{"id":785,"date":"2009-09-16T22:41:57","date_gmt":"2009-09-16T20:41:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=785"},"modified":"2010-03-21T23:41:14","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:14","slug":"wiesbaden-hessisches-staatstheater-il-trovatore-%e2%80%93-der-troubadour","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=785","title":{"rendered":"Wiesbaden, Hessisches Staatstheater &#8211; IL TROVATORE \u2013 DER TROUBADOUR"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Dramma lirico in vier Akten, Libretto Salvatore Cammarano, vollendet von Leone Emmanuele Bardare, nach dem Schauspiel El trovador von Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez.<br \/>\nRegie: Cesare Lievi, B\u00fchnenbild: Csaba Antal, Dramaturgie: Bodo Busse und Serge Honegger<br \/>\nDirigent: Mario de Rose, Orchester, Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden<br \/>\nSolisten: Tatiana Plotnikova (Leonora), Tito You (Conte di Luna), Jeniece Golbourne (Azucena), Luis Chapa (Manrico), Bernd Hofmann (Ferrando), Betsy Horne (Inez)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 12. September 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wiesbaden-trovatore.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/wiesbaden-trovatore.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wiesbaden-trovatore.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/wiesbaden-trovatore.jpg\" \/><\/a>Ferrando, Hauptmann des Grafen di Luna, erz\u00e4hlt seinen Soldaten eine unheimliche Geschichte: Eine Hexe wurde beschuldigt, den Sohn des alten Grafen verw\u00fcnscht haben; sie wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt, der Spr\u00f6\u00dfling entf\u00fchrt und in der Asche fand man die \u00dcberreste eines Kindes.<br \/>\nDer jetzige Graf di Luna liebt Leonora, eine Hofdame, die jedoch nur Augen f\u00fcr den Troubadour Manrico hat. Dieser entpuppt sich nicht nur in der Liebe als Rivale sondern auch als politischer Feind des Grafen. Er verwundet Manrico im Duell. Die Zigeunerin Azucena pflegt ihren Sohn Manrico und gesteht ihm, da\u00df sie es war, die einst den Grafensohn entf\u00fchrte, um ihre als Hexe verurteilte Mutter zu r\u00e4chen. Anstelle des fremden Kindes stie\u00df sie aus Versehen ihr eigenes in die Flammen. Ferrando l\u00e4\u00dft Azucena ergreifen und f\u00fchrt sie als Spionin dem Grafen vor, der sie als M\u00f6rderin seines Bruders entlarvt. Manrico versucht sie zu befreien und wird dabei selbst gefangen genommen. Leonora verspricht dem Grafen die Ehe, um so dem Geliebten das Leben zu retten. Sobald sie Manrico in Sicherheit glaubt nimmt sie ein t\u00f6dliches Gift und stirbt. Der Graf l\u00e4\u00dft Manrico t\u00f6ten, und Azucena hat nun ihre Mutter ger\u00e4cht: Manrico war der j\u00fcngere Bruder des Grafen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung versucht den unterschiedlichen Szenerien des Librettos gerecht zu werden. Mit Wellblech wurde ein variables B\u00fchnenbild gestaltet. Dadurch konnte jeder Schauplatz deutlich skizziert werden. Trotz des in sich schl\u00fcssigen B\u00fchnenbildes war eine zentrale Aussage jedoch nicht erkennbar: Die Zigeuner wirkten wie eine lustig-bunte Version einer Stra\u00dfengang, deren Anf\u00fchrer ein St\u00e4ndchen singender Che Guevara ist. Die Soldaten des Grafen im Kost\u00fcm einer (Disco-)Security verspr\u00fchen den Charme einer auf eine Stra\u00dfenschlacht vorbereiteten Polizeitruppe. Bedauerlich ist, da\u00df nach jeder Szene der Vorhang f\u00fcr Umbauarbeiten geschlossen werden mu\u00dfte was die Entwicklung eines dramatischen Spannungsbogens verhindert.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie gesanglich beste Leistung gelang <strong>Jeniece Golbourne<\/strong> in der Rolle der Azucena, die mit ihrem dramatisch-d\u00fcsteren Alt die Arie <em>Stride la vampa \u2013 Lodernde Flammen<\/em> eindrucksvoll darbot. <strong>Tatiana Plotnikovas<\/strong> (Leonora) klarer Sopran kann leidenschaftlich sein, was sie wenigstens in den Arien, nicht zuletzt in <em>D\u2019amer sull\u2019ali rosee \u2013 Auf der Liebe rosigen Schwingen<\/em> unter Beweis stellte. Ebenfalls von Anfang an solide pr\u00e4sentierte sich <strong>Tito You<\/strong> (Conte di Luna), dessen voller Bariton im <em>Tace la notta \u2013 die Nacht schweigt<\/em> mit viel Gef\u00fchl erklang. <strong>Luis Chapas<\/strong> (Manrico) Tenor wirkte zun\u00e4chst in den hohen Lagen gepre\u00dft, steigerte sich aber nach der Pause besonders in der impulsiven Arie <em>Di quella pira l\u2019orrendo foco \u2013 Lodern zum Himmel seh\u2019 ich die Flammen<\/em>. <strong>Bernd Hoffmann<\/strong> (Ferrando) hatte ebenfalls anf\u00e4nglich mit einigen Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen, fand aber schlie\u00dflich zu einem vollen Ba\u00dfklang. Das szenische Spiel der Akteure war der gesanglichen Darbietung entsprechend schwankend und nicht immer \u00fcberzeugend.<br \/>\nDas<strong> Orchester<\/strong> unter der Leitung <strong>Mario de Roses<\/strong> bem\u00fchte sich zwar um einen ausgewogenen Klang, \u00fcberlagerte aber in den Tuttistellen zuweilen die Akteure. Alles in allem war es keine Sternstunde der italienischen Oper, wenn auch eine ordentliche Leistung.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEs war eine durchwachsene Premiere, die vom Publikum entsprechend zwiesp\u00e4ltig aufgenommen wurde. Es fehlte an Tiefgang, was nicht zuletzt an den st\u00e4ndigen Unterbrechungen lag. Der Auff\u00fchrung, vor allem aber der Inszenierung, wurden sowohl laute Bravo- als auch Buh-Rufe zuteil.<br \/>\nIsabell Seider<\/p>\n<p>Bild: Martin Kaufhold<br \/>\nDas Bild zeigt v. l. n. r.: Jeniece Golbourne (Azucena), Tatiana Plotnikova (Leonora), Luis Chapa (Manrico), Tito You (Conte di Luna)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Dramma lirico in vier Akten, Libretto Salvatore Cammarano, vollendet von Leone Emmanuele Bardare, nach dem Schauspiel El trovador von Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez. 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