{"id":757,"date":"2009-07-16T15:09:32","date_gmt":"2009-07-16T13:09:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=757"},"modified":"2010-03-21T23:42:07","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:07","slug":"karlsruhe-badisches-staatstheater-il-barbiere-di-siviglia","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=757","title":{"rendered":"Karlsruhe, Badisches Staatstheater &#8211; IL BARBIERE DI SIVIGLIA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchino Rossini, Komische Oper in zwei Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Barbier de S\u00e8ville (1772) von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. Februar 1816, Rom, Teatro Argentina<br \/>\nRegie: Dominique Mentha, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Susanne Hubrich<br \/>\nChoreografische Betreuung: Julianna Sarri; Dramaturgie: Margrit Poremba<br \/>\nDirigent: Justin Brown; Orchester der Badischen Staatskapelle und Chor<br \/>\nSolisten: Jung-Heyk Cho (Graf Almaviva),  Tero Hannula (Bartolo), Ina Schlingensiepen (Rosina), Armin Kolarczyk (Figaro), Lukas Schmid (Basilio), Sabrina K\u00f6gel (Berta), Mehmet Utku Kuzuluk (Fiorillo) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 11. Juli 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"karlsruhe-barbiere.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/karlsruhe-barbiere.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"karlsruhe-barbiere.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/karlsruhe-barbiere.jpg\" \/><\/a>In der Morgend\u00e4mmerung wartet der sich als Lindoro ausgebende Graf Almaviva vor dem Hause Doktor Bartolos auf das Erscheinen seiner Rosina. Don Bartolo bewacht sein M\u00fcndel rund um die Uhr, um sie so bald wie m\u00f6glich selbst zu heiraten. Der Barbier Figaro erscheint und verspricht dem Grafen Zutritt zu Bartolos Haus: Almaviva soll sich als betrunkener Soldat bei Don Bartolo einquartieren. Als Soldat verkleidet gibt sich der Graf Rosina als Lindoro zu erkennen. Nach der von Bartolo vereitelten Einquartierung (als Arzt mu\u00df er keine Soldaten beherbergen) kommt Almaviva erneut in Bartolos Wohnung und gibt sich als Vertreter des kranken Musiklehrers Bartolo aus. Figaro lenkt derweil Bartolo ab, um an den Hausschl\u00fcssel zu gelangen, denn Rosina soll bei Nacht entf\u00fchrt werden. Almaviva kommt in Rosinas Zimmer. Figaro mahnt die Liebenden zur Eile, doch der Fluchtweg ist schon abgeschnitten. Ein Notar tritt ein, um die Verm\u00e4hlung Bartolos mit Rosina vorzunehmen. Bevor aber Bartolo eintrifft, wird Basilio der als Trauzeuge dabei ist, von Almaviva als bestochen und die Ehe vom Grafen mit Rosina vom Notar vollzogen. Der zur\u00fcckkehrende Doktor Bartolo wird vor vollendete Tatsache gestellt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Grundideen der Inszenierung sind schnell erkl\u00e4rt: Es geht um Geld und Maschinen. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre sieht man den Grafen vor einem Geldautomaten in einen Schlafsack geh\u00fcllt. Sein St\u00e4ndchen an Rosina singt er darauf stehend. Figaro erscheint beim ersten Auftritt auf einem Fahrrad zur B\u00fchne herabschwebend. Ihren Brief an den Grafen verfa\u00dft Rosina auf einer Schreibmaschine. Nachdem am Ende der Oper die Leiter am Balkon verschwunden ist, schwebt ein Hei\u00dfluftballon herab und offenbart den dreien einen Fluchtweg. Auf der rechten B\u00fchnenh\u00e4lfte befindet sich ein riesiger Tyrannosaurus Rex. Auch Don Bartolo w\u00e4chst ein Saurierschwanz, der im Verlauf der Oper immer gr\u00f6\u00dfer wird. Durch den Einsatz der Maschinen entstehen allerdings Dyslogismen, die sinn\u00e4ndernde Eingriffe des Textes mit sich brachten. Aus Figaros Schaufenster wurde der Propeller am Fahrrad und vor allem: Wie kam beim Schreibmaschine schreiben Tinte an Rosinas Finger, weshalb ist die Feder gespitzt? Die Inszenierung schlie\u00dft mit einem kleinen Naturspektakel: bei der Gewitterszene ergie\u00dft sich ein echter Regenschauer.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nSchon in der Ouvert\u00fcre zeigte Dirigent <strong>Justin Brown<\/strong> sein Feingef\u00fchl f\u00fcr die Musik Rossinis: Feine Steigerungen in Tempo und Dynamik, lyrische Melodieb\u00f6gen in den Soloinstrumenten. Fast jede Nummer wurde applaudiert. <strong>Ina Schlingensiepen <\/strong>(Rosina) sang ihre Partie mit klarer, leicht nasaler aber durchaus angenehmer Stimme. Ausgezeichnet gelang ihr der Canto fiorito (Ziergesang) mit spielerischer Leichtigkeit<em> Io sono docile \u2013 Ich bin sanft<\/em> und klang lediglich in hohen Lagen bei manchen Fortestellen etwas gepre\u00dft. Brillant ebenso <strong>Armin Kolarczyk <\/strong>(Figaro), der nach seinem Obolski im <em>Feuerwerk<\/em> ein weiteres Mal dem Publikum sein Talent f\u00fcr Buffo-Rollen bewies. Auch <strong>Jung-Heyk Cho<\/strong> (Graf Almaviva) \u00fcberzeugte eindrucksvoll mit seiner Partie als Don Alonso <em>Pace e gioia \u2013 Friede und Freude<\/em>, wo er seine stimmliche und schauspielerische Verstellungskunst unter Beweis stellte. Die Koloraturen von <strong>Lukas Schmid<\/strong> (Basilio) klangen \u00fcberakzentuiert, jedoch \u00fcberzeugte er in seiner Arie<em> La calunnia \u00e8 un venticello \u2013 Die Verleumdung ist ein sanfter Wind<\/em> mit starkem Ausdruck und Stimmgewalt. <strong>Tero Hannula<\/strong> (Bartolo) beeindruckte durch seine klar verst\u00e4ndliche Textdeklamation des \u00e4u\u00dferst raschen <em>Quando Bartolo va fuori \u2013 Wenn Bartolo hinausgeht<\/em>. Eindrucksvoll war auch der kurze Auftritt <strong>Sabrina K\u00f6gels<\/strong> (Berta) <em>Il vecchiotto cerca moglie \u2013 Der Alte sucht eine Frau<\/em> mit markant kr\u00e4ftiger Stimme und fein nuanciertem Ausdruck.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nBei dieser Vorstellung vermischen sich individuelle Interpretation des Regisseurs und Treue zum Rossinischen Original. Diese Zweigesichtigkeit quittierte das Publikum mit ausgeglichenen nicht enden wollenden Buh- und Bravorufen. Ein musikalisches Bravo geh\u00f6rt diesem Abend allemal \u2013 das visuelle sei jedem selbst \u00fcberlassen.<br \/>\nDaniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<br \/>\nDas Bild zeigt: v.l.: Jung-Heyk Cho (Graf Almaviva) und Ina Schlingensiepen (Rosina) unter dem Tyrannosaurus Rex.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchino Rossini, Komische Oper in zwei Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Barbier de S\u00e8ville (1772) von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. 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