{"id":7740,"date":"2019-03-05T08:14:26","date_gmt":"2019-03-05T07:14:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7740"},"modified":"2019-03-20T08:22:59","modified_gmt":"2019-03-20T07:22:59","slug":"die-herzogin-von-chicago-regensburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7740","title":{"rendered":"Die Herzogin von Chicago &#8211; Regensburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Emmerich Kalman (1882-1953); Operette in zwei Akten mit Vor- und Nachspiel, Libretto: Julius Brammer und Alfred Gr\u00fcnwald,<\/p>\n<p>UA: 5. April 1928 Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie: Aron Stiehl, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Dietlind Konold, Choreographie: Tamas Mester<\/p>\n<p>Dirigent: Chin-Chao Lin, Philharmonisches Orchester Regensburg, Opernchor, Cantemus-Chor, Choreinstudierung: Alistair Lilley<\/p>\n<p>Solisten: Sin\u00e9ad Campbell-Wallace (Mary Lloyd), Marc Adler (Prinz Sandor Boris), Anna Pisareva (Prinzessin Rosemarie), Matthias St\u00f6rmer (James Bondy), Doris Dubiel (K\u00f6nig Pankraz), Michael Heuberger (Benjamin Lloyd), Philipp Meraner (Graf Bojazowitsch &#8211; Finanzminister), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. M\u00e4rz 2019<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/rEGENSBURG-HerzoginChicago_GP_FotoJQuast_072.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7742\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/rEGENSBURG-HerzoginChicago_GP_FotoJQuast_072.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/rEGENSBURG-HerzoginChicago_GP_FotoJQuast_072.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/rEGENSBURG-HerzoginChicago_GP_FotoJQuast_072-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In Budapest ist 1928 das Charleston-Fieber ausgebrochen. Sandor Boris, der Erbprinz von Sylvarien, setzt dagegen auf Csardas und Walzer &#8211; bestellt beim Primas ein Wiener Lied. Da tritt Milliard\u00e4rstocher Mary Lloyd samt Sekret\u00e4r James Bondy ein, es kommt zum musikalischen Streit, als sich Prinz Sandor weigert mit ihr Charleston zu tanzen. Im Schlo\u00df des Prinzen treffen sie sich wieder, da Mary Lloyd gewettet hat, in Europa das zu erstehen, was f\u00fcr Geld am schwersten zu bekommen ist. Sie kauft das Schlo\u00df und renoviert es im amerikanischen Stil. Sie lernt Wiener Walzer, er Charleston, aber als er sich als Ziel der Wette erkennt, schiebt er lieber eine Verlobung mit Prinzessin Rosemarie vor, die jedoch mit James Bondy durchbrennt. Als K\u00f6nig Pankraz versucht, das Geld f\u00fcr die Staatskasse zu retten, einigt sich Mary mit Sandor lieber auf einen Slowfox als Happy End.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Spartanisch ist die Ausstattung, das Tanzlokal besteht nur aus einem roten Vorhang im Hintergrund, einer Disko-Kugel dar\u00fcber und ged\u00e4mpfte Effekt-Beleuchtung, um die T\u00e4nzer im mystischen Dunkel zu halten. Das heruntergekommene Schlo\u00df des Prinzen wird von geh\u00f6rnten Jagdtroph\u00e4en zusammengehalten, bevor es von Mary Lloyd in grell-bunten Farben neu gestrichen wird. Die Ballkleidung entspricht den Erwartungen an die zwanziger Jahre, die Trachtenkleidung wirkt ungarisch, die Gesellschaftskleidung sowie Uniformen samt Fellm\u00fctze l\u00e4\u00dft sich auf dem Balkan verorten. Der Kinderchor spielt keine Gardesoldaten sondern eine internationale Pfadfindergruppe mit Halstuch. Szenenapplaus f\u00fcr die <em>Rose der Prairie<\/em>, die mittels indianischen T\u00e4nzern und einem Comic-Pferd-Aufsteller im Schlo\u00df Einzug h\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger<\/strong><\/p>\n<p>Es kommt ein ausgewogenes Operetten Ensemble zum Einsatz: Allen voran ist <strong>Marc Adler <\/strong>zu nennen, der den Erbprinz Sandor gibt, so als sei ihm die Rolle auf den Leib geschneidert. Er ist ein ausgewogener lyrischer Tenor mit dem f\u00fcr die Operette typischen tenoralen Schmelz. Etwas mehr Durchschlagskraft w\u00e4re w\u00fcnschenswert<strong>. Sin\u00e9ad<\/strong> <strong>Campbell-Wallace <\/strong>verk\u00f6rpert die Titelpartie, die exzentrische Milliard\u00e4rstochter Mary Lloyd. Sie bekommt nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten sowohl das Vibrato in den Griff als auch die Intonation. Dann klingt ihr Sopran in tiefen und mittleren Lagen warm, \u00fcppig und sch\u00f6n. Auch die Spitzent\u00f6ne gelingen so. <strong>Michael Heuberger<\/strong> \u00fcberzeugt eher als Donald-Trump-Imitator denn als Milliard\u00e4r Lloyd. K\u00f6nig Pankraz hat ins Damenfach gewechselt und spielt eine genauso kurze Rolle wie <strong>Philipp Meraner <\/strong>als Finanzminister Graf Bojazowitsch.<\/p>\n<p>Die <strong>Tanztruppe<\/strong> der Statisterie hat eine b\u00fchnenf\u00fcllende Dauer-Rolle, bewegt sich zusammen mit dem bestens aufgestellten <strong>Chor<\/strong>. Einen soliden Auftritt hat der von <strong>Alistair Lilley<\/strong> einstudierte <strong>Cantemus-Kinderchor<\/strong> als Pfadfinder. Der GMD <strong>Chin-Chao Lin<\/strong> hat sein Tanzorchester im Griff und noch einen Soloauftritt als Primas samt Instrument.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Operette l\u00e4\u00dft den musikalischen Kampf zwischen Jazz und Csardas, Foxtrott und Walzer, Charleston und Folklore Ende der zwanziger Jahre leider nur als Nebenrolle wieder aufleben \u2013 die Musik im <em>Grill Americaine<\/em>, sein Besitzer Tihanyi und der Primas kommen viel zu kurz. Dank fast leerer B\u00fchne und sparsamer Kost\u00fcmierung ist es auch keine Ausstattungsrevue. Im Fokus steht vielmehr die Liebesbeziehung zwischen Prinz Sandor und Mary Lloyd \u2013 und der gelungene Auftritt von Donald Trump als liebenswerter Onkel aus Amerika, der auch Europa wieder \u201egreat\u201c machen will. Ein musikalisch gelungener Abend dank der charismatischen S\u00e4nger-Darsteller, einem swingenden ungarisch-folkloristischen Orchester und einer Tanz-Choreographie, die durchaus auf dem Niveau einer Ballett-Kompagnie agiert! Leider auf zweieinhalb Stunden gek\u00fcrzt, aber dennoch ein vom Publikum gefeierter Meilenstein der Operetten\u00e4ra der zwanziger Jahre!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: J. Quast<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sin\u00e9ad Campbell-Wallace (Mary Lloyd)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Emmerich Kalman (1882-1953); Operette in zwei Akten mit Vor- und Nachspiel, Libretto: Julius Brammer und Alfred Gr\u00fcnwald, UA: 5. 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