{"id":7583,"date":"2018-09-09T09:07:19","date_gmt":"2018-09-09T08:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7583"},"modified":"2018-10-08T09:09:49","modified_gmt":"2018-10-08T08:09:49","slug":"das-rheingold-kassel-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7583","title":{"rendered":"Das Rheingold &#8211; Kassel, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel in vier Szenen, Libretto. R: Wagner, UA: 1869 M\u00fcnchen; Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Markus Dietz, B\u00fchne: Ines Nadler, Kost\u00fcme: Henrike Bromber<\/p>\n<p>Dirigent: Francesco Angelico, Staatsorchester Kassel<\/p>\n<p>Solisten: Bjarni Thor Kristinsson (Wotan), Ulrike Schneider (Fricka), Jaclyn Bermudez (Freia), Hansung Yoo (Donner), Tobias H\u00e4chler (Froh), Lothar Ordinius (Loge), Thomas Gazheli (Alberich), Arnold Bezuyen (Mime), Marc-Olivier Oetterli (Fasolt), Runi Brattaberg (Fafner), Edna Prochnik (Erda), Elizabeth Bailey (Woglinde), Marie-Luise Dre\u00dfen (Wellgunde), Marta Herman (Flo\u00dfhilde)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. September 2018<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kassel-Rheingold.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7584\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kassel-Rheingold.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"409\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kassel-Rheingold.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kassel-Rheingold-300x189.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Alberich wirbt um die drei Rheint\u00f6chter, die ihn aber nur verspotten. Daraufhin entsagt er der Liebe und stiehlt ihnen das Rheingold. Aus diesem Gold l\u00e4\u00dft er einen machtvollen Ring schmieden, mit dessen Kraft er sich die Nibelungen untert\u00e4nig macht. Die Riesen Fafner und Fasolt haben f\u00fcr den Gott Wotan die Burg Walhall erbaut, und fordern nun von ihm die G\u00f6ttin Freia als ihren Lohn. Doch Wotan will Freia nicht herausgeben, und der intrigante Gott Loge \u00fcberzeugt ihn davon, als Ersatz Alberich den Ring und \u00a0das Rheingold wieder zu entrei\u00dfen. Alberich verflucht den Ring, den Wotan den Riesen reicht, um Freia auszul\u00f6sen. Fafner erschl\u00e4gt seinen Bruder, die G\u00f6tter aber ziehen in die Burg Walhall ein.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Oper hei\u00dft zwar <em>Rheingold<\/em>, aber im Schwimmbecken des derzeitigen Kasseler Freibades mit glasklaren Glasbecken gibt es kein Gold. Nur Menschen, die dem Treiben im Bade zusehen. So kann auch Alberich nichts wirklich mitnehmen, als er die Liebe verflucht. Aber offensichtlich folgen ihm die Menschen und die Rheint\u00f6chter auf eine obere Plattform der Hebeb\u00fchne (Nibelheim?), wo ihm auch die Rheint\u00f6chter zu Diensten sein m\u00fcssen. Diese d\u00fcrfen ihn auch nach Walhall abf\u00fchren, nachdem sie sich auf die Projektion einer Kr\u00f6te geworfen haben. Walhall besteht aus einem Ger\u00fcst mit einem leuchtenden W, wo die herbeigerufene Menschenmenge Freia (nach Gestalt?) ausl\u00f6sen mu\u00df. Und die G\u00f6tter ziehen froh und unauff\u00e4llig nach Walhall \u2013 oder in die Stadt, die auf die Leinwand hinter Walhall projiziert wird.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Eine der Vorz\u00fcge dieser Premiere ist ohne Zweifel die Erkenntnis, da\u00df man mittlerweile \u00fcberall einen Ring auf hohem Niveau besetzen kann. In Kassel setzt man auf alterfahrene Leistungstr\u00e4ger, das Ensemble und auf junge Nachwuchskr\u00e4fte. Zu den alterfahrenen z\u00e4hlt <strong>Arnold Bezuyen<\/strong>: er kann die Rolle des Mime als Charakterfachstudie anlegen, damit n\u00e4hert er sich dem Sprechgesang immer mehr an, in der H\u00f6he mu\u00df er geschickt kaschieren. <strong>Hansung Yoo<\/strong> ist der spielerisch sichere Spielbariton vom Haus, der dem Donner imposante <em>Heda-Hedo-Rufe<\/em> zueignet. Der Gast <strong>Tobias H\u00e4chler<\/strong> gibt den Gott Froh mit l\u00e4ssiger Leichtigkeit als italienischer Spieltenor, der aber mit der Forderung <em>Zur\u00fcck<\/em>! wie ein Heldentenor explodieren kann.<\/p>\n<p><strong>Lothar Odinius<\/strong> hat kleinere Probleme mit der H\u00f6he, kann aber die Rolle des Loge geschickt sehr theatralisch gestalten, genauso wie <strong>Bjarni Thor Kristinsson<\/strong> als Wotan, der aber orgelnde Probleme in den H\u00f6hen und Tiefen hat. Durchschlagskraft und Volumen geht der eher kleineren Stimme des <strong>Marc-Olivier Oetterli<\/strong> ab, aber er kann der Rolle des Fasolt Gewicht verleihen. <strong>Runi Brattaberg<\/strong> kann da deutlich mehr Volumen als Fafner dagegen setzen, allerdings tremoliert er dabei.<\/p>\n<p><strong>Ulrike Schneider<\/strong> gibt der resoluten Fricka die keifige, eng gef\u00fchrte Stimme, w\u00e4hrend <strong>Edna Prochnik<\/strong> die w\u00fcrdevolle weise Erda ist. Besonders lobenswert die omnipr\u00e4senten Rheint\u00f6chter, die stimmlich bestens miteinander harmonieren. <strong>Francesco Angelico<\/strong> schwei\u00dft die S\u00e4ngerriege zusammen und ihm gelingt es auch, das Staatsorchester Kassel das richtige Gef\u00fchl f\u00fcr den <em>Ring<\/em> zu vermitteln. Selten hat man das Anschwellen des Rheins, den ber\u00fchmten Es-Dur-Akkord am Anfang, so feinsinnig gewoben und transparent geh\u00f6rt, beim Einzug der G\u00f6tter wird es monumental und wuchtig, aber man h\u00f6rt auch feine Nuancen in den stilleren Momenten, die den Solisten nachdenkliche Momente im Piano erm\u00f6glichen, wie z.B. f\u00fcr Mimes <em>Immer ist Undank<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ob sich dieser f\u00fcnfte Kasseler <em>Ring<\/em> seit 1961 vor allem in der Nachfolge der als Meilenstein der <em>Ring<\/em>-Interpretation gefeierten <em>Ringes<\/em> von Ulrich Melchinger und Gerd Albrecht (1970) erfolgreich schlie\u00dfen wird? Die angedachte Kapitalismuskritik mit Bezug auf den Leipziger <em>Ring<\/em> von Herz (1970) und den Bayreuther <em>Ring<\/em> von Ch\u00e9reau (1976) in einer heutigen versnobten und dekadenten Gesellschaft ist nicht glaubw\u00fcrdig, sondern zu einer r\u00e4tselhaften Farce geworden \u2013 wie will man am Kapital zweifeln, wenn man kein Gold hat? Vor allem wenn man dann noch mit Sponsoren aus Industrie und Bankenkreisen Werbung im Programmheft macht. Egal \u2013 die Premiere wird vom Publikum durchweg freundlich gefeiert, besonders <strong>Francesco Angelico<\/strong> mit dem Staatsorchester kann das Publikum vom Sitz rei\u00dfen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Nils Klinger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Marie-Luise Dre\u00dfen (Wellgunde), Marta Herman (Flo\u00dfhilde), Elizabeth Bailey (Woglinde)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel in vier Szenen, Libretto. R: Wagner, UA: 1869 M\u00fcnchen; Nationaltheater Regie: Markus Dietz, B\u00fchne: Ines Nadler, Kost\u00fcme: Henrike Bromber Dirigent: Francesco Angelico, Staatsorchester Kassel Solisten: Bjarni Thor Kristinsson (Wotan), Ulrike Schneider (Fricka), Jaclyn<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7583\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7584,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[109,1],"tags":[],"class_list":["post-7583","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kassel-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7583"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7583\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7585,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7583\/revisions\/7585"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7584"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}