{"id":7561,"date":"2018-09-24T08:37:29","date_gmt":"2018-09-24T07:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7561"},"modified":"2018-09-24T08:40:47","modified_gmt":"2018-09-24T07:40:47","slug":"rigoletto-heidelberg-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7561","title":{"rendered":"Rigoletto &#8211; Heidelberg, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave<br \/>\nUA: 11. M\u00e4rz 1851 Venedig , Teatro la Fenice<\/p>\n<p>Regie, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Alexandra Szemer\u00e9dy und Magdolna Parditka, Licht: Ralph Schanz<br \/>\nDramaturgie: Ulrike Schumann<\/p>\n<p>Dirigent: Elias Grandy, Chor: Ines Kaun, Philharmonisches Orchester, Herrenchor, Extra-Herrenchor und Statisterie des Theaters Heidelberg<\/p>\n<p>Solisten: Nenad \u010ci\u010da (Graf von Mantua), James Homan (Rigoletto), Carly Owen (Gilda), Wilfried Staber (Sparafucile), Shahar Lavi (Maddalena), Ks. Carolyn Frank (Giovanna), Daniel Choi (Graf von Monterone), Ip\u010da Ramanovi\u0107 (Marullo), Namwon Huh (Borsa), Woo Kyung Shin (Graf von Ceprano), Mi Rae Choi (Gr\u00e4fin von Ceprano), Hans Voss (Gerichtsdiener), Jana Krau\u00dfe (Page der Herzogin)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. September 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Heidelberg-Rigoletto.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7562\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Heidelberg-Rigoletto.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Heidelberg-Rigoletto.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Heidelberg-Rigoletto-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem Festgelage beim Grafen von Mantua erscheint inmitten von Liebeleien und dem Spott des Hofnarren Rigoletto Graf von Monterone. Da der Graf von Mantua sich an dessen Tochter vergangen hat, verflucht dieser dessen Hofgesellschaft und \u00fcbersch\u00fcttet ihn mit Spott. Derweil kommt zum Am\u00fcsement der H\u00f6flinge heraus, da\u00df der bucklige Rigoletto angeblich eine Geliebte habe. Sie erlauben sich den Spa\u00df, das M\u00e4dchen zu rauben. Es handelt sich allerdings um Rigolettos Tochter Gilda. In seinem Palast stellt er zu seiner \u00dcberraschung fest, da\u00df das entf\u00fchrte M\u00e4dchen die Tochter Rigolettos ist. Seine Freude ist gro\u00df. Rigoletto dagegen kann seinem Herrn die Sch\u00e4ndung seiner Tochter nicht verzeihen und beauftragt einen Berufskiller, das Problem zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Dem Zuschauer \u00f6ffnet sich bereits w\u00e4hrend des Vorspiels der Blick auf ein Schlachthaus. Alles ist wei\u00df gekachelt und steril gehalten. Die ersten Protagonisten bewegen sich derweil durch den Raum. Ist es Maddalena oder Giovanna? Der Herzog oder Graf Ceprano? Da die Handlung noch nicht eingesetzt hat, kann man nur spekulieren. Interaktion zwischen den Protagonisten findet so gut wie nicht statt, die Kost\u00fcme sind indifferent und machen die Figuren zu Schatten ihrer selbst. Gilda versucht sich mit einem Messer die Pulsadern aufzuschneiden, Rigoletto ist ein Koch, der den Herzog zu befriedigen hat \u2013 mit Vorliebe gibt es Menschenfleisch. Im Finale bringt sich Gilda schlie\u00dflich selbst um.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Den besten Eindruck des Abends hinterlassen <strong>Elias Grandy<\/strong> und sein <strong>Philharmonisches Orchester<\/strong> Heidelberg. Die Musik ist dynamisch und akzentuiert. Vom sanften Pianissimo \u00fcber donnernde Sforzati bis hin zu detaillierter Rhythmisierung l\u00e4\u00dft diese Auff\u00fchrung wenig zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Verdis Tanzrhythmen wogen pulsierend durch den Saal, bei der Unwetterszene im dritten Akt meint man, der Sturm blase direkt aus dem Orchestergraben. Unter den S\u00e4ngern kr\u00f6nt <strong>Carly Owen<\/strong> als Gilda diese Produktion. Ihr Timbre ist klar, nicht zu scharf und die Interpretation der Arie <em>Caro nome \u2013 Geliebter Name<\/em> gelingt auch in den Koloraturen und Spitzent\u00f6nen tadellos. Etwas blasser erscheint hingegen <strong>Nenad \u010ci\u010da<\/strong>, der zwar ein angenehmes leicht rauhes Timbre hat, jedoch oft vom Orchester \u00fcbert\u00f6nt wird. Als Rigoletto bietet <strong>James Homan<\/strong> eine solide Partie. Allerdings ist er an vielen Stellen nicht sonderlich ausdrucksstark was daran liegen kann, da\u00df man mit ihm die Rolle nicht auf szenischer Ebene erarbeitet hat. <strong>Wilfried Staber<\/strong> als Sparafucile bietet einen sonoren Ba\u00df, der Freude beim Zuh\u00f6ren macht. Auch <strong>Shahar Lavi<\/strong> in der Partie der Maddalena ist eine erfreuliche Wahl wie auch Ks. <strong>Carolyn Frank<\/strong> als Giovanna. \u00c4rgerlich ist nur, da\u00df \u2013 wie so oft \u2013 die B\u00fchnenmusik zu Beginn aus schlecht plazierten Lautsprechern zu h\u00f6ren ist und das Zusammenspiel mit den S\u00e4ngern vorne und hinten nicht funktioniert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Abend auf musikalischer Ebene in einigen Punkten sehr \u00fcberzeugt, ist die szenische Umsetzung die Achillesverse dieses Opernabends. Die Regisseure erz\u00e4hlen eine Geschichte, welche mit der Handlung nichts mehr zu tun hat. Auf- und Abg\u00e4nge werden willk\u00fcrlich gesetzt und die S\u00e4nger finden oftmals nur schwer zu einer glaubhaften schauspielerischen Umsetzung. Die Regie ist an einigen Punkten etwas ungl\u00fccklich angelegt: zu Beginn des Banketts im ersten Akt ist keine Hofgesellschaft zu sehen, der Herzog vergn\u00fcgt sich allein mit der Gr\u00e4fin Ceprano, w\u00e4hrend Rigoletto dar\u00fcber spottet. Als die Menge sich etwas sp\u00e4ter aufl\u00f6st und die Szene intimer wird, tummelt sich der Chor noch immer auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p>Man mu\u00df den <em>Rigoletto<\/em> bereits sehr gut kennen, um nicht vollst\u00e4ndig das Verst\u00e4ndnis der Geschehnisse zu verlieren. Der Trick an solchen Produktionen scheint folgender zu sein: dem menschlichen Verstand vertraute Inhalte mit v\u00f6llig neuen, zusammenhangslosen Sinneseindr\u00fccken zu verkn\u00fcpfen, um letztendlich \u00fcber die Irritation und das Unverst\u00e4ndnis seiner Zuschauer triumphieren zu k\u00f6nnen. Wer sich also so weit vom eigentlichen St\u00fcck entfernt, sollte k\u00fcnftig die Finger sowohl von <em>Rigoletto<\/em> als auch von Verdi lassen.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>James Homann (Rigoletto), Carly Owen (Gilda)<\/p>\n<p>Bild: Sebastian B\u00fchler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave UA: 11. 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