{"id":754,"date":"2009-07-15T11:22:55","date_gmt":"2009-07-15T09:22:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=754"},"modified":"2010-03-21T23:42:08","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:08","slug":"london-covent-garden-royal-opera-house-il-barbiere-di-siviglia","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=754","title":{"rendered":"London, Covent Garden &#8211; Royal Opera House &#8211; IL BARBIERE DI SIVIGLIA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini, Melodrama buffa in zwei Akten, Text: Cesare Sterbini nach einer Kom\u00f6die von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. Februar 1816, Rom, Teatro Argentina<br \/>\nRegie: Patrice Caurier und Moshe Leiser, Kost\u00fcme: Agostino Cavalca, B\u00fchnenbild Christian Fenouillat, Licht: Christophe Forey<br \/>\nDirigent: Antonio Pappano, Orchester und Chor des Royal Opera House<br \/>\nSolisten: Pietro Spagnoli (Figaro), Joyce DiDonato (Rosina), Juan Diego Fl\u00f3rez (Graf Almaviva), Alessandro Corbelli (Doktor Bartolo), Ferruccio Furlanetto (Don Basilio) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 10. Juli 2009 Premiere der Inszenierung: 2005, Wiederaufnahme 4.7.2009<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"100709-london-il-barbiere.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/100709-london-il-barbiere.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"100709-london-il-barbiere.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/100709-london-il-barbiere.jpg\" \/><\/a>Rossinis bekannte Buffa erz\u00e4hlt von einer ungleichen Liebe mit Hindernissen. Graf Almaviva versucht gegen den Widerstand ihres Vormundes Doktor Bartolo, der sie selbst heiraten will, die Liebe und die Hand der b\u00fcrgerlichen Rosina zu erlangen. Almaviva bekommt Hilfe vom illustren Barbier Figaro, und mit vielen Einf\u00e4llen, allerlei Verkleidungen und Tricks, mit seinem Charme und Geld kommt Almaviva zum Ziel: er heiratet Rosina.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nPatrice Caurier und Moshe Leiser bieten eine moderne, frische und witzige Co-Produktion ins Royal Opera House. Obwohl man sich zun\u00e4chst in einem \u00fcberdimensionierten gestreiften Schuhkarton glaubt, \u00fcberzeugt der minimalistisch ausgef\u00fchrte Blick f\u00fcr das Detail. Pl\u00f6tzlich entstehen Fenster, T\u00fcren und Treppen im Streifenkarton, und man ist in Rossinis Welt. Die B\u00fchne ist frei aufgeh\u00e4ngt, und schwankt in der Kopfschmerzszene zur Verwirrung der S\u00e4nger und Zuschauer<em> Mi par d\u2019esser con la testa in un\u2019orrida fucina mir scheint mein Kopf in einer schrecklichen Schmiede zu sein<\/em> (Schlu\u00df Finale I). Auch Farbgebung und Kost\u00fcme sind modern und frisch, aber nie aufdringlich. So wirkt Rosinas Kleid in gr\u00fcn und pink komplement\u00e4r zur B\u00fchne und zum Charakter von Rossinis Opera buffa.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDieser Abend bot eine selten geh\u00f6rte musikalische Leistung auf breiter Basis.<strong> Joyce diDonato<\/strong>, die sich in der Auff\u00fchrung zuvor das Wadenbein brach, sang und spielte die Rosina mit pinkem Gips im Rollstuhl mit einer sagenhaften Leichtigkeit und unerh\u00f6rten Belcanto. Sie wurde begleitet vom kristallklaren Tenor des<strong> Juan Diego Fl\u00f3rez<\/strong> (Graf Almaviva), und auch zusammen boten die beiden ein musikalisch harmonisches Paar. Die Arien der beiden brachten das Opernhaus mehr als einmal zum berstenden und berechtigten Applaus. Besondere H\u00f6hepunkte waren Rosinas <em>Una voce poco fa qui nel cor mi risuon\u00f2 \u2013 eine Stimme vorhin erklingt hier im Herzen<\/em> (1. Akt) die Joyce diDonato mit stimmlicher Gewandtheit und k\u00f6rperlicher Akrobatik aus ihrem Rollstuhl sang, sowie Almavivas auf halber H\u00f6he von Bartolos Haus gesungenes <em>Se il mio nome saper voi bramate \u2013 wenn ihr meinen Namen zu wissen w\u00fcnscht<\/em> (1. Akt).<br \/>\nErstaunlich war auch die Leistung der anderen S\u00e4nger, die zusammen zum gro\u00dfartigen und abgerundeten Bild dieser Inszenierung beitrugen. <strong>Alessandro Corbelli<\/strong> spielte einen lustigen, jedoch nicht \u00fcberzogenen Doktor Bartolo und verbl\u00fcffte mit seinen klaren jedoch in atemberaubender Geschwindigkeit gesungenen L\u00e4ufen (Parlando), wie beispielsweise in <em>A un dottor della mia sorte \u2013 Ein Doktor meinesgleichen<\/em> (1. Akt). Der in klassischen Barbierfarben rot-wei\u00df gekleidete Figaro wurde von <strong>Pietro Spagnoli<\/strong> lebhaft und sehr \u00fcberzeugend dargeboten <em>Largo al factotum della cit\u00e0 \u2013 ja das Faktotum der Stadt bin ich<\/em> (1. Akt), und <strong>Ferruccio Furlanetto <\/strong>sang einen glaubhaft-verschlagenen Don Basilio mit gro\u00dfem Nachdruck.<br \/>\nAntonio Pappano dirigierte das Orchester des <strong>Royal Opera Houses<\/strong> enorm virtuos, melodisch und pr\u00e4zise. Das f\u00fcr gew\u00f6hnlich reservierte Londoner Publikum honorierte dies mit dem seltenen Ereignis eines donnernden und wohlverdienten Beifalls nach der Ouvert\u00fcre.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDies war ein musikalisch und visuell einzigartiger Abend mit einer selten gesehenen Besetzung und einem eher italienischen, aber durchaus wohlverdienten Beifall.<\/p>\n<p>Dr. Dominik Zenner<\/p>\n<p>Bild: Bill Cooper<br \/>\nDas Bild zeigt: Graf Almaviva (Juan Diego Fl\u00f3rez) singt ein St\u00e4nchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini, Melodrama buffa in zwei Akten, Text: Cesare Sterbini nach einer Kom\u00f6die von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. 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