{"id":7530,"date":"2018-07-10T10:49:48","date_gmt":"2018-07-10T09:49:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7530"},"modified":"2018-07-12T21:39:52","modified_gmt":"2018-07-12T20:39:52","slug":"marcantonio-e-cleopatra-gotha-ekhof-festival-auf-schloss-friedenstein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7530","title":{"rendered":"Marc&#8217;Antonio E Cleopatra &#8211; Gotha, Ekhof Festival auf Schlo\u00df Friedenstein"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Adolf Hasse (1699-1783), Serenata in zwei Akten, Libretto von Francesco Ricciardi, UA: 1725, Neapel<\/p>\n<p>Regie und Choreographie: Milo Pablo Momm, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Jan Hoffmann<\/p>\n<p>Dirigent: Gerd Amelung, Ensemble Capella Jenensis<\/p>\n<p>Solisten: Margit Buchberger (Cleopatra), Julia B\u00f6hme (Marc\u2018 Antonio), Beate Fritsch (Tanzrolle als Charmion)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. Juli 2018<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gotha-Marc-Antonio.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7531\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gotha-Marc-Antonio.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gotha-Marc-Antonio.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gotha-Marc-Antonio-300x199.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Das Ekhof-Festival findet im 1687 vollendeten barocken Schlo\u00dftheater von Schlo\u00df Friedenstein bei Gotha statt. Gef\u00fchrt wird das Festival von der Stiftung Schlo\u00df Friedenstein Gotha, an der die ehemaligen Hausherren, die Herz\u00f6ge von Sachsen-Coburg und Gotha, beteiligt sind. Das Theater ist benannt nach dem <em>Vater der deutschen Schauspielkunst<\/em> <strong>Conrad<\/strong> <strong>Ekhof<\/strong>, der an vielen Vorstellungen zwischen 1774 und 1778 an diesem ersten deutschen Hoftheater beteiligt war.<\/p>\n<p>Das 1996 gegr\u00fcndete Ekhof-Festival leitet sich von diesen Vorstellungen ab. Das Theater verf\u00fcgt noch \u00fcber die originale barocke B\u00fchnenmaschinerie, wie Wellbaum, Bodenversenkung, Wind und Donner. Durchschnittlich zw\u00f6lf Kulissenschieber sind daran beteiligt, wenn sich die Kulissen in den Freifahrten, die Soffitten, sich nach oben und auch das Hintergrundprospekt ruckelnd, aber doch synchron, in Bewegung setzen \u2013 ausgel\u00f6st durch einen Glockenschlag. Bei 165 Sitzpl\u00e4tzen ein kleines, aber f\u00fcr die barocke Auff\u00fchrungspraxis ungemein bedeutsames Festival. F\u00fcr die j\u00e4hrliche Neuproduktion wird ein eigenes Ensemble aus Barockspezialisten zusammengestellt.<\/p>\n<p>Den rustikalen Pausenimbi\u00df im beeindruckenden Schlo\u00dfhof kann man in eine Reihe mit dem Picknick in Glyndebourne oder dem Festspielparkplatz in Bayreuth stellen.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Serenade <em>Marc&#8216; Antonio e Cleopatra<\/em> wurde September 1725 auf dem Landsitz von Carlo Carmignano, k\u00f6niglicher Rat am Hof von Neapel, uraufgef\u00fchrt. Bemerkenswert, da\u00df so bedeutende K\u00fcnstler wie Vittoria Tesi und Farinelli die beiden Rollen sangen. Die Oper beschreibt die Liebesbeziehung zwischen Cleopatra und Marc&#8216; Antonius zwischen der verlorenen Seeschlacht von Actinium und der Feldschlacht von Alexandria (30 und 31 v.Chr.). Nach der Niederlage begehen beide Selbstmord im Mausoleum der Cleopatra. Der Sieger Augustus wird erster r\u00f6mischer Kaiser, \u00c4gypten eine r\u00f6mische Provinz.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Dreh- und Angelpunkt dieser und aller Auff\u00fchrungen beim Ekhof-Festival ist die barocke B\u00fchnentechnik. Auf Klingelzeichen verwandelt sich die B\u00fchne von einem Tempelhain zu einer S\u00e4ulenhalle, zu einem Kerker-Saal oder zu einer Parklandschaft. Die Kost\u00fcme entsprechen den barocken Vorstellungen an das historische Rom und \u00c4gypten. Die S\u00e4nger agieren in der typischen barocken Gestensprache, durch die Gestik sucht man den entsprechenden Ausdruck zu erreichen.<\/p>\n<p>Die hinzugef\u00fcgten Balletteinlagen (Musik von Nicola Matteis) erfolgen in barocker Tanztechnik. <strong>Milo Pablo Momm<\/strong> ist nicht nur zust\u00e4ndig f\u00fcr die Gestik der historisch-informierten Auff\u00fchrungspraxis, sondern \u00fcbernimmt auch als T\u00e4nzer die Tradition von Sigrid T&#8217;Hofft choreographiert er auch die barocken Ballett-Einlagen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Stagione-Ensemble des Ekhof-Festivals kann bei dem geringen Etat nicht unbedingt aus der ersten Garde der Barock-Solisten bestehen, jedoch gelingt es Nachwuchskr\u00e4fte zu engagieren, die durchweg positive Gesangsleistungen darbieten. Der Boden dieser Produktion bildet das <strong>Ensemble Capella Jenensis<\/strong>, die auf historischen Instrumenten spielen. <strong>Gerd Amelung <\/strong>ist der kongeniale, musikalische Leiter dieser Produktion, er schl\u00e4gt ein relativ flottes Tempo an, erzeugt mitrei\u00dfende barocke Klangkaskaden und arbeitet sowohl mit den Solisten als auch den Ballett-Einlagen hervorragend zusammen.<\/p>\n<p>In der Rolle der Cleopatra erleben wir <strong>Margit Buchberger<\/strong>, die kurzfristig f\u00fcr die erkrankte Katharina G\u00f6res eingesprungen ist. Sie zeichnet sich mit vollt\u00f6nender H\u00f6he und eine klare, lyrischen Stimme aus. Ihre Koloraturen klingen, trotz hohem Schwierigkeitsgrad, stets schwerelos einfach. <strong>Julia B\u00f6hme<\/strong> hat keine Probleme mit der M\u00e4nnerrolle des Marc&#8216; Antonio, denn ihre einschmeichelnd wohlt\u00f6nende Alt-Stimme klingt durchaus m\u00e4nnlich und fasziniert so das Publikum \u2013 nicht nur durch pointiert sichere Koloraturen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Ekhof-Festival erweist sich als weithin unbekannter, aber dennoch sehr bedeutender Beitrag zur Auseinandersetzung mit der historischen barocken Auff\u00fchrungspraxis. Wer sich f\u00fcr barocke B\u00fchnentechnik interessiert, kann sie hier in Perfektion erleben. Das Ergebnis ist spannendes, lebendiges Theater, das meilenweit von einem verstaubten Museumsbetrieb entfernt ist. Wohl viele der Zuschauer werden sich durch dieses Opernerlebnis von den Marotten des Regietheaters befreien. Aber auch \u00fcber barocke Musik und Tanztechnik kann man sich hier informieren! Lang anhaltender, sehr freundlicher Applaus des Publikums.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Garamond','serif';\">Bild: Stiftung Schlo\u00df Friedenstein<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Garamond','serif';\">Das Bild zeigt: Margit Buchberger (Cleopatra), Julia B\u00f6hme (Marc\u2018 Antonio), Beate Fritsch (Tanzrolle als Charmion)<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt; background: #F3F3FF;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Adolf Hasse (1699-1783), Serenata in zwei Akten, Libretto von Francesco Ricciardi, UA: 1725, Neapel Regie und Choreographie: Milo Pablo Momm, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Jan Hoffmann Dirigent: Gerd Amelung, Ensemble Capella Jenensis Solisten: Margit Buchberger (Cleopatra), Julia B\u00f6hme (Marc\u2018<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7530\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7531,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,174,134],"tags":[],"class_list":["post-7530","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-ekhof-festival-gotha","category-featured"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7530","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7530"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7530\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7535,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7530\/revisions\/7535"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7531"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7530"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}