fcr ihn ein und erkennt sein Talent. Auch der Stadtschreiber Beckmesser interessiert sich f\u00fcr Pogners Tochter, doch am Ende ist es Walther von Stolzing, der den Wettstreit und damit Eva gewinnt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Immer noch sehr beliebt sind <em>Die Meistersinger von N\u00fcrnberg<\/em> in der Regie von <strong>Barrie Kosky<\/strong>. Der erste Akt spielt als lustige Kaffeel\u00f6ffel-Klimper-Gesellschaft in der Villa Wahnfried: Franz Liszt und Hermann Levi sind gekommen, Cosima hat laut Text Migr\u00e4ne und Wagner kommt mit seinen Neufundl\u00e4ndern. Man beginnt die <em>Meistersinger<\/em> nachzuspielen: Cosima wird Eva, die Hausdienerin wird deren Amme Magdalene, Vater Liszt der alte, reiche Pogner. Aus dem Fl\u00fcgel steigen Wagnerdoppelg\u00e4nger f\u00fcr Stolzing und David, Wager ist Sachs. Der Beckmesser wird Hermann Levi aufgen\u00f6tigt, zun\u00e4chst als Niete, der die Partitur nicht versteht, den man zu allem zwingen mu\u00df, sp\u00e4ter ist er nur noch eine h\u00e4\u00dfliche Judenkarikatur, die gemobbt wird, \u00a0auf die man einschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der platte Klamauk endet, wenn die Villa Wahnfried verschwindet und der Schwurgerichtssaal der N\u00fcrnberger Prozesse einzieht. Beckmesser mu\u00df w\u00e4hrend seines St\u00e4ndchens einen Judenkopf tragen, nach der zerklopften (mit dem Hammer auf den Leisten und auf Beckmessers Kopf) <em>Pr\u00fcgelfuge<\/em> bl\u00e4st sich eine h\u00e4\u00dfliche Fratze als Judenkarikatur auf. Im dritten Akt wird die Schusterstube und die Festwiese zu einem Aussagemarathon von Wagner-Sachs vor einem imagin\u00e4ren Gerichtshof, das Finale zu einem zeitlosen Statement der Unschuld seiner und der Musik allgemein. Auch in diesem Jahr wurde viel gestrafft, besonders im zweiten Akt kommen romantische Bilder auch mit Flieder im Blumentopf auf, die Pr\u00fcgelfuge ist nur noch blanke Brutalit\u00e4t. Szenisch und choreographisch befindet man sich im Ziel, schreibt Festspielgeschichte.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch ist <strong>Philippe Jordan<\/strong> der Erf\u00fcllungsgehilfe der Regie. Er bleibt unauff\u00e4llig und ohne H\u00f6hepunkte, aber es funktioniert im Ablauf ausgezeichnet, auch schwierige Szenen wie Pr\u00fcgelfuge und Einzug zur Festwiese kommen zusammen. Auch s\u00e4ngerisch gibt es viele H\u00f6hepunkte. Auf der H\u00f6he der Zeit ist <strong>Michael Volle<\/strong> als weltbester Hans Sachs, der Beckmesser des <strong>Martin Gantner<\/strong> ist stets pointiert und wohlartikulierend. <strong>Klaus Florian Vogt<\/strong> ist als Walther immer noch der jugendliche Tenor vom Dienst, auch wenn es nicht mehr ganz so elegant vonstatten geht. Da singt <strong>G\u00fcnther Groissb\u00f6ck<\/strong>\u00a0 den Veit Pogner als dominanten alten Mann im Hintergrund viel solider. <strong>Camilla Nylund <\/strong>entw\u00e4chst der Eva, ihre Stimme wird zu schwer, da wirkt <strong>Wiebke Lehmhuhl<\/strong> als Magdalene viel jugendlicher und leichter.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><strong>Barrie Kosky<\/strong> ist es erfolgreich gelungen, aus den <em>Meistersingern<\/em> eine ernstzunehmende (sic!) Kom\u00f6die zu machen, auch wenn dem Zuschauer das Lachen doch manchmal einfriert. Mit herausragenden S\u00e4ngern und einer Bewegungschoreographie, die den hohen Aufwand rechtfertigt, z\u00e4hlen diese <em>Meistersinger<\/em> zu den positiven H\u00f6hepunkten des Regietheaters und der Bayreuther Festspiele. Und sie sind un\u00fcberh\u00f6rbar absolute Publikumslieblinge!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Enrico Nawrath<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Michael Volle (Hans Sachs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813\u20131883) , Oper in drei Akten, Libretto: R. Wagner, UA: 21. Juni 1868 M\u00fcnchen, Nationaltheater Regie: Barrie Kosky, B\u00fchne: Rebecca Ringst Dirigent: Philippe Jordan, Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Choreinstudierung: Eberhard Friedrich Solisten: Michael Volle (Hans<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7914\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7915,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,173,134,116],"tags":[],"class_list":["post-7914","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-bayreuther-festspiele","category-featured","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7914"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7914\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7939,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7914\/revisions\/7939"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7915"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}