{"id":7715,"date":"2019-01-28T10:53:57","date_gmt":"2019-01-28T09:53:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7715"},"modified":"2019-01-28T10:53:57","modified_gmt":"2019-01-28T09:53:57","slug":"il-primo-omicidio-ovvero-caino-opera-national-de-paris-palais-garnier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7715","title":{"rendered":"Il Primo Omicidio ovvero Caino &#8211; Op\u00e9ra National de Paris, Palais Garnier"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Alessandro Scarlatti (1660-1725), Oratorium in zwei Teilen, Libretto: Antonio Ottoboni, UA: 7. Januar 1707, Venedig<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme\/Licht: Romeo Castellucci, Choreographie: Video: Tieni Burkhalter, Dramaturgie: Piesandra di Matteo, Christian Longchamp<\/p>\n<p>Dirigent: Ren\u00e9 Jacobs, B\u2018Rock Orchestra<\/p>\n<p>Solisten: Kristina Hammarstr\u00f6m (Caino), Olivia Vermeulen (Abele), Birgitte Christensen (Eva), Thomas Walker (Adamo), Benno Schachtner (Voce di Dio), Robert Gleadow (Voce di Lucifero)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Januar 2019 (Premiere 22.1.2019)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Adam und Eva beklagen ihre Vertreibung aus dem Paradies. Um den Fehler der Eltern wiedergutzumachen, beschlie\u00dfen Kain und Abel, ihrem Gott ein Opfer zu bringen. Dieser akzeptiert hingegen nur das von Abel und nicht jenes von Kain. Dieser hegt, in Eifersucht geraten, den Gedanken seinen Bruder zu ermorden. Als Kain sein Verbrechen erkennt, nimmt er sich aus Reue das Leben. Adam und Eva bitten Gott um ein weiteres Kind.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Paris-PG-Primo-Omicidio.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7716\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Paris-PG-Primo-Omicidio.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Paris-PG-Primo-Omicidio.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Paris-PG-Primo-Omicidio-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Schon w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre beginnt eine Pantomime auf der B\u00fchne. Zu Beginn spielt die Handlung auf der Vorderb\u00fchne, da der hintere Teil durch eine milchige Folie verdeckt wird. Alles wirkt sehr symbolisch, die Protagonisten zeichnen sich durch eine gestenbetonte K\u00f6rpersprache aus. Es senkt sich verkehrt herum ein Altarbild (Verk\u00fcndigung) aus dem 14. Jahrhundert herab.<\/p>\n<p>Beim zweiten Teil \u00f6ffnet sich der B\u00fchnenraum. Nun erkennt man eine weite Wiese und den Sternenhimmel. Die Opferung der Br\u00fcder wird mit zwei Verdampfger\u00e4ten vollzogen, von denen das eine auf den Willen des H\u00f6heren hin aufh\u00f6rt zu funktionieren. Gott und der verstorbene Abele treten nun nicht mehr von der B\u00fchne aus auf, sondern sie singen aus einer Seitenloge herab. Nach dem Tod der Br\u00fcder singen Adam und Eva aus dem Orchestergraben heraus. Gegen Ende hin f\u00fcllt sich die B\u00fchne mehr und mehr mit Statisten, die pantomimisch die Handlung zu bereichern versuchen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter der Leitung von Ren\u00e9 Jacobs musiziert das B\u2018Rock Orchestra eine interessante Fassung dieses Oratoriums. Da die Auff\u00fchrung im Opernhaus stattfindet, hat sich der musikalische Leiter erlaubt, den Streichersatz durch einige Blasinstrumente (Fl\u00f6ten, Trompeten etc.) zu erweitern. So wird die sonst ein wenig n\u00fcchterne Partitur sehr farbenreich und die Charaktere ein wenig plakativer dargestellt. Beim Auftritt Gottes wird die Singstimme mit einer Trompete gedoppelt, bei der Ermordung Abels dr\u00f6hnt ein Paukendonner durch den Saal und beim Schlu\u00dfduett der Gesang mit einer Piccolofl\u00f6te bereichert.<\/p>\n<p><strong>Ren\u00e9 Jacobs<\/strong> musiziert im Sinne der S\u00e4nger. Man erkennt, da\u00df das Orchester mit ihnen zu atmen wei\u00df, da\u00df die Rezitative klar artikuliert sind und die Tempi den nat\u00fcrlichen Bed\u00fcrfnissen entsprechen. Ein warmes und melancholisches Timbre besitzt <strong>Birgitte Christensen<\/strong> als Eva. Massiv und brillant ist auch <strong>Robert Gleadow<\/strong> als Lucifero (Ba\u00df). Er besitzt eine markant-eindringliche Klangfarbe und interpretiert voller Energie. <strong>Thomas Walker<\/strong> (Adamo) hingegen intoniert phasenweise etwas gepre\u00dft und halslastig. Doch auch sein Tenor hat klare H\u00f6hen und eine sehr deutliche Artikulation. Sinnlich und sanft hingegen klingt <strong>Benno Schachtner<\/strong> als Gott. Sein Altus ist die einzige Counter Partie des Abends. <strong>Kristina Ammarstr\u00f6m<\/strong> als Caino \u00fcberzeugt mit seidig-warmer Altstimme und brilliert in den Duetten mit <strong>Olivia Vermeulen<\/strong> als Abele. Hier mischt sich Vermeulens klarer Sopran sch\u00f6n mit der etwas tiefer gelegenen Alt-Tessitura, und man kann vor allem Scarlattis Talent der Charakterzeichnung bewundern, wenn Abele seinen Glauben zu Gott vermittelt, w\u00e4hrend Caino auf Rache sinnt.<\/p>\n<p><strong><em>Fazit<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die szenische Umsetzung des Oratoriums hat einige gegl\u00fcckte Momente, bleibt aber \u00fcber weite Teile doch eher bla\u00df und unverst\u00e4ndlich. Zu viel Pantomime von Figuren, die nicht die Hauptdarsteller sind, und die Verdoppelung der S\u00e4nger durch Statisten sorgen an vielen Stellen f\u00fcr Verwirrung. Die musikalische Seite dieses Abends ist durchaus empfehlenswert und sichert dem Werk Scarlattis am Ende einen verdienten Applaus.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig, Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Olivia Vermeulen (Abele), ein Kind (wirft den Stein von Caino auf Abele) Kristina Hammarstr\u00f6m (Caino)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Alessandro Scarlatti (1660-1725), Oratorium in zwei Teilen, Libretto: Antonio Ottoboni, UA: 7. 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