{"id":7691,"date":"2018-12-24T15:22:49","date_gmt":"2018-12-24T14:22:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7691"},"modified":"2019-01-06T15:24:48","modified_gmt":"2019-01-06T14:24:48","slug":"goetterdaemmerung-chemnitz-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7691","title":{"rendered":"G\u00f6tterd\u00e4mmerung &#8211; Chemnitz, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Dritter Tag des B\u00fchnenfestspiels <em>Der Ring des Nibelungen<\/em> in drei Aufz\u00fcgen und einem Prolog, Libretto: R. Wagner, UA 17. August 1876 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Regie: Elisabeth St\u00f6ppler, B\u00fchne: Annika Haller, Kost\u00fcme: Gesine V\u00f6llm<\/p>\n<p>Dirigent: Guillermo Garcia Calvo, Robert-Schuhmann-Philharmonie, Opernchor und Chorg\u00e4ste der Oper Chemnitz, Ch\u00f6re: Stefan Bilz<\/p>\n<p>Solisten: Daniel Kirch (Siegfried), Pierre-Yves Pruvot (Gunther), Marius Bolos (Hagen), Stephanie M\u00fcther (Br\u00fcnnhilde), Jukka Rasilainen (Alberich), Cornelia Ptassek (Gutrune), Anne Schuldt (Waltraute) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Dezember 2018 (Premiere 1. 12. 2018)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Chemnitz-Goetterdaemmerung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7692\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Chemnitz-Goetterdaemmerung.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Chemnitz-Goetterdaemmerung.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Chemnitz-Goetterdaemmerung-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Siegfried besitzt der von Alberich verfluchte Ring des Nibelungen ewige Macht. Auch Hagen, Halbbruder des F\u00fcrsten Gunther, m\u00f6chte den Ring besitzen. Als es Siegfried an den Rhein zu Gunther verschl\u00e4gt, verliert er unter dem Einflu\u00df eines Zaubertranks jede Erinnerung an Br\u00fcnnhilde, heiratet Gutrune und verspricht Gunther Br\u00fcnnhilde zur Frau. Ha\u00dferf\u00fcllt wendet sich Br\u00fcnnhilde gegen Siegfried und berichtet, da\u00df sie quasi verm\u00e4hlt seien. F\u00fcr seinen Betrug an Gunther t\u00f6tet Hagen auf der Jagd Siegfried, doch Hagen erringt nicht den Ring, denn Br\u00fcnnhilde st\u00fcrzt sich mit dem Ring in den f\u00fcr Siegfried brennenden Scheiterhaufen. Die Flammen erfassen Walhall, die G\u00f6tterd\u00e4mmerung bricht an: Der Ring versinkt im Rhein und die Welt ist erl\u00f6st vom Fluch.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Wir befinden uns im ewigen Eis des hohen Nordens. Wir sehen aber nicht eine Suche nach den Urspr\u00fcngen der Nibelungensage, Ragnar\u00f6k, (Sage vom Untergang der G\u00f6tter, Walhall oder Br\u00fcnnhildes Herkunft. Wir sehen vielmehr eine Seilschaft, die das ewige Eis durchstreift und in einem Blockhaus eine Hochzeit feiert. Wir sehen Schlitten, Norwegerpullis, gelbe Schneeanz\u00fcge und Waltraute landet auf dem vernebelten, aber feuerfreien Walk\u00fcrenfelsen per Fallschirm. Siegfried trinkt einen K\u00fcmmerling nach dem anderen, die Doppelhochzeit endet im Suff an der Theke. Am Ende der Suche erschie\u00dft Gutrune Hagen und alle Frauen versammeln sich um Erda im einsetzenden Schneefall und z\u00fcnden Br\u00fcnnhildes Schlitten an.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Nicht zum ersten Mal steht<strong> Guillermo Garcia Calvo <\/strong>am Dirigentenpult in Chemnitz. In gewohnt souver\u00e4ner Manier leitet er die Robert-Schuhmann-Philharmonie. Da werden die Handlungsabl\u00e4ufe dramaturgisch sinnvoll untermalt, da werden durch deutlich artikulierte Motive auch die Charaktere verst\u00e4ndlich. So wird <em>Siegfrieds Trauermarsch<\/em> eher zu einer epischen Erz\u00e4hlung und seine <em>Rheinfahrt<\/em> weniger zu einer blechlastigen Filmmusik. Da werden auch Nuancen h\u00f6rbar, Melodien feinsinnig herausgearbeitet. <strong>Daniel Kirch<\/strong> ist eher ein lyrischer Tenor mit strahlender H\u00f6he. Sein Siegfried ist eher feinf\u00fchlig, die st\u00e4hlerne H\u00e4rte im Forte wirkt manchmal br\u00fcchig, aber gerade das <em>Heil Dir<\/em>-Finale mit Br\u00fcnnhilde aus dem Vorspiel gewinnt dadurch viel Leuchtkraft.<\/p>\n<p><strong>Stephanie M\u00fcther<\/strong> ist eine durchschlagsstarke und wohlklingende Br\u00fcnhilde. Sie hat sich von einem tieftimbrierten Mezzo zu einem dramatischen Sopran weiterentwickelt. Eine sichere Technik auch in anspruchsvollen Partien zeichnete sich schon in Erfurt 2009 ab, als sie die meist gestrichene und schwierige Arie <em>Il capro e la capretta \u2013 Der Ziegenbock und die Gei\u00df <\/em>der Marcelline in Mozarts <em>Figaro<\/em> sang. Besonders bemerkenswert auch die stets wortverst\u00e4ndliche Diktion.<\/p>\n<p><strong>Marius Bolos<\/strong> ist ein strahlender Ba\u00dfbariton mit gro\u00dfer Spielfreude und sicherer Technik. Etwas mehr Durchschlagskraft und schwarze d\u00e4monische Tiefe w\u00e4ren f\u00fcr den Hagen hilfreich. Der Dialog mit Alberich <em>Schl\u00e4fst Du Hagen, mein Sohn?<\/em> wird dank <strong>Jukka Rasilainen<\/strong> zu einem s\u00e4ngerischen H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>Entdeckungen sind Anne Schuldt und <strong>Cornelia Ptassek<\/strong>. Ihr dramatischer Sopran mit eleganter beweglicher Stimmf\u00fchrung macht die Gutrune zu einer Hauptrolle in diesem St\u00fcck \u2013 zu einer wirklich \u201estarken Frau\u201c.<\/p>\n<p><strong>Anne Schuldt<\/strong> gestaltet die Rolle der Waltraute zu einer unterhaltsamen epischen Erz\u00e4hlung aus. Gunther bleibt eine schwache Rolle, <strong>Pierre-Yves Pruvot<\/strong> m\u00f6chte man etwas mehr Klangvolumen w\u00fcnschen. Ein sch\u00f6nes Ensemble im Zusammenwirken bilden die Nornen, die so nicht nur die Schicksalsf\u00e4den der Seilschaft zusammenhalten. Ebenso harmonisch die bekannten Rheint\u00f6chter.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Man tut sich schwer diese Produktion (und den gesamten <em>Ring<\/em>) unter dem Thema \u201eStarke Frauen\u201c unter vier Regisseurinnen richtig zu w\u00fcrdigen. Viele Einf\u00e4lle bleiben unverst\u00e4ndlich oder nicht zielf\u00fchrend, besonders da die viel befriedigerende, weil legend\u00e4re Vorg\u00e4nger-<em>Ring<\/em>-Produktion unter Michael Heinicke die \u201eMenschwerdung der Br\u00fcnnhilde\u201c in den Vordergrund r\u00fcckte und damit das Thema \u201eStarke Frauen\u201c viel pr\u00e4gnanter umsetzte. Musikalisch ist die <strong>Robert-Schuhmann-Philharmonie<\/strong> im Wagner-Fach zu Hause, unter <strong>Guillermo Garcia Calvo <\/strong>gelingt auch in der musikalischen Interpretation eine gelungene Umsetzung auf der H\u00f6he der Zeit. S\u00e4ngerisch ist die Mischung aus Ensemble und G\u00e4sten bestm\u00f6glich auch aus dem Kosten-Nutzen-Aspekt heraus zusammengesetzt. Zu Recht langer und heftiger Applaus f\u00fcr alle Beteiligten beim Schlu\u00df-Applaus: Chemnitz steht f\u00fcr die Bewahrung einer langen Wagner-Tradition.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Kirsten Nijhof<\/p>\n<p>Das Bildzeigt: St\u00e9phanie M\u00fcther (Br\u00fcnnhilde \u2013 Mitte li.), Cornelia Ptassek (Gutrune \u2013 Mitte re.); Damen und Herren des Opernchores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Dritter Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen in drei Aufz\u00fcgen und einem Prolog, Libretto: R. Wagner, UA 17. 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