{"id":781,"date":"2009-09-23T22:23:32","date_gmt":"2009-09-23T20:23:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=781"},"modified":"2010-03-21T23:41:11","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:11","slug":"koln-oper-die-meistersinger-von-nurnberg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=781","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Oper &#8211; DIE MEISTERSINGER VON N\u00dcRNBERG"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Musik und Text von Richard Wagner, UA:  21. Juli 1868, Hofoper M\u00fcnchen<br \/>\nInszenierung: Uwe Eric Laufenberg, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Tobias Hoheisel, Licht: Wolfgang G\u00f6bbel, Dramaturgie: Georg Kehren, Video: Falko Sternberg, Chor: Andrew Ollivant<br \/>\nDirigent: Markus Stenz, G\u00fcrzenichorchester K\u00f6ln<br \/>\nSolisten: Robert Holl (Hans Sachs), Bjarni Thor Kristinsson (Veit Pogner), Thorsten Scharnke (Kunz Vogelgesang), Johannes Martin Kr\u00e4nzle (Sixtus Beckmesser), Marco Jentzsch (Walther von Stolzing), Martin Kronthaler (Fritz Kothner), Alexander Fedin (Balthasar Zorn), Ulrich Hielscher (Hermann Ortel), Carsten S\u00fc\u00df (David, Sachsens Lehrbube), Astrid Weber (Eva), Dalia Schaechter (Magdalene), Dennis Wilgenhof (Ein Nachtw\u00e4chter), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. September 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/koeln-meistersinger.jpg\" TITLE=\"koeln-meistersinger.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/koeln-meistersinger.jpg\" ALT=\"koeln-meistersinger.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Der Ritter Walther von Stolzing erblickt Pogners bezaubernde Tochter Eva. Diese soll demjenigen zur Frau gegeben werden, der den Meistersingerwettstreit gewinnt. Die Meistersingerrunde lehnt den Ritter zun\u00e4chst wegen seines unkonventionellen, nicht regelkonformen Probeliedes ab. Allein der Schuster Hans Sachs tritt f\u00fcr ihn ein und erkennt sein Talent. Auch der Stadtschreiber Beckmesser interessiert sich f\u00fcr Pogners Tochter, doch am Ende ist es Walther von Stolzing der den Wettstreit und Eva f\u00fcr sich gewinnt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie drei Akte werden jeweils drei Zeitebenen zugeordnet. Der erste spielt im ausgehenden Mittelalter \u2013einzig Marco Jentzsch ger\u00e4t als Fremdling mit Handy, Digitalkamera und schwarzem Anzug in die sp\u00e4tmittelalterliche Welt und f\u00fcgt sich erst sp\u00e4ter durch \u00dcberziehen einer pelzbesetzten Weste in diese ein, der zweite Akt in der Mitte  des 19. Jahrhunderts, der Entstehungszeit der Oper, und der dritte in den 50er Jahren der Nachkriegszeit und der Jetztzeit. So besteht das B\u00fchnenbild im ersten Akt aus einem vergoldeten Portal, das einen gotischen Kirchenraum andeutet und sp\u00e4tmittelalterlich gekleideten Akteuren. Die Pr\u00fcgelszene am Ende des zweiten Aktes endet mit Toten auf einer rasch aufgerichteten Barrikade. Die Staatsmacht stellt die Ruhe durch eine Gewehrsalve wieder her. Das letzte Bild der Oper ist ein Nachbau der \u00e4u\u00dferen Fassade der K\u00f6lner Oper am Offenbachplatz mit Blick auf das angrenzende 4711- Geb\u00e4ude.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Robert Holls<\/strong> (Hans Sachs) tiefer wohlklingender Ba\u00df und seine Statur geben der Figur des Schusters glaubw\u00fcrdige Gestalt und vor allem in der Auseinandersetzung mit <strong>Johannes Martin Kr\u00e4nzle<\/strong> (Beckmesser), <em>Jerum, jerum, hallo, hallo, he<\/em>, zeigt er nicht nur s\u00e4ngerisches, sondern auch schauspielerisches Talent.<br \/>\n<strong>Johannes Martin Kr\u00e4nzle<\/strong> (Beckmesser) ist, obwohl Verlierer des Ringens um <strong>Astrid Weber<\/strong> (Eva), eindeutig einer der Gewinner des Abends. Da\u00df er sein Fach beherrscht steht au\u00dfer Frage. Aber gerade die Stellen, an denen er sein k\u00fcnstlerisches Nichtk\u00f6nnen unter Beweis stellen mu\u00df, spielt und singt er besonders gut. Er sorgt f\u00fcr einige Lacher im Publikum, schafft es aber gleichzeitig, fast mitleidige Blicke auf sich zu ziehen. Er f\u00fchrt seine Baritonstimme in die Tiefe, aber auch leicht in die H\u00f6he \u2013 eine Wandelbarkeit, die die Rolle als zun\u00e4chst strenger Stadtschreiben und sp\u00e4ter dann verwirrter Werbender von ihm verlangt.<br \/>\n<strong>Marco Jentzsch<\/strong> (Walther von Stolzing) lieferte bei seinem Rollendeb\u00fct eine solide Leistung, wobei man ihm einige kleinere Schw\u00e4chen z.B. in seinem Werbelied <em>Morgendlich leuchtend im rosigen Schein<\/em> durch sein leidenschaftliches Spiel nachsehen konnte. Gegen Ende fehlte dann doch die Kraft, die Partie ganz durchzustehen, doch man erkennt eindeutig das Potential, das in diesem jungen S\u00e4nger steckt.<br \/>\nSeine angebetete <strong>Astrid Weber<\/strong> (Eva), intoniert sauber, singt aber leider den Text nicht immer verst\u00e4ndlich. Den Text ist kaum verst\u00e4ndlich (es gibt keinen \u00dcbertitel). Lediglich <strong>Dalia Schaechte<\/strong>r (Magdalene) artikuliert stets gut und sauber.<br \/>\nIn ganz  besonderer Erinnerung bleibt das Quintett <em>Selig wie die Sonne<\/em>, gesungen von <strong>Robert Holl<\/strong> (Hans Sachs), <strong>Marco Jentzsch<\/strong> (Walther von Stolzing), <strong>Astrid Weber<\/strong> (Eva), <strong>Dalia Schaechter<\/strong> (Magdalene) und <strong>Carsten S\u00fc\u00df<\/strong> (David).<br \/>\nDas<strong> G\u00fcrzenichorchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Markus Stenz<\/strong> ist wie gewohnt gut und beweist, da\u00df K\u00f6ln einen wunderbaren Klangk\u00f6rper  speziell auch f\u00fcr Wagner parat hat.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin sich rundum lohnender Opernabend. Sehr gute S\u00e4gerinnen und S\u00e4nger, beeindruckende Kost\u00fcme, sch\u00f6ne B\u00fchnenbilder. Eine Opernauff\u00fchrung, die nicht um jeden Preis modern sein will, sondern einfach Spa\u00df macht und trotz der Spiell\u00e4nge niemals Langeweile aufkommen l\u00e4sst. Die Inszenierung unternimmt einen Parforceritt durch die deutsche Geschichte seit dem Sp\u00e4tmittelalter bis zur Jetztzeit und spiegelt gleichzeitig auch die Rezeptionsgeschichte der Oper wider. Vielleicht wirkt die Verlagerung der Festwiese auf den K\u00f6lner Offenbachplatz  im f\u00fcnften Aufzug des dritten Aktes  auf den einen oder anderen zu provinziell, aber gerade f\u00fcr die K\u00f6lner ist auch dies eine Freude.<br \/>\nKatharina Rupprich<\/p>\n<p>Bild: Forster<br \/>\nDas Bild zeigt: Robert Holl  (Hans Sachs), Astrid Weber (Eva)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik und Text von Richard Wagner, UA: 21. 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