{"id":7835,"date":"2019-06-12T11:22:27","date_gmt":"2019-06-12T10:22:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7835"},"modified":"2019-06-13T11:26:00","modified_gmt":"2019-06-13T10:26:00","slug":"la-grande-duchesse-de-gerolstein-die-grossherzogin-von-gerolstein-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7835","title":{"rendered":"La Grande-Duchesse de G\u00e9rolstein \u2013 Die Gro\u00dfherzogin von Gerolstein &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Op\u00e9ra bouffe in drei Akten, Text: Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy, UA: 12. April 1867 Paris, Th\u00e9atre de Vari\u00e9t\u00e9<\/p>\n<p>Regie: Renaud Doucet, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Andr\u00e9 Barbe<\/p>\n<p>Dirigent: Fran\u00e7ois-Xavier Roth und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<br \/>\nSolisten: Jennifer Larmore (La Grande-Duchesse), Emily Hindrichs (Wanda), Dino L\u00fcthy (Fritz), Miljenko Turk (Baron Puck), John Heuzenroeder (Prinz Paul), Vincent Le Texier (General Boum), Nicolas Legoux (Baron Grog)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Juni 2019 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/K\u00f6ln_Grande_Duchesse.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7836\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/K\u00f6ln_Grande_Duchesse.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/K\u00f6ln_Grande_Duchesse.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/K\u00f6ln_Grande_Duchesse-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Staat Gerolstein befindet sich im Krieg. Als die Gro\u00dfherzogin ihr Regiment inspiziert, verliebt sie sich in den Soldaten Fritz, den sie auch kurzerhand zum Hauptmann ernennt und damit den General Boum degradiert. Dieser schw\u00f6rt Rache. Prinz Paul, der schon l\u00e4nger um die Herzogin wirbt, wird von ihr ein weiteres Mal vertr\u00f6stet. Als Fritz aus dem Krieg zur\u00fcckkehrt, will die Gro\u00dfherzogin ihm ihre Liebe gestehen. Dieser versteht ihre Andeutungen aber nicht und bittet sie, seine Geliebte Wanda heiraten zu d\u00fcrfen. Die Herzogin ist gekr\u00e4nkt und schlie\u00dft sich einer Intrige an, die General Boum und Baron Puck geschmiedet haben, um Fritz zu ermorden. Doch bevor es zum \u00c4u\u00dfersten kommt, erkennt sie ihre Verantwortung als Monarchin, vergibt Fritz und willigt ein, Prinz Paul zu heiraten. General Boum r\u00e4cht sich an Fritz durch einen Streich, woraufhin dieser sich wieder degradieren l\u00e4\u00dft und mit Wanda davonzieht.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Herzogin wird hier zur Eigent\u00fcmerin eines Wasserimperiums, die mit dem Erben eines Backimperiums verheiratet werden soll. Dabei unterst\u00fctzt sie keinen klassischen Krieg, sondern Umweltaktivisten, die die Lebensgrundlage des \u201eGoldenen Froschs\u201c verteidigen. Die B\u00fchne wird nach jedem Akt umgebaut.<\/p>\n<p>Im ersten Akt zeigt sie beispielsweise Campingwagen und Schilder mit Parolen wie \u201cHambi bleibt\u201d oder \u201cEarth first\u201d; die Umweltaktivisten tragen Hippie-Kost\u00fcme, mit bunten Batik-T-Shirts, langen Haaren und Schlaghosen. Die Gro\u00dfherzogin tr\u00e4gt eine exzentrische rote Robe mit Turban. Naturelemente spielen eine besondere Rolle: die Wandverkleidung ist in einem gr\u00fcnen Muster gehalten und die Ballkleider der Hofdamen sind Blumenstr\u00e4u\u00dfen nachempfunden. Viel Wert wird auch auf heitere Effekte gelegt: es gibt Tanzeinlagen mit witzigen Choreographien, in denen froschartige Bewegungen nachgeahmt werden oder in denen die T\u00e4nzer als Jockeys mit aufgeblasenen Pferdekost\u00fcmen auftreten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fran\u00e7ois Xavier Roth<\/strong> dirigiert die Ouvert\u00fcre in einem m\u00e4\u00dfigen <em>Allegro<\/em> und legt dabei besonderen Wert auf rhythmische Ausgewogenheit, was den t\u00e4nzerischen und marsch\u00e4hnlichen Charakter der Musik hervorhebt. Rhythmische Finesse besitzt auch <strong>Dino L\u00fcthys<\/strong> (Fritz) Gesang, der vom ersten Akt an mit seinem klaren und durchdringenden Tenor einen sehr naiven und trotteligen Hippie nachahmt. Seine Betonung der schnellen Achtel im Walzertakt in der Arie <em>Quand prenand les armes \u2013 Wenn wir zu den Waffen greifen<\/em> ist sehr beschwingt und trotz der gro\u00dfen Melodiespr\u00fcnge pr\u00e4zis. Dabei wirkt sein Gesang stets sehr nat\u00fcrlich und nicht forciert.<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr seine Partnerin <strong>Emily Hindrichs <\/strong>(Wanda), die \u00fcber einen lyrischen Sopran mit einem seidigen Timbre verf\u00fcgt und diesen sehr spielerisch einzusetzen wei\u00df. Etwas \u00fcberspitzter dagegen singt <strong>Vincent Le Texier<\/strong> (General Boum), der, mit seinem rauhen und sehr dunklen Bariton, durch temperamentvolle Aktionen wie Boxen oder Hinfallen auf der B\u00fchne unterstreicht. Dabei singt er sehr laut und verleiht seiner Stimme gro\u00dfe Dynamik besonders in der H\u00f6he.<\/p>\n<p>Auch <strong>Jennifer Larmor<\/strong>e (La Grande-Duchesse) hat eine sehr dominante Stimme: sie singt mit ihrem dunklen Mezzo oft in der Bruststimme und betont dabei sehr stark die Worte. In ihrem ersten Auftritt, der sehr schnelle Wechsel in der Melodie beinhaltet, mu\u00df sie zuerst viel aspirieren, doch im Laufe des Abends singt sie mit mehr rhythmischer Sicherheit und kann ihre Darstellung der l\u00fcsternen Grand-Dame gut her\u00fcberbringen. Besonders in der Arie <em>Dite-lui \u2013 Sagen Sie ihm<\/em> legt sie sich mit Inbrunst in die einzelnen Gesangsphrasen und l\u00e4\u00dft ihre Stimme gef\u00fchlvoll in der H\u00f6he anschwellen. Erw\u00e4hnenswert ist auch der <strong>M\u00e4nnerchor<\/strong> im dritten Akt, der durch einen sehr synchronen Gesang und gute Dynamik, von Staccato-T\u00f6nen in der Tiefe bis hin zu strahlenden Spitzent\u00f6nen in der H\u00f6he, sehr gute Spannung aufbaut.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Regie-Team <strong>Renaud Doucet<\/strong> und <strong>Andr\u00e9 Barbe<\/strong> interpretiert Offenbachs parodistische Oper modern und macht viele Anspielungen auf die heutige \u00d6kologie-Krise \u2013 mit einigen Verweisen auf die Stadt K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Die Inszenierung ist ein gro\u00dfer Eingriff in die Offenbach\u2019sche Oper \u2013 keine Frage. Sowohl die Sprechtexte als auch die Handlung wurden stark bearbeitet. Trotzdem trifft sie den Nerv des St\u00fccks. Denn die \u00fcberspitzte Darstellung der Umweltaktivisten und der Unternehmens-Mogulin sowie ihrer politischen Berater ist nicht nur unterhaltsam, sondern h\u00e4lt der Gesellschaft einen Spiegel vor. B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme sind phantasievoll und bilden einen sch\u00f6nen Rahmen um die hervorragende, musikalische Darbietung. Publikumslieblinge sind Jennifer Larmore und das T\u00e4nzerensemble. Alles in allem, ein gelungener Offenbach-Abend!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<\/p>\n<p>Das Bild zeig im Vordergrund von li nach ret: Miljenko Turk (Baron Puck), Jennifer Larmore (La Grande-Duchesse), Vincent Le Texier (General Boum), dahinter: Tanzensemble und Chor der Oper K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Op\u00e9ra bouffe in drei Akten, Text: Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy, UA: 12. 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