{"id":7579,"date":"2018-10-02T14:21:47","date_gmt":"2018-10-02T13:21:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7579"},"modified":"2018-10-22T12:23:34","modified_gmt":"2018-10-22T11:23:34","slug":"les-huguenots-die-hugenotten-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7579","title":{"rendered":"Les Huguenots \u2013 Die Hugenotten &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>Les Huguenots \u2013 Die Hugenotten<\/em>von von Giacomo Meyerbeer (1791-1864), Libretto: Eug\u00e8ne Scribe und \u00c9mile Deschamps, UA: 29. Februar 1836 Paris, Op\u00e9ra, Salle de la rue Le Peletier<\/p>\n<p>Regie: Andreas Kriegenburg, B\u00fchne: Harald B. Thor, Kost\u00fcme: Tanja Hofmann, Licht: Andreas G\u00fcter, Choreographie: Zenta Haerter, Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Dirigent: Michele Mariotti, Orchester und Chor der Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Solisten: Lisette Oropesa (Marguerite de Valois), Yosep Kang (Raoul de Nangis, protestantischer Edelmann), Paul Gay (Graf von Saint-Bris), Ermonela Jaho (Valentine, Tochter von Graf de Saint-Bris), Karine Deshayes (Urbain, Page von Marguerite de Valois), Nicolas Test\u00e9 (Marcel, Diener von Raoul), Julie Robard-Gendre (Ehrendame von Marguerite\/Zigeunerin), Fran\u00e7ois Rougier (Coss\u00e9, kath. Student), Florian Sempey (Graf von Nevers), uva.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. September 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Paris-Hugenotten1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7580\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Paris-Hugenotten1.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Paris-Hugenotten1.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Paris-Hugenotten1-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p class=\"10PtlinksfettTitel\"><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Eine der Hauptfiguren in Meyerbeers Oper ist K\u00f6nigin Marguerite de Valois, die einzige Thronerbin des franz\u00f6sischen K\u00f6nigsthrons. Nach dem Tod ihres Bruders, K\u00f6nig Heinrich III. (Sohn Heinrichs II. u. Enkel Franz\u2018 I.), heiratete sie K\u00f6nig Heinrich von Navarra, sp\u00e4ter Heinrich IV. Er war Hugenotte, der sp\u00e4ter katholisch wurde (<i>Paris ist eine Messe wert!<\/i>). Schon Heinrich III. wollte eine Auss\u00f6hnung der Katholiken mit den Hugenotten. Und das war auch die Absicht der Ehe von Marguerite mit Henri IV. Die Zwietracht beider Religionsgemeinschaften ergab mehrere Kriege untereinander. Und f\u00fcr kurze Zeit erstarkten die Kr\u00e4fte, die keine Vers\u00f6hnung wollten. Es kam daher zu mehreren Massakern, am blutigsten in die Nacht vom 23. zum 24. August 1572 (Bartholom\u00e4usfest, in Frankreich genannt <i>Massacre de la Saint-Barth\u00e9lemy<\/i>), wobei Tausende Hugenotten ermordet wurden, darunter Admiral Gaspard II. de Coligny, Anf\u00fchrer der Protestanten. In einer anderen Bezeichnung hei\u00dft sie <i>Pariser Bluthochzeit<\/i>, weil es der Vorabend zur Hochzeit von Margarete von Valois mit Henri IV war.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Au\u00dfer dem Schlu\u00df der Oper <i>Die Hugenotten <\/i>sind alle Szenen freie Erfindung. Meyerbeer war im \u00fcbrigen der Auffassung, da\u00df der geschichtliche Hintergrund der Oper mehr Qualit\u00e4t verleihen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Diese Ansicht war sicher richtig, war man doch im 19. Jahrhundert der Meinung, da\u00df man die eigene Gegenwart nur durch das Zusammenbringen von Gegenwart und Vergangenheit ganz verstehen k\u00f6nne. Daher war es wichtig, die geschichtlichen Abl\u00e4ufe darzustellen, womit die Vergangenheit gegenw\u00e4rtig wurde. Und die Geschichtskenntnis ist geradezu entscheidend zum Verstehen aber auch zum Genie\u00dfen dieser Oper.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Meyerbeer griff dabei auf die Form der sogenannten <i>Grand Op\u00e9ra<\/i> zur\u00fcck, die er mit seine Oper <i>Robert le diable \u2013 Robert der Teufel<\/i> (1831) geschaffen hatte.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\"><span style=\"font-size: 8.0pt; line-height: 120%;\">(Hinweis: Im OPERAPOINT werden wir in einiger Zeit die Form der <i>Grand Op\u00e9ra <\/i>darstellen.)<\/span><\/p>\n<p class=\"10PtlinksfettTitel\"><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Der katholische Graf von Nevers hat den Hugenotten Raoul de Nangis zu einem Fest auf sein Schlo\u00df eingeladen. Das Fest hat gerade begonnen, als ein Bote von Prinzessin Margerite erscheint, um Raoul einen Brief mit einer Einladung f\u00fcr einem unbekannten Ort auszuh\u00e4ndigen. Den sollte er mit verbundenen Augen erreichen.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Aber w\u00e4hrend das Fest abl\u00e4uft, beobachtet die Festgesellschaft durch ein geheimes Fenster den Besuch von Valentine de Saint-Bris mit Graf Nevers. Diese ist gekommen, um ihn um die Aufl\u00f6sung ihrer Verlobung zu bitten, die allein ihr Vater verlangt. Nevers ist damit einverstanden. Raoul erkennt in Valentine die sch\u00f6ne Dame, die er in Amboise vor der Zudringlichkeit von Studenten in Schutz genommen hatte, wobei er sich in die sch\u00f6ne Unbekannt verliebt hat.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Raoul kommt also mit verbundenen Augen auf das Schlo\u00df Chenonceau, das an der Loire liegt. Hier trifft er Prinzessin Marguerite. Dorthin war auch Valentine eingeladen worden. Marguerite will Raoul und Valentine in einer Ehe vereinigt wissen in der Absicht, durch die Ehe als einer vers\u00f6hnenden Tat die Streitigkeiten zwischen den beiden Religionsgemeinschaften zu verbessern.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Doch Raoul hat gegen\u00fcber Valentine den Verdacht, sie sei Graf Nevers\u2018 Geliebte gewesen und lehnt daher strickt die Verlobung ab. Dar\u00fcber sind alle ver\u00e4rgert und erbost. Valentines Vater, Graf von St.-Bris, beleidigt in seiner Wut Raoul, der ihn daraufhin zum Duell auffordert. Als Ort des Duells wird eine f\u00fcr Duelle bekannte Wiese in Paris bestimmt.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Saint-Bris setzt nun die Heirat zwischen Nevers und Valentine durch. Bez\u00fcglich des Duells mit Raoul plant Graf de St.-Bris mit einigen Gesinnungsgenossen auf der Duellwiese einen Hinterhalt. Das konnte durch Marcel, den Diener von Raoul, verhindert werden. Aber ein weiterer \u00dcberfall gegen\u00fcber den Hugenotten gelingt. Dabei werden alle sich in Paris aufhaltenden Hugenotten ermordet. Auch dabei sind Raoul, Valentine und Marcel.<\/p>\n<p class=\"10PtlinksfettTitel\"><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Nach \u00d6ffnung des Vorhangs erblickt man einen rechteckigen Kasten in wei\u00dfer Farbe, der die ganze B\u00fchne einnimmt. Dieses rechteckige Gebilde ist in drei Etagen unterteilt. Im Hintergrund verlaufen zu jeder Ebene Treppen in diagonaler Anordnung. Die G\u00e4ste von Graf Nevers sind auf der zweiten Ebene mit Gel\u00e4nder gesch\u00fctzt. Der Gastgeber ist in einen intensiv roten, hochgeschlossenen Gehrock mit wei\u00dfem Spitzenstehkragen gekleidet. Ein Schwert ziert seine rechte Seite. \u00c4hnlich gekleidet, nur weniger pr\u00e4chtig, sind seine G\u00e4ste. Dazwischen erblickt man einige schwarz gekleidete schlanke Frauen, die in angedeuteten Aktionen mit M\u00e4nnern in Aktion treten.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Im zweiten Akt, im Schlo\u00dfgarten von Chenonceau (so im Libretto), finden sich auf weiter B\u00fchnenfl\u00e4che zahlreiche bambus\u00e4hnliche Gebilde. Dazwischen finden sich flache Wasserbecken. Von links f\u00fchrt eine Treppe in den Garten herab. Auf und ab bewegen sich verschiedene Personen. Zahlreiche Frauen in wei\u00df-beigen, langen, schulterfreien Gew\u00e4ndern plaudern und spazieren in diesem japanischen Garten. Einige steigen von Zeit zu Zeit in die knietiefen Wasserbecken. Die Busen einiger M\u00e4dchen sind unbedeckt. In Szenenmitte erblickt man K\u00f6nigin Marguerite in tiefrotem, langem, schulterfreiem Kleid. In den weiteren Akten treten Nonnen und M\u00f6nche in roten und hellbraunen Kutten und Hauben, manche mit wei\u00dfem Schultertuch auf. Die farbenfrohen Gew\u00e4nder kontrastieren einerseits stark mit dem wei\u00dfen Hintergrund, andererseits mit den durchweg schwarz gewandeten Hugenotten. Raoul tr\u00e4gt einen Gehrock in blauer Farbe und Marcels graugr\u00fcner Gehrock wird von einem breiten Lederg\u00fcrtel umg\u00fcrtet.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">In den weiteren Akten dient das kastenf\u00f6rmige Gebilde meist teilweise als Szenenrahmen.<\/p>\n<p class=\"10PtlinksfettTitel\"><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Der Auftritt so vieler S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger erfordert eine Auswahl nach Rolle und Qualit\u00e4t des Gesangs. Daf\u00fcr bitte ich um Verst\u00e4ndnis. OPERAPOINT hat gegen\u00fcber vielen vergleichbaren Magazinen stets die Absicht, die S\u00e4ngerschar mit ihren individuellen Eigenschaften als wichtigstes Element unserer Rezensionen hervorzuheben. Viele Rezensenten legen ihre Hauptaugenmerk \u00f6fter darauf, die jeweilige Inszenierung in den Vordergrund zu stellen, etwas, was sicher oft angebracht ist. Aber ist nicht der aus\u00fcbende Musiker und die S\u00e4nger daneben von gr\u00f6\u00dferem Gewicht?<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Hier ist von vornherein festzuhalten, da\u00df man auf der gro\u00dfen B\u00fchne der Op\u00e9ra Bastille nicht allzuoft Stimmen mit solch hohem K\u00f6nnen erlebt wie bei dieser Premiere, wobei es auch von Vorteil war, da\u00df es nicht allzuviele Striche gab.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Beginnen wir mit der tiefsten Stimme, diejenige der Person des Marcel, der einen grundsatzfesten und verantwortungsvollen Hugenotten darstellt. Und das war in der Tat bei Nicolas Test\u00e9 (Marcel) der Fall. Der geb\u00fcrtige Franzose hat einen beneidenswert profunden, schwarzen Ba\u00df, den er mehrmals bis zur gro\u00dfen Oktav mit klarem, wohllautendem Ton hinunterf\u00fchrt. F\u00fcr das Gef\u00fcge der Opernhandlung, der Auseinandersetzung zweier Religionsgemeinschaften der gleichen religi\u00f6sen Wurzel, vertritt er die Grundfesten des neuen, des Calvinistischen Zweigs. Man wei\u00df aus der Entstehung der Hugenotten, da\u00df Meyerbeer selbst stark ins Libretto eingriff. Der Gegenpart wird von Paul Gay (Graf von Saint-Bris) mit wohlt\u00f6nendem Ba\u00df w\u00fcrdig vertreten.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Der Koreaner Yosep Kang als Raoul de Nangis, Marcels Chef, beweist schon in seiner Auftrittsarie <i>Non loin des remparts d\u2019Amboise \u2013 unweit der Stadtbefestigungen von Amboise \u2026 <\/i>mit seinem hellen, offenen Tenor gro\u00dfe Geschmeidigkeit und Eleganz. Seine Favoritin Valentine (Ermonela Jaho) beeindruckt mit klarem, lyrischem Sopran ohne Sch\u00e4rfen in den Fortestellen. Leider verunsch\u00f6nen einige Intonationstr\u00fcbungen ihren im \u00fcbrigen perfekten Gesang.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Florian Sempey als Graf von Nevers besitzt einen markanten Bariton. Hier aber zwingt er seine Stimme zu einem \u2013 zugegeben m\u00e4nnlich wirkenden \u2013 Vibrato, das die f\u00fcr einen Bariton sehr tiefe Stimmf\u00fchrung wohl erfordert. In alten Klavierausz\u00fcgen wird seine Stimme auch als Ba\u00df gef\u00fchrt!<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Kommen wir zur s\u00e4ngerischen \u00dcberraschung dieser Premiere. Es ist die aus New-Orleans stammende Lisette Oropesa in der Rolle der K\u00f6nigin Marguerite de Valois. Vom Namen her vielleicht aus S\u00fcdamerika stammend, ist sie ein wahres Stimmwunder. Ihre mit \u00fcberreichlichen Koloraturfinessen ausgestattete Auftrittsarie zu Beginn des zweiten Akts, wo sie die Sch\u00f6nheiten der Loire-Landschaft besingt <i>\u00d4 beau pays de la Touraine \u2013 oh sch\u00f6nes Land der Touraine<\/i> geht \u00fcber zw\u00f6lft Minuten! Sie setzt viel Einsatzkraft und Durchhalteverm\u00f6gen voraus. Und beides besitzt Frau Oropesa reichlich. Schon der Beginn in mittlerer Stimmlage l\u00e4\u00dft aufhorchen: warmer lyrischer Klang, tadellose Aussprache. M\u00fchelos schwingt sich ihr klarer Sopran in die h\u00f6chsten H\u00f6hen hinauf. Wirklich \u00fcberraschend und unvergleichlich ihre deutlichen Triller zum Ende der einzelnen Air-Abschnitte. Liebe Melomanen, suchen Sie nicht weiter nach der weltbesten Sopranistin. Hier ist sie!<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Auch Meyerbeer hat sich hier in seiner Koloraturtechnik als ebenb\u00fcrtig neben den verehrten Rossini gestellt, den er als seinen Lehrer ansah. Sie w\u00e4re eine geeignete S\u00e4ngerin der Armida in Rossinis gleichnamiger Oper. Ihre Atemtechnik raubt einem selbst den Atem! \u00dcberw\u00e4ltigend sind ihre langangehaltenen T\u00f6ne, keinerlei Schwierigkeiten bei den vielen Intervallspr\u00fcngen, Tonleitern, Arpeggien, Volaten und Vokalisen. Nur an wenigen Stellen kommen die geschwinden Noten nicht perlend genug. Dennoch: man kommt aus dem Staunen nicht heraus! Eine einmalige S\u00e4ngerin! Das Haus tobt \u00fcber eine Minute mit frenetischem Applaus.<\/p>\n<p class=\"10PtlinksfettTitel\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Mit gro\u00dfer \u00e4sthetischer Gewandtheit hat Regisseur Andreas Kriegenburg das B\u00fchnenbild gestalten lassen. Doch stutzt man im zweiten Akt: wo findet sich ein japanischer Wald an den Ufern der Loire? Urbain, der die badenden M\u00e4dchen gerne beobachten m\u00f6chte, kann sich hinter den schlanken St\u00e4mmen nicht verstecken. Meine diesbez\u00fcgliche Frage gegen\u00fcber Herrn Kriegenburg beantwortete er entwaffnend: <i>Sollte er auch nicht! <\/i><\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Geschmackssache ist der mit einem rechteckigen Kasten in drei Etagen unterteilte Ort am Opernanfang beim Fest von Graf von Nevers. Gegen Opernende schleicht sich ein Gef\u00fchl der Langweile ein durch diesen immer gleichen B\u00fchnenaufbau. Ebenso ist diese stilisierte Darstellung ziemlich unterk\u00fchlt und distanziert sich stark bei den grausamen Szenen. Dadurch mangelt ein Mitgef\u00fchl des Zuschauers bei der Begegnung von Raoul mit Valentine und den letzten Szenen. Aber gl\u00fccklicherweise gibt es keine der \u00fcblichen Bez\u00fcge zur heutigen Zeit, die andere Regisseure im Verlauf dieser Oper sicher benutzt h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"10PtblocknormalAbstzeAbsatzoben1\">Die Op\u00e9ra national feiert mit einem Jubil\u00e4umsjahr (27. 9. 2018 bis 31. 12. 2019) die 350j\u00e4hrige Geschichte der <i>Acad\u00e9mie royal de Musique<\/i>. Am 28. Juni 1669 hatte Louis XIV. Pierre Perrin, dem k\u00f6niglichen Ratgeber, die Bewilligungsurkunde zur Gr\u00fcndung der <i>Acad\u00e9mie<\/i> \u00fcbergeben. Und seit Meyerbeers <i>Hugenotten <\/i>behauptet die Op\u00e9ra national Paris noch immer bis heute ihre internationale Stellung innerhalb der Opernwelt.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Agathe Poupeney, Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Bild 1 zeigt den Garten von Schlo\u00df Chenonceau (Touraine), von li nach re: Julia Robard-Gendre (La dame d\u2019honneur) in violettem Kleid, \u00c9lodie Hache (Coryph\u00e9e) in rotem Kleid, Lisette Oropesa (Marguerite de Valois) in goldfarbenem Gewand, Ermonela Jaho (Valentine) in gr\u00fcnem Kleid zwischen den japanischen B\u00e4umen. Ganz re zwischen den Damen mit Augenbind in schwarzer Kleidung: Yosep Kang (Raoul)<\/p>\n<p>Das 2. Bild zeigt im gleichen Akt die Szenen, in der Raoul Valentine als vermeintliche Geliebte von Graf von Nevers als Braut zur\u00fcckweist, wor\u00fcber alle erbost sind. Von li nach re: Yosep Kang (Raoul de Nangis), Lisette Oropesa (Marguerite de Valois), Paul Gay (Le Graf de Saint-Bris), Florian Sempey (Graf de Nevers), Ermonela Jaho (Valentine), sie umarmt Karine Deshayes (Urbain)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Les Huguenots \u2013 Die Hugenottenvon von Giacomo Meyerbeer (1791-1864), Libretto: Eug\u00e8ne Scribe und \u00c9mile Deschamps, UA: 29. Februar 1836 Paris, Op\u00e9ra, Salle de la rue Le Peletier Regie: Andreas Kriegenburg, B\u00fchne: Harald B. 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