{"id":7745,"date":"2019-02-02T19:28:45","date_gmt":"2019-02-02T18:28:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7745"},"modified":"2019-03-28T19:29:06","modified_gmt":"2019-03-28T18:29:06","slug":"drei-maenner-im-schnee-muenchen-gaertnerplatztheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7745","title":{"rendered":"Drei M\u00e4nner im Schnee &#8211; M\u00fcnchen, G\u00e4rtnerplatztheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Thomas Pigor (*1956) inklusive Libretto, Revueoperette in 2 Akten, Thomas Pigor: Libretto nach dem Roman von Erich K\u00e4stner Orchestrierung von Konrad Koselleck.<\/p>\n<p>Regie: Josef E. K\u00f6pplinger, B\u00fchne: Rainer Sinell, Kost\u00fcme: Dagmar Morell, Choreographie: Adam Cooper<\/p>\n<p>Dirigent: Andreas Kowalewitz, Orchester, Chor und Kinderchor des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz, Choreinstudierung: Felix Meybier<\/p>\n<p>Solisten: Erwin Windegger (Eduard Tobler), Julia Klotz (Hilde Tobler), Armin Kahl (Dr. Fritz Hagedorn), Alexander Franzen (Johann Kesselhuth, Kammerdiener Toblers), Dagmar Hellberg (Claudia Kunkel, Hausdame Toblers), Sigrid Hauser (Frau Calbre), Frank Berg (Hoteldirektor K\u00fchne), Eduard Wildner (Portier Polter), Maximilian Berling (Page Bepi), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. Januar 2019 (Urauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/M\u00fcnchen-M\u00e4nner.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7746\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/M\u00fcnchen-M\u00e4nner.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/M\u00fcnchen-M\u00e4nner.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/M\u00fcnchen-M\u00e4nner-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Weihnachtsfeier des Berliner Tobler-Konzerns. Gewinner des weihnachtlichen Preisausschreibens ist Dr. Fritz Hagedorn, der mit seinem Werbespruch auf eine Anstellung hofft und stattdessen 14 Tage Winterurlaub im Grandhotel Bruckbeuren erh\u00e4lt. Ebenfalls einen solchen Gewinn erh\u00e4lt Konzernchef Tobler, der sich als armer Schlucker namens Schulze verkleidet und einmal erleben will, wie man auf ihn so reagiert. Seine Hausdame (und Geliebte) informiert die Hoteldirektion, da\u00df ein anonymer Million\u00e4rs ins Haus komme. Vor Ort wird prompt Hagedorn f\u00fcr den reichen Mann gehalten, Tobler bleibt der mies behandelte Schlucker \u2013 auf den sein Kammerdiener ein Auge hat.<\/p>\n<p>Diese drei M\u00e4nner-Freunde bauen selig vom Cognac einen Schneemann namens Kasimir. Nach einigen Liebes-Irrungen w\u00e4hrend und nach dem Sylvesterball, dem Auftauchen von Tochter Hilde im Gefolge der geliebten Hausdame und einer Gondelfahrt ins Gebirge, suchen sich die Paare im Schneesturm \u2013 und einen Reim auf \u201eE\u201c.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist schlicht, aber szenisch aufregend, da durch einfache Verwandlungen viel Bewegung ins Spiel kommt. Mittels Drehb\u00fchne erscheint erst ein mond\u00e4nes Hotel-Foyer, dann die Schneelandschaft samt riesigem Schneemann davor oder eine Gondel des Skiliftes an einer felsigen Steilwand. Mittels hineinfahrender Kulissen oder Hintergrundprospekte erscheinen die Kantine der Tobler-Weihnachtsfeier und das Familientreffen in der Villa der Familie Tobler samt Hausdame.<\/p>\n<p>Der Maskenball zu Sylvester 1932\/33 tobt als Polonaise durch das Hotel-Foyer, wo der Hoteldirektor K\u00fchne und der Portier Polter genauso n\u00e4selnd herrscht wie einst Hans Moser. Die Kleidung zeigt den gesamten Fundus dieser Zeit, inklusive dreier SA-M\u00e4nner in \u201eunserm Kost\u00fcm\u201c. Der Hoteldirektor will diese zum Ball nicht zulassen, bis Portier Polter n\u00e4selt <em>Des is kane SA, des sann alles \u00d6sterreicher<\/em>. Auch der Schneemann bekommt eine kleine Hakenkreuzfahne.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Man kann mit Fug und Recht von einer Operette sprechen, so ausgefeilt und vielschichtig ist die eing\u00e4ngige Musik der <em>Goldenen Zwanziger Jahre<\/em>. Vieles erinnert Kurt Weills Musik, aber auch an Foxtrott und Charleston, Swing und Tango, Oriental und Wiener Walzer wie <em>Drei M\u00e4nner im Schnee<\/em>, aber auch ironische Zitate dessen, was Touristen unter <em>Alpenl\u00e4ndischer Musik<\/em> verstehen. Das <strong>G\u00e4rtnerplatzorchester<\/strong> verwandelt sich in eine Jazzkapelle und eine Walzer-Combo. Aufgetischt wird die heitere Mischung vom GMD <strong>Andreas Kowalewitz<\/strong>, der an diesem Abend das Publikum temporeich swingend zum mitschunkeln und mitklatschen ermuntert. Der bestens eingestellte <strong>Chor<\/strong> und der liebenswerte <strong>Kinderchor<\/strong> bringen H\u00f6chstleistung dank der perfekt choreographierten Ski-Stepper-Nummer <em>Skifahr\u2019n im Schnee<\/em>, dem gro\u00dfen Ensembleauftritt oben auf dem Berg <em>Fragen wir doch einfach mal den Wolkenstein<\/em>. Auch die operettenerprobten Solisten des Hauses verm\u00f6gen zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Das Liebesduett zwischen Hagedorn und Hilde <em>Komm unter die Laterne, s\u00fc\u00dfe kleine Subalterne<\/em>\u2013 hat das Potential zum Operettenschlager. <strong>Julia Klotz<\/strong> ist diese egozentrische blonde Hilde Tobler, ihre Stimme klingt aber zu dramatisch und hart \u2013 sie ist eher keine jugendliche Geliebte. <strong>Armin Kahl<\/strong> ist der jugendliche Operettentenor in der Rolle des Fritz Hagedorn, der nach einigen R\u00fcckschl\u00e4gen endlich eine Anstellung und sein Gl\u00fcck findet. Der \u00fcberragendste S\u00e4ngerdarsteller ist <strong>Erwin Windegger<\/strong> als Eduard Tobler, der alle Leidenswege, Hoffnungen und pers\u00f6nliche Freuden klanglich glaubhaft \u00fcber die Rampe bringt. <strong>Dagmar Hellberg<\/strong> ist die dominante Hausdame, <strong>Alexander Franzen<\/strong> der unauff\u00e4llige Kammerdiener. Auch die kleineren Rollen sind profund besetzt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Abend erweist sich als gelungene Operetten-Revue im Stil der <em>Goldenen Zwanziger Jahre<\/em>. Die Handlung des K\u00e4stner-Romans <strong><em>Drei M\u00e4nner im Schnee <\/em><\/strong>aus dem Jahr 1934\/35 wurde oft verfilmt und kopiert. Diese und die einfach wohlgesetzt heiteren Texte nach Erich K\u00e4stner sind Grundlage f\u00fcr die gute Laune des Publikums. Hier kann man viel \u00fcber die Lage der Gesellschaft der Jahre zwischen 1920-30 lernen. Die passende humorvolle Aufarbeitung pa\u00dft ins Bild \u2013 auch wegen der einfallsreichen und perfekt choreografierten szenischen Umsetzung. Die vom G\u00e4rtnerplatz beauftragte musikalische Komposition von Thomas Pigor und die Arrangements von Konrad Koselleck sind kongenial und lassen die musikalische Welt der <em>Zwanziger Jahre<\/em> wieder aufleben. Die Liste der Musiknummern im Programmheft ist wichtig f\u00fcr die musikalische Erinnerung, das Programmheft selbst ein umfangreicher Beitrag zu dem Werk Erich K\u00e4stners. Das Libretto fehlt, w\u00e4re aber dringend w\u00fcnschenswert. Der geradezu hysterische Beifall des Publikums macht Hoffnung auf einen festen Platz dieses St\u00fcckes im Repertoire des G\u00e4rtnerplatzes &#8211; und an anderen H\u00e4usern.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Christian POGO Zach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Armin Kahl (Dr. Fritz Hagedorn), Erwin Windegger (Eduard Tobler), Alexander Franzen (Johann Kesselhuth)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Thomas Pigor (*1956) inklusive Libretto, Revueoperette in 2 Akten, Thomas Pigor: Libretto nach dem Roman von Erich K\u00e4stner Orchestrierung von Konrad Koselleck. Regie: Josef E. 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