{"id":7874,"date":"2019-06-18T15:00:34","date_gmt":"2019-06-18T14:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7874"},"modified":"2019-07-30T15:04:54","modified_gmt":"2019-07-30T14:04:54","slug":"madama-butterfly-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7874","title":{"rendered":"Madama Butterfly &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Trag\u00f6die in zwei Akten, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Schauspiel <em>Madame Butterfly<\/em> von David Belasco, UA: 17. Februar 1904 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Fran\u00e7ois de Carpentries, Karine Van Hercke<\/p>\n<p>Drigient: Walter E. Gugerbauer, Hofer Symphoniker, Opernchor, Choreinstudierung: Roman David Rothenaicher)<\/p>\n<p>Solisten: Hye Won Nam (Cio-Cio-San, genannt Butterfly), Stefanie Rhaue (Suzuki), Joel Montero (B.F. Pinkerton), Annett Tsoungui (Kate Pinkerton), Minseok Kim (F\u00fcrst Yamadori), James Tolksdorf (Konsul Sharpless), Markus Gruber (Goro), Daniel Milos (Onkel Bonzo, ein Priester), Tae Yil Yoon (Kaiserlicher Kommissar), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Juni 2019 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Hof-Butterfly.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7875\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Hof-Butterfly.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"447\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Hof-Butterfly.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Hof-Butterfly-300x206.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton m\u00f6chte in Nagasaki die Geisha Cho-Cho-San, genannt Butterfly, heiraten. Die Hochzeit inklusive Familienfeier und Urkunden wird von dem Heiratsvermittler Goro arrangiert. Butterfly wird wegen der Heirat von ihrer Familie versto\u00dfen. Doch nach Hochzeitsnacht der verl\u00e4\u00dft Pinkerton Butterfly. Nach drei Jahren schickt Pinkerton einen Brief, den Konsul Sharpless \u00fcberbringt. Als Antwort zeigt Butterfly ihm das aus der Hochzeitsnacht hervorgegangene Kind. Im Brief wird die Ankunft Pinkertons und seiner amerikanischen Ehefrau Kate angek\u00fcndigt. Nachdem Butterfly das Kind den beiden \u00fcberlassen hat, ersticht sie sich aus entt\u00e4uschter Liebe \u2013 mit dem Dolch des Samurai, den einst ihr Vater zum Selbstmord verwendete.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist einfach, aber farbenfroh: Es soll auf einen zeitlosen \u201ejapanischen Handlungsort\u201c verweisen. Hinter einem Stufenpodest auf B\u00fchnenbreite (\u201eButterflys kleine einsame Insel\u201c) steht eine Holzwand mit Schiebet\u00fcren, \u00fcber der sich eine Plattform w\u00f6lbt, die gegen die Holzwand mit einem Gel\u00e4nder abgegrenzt wird. Die Kost\u00fcme in Asiaoptik geh\u00f6ren einer zeitlosen Mode an. Pinkerton erscheint in einer wenig amerikanischen, blauen Marineuniform. Cio-Cio-San tr\u00e4gt zur Hochzeit einen spektakul\u00e4ren wei\u00dfen Kimono, den sie auch angezogen hat, in dem sie am Ende Selbstmord ver\u00fcbt. Dazwischen sieht man sie einmal in einem wei\u00df bedruckten Kleidchen. Dabei tr\u00e4gt sie als Halstuch die US-Flagge, die sonst am B\u00fchnenrand am Flaggenmast weht. Ihr Kind ist bei der \u00dcbergabe an die Eltern in eine wei\u00dfe Marineuniform gekleidet. Bei ihrem ersten Auftritt hat Kate einen Pelzmantel an was schnell deutlich macht, wie die Ehe enden wird. Auch die \u00fcbrigen Darsteller k\u00f6nnen in farbenfrohen Kost\u00fcmen aufwarten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Besetzung dieser Oper steht und f\u00e4llt mit der Hauptrolle der Butterfly, von der Darstellerin wird kindlich naive Freude und eine unendliche Leidensf\u00e4higkeit im st\u00e4ndigen Sehnen nach der Wiederkehr Pinkertons erwartet. F\u00fcr <strong>Hye Won Nam <\/strong>ist das eigentlich kein Problem: Ihr lyrischer Sopran kennt keinerlei Probleme in den H\u00f6hen und Tiefen, technisch brilliert sie st\u00e4ndig und singt jede Phrase voll aus. Es wirkt sogar fast wie jungendlicher Sopran. Erkennen kann man das in ihrer Auftrittsarie <em>ich bin ein M\u00e4dchen \u2013 lo sono la fanciulla<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Joel Montero <\/strong>liegt ebenso auf dieser Linie. Ein Tenor im italienischen Fach mit hohem Strahlglanz, der mit viel Pathos und Verve auch der negativen Seite des Pinkerton Ausdruck verleiht. Seine gro\u00dfe Arie im dritten Akt <em>Addio fiorito asil \u2013 Lebwohl, blumengeschm\u00fccktes Asyl <\/em>kann man als ausdrucksstarke Glanznummer verbuchen. Spannend das Stimmduell zwischen Pinkerton und Konsul Sharpless: <strong>James Tolksdorf <\/strong>kann mit heftiger Durchschlagskraft und ausgefeilter Stimmf\u00fchrung die Kritik des Konsuls an der Handlung Pinkertons deutlich werden lassen. Mit seiner extrem hohen Reichweite vom Ba\u00df bis hin zu tenoralen Lagen wird sein Mitgef\u00fchl glaubhaft \u2013 besonders wenn er Butterfly auf das bittere Ende vorbereitet. <strong>Markus Gruber <\/strong>als serviler Goro bleibt hinsichtlich des Durchsetzungsverm\u00f6gens etwas unauff\u00e4llig, aber mit Eloquenz und lyrischem Klangbild macht er alles mehr als wett. <strong>Daniel Milos <\/strong>gelingt es, Onkel Bonzo den richtigen dramatischen Auftritt mit einer soliden Ba\u00dftiefe zu verschaffen \u2013 Butterflys Verfluchung und Ausschlu\u00df aus der Familie ist markersch\u00fctternd. <strong>Stefanie Rhaue<\/strong> ist die verzweifelte Dienerin Suzuki, die versucht Cio-Cio-Sans Schicksal aufzuhalten \u2013 auch wenn ihr dunkel timbrierter kr\u00e4ftigen Mezzo mit Tendenz zum Alt nicht ganz frei von Sch\u00e4rfe ist.<\/p>\n<p><strong>Walter E. Gugerbauer <\/strong>geht das Drama im Vorspiel eher verhalten pathetisch an. Die fesselnde Wirkung dieses St\u00fcckes entfaltet sich im Laufe der Zeit, die Pr\u00e4zision im Zusammenspiel der einzelnen Stimmgruppen, die Klangwelten Puccinis, seine musikalischen Spielereien werden mit einer gro\u00dfer filigraner Arbeit zelebriert. Die <strong>Hofer Symphoniker<\/strong> haben sich unter seiner Leitung am Theater Hof h\u00f6rbar weiterentwickelt, auch f\u00fcr die gro\u00dfen Werke der Oper.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die szenische Produktion von <strong>Fran\u00e7ois de Carpentries<\/strong> verortet die Handlung zeitlos und bezieht sich auf die Problematik \u201eabgesprochener Ehen\u201c. Folklore gibt es nicht wirklich, die farbenfrohen Kost\u00fcme sollen den Spielort weltweit erweitern. Auch gelingt es ihm, Pers\u00f6nlichkeiten zu charakterisieren. Butterfly ist bis zum Schlu\u00df liebenswert blau\u00e4ugig, Pinkerton und seine \u201erichtige\u201c Frau verhalten sich sch\u00e4big, der Konsul mitf\u00fchlend und versucht sogar, mit Suzuki die Katastrophe zu verhindern. Musikalisch sind die Hofer Symphoniker unter <strong>Walter E. Gugerbauer <\/strong>deutlich pr\u00e4ziser, technisch brillanter geworden und auch hinsichtlich der Nuancierung haben sie sich weiterentwickelt. Die beiden G\u00e4ste in den Hauptrollen harmonieren pr\u00e4chtig und k\u00f6nnen auch gemeinsam sich zu H\u00f6hepunkten steigern. Das spiegelt sich auch der Schlu\u00dfapplaus wieder: heftiger Beifall des Publikums, die beiden Hauptdarsteller bekommen Bravorufe.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: H. Dietz Fotografie, Hof<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: James Tolksdorf (Sharpless), Markus Gruber (Goro),Joel Montero (Pinkerton), Hye Won Nam (Madame Butterfly), Opernchor (v.l.n.r.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Trag\u00f6die in zwei Akten, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Schauspiel Madame Butterfly von David Belasco, UA: 17. 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