{"id":779,"date":"2009-09-10T22:17:18","date_gmt":"2009-09-10T20:17:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=779"},"modified":"2010-03-21T23:42:06","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:06","slug":"stockholm-konigliche-oper-pique-dame","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=779","title":{"rendered":"Stockholm, K\u00f6nigliche Oper &#8211; PIQUE DAME"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Peter Tschaikowski (1840 \u2013 1893), Oper in 3 Akten, Text von Modest Tschaikowski nach einer Novelle von Alexander Puschkin<br \/>\nUA: St. Petersburg 1890<br \/>\nRegie: Dmitri Bertman, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcm: Hartmut Sch\u00f6rghofer, Licht: Hans-\u00c5ke Sj\u00f6quist, Choreographie: Edvald Smirnov<br \/>\nDirigent: Christian Badea, K\u00f6nigliche Hofkapelle<br \/>\nChor der K\u00f6niglichen Oper, Einstudierung: Folke Alin und Christina H\u00f6rnell; Sch\u00fcler der Adolf-Fredrik-Schule, Einsudierung: Pelle Olofson<br \/>\nSolisten: Stefan Dahlberg (Herman), Marcus Jupither (Graf Tomski), Jesper Taube (F\u00fcrst Jeletzki), Ulrik Qvale (Tschekalinski), Lennart Fors\u00e9n (Surin), Niklas Bj\u00f6rling Rygert (Tschaplitzki, Zeremonienmeister), Michael Schmidberger (Narumow), Ingrid Tobiasson (Gr\u00e4fin), Inessa Galante (Lisa), Erika Sax (Pauline), Agneta Lundgren (Gouvernante), Annica Nilsson (Masja), Gunda-Marie Bruce (Chlo\u00eb)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. September 2009<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"stockholm-pique-dame.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/stockholm-pique-dame.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"stockholm-pique-dame.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/stockholm-pique-dame.jpg\" \/><\/a>Der Offizier Herman verliebt sich in Lisa, die Verlobte des F\u00fcrsten Jeletzki. Zugleich erf\u00e4hrt er von seinen Freunden, da\u00df deren Gro\u00dfmutter, die alte Gr\u00e4fin, dank einer geheimnisvollen Kartenkombination beim Spiel ein Verm\u00f6gen gewonnen hat. Herman beschlie\u00dft, der Gr\u00e4fin dieses Geheimnis zu entrei\u00dfen und \u00fcberrascht sie deswegen bei Nacht in ihrem Gemach. Doch bevor sie es verraten kann, stirbt sie vor Schreck. Lisa, die Herman ihrerseits ihre Liebe gestanden hat, realisiert nun, da\u00df es ihm mehr um das Kartenspiel als um sie selber geht und begeht Selbstmord. Herman beginnt seinen Verstand zu verlieren. Der Geist der toten Gr\u00e4fin erscheint ihm und verr\u00e4t ihm die entscheidende Kombination von drei Karten. Doch als er darauf setzt, stellt sich kein Erfolg ein. Er erkennt seine ungeheure Verfehlung und nimmt sich das Leben.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nKost\u00fcm und Dekoration zeigen authentisches russisches 19. Jahrhundert. Das gilt allerdings nicht f\u00fcr die Personenregie, die gelegentlich surreal verfremdend oder ironisierend ist, ohne die originale Handlung jedoch anzutasten. Zumeist ist sie konventionell realistisch gehalten und macht es Publikum wie Darstellern damit leicht, sich in die Charaktere hineinzuversetzen. \u00dcber das B\u00fchnenbild kann nur mit Einschr\u00e4nkungen berichtet werden, weil die B\u00fchnentechnik \u2013 es handelt sich noch um die originale Technik von 1898, also aus dem Jahr der Erbauung der K\u00f6niglichen Oper, die im n\u00e4chsten Jahr modernisiert werden soll \u2013 streikte. Was man zu sehen bekam, hatte einen illusionistischen Anstrich.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDarstellerisch und stimmlich \u00fcberragend ist <strong>Marcus Jupither<\/strong> in der Rolle des Grafen Tomski. Mit ungez\u00fcgelter Spielfreude zeichnet er ein scharfes Profil dieser burlesken Figur und vermag seine Ba\u00dfbaritonstimme sprecherisch fein abget\u00f6nt zum Einsatz zum bringen. Die beiden weiblichen Hauptpartien des Werkes, Lisa und Gr\u00e4fin, stellen weniger wegen der virtuosen Passagen als wegen der so leise wie m\u00f6glich zu singenden Abschnitte eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Solistinnen dar, denn ein ausgeglichener leiser Stimmklang ist nur mit absoluter technischer Perfektion sicher herauszubringen. \u00dcber diese Sicherheit verf\u00fcgen beide S\u00e4ngerinnen, <strong>Inessa Galante<\/strong> und <strong>Ingrid Tobiasson<\/strong>, und erhielten daf\u00fcr auch verdienten Szenenapplaus. <strong>Stefan Dahlberg<\/strong> als Herman kam bei den massiv begleiteten Stellen seiner Partie stimmlich an seine Grenzen, bew\u00e4hrte sich jedoch als Darsteller gut. Uneingeschr\u00e4nkt zu loben ist der Dirigent <strong>Christian Badea<\/strong> f\u00fcr seine hervorragende Koordinierung von S\u00e4ngern und Orchester und die dynamisch-klanglich hochdifferenzierte Interpretation des Textes. Ohne ins Seichte abzudriften gelang es ihm, das d\u00fcstere Pathos der Musik, das viele Dirigenten zu einem dunklen, schwerf\u00e4lligen und damit oft recht eint\u00f6nigen Klang verleitet, so aufzulockern, da\u00df die Handlung sich z\u00fcgig entwickeln konnte. Er vermochte mit anderen Worten nicht durch permanentes Espressivo, sondern durch Zur\u00fcckhaltung zu beeindrucken, und das Orchester spielte dementsprechend eindringlich, aber unaufdringlich.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDank der historischen Kost\u00fcme und der \u2013 von einigen wenigen Zugest\u00e4ndnissen an das moderne Regietheater abgesehen \u2013 konventionellen Personenf\u00fchrung erwartet den Zuschauer ein regelrechter Augenschmaus. Dirigent, Orchester und S\u00e4nger wiederum bieten dem Zuh\u00f6rer eine derart abwechslungsreiche und durchdachte Wiedergabe der Musik Tschaikowskis, da\u00df das an sich recht lange Werk ungemein kurzweilig daherkommt. Mit Sicherheit eine der gelungensten Produktionen aus dem Repertoire der Stockholmer Oper.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Alexander Kenney<br \/>\nDas Bild zeigt: Ingrid Tobiasson als Gr\u00e4fin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter Tschaikowski (1840 \u2013 1893), Oper in 3 Akten, Text von Modest Tschaikowski nach einer Novelle von Alexander Puschkin UA: St. Petersburg 1890 Regie: Dmitri Bertman, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcm: Hartmut Sch\u00f6rghofer, Licht: Hans-\u00c5ke Sj\u00f6quist, Choreographie: Edvald Smirnov Dirigent: Christian<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=779\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,96],"tags":[],"class_list":["post-779","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-stockholm-konigliche-oper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/779","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=779"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/779\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1304,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/779\/revisions\/1304"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=779"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}