{"id":7526,"date":"2018-06-24T14:55:58","date_gmt":"2018-06-24T13:55:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7526"},"modified":"2018-06-25T14:57:06","modified_gmt":"2018-06-25T13:57:06","slug":"drachenreiter-luebeck-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7526","title":{"rendered":"Drachenreiter &#8211; L\u00fcbeck, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jan Pezold (*1972) und Henning Kothe (*1967), Kinder- und Jugendoper in zw\u00f6lf Bildern, Libretto: Beide Komponisten nach dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke<\/p>\n<p>Regie: Jennifer Toelstede, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christof Cremer, Choreographie: Kati Heidebrecht, Licht: Falk Hampel, Video: Anna Zdrahal, Dramaturgie: Doris Fischer<\/p>\n<p>Dirigent: Jan-Michael Kr\u00fcger, Philharmonisches Orchester der Hansestad und Kinder- und Jugendchor des Theaters L\u00fcbeck und der Musik- und Kunstschule L\u00fcbeck<\/p>\n<p>Solisten: Dominik M\u00fcller (Lung), Imke Looft (Schwefelfell), Alexander Wilbert (Ben), Moritz von Cube (Fliegenbein), Simon Rudoff (Nesselbrand), Peter Gr\u00fcnig (Professor Wiesengrund), Iuliia Tarasova (Seeschlange), Henning Kothe (Burr-burr-tschan), Madeleine Lauw (Lola Grauschwanz; Pilotin), Florian Weigel (Zwerg Kiesbart), Philipp Dietrich (Zwerg Mandelstein), Marlon Hangmann (Zwerg Gipsbart), Andr\u00e9 Janssen (Zwerg Bleiglanz; Rabe), Benedikt Al-Daimi (Dschinn Asif) u.v.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Juni 2018 (Urauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/L\u00fcbeck-drachenreiter_04.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7527\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/L\u00fcbeck-drachenreiter_04.png\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"650\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/L\u00fcbeck-drachenreiter_04.png 439w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/L\u00fcbeck-drachenreiter_04-203x300.png 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 439px) 100vw, 439px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Menschen wollen das Tal der Drachen fluten. Der Silberdrache Lung begibt sich mit dem Waldkobold Schwefelfell und dem Waisenkind Ben auf die Suche nach dem Saum des Himmels, der im Himalaya liegt und wo die Drachen in Sicherheit leben k\u00f6nnen. Ihnen begegnen dabei Zwerge, Professoren, der Dschinn Asif, Staubelfen, eine Seeschlange und andere Fabelwesen. Ihr Feind Nesselbrand, der Drachen fri\u00dft, ist ihnen die ganze Zeit \u00fcber auf den Fersen. Es gelingt ihm, seinen Spion, den Homunculus Fliegenbein, in die Gruppe einzuschmuggeln. Die Reise f\u00fchrt Lung, Schwefelfell, Ben und Fliegenbein \u00fcber \u00c4gypten nach Pakistan, wo sie den Kobold Burr-burr-tschan aus einer H\u00f6hle befreien, der ihnen den Weg zum Saum des Himmels zeigt. Mit Koboldspucke und Drachenfeuer besiegen sie Nesselbrand, indem sie seinen Panzer zum schmelzen bringen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Produktion als Ganze zeichnet sich durch gro\u00dfen technischen Aufwand aus. Die meisten Solisten und Choristen treten au\u00dferdem noch in mehreren Rollen auf und m\u00fcssen sich entsprechend h\u00e4ufig umziehen, was das B\u00fchnenbild zus\u00e4tzlich belebt. Vielseitigkeit war also gefragt. Einer der beiden Komponisten der Oper, <strong>Henning Kothe<\/strong>, trat beispielsweise als Chorist auf, tanzte eine Einlage auf einer riesigen Klaviatur in der Tempelszene in Pakistan und spielte die Rolle des vierarmigen Kobold Burr-burr-tschan. Neben den farbenpr\u00e4chtigen Kost\u00fcmen f\u00fcr Darsteller und Chor sind viele Videoprojektionen zu sehen. Die zahlreichen Wechsel der Schaupl\u00e4tze \u2013 die Oper besteht aus 12 Bildern und 44 Szenen \u2013 werden in rascher Folge b\u00fchnenbildnerisch ansprechend umgesetzt. Bei den Fl\u00fcgen des Drachen zwischen den einzelnen Stationen des Abenteuers sieht man die Darsteller durch eine halbtransparente Leinwand hindurch \u00fcber phantastische Landschaften schweben.<\/p>\n<p>Ebenso bunt und einfallsreich wie die Personage des Funkeschen Romans sind auch die Kost\u00fcme. Hier sind neben vielen anderen das der Hauptfigur Lung, gespielt von <strong>Dominik M\u00fcller<\/strong>, und des Dschinn Asif, frei im Raum schwebend gespielt von <strong>Benedikt Al-Daimi<\/strong>, zu nennen. Auch an Spezialeffekten wurde nicht gespart. Das Schmelzen Nesselbrands, gespielt von <strong>Simon Rudoff<\/strong>, der in einem riesigen, zusammenfallenden goldenen Ballon verschwand, und das Auftauchen der Seeschlange geh\u00f6rten hier zu den H\u00f6hepunkten. Neben der Romanvorlage spielt die Inszenierung auch auf popul\u00e4re Youtube-Trends an, z.B. das derzeit virale Flossing, einen Musikvideo-Tanzstil.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Partitur verlangt unterschiedliche Gesangsstile von den Darstellern. Einige Rollen ben\u00f6tigen gute Darsteller mit deutlicher Aussprache und w\u00e4ren eher im Bereich des Schauspiels mit Musik oder des Musicals als der Oper anzusiedeln. Beinahe alle Darsteller singen und sprechen mit Mikrophon, so da\u00df die Textverst\u00e4ndlichkeit durchweg gew\u00e4hrleistet ist; das mu\u00df sie auch sein, denn \u00dcbertitel gibt es nicht. Hingegen werden einige Auff\u00fchrungen mit Dolmetschern f\u00fcr H\u00f6r- und Sehgesch\u00e4digte erfolgen; \u00fcber die jeweiligen Daten informiert die Homepage des Theaters L\u00fcbeck.<\/p>\n<p>Die Hauptrolle des Ben ist f\u00fcr einen T\u00e4nzer geschrieben, der auch gut singen und sprechen k\u00f6nnen mu\u00df. Besetzt war sie mit <strong>Alexander Wilbert<\/strong>, der sich in seinen Sprechparts wacker schlug. Die Dialoge haben generell ein hohes Tempo und verlangen ein ger\u00fctteltes Ma\u00df an komischem Talent und Erfahrung mit einem jungen Publikum.<\/p>\n<p>S\u00e4ngerisch am anspruchsvollsten sind die Rolle der <em>Seeschlange<\/em>, ohne Verst\u00e4rkung gesungen von der Mezzosopranistin <strong>Iuliia Tarasova<\/strong>, die ihre lyrische Partie hervorragend vortrug, und die Countertenorpartie des Fliegenbein, gesungen und mit flinkem Witz gespielt von <strong>Moritz von Cube<\/strong>. <strong>Imke Looft <\/strong>als m\u00fcrrischer Waldkobold <em>Schwefelfell<\/em> spielte ihre komische Partie souver\u00e4n und beherrschte in ihren Szenen das B\u00fchnengeschehen. Besonders hervorzuheben ist schlie\u00dflich noch das hervorragende Timing in den Einlagen der vier <em>Zwerge<\/em> (<strong>Florian Weigel <\/strong>als Zwerg Kiesbart, <strong>Philipp Dietrich <\/strong>als <em>Zwerg Mandelstein<\/em>, <strong>Marlon Hangmann <\/strong>als <em>Zwerg Gipsbart<\/em> und<strong> Andr\u00e9 Janssen <\/strong>als <em>Zwerg Bleiglanz<\/em>), die ein wenig Slapstick in die Handlung brachten. Hier sa\u00df jede Replik, Pointe und Bewegung.<\/p>\n<p>Bemerkenswert an der gesamten Produktion ist die \u00fcberragende Qualit\u00e4t der choreographischen Gestaltung. Die Auftritte der <strong>Kinderch\u00f6re<\/strong>, die mit viel Bewegung auf relativ engem Raum auszuf\u00fchren sind, zeichneten sich durch ihre Sicherheit der Gruppierungen und im Vortrag aus.<\/p>\n<p>Ein paar Worte noch \u00fcber das <strong>Orchester<\/strong>, das haupts\u00e4chlich bei den \u00dcberleitungen zwischen den Szenen zum Einsatz kommt. Es handelt sich hierbei um ein Ensemble mit kleiner Streicherbesetzung, so da\u00df vor allem die Bl\u00e4sers\u00e4tze stark herauskommen, die fein ausgeh\u00f6rt sind. Klanglich erinnert der Orchesterpart zuweilen an Filmmusik \u2013 zuweilen mit regelrechten Zitaten wie dem James-Bond-Thema zu Beginn der Expedition \u2013 und untermalte als solche oft die Einspielung von Videoprojektionen. Bei den Gesangsnummern blieb das Instrumentalensemble unter der Leitung von <strong>Jan-Michael Kr\u00fcger<\/strong> hingegen meist im Hintergrund und \u00fcberlie\u00df den Darstellern die B\u00fchne. Die rhythmische Koordination von Orchester und S\u00e4ngern war tadellos.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die gesamte Spieldauer dieser Oper erstreckt sich \u00fcber etwas mehr als zwei Stunden, was f\u00fcr eine Kinderoper recht lang ist. Dennoch kam bei dem jungen Publikum keine Langeweile auf. Daf\u00fcr sorgte die Spielfreude der Akteure ebenso wie die \u00fcppige und abwechslungsreiche Ausstattung. Es gibt viel zu sehen und die Handlung entfaltet sich z\u00fcgig. Besonders im ersten Akt greifen die schnell aufeinanderfolgenden Szenen ineinander; der zweite enth\u00e4lt stellenweise etwas zuviel an Dialog.<\/p>\n<p>Die Handlung ist auch ohne Kenntnis der Romanvorlage problemlos zu verstehen. Sowohl das St\u00fcck als auch die Inszenierung sind als rundum gelungen zu bezeichnen. Allen jungen angehenden Operng\u00e4ngern zu empfehlen!<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Olaf Malzahn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Alexander Wilbert (Ben), Imke Looft (Schwefelfell), Dominik M\u00fcller (Lung)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jan Pezold (*1972) und Henning Kothe (*1967), Kinder- und Jugendoper in zw\u00f6lf Bildern, Libretto: Beide Komponisten nach dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke Regie: Jennifer Toelstede, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christof Cremer, Choreographie: Kati Heidebrecht, Licht: Falk Hampel, Video: Anna Zdrahal, Dramaturgie:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7526\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7527,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,134],"tags":[],"class_list":["post-7526","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-featured"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7526"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7526\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7528,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7526\/revisions\/7528"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7527"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}