{"id":7732,"date":"2019-03-13T10:34:45","date_gmt":"2019-03-13T09:34:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7732"},"modified":"2019-03-15T10:38:22","modified_gmt":"2019-03-15T09:38:22","slug":"rusalka-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7732","title":{"rendered":"Rusalka &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904),\u00a0 Lyrisches M\u00e4rchen in drei Akten, Text: Jaroslav Kvapil, UA: 31. M\u00e4rz 1901 Prag, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Nadja Loschky, B\u00fchne: Ulrich Leitner, Kost\u00fcme: Irina Spreckelmeyer<\/p>\n<p>Dirigent: Christoph Gedschold und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<br \/>\nSolisten: Mirko Roschkowski (Der Prinz), Adriana Bastidas-Gamboa (Die Fremde F\u00fcrstin), Olesya Golovneva (Rusalka), Samuel Youn (Der Wassermann), Jezibaba, die Hexe (Dalia Schaechter), Insik Choi (Der Heger), Vero M\u00fcller (Der K\u00fcchenjunge)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10.03.2019 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/K\u00f6ln-Rusalka.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7734\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/K\u00f6ln-Rusalka.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/K\u00f6ln-Rusalka.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/K\u00f6ln-Rusalka-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Nixe Rusalka ist in einen Prinzen aus der Menschenwelt verliebt. Die Hexe Jezibaba hilft ihr, zu einem Menschen zu werden. Als stummes M\u00e4dchen kommt Rusalka in die Menschenwelt und mu\u00df es schaffen, die Liebe des Prinzen zu gewinnen \u2013 andernfalls w\u00e4re sie ewig verflucht. Der Prinz verliebt sich zwar in Rusalka und nimmt sie mit auf sein Schlo\u00df, doch eine fremde F\u00fcrstin schafft es, ihn ihr auszuspannen. Daraufhin verflucht der Wassermann, Vater der Nixen, den Prinzen zum Tod durch Rusalkas Umarmung. Als der Prinz Rusalka zur\u00fcckgewinnen will, ist es zu sp\u00e4t: sie kann weder in die Menschen-, noch in die Wasserwelt zur\u00fcck. Rusalkas Ku\u00df t\u00f6tet ihn; sie selbst bleibt f\u00fcr immer in der Zwischenwelt gefangen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Boden der B\u00fchne besteht aus gekippten Holzpaneelen, so da\u00df die Darsteller auf einem schr\u00e4gen Untergrund agieren, die hintere Wand ist nach oben gebogen. Insgesamt erinnert die Konstruktion an das Innere eines umgekippten Schiffbauchs. Dabei dient ein Bett \u2013 in jedem Akt mit unterschiedlichen Requisiten ausgestattet \u2013 als Mittelpunkt der Handlung.<\/p>\n<p>Erster Akt: Fischernetze bedecken das Bett und symbolisieren Rusalkas Geburtsort, das Wasserreich. Zweiter Akt: das Bett ist als Ehebett prunkvoll geschm\u00fcckt und stellt die Menschenwelt dar. Dritter Akt: nur noch ein Bettgestell ohne Matratze steht auf der B\u00fchne und versinnbildlicht die Zwischenwelt. Die Kost\u00fcme sind zeitlos und dienen allein der Unterstreichung der Charaktere: beispielsweise erinnert Rusalka mit seitlich geflochtenen Z\u00f6pfen an ein unschuldiges Schulm\u00e4dchen, der Wassermann dagegen, mit einem Umhang und einem Kreuz um den Hals, an einen Priester.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das behutsame Dirigat von <strong>Christoph Gedschold<\/strong> in den ersten Takten der Ouvert\u00fcre stimmt sehr gut auf die tragische und anr\u00fchrende Oper ein. Unter seiner Leitung ist keine Instrumentengruppe zu dominant, besonders die Crescendi und Decrescendi werden von ihm sehr flie\u00dfend dirigiert, so da\u00df alle leitmotivischen Melodien sich voll entfalten k\u00f6nnen. Unter den M\u00e4nnerstimmen ist <strong>Samuel Youn<\/strong> (Der Wassermann) der gr\u00f6\u00dfte H\u00f6hepunkt des Abends: sein volumin\u00f6s erschallender Ba\u00dfbariton hat einen unglaublich hohen Ambitus; sowohl in den tiefen als auch in den hohen T\u00f6nen klingt er satt und raumf\u00fcllend und hat dabei ein angenehm sonores Timbre der Stimme. In der Warnung an seine Tochter Rusalka im ersten Akt l\u00e4\u00dft er seine Stimme in der H\u00f6he mit viel Wucht schmettern und sanft im Glissando abw\u00e4rts gleiten, da\u00df es ein Genu\u00df ist ihm zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Damit kann <strong>Mirko Roschkowski<\/strong>s (Der Prinz) sehr eindimensionaler Tenor leider nicht mithalten. Trotzdem bringt er eine durchweg gute Leistung. Sein sehr hell gef\u00e4rbter Tenor hat ein kehliges Timbre, das er sehr gut f\u00fcr die Darstellung des schw\u00e4chlichen und unentschlossenen Prinzen einsetzen kann. Eine \u00dcberraschung ist <strong>Insik Choi <\/strong>(Der Heger), der seine Nebenrolle mit seinem rauchigen und klaren Bariton durch technische Raffinesse sehr gut ausf\u00fcllt: sei es das An- und Abschwellen der Stimme w\u00e4hrend er seine Partnerin durch den Raum jagt oder seine, wie gehaucht erklingenden T\u00f6ne in der Tiefe, als er sie auf dem Bett entkleidet.<\/p>\n<p>Die beste Leistung unter den Frauenstimmen bringt <strong>Olesya Golovneva<\/strong> (Rusalka), die sowohl mit ihrer seidig runden Sopranstimme, als auch mit ihrer Darstellung \u00fcberzeugt. Ihr leidenschaftlicher Gesang steigert sich von Akt zu Akt. H\u00f6hepunkt ist die Darbietung im dritten Akt als sie versucht, den Prinzen vor seinem Tod zu bewahren. Die Spitzent\u00f6ne singt sie hier mit sehr Sicherheit und einem akzentuierten Fortissimo, ohne dabei gepre\u00dft zu klingen. Ebenfalls erw\u00e4hnenswert sind <strong>Dalia Schaechter<\/strong> (Jezibaba) und <strong>Adriana Bastidas-Gamboa<\/strong> (Die Fremde F\u00fcrstin), die beide ihre B\u00f6sewicht-Rollen temperamentvoll und mit viel Ausdruck in der Stimme singen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist vortrefflich gew\u00e4hlt, um die Heimatlosigkeit von Rusalka zu versinnbildlichen. Von Anfang an f\u00fchlt man sich in die schaurig-traurige Atmosph\u00e4re hineingezogen und kann sich mit Olesya Golovneva (Rusalka) identifizieren. Gepaart mit der hervorragenden Leistung des Orchesters und der S\u00e4nger bleiben wirklich keine W\u00fcnsche offen f\u00fcr einen gelungenen Opernabend. Auch f\u00fcr das Publikum sind Olesya Golovneva und Samuel Youn die besten S\u00e4nger des Abends \u2013 beide ernten den l\u00e4ngsten Applaus und Bravorufe.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild von: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Olesya Golovneva (Rusalka)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904),\u00a0 Lyrisches M\u00e4rchen in drei Akten, Text: Jaroslav Kvapil, UA: 31. 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