{"id":7712,"date":"2019-01-26T11:24:46","date_gmt":"2019-01-26T10:24:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7712"},"modified":"2019-01-26T11:24:46","modified_gmt":"2019-01-26T10:24:46","slug":"les-troyens-opera-national-de-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7712","title":{"rendered":"Les Troyens &#8211; Op\u00e9ra National de Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Hector Berlioz (1803-1869), Oper in f\u00fcnf Akten Libretto: H. Berlioz , UA: 6. und 7. Dezember 1890, Hoftheater Karlsruhe<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne: Dimitri Tscherniakow, Kost\u00fcme: Elena Zaitsewa, Licht: Gleb Filschtinski, Choreographie: Video: Tieni Burkhalter<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan, Chor: Jos\u00e9 Luis Basso, Orchestre et Choeurs de l\u2019Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Solisten Die Eroberung Troja<\/p>\n<p>St\u00e9phanie d&#8217;Oustrac (Cassandre), Mich\u00e8le Losier (Ascagne), V\u00e9ronique Gens (H\u00e9cube), Brandon Jovanovich (\u00c9n\u00e9e), St\u00e9phane Degout (Chor\u00e8be), Christian Helmer (Panth\u00e9e), Thomas Dear (Geist Hectors), Paata Burchuladze (Priam), Jean-Luc Ballestra (Ein griechischer Kapit\u00e4n), Jean-Fran\u00e7ois Marras (Hellenus), Sophie Claisse (Polyx\u00e8ne)<\/p>\n<p>Solisten Die Troyens in Karthago<\/p>\n<p>Ekaterina Semenchuk (Didon), Aude Extr\u00e9mo (Anna), Mich\u00e8le Losier (Ascagne), Brandon Jovanovich (\u00c9n\u00e9e), Cyrille Dubois (Iopas), Bror Magnus T\u00f8denes (Hylas), Christian Van Horn (Narbal), Jean-Luc Ballestra, Tomislav Lavoie (Zwei trojanische Kapit\u00e4ne), St\u00e9phanie d&#8217;Oustrac (Geist Kassandras), St\u00e9phane Degout (Geist Chor\u00e9bes), Thomas Dear (Geist Hectors), Paata Burchuladze (Geist des Priamus), Bernard Arrieta (Mercure)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. Januar 2019 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Paris-Les-Troyens.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7713\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Paris-Les-Troyens.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Paris-Les-Troyens.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Paris-Les-Troyens-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Oper beginnt mit dem Untergang Trojas, als die Trojaner aus ihrer Stadt st\u00fcrmen und das h\u00f6lzerne Pferd als Geschenk auffinden. Im zweiten Akt vollzieht sich der Untergang Trojas am Beispiel Kassandras und ihrer Priesterinnen. Aeneas wird von Hektors Geist aufgefordert zu fliehen und Italien zu gr\u00fcnden. Im dritten Akt befinden wir uns bereits in Karthago, wo ein Fest zu Ehren Didos gefeiert wird. Als der nubische K\u00f6nig Jarbas Karthago angreifen will, landet rechtzeitig Aeneas und kann die Stadt vor dem Untergang bewahren. Als Dido und Aeneas sich n\u00e4her kommen, ermahnen ihn die G\u00f6tter, seinen Aufbruch nach Italien nicht zu vers\u00e4umen. Als Aeneas im f\u00fcnften Akt abf\u00e4hrt, verabschiedet ihn Dido mit einem Fluch auf den Lippen und nimmt sich das Leben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Eine k\u00f6nigliche Familie hat sich in sein edles Palais vom Rest des Volkes abgeschottet und wartet auf den Untergang der Stadt Troja. Gleichzeitig ist au\u00dferhalb bereits eine Stra\u00dfenzeile mit zerst\u00f6rten Geb\u00e4uden zu erkennen. Im Vordergrund sind Kerzen f\u00fcr den verstorbenen Hektor angez\u00fcndet. Au\u00dfen feiert das Volk den vermeintlichen Sieg und im selben Ambiente nehmen sich sp\u00e4ter Kassandra und ihre Priesterinnen das Leben, als vermummte Soldaten hereinst\u00fcrmen und die jungen Frauen bedr\u00e4ngen. \u00dcber Video werden immer die Uhrzeiten und Geschehnisse eingeblendet: 9:00 Uhr: Die Trojaner verlassen ihre Stadt, 12:30 Uhr: Priamus h\u00e4lt eine Ansprache an das Volk etc.<\/p>\n<p>Der zweite Teil spielt in einer psychiatrischen Heilanstalt in knallig bunten Farben. Hier wei\u00df niemand so richtig, wie er sich besch\u00e4ftigen soll \u2013 es herrscht ein Mangel an Besch\u00e4ftigung und Langeweile. In diesem Rahmen erbl\u00fcht Didos Liebe zu Aeneas und auch ihr t\u00f6dlicher Ha\u00df am Ende des Werkes.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan musiziert das Orchester der Op\u00e9ra nationale einen farbenreichen und sch\u00f6n ausdifferenzierten Berlioz. Die Interpretation macht dem Komponisten und Autor der Instrumentationslehre alle Ehre. Sinnlich leise Piano-Stellen wechseln mit turbulenten Fortissimo-Momenten, in denen S\u00e4nger und Orchester meist sehr gut ausgeglichen sind. Vor allem die Liebesszene im dritten Akt, welcher das ber\u00fchmte Duett von Dido und Aeneas <em>\u00d4 nuit d\u2018ivresse \u2013 Oh Nacht des Liebesrausches<\/em> folgt, ist mit einer flirrenden Holzbl\u00e4ser-Couleur ausgestattet, die hier ausgezeichnet zur Geltung kommt. Auch das S\u00e4ngerensemble ist durchaus gut gew\u00e4hlt: st\u00fcrmisch bejubelt wurde <strong>St\u00e9phanie d\u2018Oustrac<\/strong> als Cassandre im ersten Teil. Ihr blumig-warmer Mezzosopran bringt die fatale Position der unverstandenen Seherin optimal zum Ausdruck. Schade, da\u00df <strong>Mich\u00e9le Losier<\/strong> als Ascagne keine allzu ausschweifenden Partien zu singen hat, hier h\u00e4tte man gerne mehr geh\u00f6rt. Auch <strong>St\u00e9phane Degout<\/strong> als Chor\u00e8be erweist sich mit seinem sonoren Bariton-Timbre als w\u00fcrdiger Duett-Partner von Cassandre.<\/p>\n<p>Im zweiten Teil sind vor allem <strong>Dido Semenchuk<\/strong> als Dido und <strong>Aude Extr\u00e9mo<\/strong> als deren Schwester Anna zu erw\u00e4hnen. Die beiden Mezzo-Soprane passen von den Klangfarben sehr gut zu einander, w\u00fcrde man nicht mit den Augen die Szene verfolgen, best\u00fcnde sogar ein wenig Verwechslungsgefahr! Selbstverst\u00e4ndlich mu\u00df auch <strong>Brandon Jovanovich<\/strong> erw\u00e4hnt werden, der in beiden Teilen den \u00c9n\u00e9e singt. Ein warmes, klares Timbre eines Heldentenors, wie es diese Partie erfordert. Allerdings f\u00e4llt ihm die klare franz\u00f6sische Deklamation an einigen Stellen doch noch etwas schwer, was das rein Gesangliche aber nicht tr\u00fcbt. Ein gro\u00dfes Lob geht auch an den <strong>Chor<\/strong>, der musikalisch einen gro\u00dfen Teil des Abends bestreitet. Auch hier findet ein eindrucksvolles Wechselspiel zarter leiser Stellen mit wuchtigen Massenszenen statt, das musikalisch gro\u00dfe Wirkung zeigt!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Zuschauer erlebt einen Opernabend von rund f\u00fcnf Stunden mit zwei ausgiebigen Pausen. Diese haben die Interpreten bei dieser Leistung auch n\u00f6tig! Leider hinkt die Szene der eigentlichen inhaltlichen Idee stark hinterher. Man w\u00fcrde gerne mehr vom Farbenreichtum der T\u00f6ne Berlioz\u2018 etwas mehr auf der B\u00fchne erleben, was einem hier verwehrt wird. Die Video-Projektionen verwirren oft, und es ist fraglich, ob in historischer Sicht Anna und Narbal ihren Dialog wirklich beim Tischtennis-Spielen gef\u00fchrt haben. Durch die fehlende Kreativit\u00e4t der Inszenierung bekommt der Abend L\u00e4ngen, die nicht h\u00e4tten sein m\u00fcssen. Gerade in Paris, welches sich stets auf die Tradition seiner Acad\u00e9mie royal beruft, h\u00e4tte man hier etwas mehr erwartet.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Vincent Pontet, Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt von li nach re: Mich\u00e8le Losier (Ascagne), Brandon Jovanovich (\u00c9n\u00e9e), St\u00e9phanie d&#8217;Oustrac, (Cassandre), sitzend, V\u00e9ronique Gens (H\u00e9cube) (stehend), St\u00e9phane Degout (Chor\u00e8be)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hector Berlioz (1803-1869), Oper in f\u00fcnf Akten Libretto: H. Berlioz , UA: 6. und 7. 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