{"id":7627,"date":"2018-10-29T12:41:24","date_gmt":"2018-10-29T11:41:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7627"},"modified":"2018-10-29T16:10:06","modified_gmt":"2018-10-29T15:10:06","slug":"die-meistersinger-von-nuernberg-mannheim-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7627","title":{"rendered":"Die Meistersinger von N\u00fcrnberg &#8211; Mannheim, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner, Oper in drei Akten, Libretto: R. Wagner, UA: 21. Juni 1868 M\u00fcnchen, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Nigel Lowery, Licht: Lothar Baumgarte, Dramaturgie: Cordula Demattio, Albrecht Puhlmann<\/p>\n<p>Dirigent: Alexander Soddy\u00a0 Ch\u00f6re: Dani Juris, Orchester, Haus- und Extrachor sowie Statisterie des Nationaltheaters Mannheim<\/p>\n<p>Solisten: Ks. Thomas Jesatko (Hans Sachs), Sung Ha (Veit Pogner), Samuel Levine (Kunz Volgelgesang), Rainer Zaun (Konrad Nachtigall), Joachim Goltz (Sixtus Beckmesser), Thomas Berau (Fritz Kothner), Uwe Eik\u00f6tter (Balthasar Zorn), Koral G\u00fcvener (Ulrich Eisslinger), Raphael Wittmer (Augustin Moser), Marcel Brunner (Hermann Ortel), Dominic Barberi (Hans Schwarz), Bartosz Urbanowicz (Hans Foltz, Nachtw\u00e4chter), Tilmann Unger (Walther von Stolzing), Christopher Diffey (David), Astrid Kessler (Eva Pogner), Marie-Belle Sandis (Magdalene), Eva Wombacher (Beckmessers Laute), Gudrun Hermanns, Mariko Kimura, Monika Fahrmann, Malaika Ledig-Schmid, Brigitte Rockowitz, Bettina Sander, Giorgi Bekaia, Kyung-Rok Jeong, Dong-Seok Im, Jeongkon Choi, Bertram Kleiner, Jarno Lehtola (Lehrbuben)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. Oktober 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Mannheim_meistersinger_12.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7628\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Mannheim_meistersinger_12.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Mannheim_meistersinger_12.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Mannheim_meistersinger_12-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Walther von Stolzing ist in N\u00fcrnberg angekommen und hat ein Auge auf Eva, die Tochter des Goldschmieds Veit Pogner geworfen. Um diese zu gewinnen, ist am folgenden Tag ein Wettsingen ausgerufen worden, bei dem der von den \u201eMeistersingern\u201c ernannte Sieger Eva Pogner heiraten darf. Als Konkurrenten hat Walther den Stadtschreiber Sixtus Beckmesser, der die Gefahr wittert und Eva des Nachts ein St\u00e4ndchen vor Pogners Haus singen will. Der Schuster Hans Sachs jedoch steht auf der Seite Walthers und wei\u00df diese n\u00e4chtliche Aktion zu unterbinden, die letztlich in einer Massenschl\u00e4gerei endet. Als Beckmesser am folgenden Morgen ein Gedicht in der Werkstatt von Sachs findet, w\u00e4hnt er sich f\u00fcr das Wettsingen gerettet. Es handelt sich um die Notizen des Liedes von Walther, die Sachs gerne an Beckmesser abgibt. Als dieser das Lied der \u00d6ffentlichkeit vortragen will, verwickelt er sich allerdings in die n\u00e4chste Katastrophe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne stellt eine Art \u201eTheater im Theater dar\u201c. Daf\u00fcr wurde eigens ein B\u00fchnenrahmen konstruiert, der etwas kleiner ist und in dem sich die Geschehnisse konzentrieren. Das B\u00fchnenbild von Nigel Lowery ist gut gelungen: das Ambiente besteht aus gemalten und gebauten Kulissen wie z.B. beim Kircheninnenraum, bei der n\u00e4chtlichen Stra\u00dfenszene im zweiten Akt oder der Innenraum im Haus von Hans Sachs im dritten Akt.<\/p>\n<p>Die Meister thronen bei ihrem ersten Auftritt in einem gotischen Chorgest\u00fchl, im zweiten Akt steht ein Brunnen mit einer Johannes-Statue in der B\u00fchnenmitte. Die Kost\u00fcme halten sich in vielen F\u00e4llen an die originalen Vorgaben. So findet man bei diesen <em>Meistersingern<\/em> vielerlei mittelalterliche Kost\u00fcme wie u.a. bei Hans Sachs, der dann aber \u2013 sobald er sich zu Beginn des dritten Aktes zu Hause f\u00fchlt \u2013 in ganz allt\u00e4glicher Kleidung erscheint. Die Pr\u00fcgelei am Ende des zweiten Aktes wird von einer Marionettentruppe nachgebildet. Diese Verkleinerung des Massenauflaufes wirkt wie ein Ameisenhaufen mit Keulen in den H\u00e4nden und macht ein abenteuerliches Gewimmel. In der letzten Szene auf der Festwiese wird dann auch der Theatersaal von den Akteuren mitbenutzt, viele Musiker und S\u00e4nger findet man auf einige Logen verteilt. Hier steigert sich die B\u00fchnenkomposition zu einem bunten Durcheinander, bei dem nochmals alles an Kost\u00fcmierung aufgeboten wird, was der Inszenierung dienen kann.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Dirigat von <strong>Alexander Soddy<\/strong> erlebt man an diesem Abend eine frische und entstaubte Interpretation von Wagners <em>Meistersingern<\/em>. Der Dirigent man\u00f6vriert sein Orchester sicher durch die Partitur und spannt einen gro\u00dfen Bogen vom intimen Piano bis zu den dr\u00f6hnenden Massenszenen. Auch die S\u00e4nger sorgen f\u00fcr einige \u00dcberraschungen. <strong>Ks. Thomas Jesatko<\/strong> als Hans Sachs hat seine Partie in Fleisch und Blut. Man merkt wie verinnerlicht er sowohl seinen Monolog <em>Wahn, Wahn \u00fcberall Wahn<\/em> vortr\u00e4gt und wenig sp\u00e4ter vor dem Volk seinem <em>Euch macht ihr\u2018s leicht, mir macht ihr\u2018s schwer<\/em> doch einen ganz anderen Ton trifft. Ebenso beeindruckend ist die Leistung von <strong>Astrid Kessler<\/strong> als Eva. Ihr Sopran strahlt Klarheit und W\u00e4rme aus, ihr Timbre hat Charakter. Auch hinsichtlich der Artikulation und Textverst\u00e4ndlichkeit kann man den S\u00e4ngern nichts vorwerfen. Dies betrifft auch Sung Ha als Veit Pogner, der zwar etwas hart und metallisch klingt, seiner Partie allerdings ebenfalls eine pers\u00f6nliche Note zu verleihen wei\u00df. <strong>Tilmann Unger<\/strong> als Walther von Stolzing besitzt ein schmales, jedoch sehr anpassungsf\u00e4higes Timbre. An einigen Stellen geht er bez\u00fcglich der Lautst\u00e4rke ein wenig unter. Dies geschieht leider auch den anderen S\u00e4nger zu Beginn des dritten Aktes. Die vorige Balance scheint hier aus den Fugen zu geraten, und es dauert eine Weile, bis sich das Gleichgewicht wieder herstellt. <strong>Christopher Diffey<\/strong> singt den David mit einem strahlenden, runden Klang, der Eindruck macht. Seine Stimme ist durchdringend, seine Artikulation des Deutschen tadellos. Auch <strong>Joachim Goltz<\/strong> als Beckmesser liefert an diesem Abend eine eindrucksvolle Leistung und trifft f\u00fcr die affektierten Passagen seiner Partie den richtigen Ton. <strong>Marie-Belle Sandis<\/strong> erlebt man als Magdalene. Diese etwas kleinere Partie ist ebenfalls solide erarbeitet und macht dem Zuh\u00f6rer Freude. Auch die Leistung des Opernchores, vor allem bei der sogenannten \u201eFuge\u201c am Ende des zweiten Aktes ist lobenswert. An vielen Stellen neigt der Dirigent allerdings zu etwas \u00fcbereilten Tempi. Dies zeigt sich daran, da\u00df passagenweise Verst\u00e4ndlichkeit der Worte von den S\u00e4ngern verschluckt wird, da der Textflu\u00df doch ein wenig zu rasch von statten geht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Nationaltheater Mannheim liefert mit dieser <em>Meistersinger<\/em>-Inszenierung einen eindrucksvollen Wagner-Abend. Der Regisseur ist einigen schon von H\u00e4ndels <em>Hercules<\/em> bekannt, wenn ihm auch diesmal die Umsetzung nicht so gl\u00fccklich gelungen ist. Die Inszenierung packt sehr viele Ideen ineinander und dies geschieht nicht immer in einem organischen Zusammenhang. Allerdings kehrt Lowery immer wieder zu den urspr\u00fcnglichen Ideen Wagners zur\u00fcck und zeigt dem Publikum eine Werktreue, die man bei Wagner in den letzten Jahren nicht allzu oft erleben konnte.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Thomas Jesatko (Hans Sachs), Joachim Goltz (Sixtus Beckmesser), Thomas Berau (Fritz Kothner), Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner, Oper in drei Akten, Libretto: R. Wagner, UA: 21. 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