{"id":7685,"date":"2018-10-22T14:44:33","date_gmt":"2018-10-22T13:44:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7685"},"modified":"2019-01-02T14:47:04","modified_gmt":"2019-01-02T13:47:04","slug":"die-herzogin-von-chicago-musikalische-komoedie-im-haus-dreilinden-oper-leipzig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7685","title":{"rendered":"Die Herzogin von Chicago &#8211; Musikalische Kom\u00f6die im Haus Dreilinden (Oper Leipzig)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Emmerich Kalman (1882-1953), Operette in zwei Akten mit Vor- und Nachspiel, Libretto: Julius Brammer und Alfred Gr\u00fcnwald, UA: 6. April 1928 Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie: Ulrich Wiggers, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Leif-Erik Heine, Choreographie: Kati Heidebrecht<\/p>\n<p>Dirigent: Tobias Engeli, Orchester, Chor und Ballett der Musikalischen Kom\u00f6die, Kinder des Kinderchores der Oper Leipzig, Choreinstudierung: Mathias Drechsler und Sophie Bauer<\/p>\n<p>Solisten: Lilli W\u00fcnscher (Mary Lloyd), Radoslaw Rydlewski (Prinz Sandor Boris), Laura Scherwitzl (Prinzessin Rosemarie), Jeffery Krueger (James Bondy), Milko Milev (K\u00f6nig Pankraz\/Benjamin Lloyd), Justus Seeger (Tihanyi), Ansgar Sch\u00e4fer (Graf Bojazowitsch &#8211; Finanzminister), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. Oktober 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Herzogin-Chicago.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7686\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Herzogin-Chicago.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"391\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Herzogin-Chicago.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Herzogin-Chicago-300x180.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In Budapest ist 1928 das Charleston-Fieber ausgebrochen. Sandor Boris, der Erbprinz von Sylvarien, setzt dagegen auf Cs\u00e1rd\u00e1s und Walzer \u2013 bestellt beim Primas ein Wiener Lied. Da tritt Milliard\u00e4rstocher Mary Lloyd samt Sekret\u00e4r James Bondy ein. Es kommt zum musikalischen Streit als sich Prinz Sandor weigert, mit ihr Charleston zu tanzen. Im Schlo\u00df des Prinzen treffen sie sich wieder, da Mary Lloyd gewettet hat, in Europa das zu erstehen, was f\u00fcr Geld am schwersten zu bekommen ist. Sie kauft das Schlo\u00df und renoviert es im amerikanischen Stil. Sie lernt Wiener Walzer, er\u00a0 Charleston, aber als er sich als Ziel der Wette erkennt, schiebt er lieber eine Verlobung mit Prinzessin Rosemarie vor, die jedoch mit James Bondy durchbrennt. Als K\u00f6nig Pankraz versucht, das Geld f\u00fcr die Staatskasse zu retten, einigt sich Mary mit Sandor lieber auf einen Slowfox als Happy End.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Treppen f\u00fchren zu zwei Balkonen links und rechts, dazwischen ist, in der Mitte eingezw\u00e4ngt, eine Empore wie ein \u00fcberdimensionaler Thron. Dieser Raum im Art Deco ist zuerst das Budapester <em>Grill Americaine<\/em>, in dem sich Erbprinz und Erbin das erste Mal begegnen. Mit ein paar leichten \u00c4nderungen (die Panelw\u00e4nde unterhalb der Balkone sind drehbar und zeigen mal Ritterr\u00fcstungen, mal mond\u00e4ne Leuchter) ist es aber zugleich das Schlo\u00df des Prinzen Sandor Boris.<\/p>\n<p>Die Kulisse mag spartanisch sein, die Kost\u00fcme sind ein echter Hingucker: \u00dcber 240 Kost\u00fcme hat <strong>Leif-Erik Heine<\/strong> geschaffen: Von der prachtvollen Gala-Uniform \u00fcber zu kurze Nachgew\u00e4nder, Fracks mit viel Glitter und Folklore-Tanzgew\u00e4nder, einen halben B\u00e4ren, den K\u00f6nig Pankraz tr\u00e4gt, bis zu dem extravaganten <em>Stars and Stripes<\/em>-Outfit f\u00fcr Uncle-Sam-Bondy. Und noch weit dar\u00fcber hinaus: b\u00e4rtige Libertys und rudernde Ureinwohner der Pr\u00e4rie, Spielzeugprinzen und ein Rosenpavillon \u2013 eine echte und luxuri\u00f6se Ausstattungsrevue, die mit dem Glanz der zwanziger Jahre in Berlin, Wien und Paris mithalten kann.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Musikalische Kom\u00f6die Leipzig verf\u00fcgt \u00fcber ein ausgewogenes Operettenensemble. Allen voran ist <strong>Radoslaw Rydlewski <\/strong>zu nennen, der den Erbprinz S\u00e1ndor verk\u00f6rpert als sei ihm die Rolle auf den Leib geschneidert und f\u00fcr ihn komponiert. Wenn er wehm\u00fctig von alten Zeiten schw\u00e4rmt, in denen alles sch\u00f6n und anders war, wenn er sich f\u00fcr die amerikanische Milliard\u00e4rstochter entflammt sich in Sehnsucht verzehrt nach \u201eFr\u00fcher und Liebe\u201c, wenn er ausgelassen tanzt und zornig bebt, wenn schlie\u00dflich sein wunderbar schlanker, gl\u00e4nzender, h\u00f6hensicherer, geschmeidiger Tenor besticht, dann w\u00fcnscht man, er w\u00fcrde niemals damit aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Lilli W\u00fcnscher<\/strong> verk\u00f6rpert die Titelpartie, die exzentrische, verw\u00f6hnte, leicht entflammbare Milliard\u00e4rstochter Mary Lloyd. Sie ist die Grande Dame am Haus und bekommt im Verlauf der Vorstellung sowohl ihr Vibrato in den Griff als auch die Intonation. Dann klingt ihr Sopran in tiefen und mittleren Lagen warm, \u00fcppig und sch\u00f6n. <strong>Milko Milev<\/strong> brilliert in der Doppelrolle als Milliard\u00e4r Lloyd und K\u00f6nig Pankraz, genauso wie <strong>Justus Seeger<\/strong> als Nachtclub-Besitzer Tihanyi.<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle spielt <strong>Thomas Prokein<\/strong> als Zigeunergeiger mit Zweitinstrument Saxophon. Eine kleine Rolle spielt <strong>Ansgar Sch\u00e4fer<\/strong> als Finanzminister Graf Bojazowitsch. Das <strong>Ballett<\/strong> hat eine abend- und b\u00fchnenf\u00fcllende Rolle, tritt zusammen mit dem bestens aufgestellten <strong>Chor<\/strong> auf. Einen sensationell sch\u00f6nen Auftritt hat der von <strong>Sophie Bauer<\/strong> betreute <strong>Kinderchor<\/strong> der Oper als paradierende Kindersoldaten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Operette l\u00e4\u00dft den musikalischen Kampf zwischen Jazz und Cs\u00e1rd\u00e1s, Foxtrott und Walzer, Charleston und Folklore Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts als kostbaren Moment noch einmal aufleben. Zuerst einmal lebt die Vorstellung von der Vielschichtigkeit bzw. Vielstimmigkeit des Orchester (von der Jazzband bis zum Geiger-Primas), von den charismatischen S\u00e4nger-Darstellern und einer mitrei\u00dfenden Choreographie von Chor und Ballett in bunten Kost\u00fcmen, die von einem H\u00f6hepunkt zum n\u00e4chsten eilen \u2013 die Umsetzung der <em>Rose der Prairie<\/em> ist unverge\u00dflich! Zweieinhalb Stunden lang ein opulenter Bildermusikrausch eines leicht gek\u00fcrzten Meilensteines am Ende der Operetten\u00e4ra, der es verdient h\u00e4tte viel \u00f6fter in den Spielpl\u00e4nen aufzutauchen! Tosende Begeisterung des Publikums am Schlu\u00df!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Kirsten Nijhof<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Das Ballett in Aktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Emmerich Kalman (1882-1953), Operette in zwei Akten mit Vor- und Nachspiel, Libretto: Julius Brammer und Alfred Gr\u00fcnwald, UA: 6. 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