{"id":7681,"date":"2018-11-04T17:18:03","date_gmt":"2018-11-04T16:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7681"},"modified":"2019-01-01T17:20:31","modified_gmt":"2019-01-01T16:20:31","slug":"una-cosa-rara-regensburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7681","title":{"rendered":"Una cosa rara &#8211; Regensburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Vicente Martin y Soler (1750\/54-1806), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte nach der Commedia <em>La luna della sierra<\/em> von Luis Velez de Guevara e Duenas, UA: 17. November 1786 Wien. Theater n\u00e4chst der Burg<\/p>\n<p>Regie: Andreas Baesler, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Markus L\u00fcpertz und Ruth Gro\u00df<\/p>\n<p>Dirigent: Alexander Livenson, Philharmonisches Orchester Regensburg<\/p>\n<p>Solisten: Sinead Campbell-Wallace (Isabella, K\u00f6nigin von Spanien), Angelo Pollak (Giovanni, Prinz von Spanien), Philipp Meraner (Corrado, Gran Scudiere), Anna Pisareva (Lilla), Sara-Maria Saalmann (Ghita), Seymur Karimov (Lubino), Mario Klein (Tita), Jongmin Yoon (Lisargo, Podesta<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. November 2018 (Premiere 27.10.2018)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Regensburg-Una-cosa.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7682\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Regensburg-Una-cosa.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Regensburg-Una-cosa.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Regensburg-Una-cosa-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00f6nigin Isabella und ihr Sohn Giovanni fahren zur Jagd ins Gebirge und treffen auf die Landbev\u00f6lkerung. Dabei ergibt sich die Geschichte um die selbstbewu\u00dften Freundinnen Lilla und Ghita, die aus Liebe zu ihren Verlobten (Lubino und Tita) dem Prinzen Giovanni, dem korrupten Stallmeister der K\u00f6nigin Corrado und dem B\u00fcrgermeister Lisargo ein Schnippchen schlagen. Vor allem der Prinz begehrt Lilla als Geliebte, was eine Kritik an der seinerzeitigen Adelsgesellschaft war.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der wirklich gro\u00dfe Meister orientiert sich am St\u00fcck und seinem Geist und schafft farbenfrohe, grobfleckige Bilder, die an ein naives Kasperletheater denken lassen. <strong>Andreas Baesler<\/strong> greift den Faden auf und l\u00e4\u00dft die Personen wie Puppenfiguren etwas grobmotorisch wiederholend agieren. Pl\u00f6tzlich auf der Drehb\u00fchne auftauchende B\u00fcsche, auf Scheiben gemalte Schafe und Geb\u00e4udeteile, dienen als Versteck oder Auftrittsplattform \u2013 w\u00e4hrend die K\u00f6nigin mit dem Bogen auf die Wildschwein-Jagd geht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alexander Livenson<\/strong> f\u00fchrt das Philharmonische Orchester stets sicher, ja heiter \u00fcber die klanglichen Wege, \u00fcber die auch schon Mozart gewandelt ist. Die Orchesterst\u00fccke k\u00f6nnen mitrei\u00dfen, haben somit einen klanglichen Wiedererkennungswert. Zwar sind die Ch\u00f6re gestrichen, aber schon die Rezitative der Solisten sind musikalisch-feinsinnige Kostbarkeiten, vom Cembalo aus von <strong>Jooa Jang<\/strong> begleitet. Auch die Arien kommen \u00fcberzeugend \u00fcber die Rampe. Die meiste Erfahrung mit historischer Musik hat <strong>Sara-Maria Saalmann <\/strong>(Ghita), die auch schon bei den <em>Tagen der alten Musik<\/em> in Innsbruck re\u00fcssierte. Aber auch <strong>Sinead Campbell-Wallace<\/strong> kann da mithalten, gibt der Isabella die n\u00f6tige karikierende \u00fcberzogene W\u00fcrde einer volksnahen K\u00f6nigin mit warmer vollt\u00f6nender Stimme. <strong>Angelo Pollak<\/strong> als Giovanni ist ein quirliger Spieltenor, der im Mozartfach eine strahlende Zukunft hat. <strong>Philipp Meraner<\/strong> gibt dem intriganten Corrado mit herber tenoraler Stimme die b\u00f6se Ausstrahlung. Die beiden Liebespaare sind mit der besagten erfahrenen Sara-Maria Saalmann mit traumwandlerischen Koloraturen und dem tiefen Ba\u00df von <strong>Mario Klein<\/strong> (Tita) trefflich besetzt, das zweite Paar besteht aus <strong>Anna Pisareva<\/strong> (Lilla) mit sicherer H\u00f6he und dem baritonal timbrierten <strong>Seymur Karimov<\/strong> (Lubino) mit kerniger H\u00f6he.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Immerhin bewegt sich die Vorstellung \u2013 wenn auch das Libretto um eine Stunde gek\u00fcrzt wurde und kein Chor vorkommt \u2013 s\u00e4ngerisch durchaus auf gleicher H\u00f6he mit Mozart. Schlie\u00dflich wurde <em>Una cosa rara<\/em> in Wien ein gr\u00f6\u00dferer Erfolg als Mozarts <em>Figaro<\/em>. Mozart zitiert sp\u00e4ter bei <em>Don Giovannis<\/em> letztem Abendessen ein Thema daraus, das man im Finale der Oper wiedererkennt. Das mit Mozart sehr vertraute Solisten-Ensemble setzt s\u00e4ngerisch hier Ma\u00dfst\u00e4be, auch das Orchester klingt detailverliebt und malerisch. Der zweite Garant f\u00fcr ein rundum begeistertes Publikum ist die Symbiose aus bunten B\u00fchnenbild und stimmiger Personenf\u00fchrung. Die farbenfrohen B\u00fchnenbilder und Kost\u00fcme stammen von <strong>Markus L\u00fcpertz<\/strong> und bilden mit der Regie von Andreas Baesler eine stimmige Einheit In letzter Zeit scheiterten viele Maler bei dem Versuch, sinnvolle B\u00fchnebilder abzuliefern. Nun gelingt dem einem namhaften K\u00fcnstler L\u00fcpertz ein stimmiges und werkgetreues B\u00fchnenbild zu schaffen: Bravo! Somit bejubelt das Publikum einen gegl\u00fcckten Br\u00fcckenschlag zwischen B\u00fchnenbild, Solisten und Orchestergraben: Ein Beispiel f\u00fcr wunderbares Opern-Ensemble-Theater \u2013 heutzutage <em>ein rares Vergn\u00fcgen<\/em>!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Martin Sigmund<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sara-Maria Saalmann (Ghita), Sin\u00e9ad Campbell-Wallace (Isabella, K\u00f6nigin von Spanien), Anna Pisareva (Lilla)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vicente Martin y Soler (1750\/54-1806), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte nach der Commedia La luna della sierra von Luis Velez de Guevara e Duenas, UA: 17. November 1786 Wien. 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