{"id":7632,"date":"2018-11-18T15:27:31","date_gmt":"2018-11-18T14:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7632"},"modified":"2018-11-18T15:27:31","modified_gmt":"2018-11-18T14:27:31","slug":"der-barbier-von-sevilla-goerlitz-gerhart-hauptmann-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7632","title":{"rendered":"Der Barbier von Sevilla &#8211; G\u00f6rlitz,  Gerhart Hauptmann Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 <em>Le Barbier de S\u00e9ville<\/em>, in der deutschen \u00dcbersetzung von Otto Neitzel, UA: 20. Februar 1816, Rom<\/p>\n<p>Regie: Sabine Sterken, B\u00fchne: Britta Bremer, Kost\u00fcme: Julia Burde<\/p>\n<p>Dirigentin: Ewa Strusi\u0144ska, Choreinstudierung: Albert Seidl; Neue Lausitzer Philharmonie, Opernherrenchor<\/p>\n<p>Solisten: Thembi Nkosi (Graf Almaviva), Ji-Su Park (Figaro), Hans-Peter Struppe (Doktor Bartolo), Jenifer Lary (Rosina), Stefan Bley (Basilio), Robert Rosenkranz (Fiorillo), Yvonne Reich (Berta), Carsten Arbel (Offizier), Torsten Imber (Ambrosio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. November 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/G\u00f6rlitz-Barbier.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7633\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/G\u00f6rlitz-Barbier.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/G\u00f6rlitz-Barbier.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/G\u00f6rlitz-Barbier-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Graf Almaviva hat sich in Rosina, das M\u00fcndel von Doktor Bartolo, verliebt. Doch Bartolo h\u00fctet streng die Angebetete, denn er will sie, ein reiches Erbe im Blick, selber ehelichen. Der Barbier Figaro wei\u00df Rat und fungiert als vermittelnder Liebespostbote. Er quartiert Almaviva als Soldat Lindoro in Bartolos Haus ein. Graf Almaviva spielt den Betrunkenen, so da\u00df Bartolo ihn mit Hilfe der Garde festnehmen lassen will. Doch Almaviva entkommt unbehelligt.<\/p>\n<p>Als Musikmeister Don Alonso verkleidet erscheint der Graf erneut in Bartolos Haus, wobei er vorher den echten Musiklehrer Basilio mit Geld ruhigstellen konnte. Bartolo entdeckt den Plan und wirft Almaviva und Figaro, der hinzugekommen war, aus seinem Haus. Ein drittes Mal gelangen beide in Bartolos Haus und k\u00f6nnen die Ehe, die Doktor Bartolo mit Rosina besiegeln will, gerade noch verhindern. Figaro zwingt den anwesenden Notar, die Ehe zwischen Rosina und Almaviva zu vollziehen. Bartolo wird mit Rosinas Mitgift vers\u00f6hnlich gestimmt. Letztendlich sind alle gl\u00fccklich.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre ist die Dominante der B\u00fchnenausstattung zu sehen \u2013 es ist eine gro\u00dfe, undurchdringliche Hecke und eine moderne Villa, die mit allen technischen Schutzfinessen ausgestattet ist. Es ist der Wohnsitz von Dr. Bartolo. Und schon in den ersten Minuten werden hier auch die Figuren der Handlung umrissen, bedient sich doch der, an langer Leine einen Hund ausf\u00fchrende, geldgierige Don Basilio am goldenen Zierrat des Hauses und w\u00e4hrend Dr. Bartolo mi\u00dftrauisch die Stra\u00dfe. Diese Trutzburg Bartolos, das Gef\u00e4ngnis Rosinas, wie auch die Hecke, bleiben im ganzen St\u00fcck Dreh- und Angelpunkt, der durchstiegen, \u00fcberklettert und durchzogen wird von List und T\u00fccke, Geld und Liebe. Die Kost\u00fcme spiegeln dazu die Lebensfreude oder triste Biederkeit der Akteure in modernem Outfit wieder. Die herbeigerufenen Wachen aber, als Sinnbild eines \u00dcberwachungsstaates, sind in einem Ufo gelandete Au\u00dferirdische, Verk\u00f6rperungen einer viel h\u00f6heren Macht, die uns alle im Auge beh\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit lyrisch geschmeidigem Timbre l\u00e4\u00dft Tenor <strong>Thembi Nkosi<\/strong> (Almaviva) seine Kavatine sanft und getragen aufleuchten, und f\u00e4ngt somit den zarten Duft einer Sommerbrise ein. Nicht nur in den leisen und stimmlich zur\u00fcckgenommenen Partien, auch in den Duetten und Tutti-Szenen wei\u00df Nkosi seine Stimme mit agiler Phrasierung, und in den hohen Lagen mit sauber intonierten Passagen und galanter Stimmf\u00fchrung einzusetzen. Mit gro\u00dfer Durchzugskraft und wendigen Phrasierungen wei\u00df auch <strong>Ji-Su Park<\/strong> (Figaro) bereits mit seinem Auftrittslied <em>Ich bin das Faktotum der ganzen Welt<\/em> bis zu den hintersten Sitzreihen zu begeistern. Die Dynamik seines Baritons, der variantenreich ein gro\u00dfes Spektrum leuchtender Klangfarben mit gro\u00dfer Flexibilit\u00e4t in den Tempi paart, er\u00f6ffnet eine rauschhaft, stimmliche Sogkraft. Hinzu treten, insbesondere in den Duetten, glanzvolle Phrasierungen und m\u00fchelos getragene hohe Tonlagen.<\/p>\n<p>Mit ihrem volumin\u00f6sen, klaren Sopran verleiht <strong>Jenifer Lary<\/strong> (Rosina) ihren Liebesarien hell aufscheinende Klangfarben, die im Zusammenspiel mit lyrisch-dramatischer Wendigkeit bei den dramatischen Abschnitten, von durchzugsstarker Agilit\u00e4t und Leuchtkraft gepr\u00e4gt ist. Bariton Hans-Peter Struppe (Bartolo) spielt k\u00f6stlich den von Misstrauen zerfressenen Biedermann. Er \u00fcberzeugt gesanglich mit klarem Duktus sowie mit deutlich zur Geltung gebrachten, warmen Klangfarbenakzentuierungen. Seinen gro\u00dfen Auftritt hat Bas\u00df <strong>Stefan Bley<\/strong> mit der <em>Verleumdungsarie<\/em>. Das schleichende Gift der \u00fcblen Nachrede, die in einem Gewitter der Verachtung kulminiert, vernehmen wir von ihm mit akrobatischer Stimmflexibilit\u00e4t und stimmlich subtiler Transparenz vorgetragen, so da\u00df man bis zum letzten Ton f\u00f6rmlich an seinen Lippen h\u00e4ngt. <strong>Yvonne Reich<\/strong> (Berta), wu\u00dfte ebenso das Publikum mit ihrer gesanglich durchzugsstarken Darbietung mitzurei\u00dfen. Herrlich auch das Spiel von <strong>Torsten Imber<\/strong> als Ambrosio, der mit seiner k\u00f6stlich naiv-lapidaren Darbietung wunderbar erheiternde Nebenschaupl\u00e4tze er\u00f6ffnete.<\/p>\n<p><strong>Ewa Strusi\u0144ska<\/strong> leitet die Neue <strong>Lausitzer Philharmonie<\/strong> agil und wendig aufspielend durch die berauschend repetierenden Klangspektren und er\u00f6ffnet, im Zusammenspiel mit den S\u00e4ngern und dem pr\u00e4chtig einstudierten Chor, eine Klangkulissenstaffelung von immenser Sogkraft.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung bietet alles, was man sich f\u00fcr einen wunderbar ausgelassenen Opernabend w\u00fcnscht. Zahlreiche Verwandlungen, ausgefeilte Choreographien und Kost\u00fcme sowie Augenmerk auf das Detail bei Ausstattung und schauspielerischer Leistung, sorgen f\u00fcr k\u00f6stlich heitere Stunden. Das prickelt und z\u00fcndet in jeder Minute und sorgt f\u00fcr lang anhaltenden Schlu\u00dfapplaus.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: (v.l.n.r.) Yvonne Reich (Berta), Thembi Nkosi (Graf Almaviva), Jenifer Lary (Rosina), Stefan Bley (Basilio), Hans-Peter Struppe (Doktor Bartolo), Torsten Imber (Ambrosio)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 Le Barbier de S\u00e9ville, in der deutschen \u00dcbersetzung von Otto Neitzel, UA: 20. 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