{"id":7757,"date":"2019-04-01T19:01:29","date_gmt":"2019-04-01T18:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7757"},"modified":"2019-04-01T19:01:29","modified_gmt":"2019-04-01T18:01:29","slug":"sunset-boulevard-goerlitz-gerhart-hauptmann-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7757","title":{"rendered":"Sunset Boulevard &#8211; G\u00f6rlitz, Gerhart-Hauptmann-Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Andrew Lloyd Webber, Musical, Libretto: Don Black &amp; Christopher Hampton, Dt. Fassung v. Michael Kunze, UA: 12. Juli 1993 London, Adolphi Theatre<\/p>\n<p>Regie: Ansgar Weigner, Ausstattung: Robert Schrag, Choreographie: Dan Pelleg, Marko E. Weigert,<\/p>\n<p>Dirigent: Ulrich Kern, Neue Lausitzer Philharmonie, Opernchor, Tanzcompany<\/p>\n<p>Solisten: Yvonne Reich (Norma Desmond), Daniel Eckert (Joe Gillis), Anna G\u00f6ssi (Betty Schaefer), Stefan Bley (Max von Mayerling), Hans-Peter Struppe (Cecil B. DeMille), Bartosz Borula (Artie Green), Michael Berner (Sheldrake et al.), Patricia B\u00e4nsch (Mary), Thembi Nkosi (Myron et al.), Ji-Su Park (Morino et al.) u.v.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. M\u00e4rz 2019 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/G\u00f6rlitz-SunsetBoulevard.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7758\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/G\u00f6rlitz-SunsetBoulevard.png\" alt=\"\" width=\"756\" height=\"504\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/G\u00f6rlitz-SunsetBoulevard.png 756w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/G\u00f6rlitz-SunsetBoulevard-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 756px) 100vw, 756px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der ermordete Drehbuchautor Joe Gillis erz\u00e4hlt in einer R\u00fcckblende, wie es zu seinem Tod kam: in den Paramount Studios ist der von Schuldeneintreibern verfolgte Joe auf Arbeitssuche, doch er wird zur\u00fcckgewiesen. Von den Eintreibern verfolgt, gelangt Joe schlie\u00dflich mit seinem Auto zur Villa von Nora Desmond, einer ehemaligen Filmlegende. Joe bleibt bei ihr und bei Max, der einst ihr Mann war, wie sich sp\u00e4ter herausstellen wird.<\/p>\n<p>Joe soll Norma helfen, ein Drehbuch von ihr umzuschreiben. Unterdessen zieht es Joe, der von Norma ausgehalten wird, aber immer wieder zu Betty, mit der er an einem eigenen Drehbuch arbeitet und zu der er sich immer mehr hingezogen f\u00fchlt. Als Norma dahinterkommt, zwingt sie Joe, Betty zu verlassen. Darauf will Joe aus der Villa ziehen, aber die ehemalige Filmdiva will ihn nicht gehen lassen und erschie\u00dft Joe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Inszenierung kommt die Drehb\u00fchne zum Einsatz, so da\u00df die Settings schnell wechseln k\u00f6nnen. Das Flair Hollywoods um 1950 spiegelt sich in B\u00fchnenbild und Kost\u00fcmen wieder, die auch das Spannungsfeld der bunt-schillernden Filmwelt und der morbiden Villa der alternden Filmdiva mit Treppenaufgang und Orgel wiedergeben. Hinzu treten kurze filmische Einblendungen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Dreh- und Angelpunkt des Musicals, und dies vom ersten Augenblick an, ist die Figur des Joe Gillis. Diesen Part erf\u00fcllt <strong>Daniel Eckert<\/strong> scheinbar v\u00f6llig m\u00fchelos mit exzellenter gesanglicher und schauspielerischer Leistung. Durch sein famoses Spiel erh\u00e4lt die Figur den n\u00f6tigen Vorw\u00e4rtsdrang und superb changiert er zwischen aalglatter Berechnung und innerer Zerrissenheit. Gesanglich zeichnet sich Eckert hier nahezu als Idealbesetzung aus, wobei er auch die ausgehaltenen h\u00f6heren T\u00f6ne seiner Eins\u00e4tze in hellem Licht erstrahlen l\u00e4\u00dft. Hinrei\u00dfend \u00fcberzeugend ger\u00e4t so auch das Liebesduett zwischen Joe und Betty.<\/p>\n<p><strong>Anna G\u00f6ssi<\/strong> verleiht Betty mit ihrem ausdrucksstarken Sopran, der selbst die schillernd aufblitzenden H\u00f6hen sauber nimmt, eine frische Jugendlichkeit, die den Zuh\u00f6rer ab dem ersten Auftritt sofort f\u00fcr sich einnimmt. <strong>Yvonne Reich<\/strong> gl\u00e4nzt als Filmdiva gesanglich sowohl in der Arie <em>Aufzugeben<\/em>, als auch in dem Hauptlied <em>Nur ein Blick<\/em>. Letzteres wird von ihr mit solcher Eindringlichkeit im Duktus und in der Zeichnung warmen Timbres vorgetragen, da\u00df es einen nur schwer auf dem Sitz h\u00e4lt, um nicht nach einer Zugabe zu rufen.<\/p>\n<p>Auch <strong>Stefan Bley<\/strong> k\u00f6nnte f\u00fcr die Rolle des Max kaum besser besetzt sein. Wunderbar eindringlich sein Spiel als Normas hilfreicher und hilfloser Besch\u00fctzer. Gro\u00dfe gesangliche Momente zeigt sein breit aufgestellter, mit erdigen Farbnuancen changierender Ba\u00df in der Arie <em>Kein Star wird jemals gr\u00f6\u00dfer sein<\/em>. Die weiteren Darsteller bestechen gleichfalls mit soliden Gesangsleistungen, die zum \u00e4u\u00dferst gelungenen Gesamteindruck beitragen. Dazu tr\u00e4gt auch die <strong>Neue Lausitzer Philharmonie<\/strong> unter <strong>Ulrich Kern<\/strong> bei. Dem Klangk\u00f6rper gelingt es, die mystisch-morbide Atmosph\u00e4re ebenso einzufangen, wie auch den schillernd grellen Ton der Filmstudios- und Partyszenen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung besticht durch ihre opulente, filmreife Ausstattung mit zahlreichen Verwandlungszenen, die das Flair der Handlungszeit bestens einfangen. Die S\u00e4nger bilden zudem eine gesanglich und schauspielerisch mitrei\u00dfende Einheit, die vom ersten Moment bis zum letzten Ton zu begeistern wei\u00df. Der Lohn f\u00fcr den \u00e4u\u00dferst gelungenen Abend waren nicht ein enden wollender Applaus und zahlreiche Bravorufe.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Yvonne Reich (Norma Desmond), Daniel Eckert (Joe Gillis) u. Stefan Bley (Max von Mayerling)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Andrew Lloyd Webber, Musical, Libretto: Don Black &amp; Christopher Hampton, Dt. Fassung v. Michael Kunze, UA: 12. Juli 1993 London, Adolphi Theatre Regie: Ansgar Weigner, Ausstattung: Robert Schrag, Choreographie: Dan Pelleg, Marko E. 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