{"id":7870,"date":"2019-05-07T10:44:32","date_gmt":"2019-05-07T09:44:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7870"},"modified":"2019-07-30T16:15:27","modified_gmt":"2019-07-30T15:15:27","slug":"der-fliegende-hollaender-cottbus-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7870","title":{"rendered":"Der Fliegende Holl\u00e4nder &#8211; Cottbus, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen: Libretto: Richard Wagner, UA: 2. November 1843 Dresden, Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Jasmina Hadziahmetovic, B\u00fchne, Kost\u00fcme: Natascha Maraval<\/p>\n<p>Musikalische Leitung: Alexander Merzyn, Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus, Opernchor und Extrachor des Staatstheaters und Chorg\u00e4ste (Chorleitung: Christian M\u00f6bius)<\/p>\n<p>Solisten: Ulrich Schneider (Daland), Tanja Christine Kuhn (Senta), Jens Klaus Wilde (Erik), Carola Fischer (Mary), Hardy Brachmann (Steuermann Dalands), Andreas J\u00e4pel (Der Holl\u00e4nder),u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Mai 2019 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der fliegende Holl\u00e4nder ist dazu verdammt, auf ewig die Weltmeere zu befahren, bis er durch die Liebe einer Frau seine Erl\u00f6sung im Tod findet. Daland, der in einer Bucht auf ihn trifft als er Schutz vor einem Sturm sucht, ist von seinen Sch\u00e4tzen beeindruckt und verspricht ihm die Hand seiner Tochter, die ihm auch die erhoffte ewige Treue verspricht. Als der Holl\u00e4nder jedoch mitanh\u00f6ren mu\u00df, wie der J\u00e4ger Erik sie an ein einst ihm gegebenes Treueversprechen erinnert, f\u00fchlt er sich betrogen, kehrt auf sein Schiff zur\u00fcck und lichtet die Anker. Senta st\u00fcrzt sich ins Meer. Das Schiff des Holl\u00e4nders versinkt, Sentas Tod aus Liebe bringt dem Holl\u00e4nder die Erl\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Cottbus-hollaender_24.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7871\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Cottbus-hollaender_24.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Cottbus-hollaender_24.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Cottbus-hollaender_24-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt mit vielen D\u00fcnen einen weiten Sandstrand, der sich im Hintergrund im Meer und gewaltigen Wolken eines Gewittersturms dar\u00fcber verliert. Ein d\u00fcrrer kahler Baum erinnert an Caspar David Friedrich. Zwei W\u00e4nde links und rechts lassen sich f\u00fcr die Spinnstube zusammenfahren, davor h\u00e4ngen Netze, in die der Frauenchor Papierschiffchen h\u00e4ngt. Die Seefahrer klettern zun\u00e4chst Stehleitern hinauf und hinunter, bevor sie sich mit Raben- oder Totenmasken verkleiden. Den st\u00e4rksten Moment hat die Inszenierung am Ende der Liebesszene zwischen Senta und Holl\u00e4nder, als beide h\u00e4ndchenhaltend abgehen. Der schw\u00e4chste Moment ist das Ende, wenn Senta einfach von der B\u00fchne abgeht, ohne den Holl\u00e4nder zu erl\u00f6sen. Die Kost\u00fcme sind zeitlos. Daland kommt im grauen Gesch\u00e4ftsanzug, Senta im blauen Kleid mit Gummistiefeln \u00fcber das sie ein wei\u00dfes Hochzeitskleid zieht. Nur der Holl\u00e4nder mit seinen R\u00fcschen und wallender M\u00e4hne verweist auf die mystischen Urzeiten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die gro\u00dfe \u00dcberraschung ist die herausragende Besetzung der Rollen des Holl\u00e4nders und der Senta, auch an der vermeintlich \u201ekleinen Oper\u201c in Cottbus: <strong>Tanja Christine Kuhn<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber einen jugendlich klaren aber auch durchschlagsstarken Sopran, der mit den H\u00f6hen und Tiefen und den hohen Anspr\u00fcchen der <em>Ballade<\/em> keinerlei Probleme hat. Ihre Senta ist nicht (nur) die Tr\u00e4umerin, sie steht mit beiden Beinen fest im Leben. Die Hauptrolle des Holl\u00e4nders f\u00fcllt <strong>Andreas J\u00e4pel <\/strong>mit gro\u00dfer Durchschlagskraft und ausgefeilter Stimmf\u00fchrung aus. Mit seiner sicherem Gestaltung vom Ba\u00df bis hin zu h\u00f6heren baritonalen Lagen hat er keinerlei Probleme sein Auftrittslied <em>Die Frist ist um<\/em> dramatisch zu gestalten. <strong>Ulrich Schneider <\/strong>kann im baritonalen Bereich punkten, sein Daland ist im Dialog dem Holl\u00e4nder ebenb\u00fcrtig. <strong>Hardy Brachmann <\/strong>kann als Steuermann jugendlich dynamischer herzerfrischend f\u00fcr sich einnehmen, ebenso <strong>Carola Fischer <\/strong>als Mary.<\/p>\n<p>Leider gehen <strong>Jens Klaus Wilde <\/strong>als Erik diese Eindr\u00fccke v\u00f6llig ab. <strong>Alexander Merzyn <\/strong>gibt diesem Fr\u00fchwerk des gro\u00dfen Meisters die entsprechende Dynamik, die Feinabstimmung zwischen <strong>Orchester<\/strong> und <strong>Chor<\/strong> ist immer exakt und harmonisch einschwingend. Unter seiner F\u00fchrung ist das Haus, Orchester und Chor formidabel auf der H\u00f6he der Zeit. Er nimmt das St\u00fcck nicht nur mit \u201est\u00fcrmischer\u201c Wucht. Auch die leisen Passagen kann er einf\u00fchlsam gestalten, so da\u00df man auch immer wieder neue Sch\u00f6nheiten entdecken kann.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Staatstheater Cottbus &#8211; vom Zuschauerraum her ein formal kleineres Haus \u2013 zieht alle Register: etwa achtzig Chors\u00e4nger bev\u00f6lkern als Seeleute und Spinnerinnen die B\u00fchne \u2013 dennoch wird der Gespensterchor effektvoll per Lautsprecher zugespielt. Zusammen mit dem Orchester wird die Akustik klangvoll ausgenutzt, die Solisten sind problemlos und wortverst\u00e4ndlich aus diesem Klangbild herauszuh\u00f6ren. Szenisch ist die surreale Handlung zusammenhanglos. Das Geschehen auf der B\u00fchne ist ein wenig schwierig zu durchschauen, die Regie will wohl die Handlung als einen surrealen Traum Sentas darstellen. Senta holt einen Raben aus einem stets pr\u00e4senten Lederkoffer, der auch noch von innen beleuchtet ist. Warum sich der Chor maskiert, bleibt unklar, die s\u00e4ngerische Positionierung des Chors ist aber stets optimal. Am Ende ein fragw\u00fcrdiger Schlu\u00df: Senta geht ab und l\u00e4\u00dft ihre Traumgestalten hilflos zur\u00fcck. Vorhang zu und viele Fragen bleiben offen. Der Begeisterung des Publikums tut dies keinen Abbruch, geradezu heftiger Applaus f\u00fcr die Solisten, Chor und Orchester.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: (v.l.n.r.) Andreas J\u00e4pel (Holl\u00e4nder), Dirk Kleinke (Steuermann), Ingo Witzke (Daland) sowie Herren des Chores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen: Libretto: Richard Wagner, UA: 2. November 1843 Dresden, Hoftheater Regie: Jasmina Hadziahmetovic, B\u00fchne, Kost\u00fcme: Natascha Maraval Musikalische Leitung: Alexander Merzyn, Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus, Opernchor und Extrachor des Staatstheaters und<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7870\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7871,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[105,1],"tags":[],"class_list":["post-7870","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-cottbus-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7870","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7870"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7870\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7885,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7870\/revisions\/7885"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7871"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7870"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7870"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}