{"id":7509,"date":"2018-06-04T08:22:43","date_gmt":"2018-06-04T07:22:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7509"},"modified":"2018-06-10T16:10:54","modified_gmt":"2018-06-10T15:10:54","slug":"la-nonne-sanglante-paris-opera-comique","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7509","title":{"rendered":"La nonne sanglante &#8211; Paris, Op\u00e9ra Comique"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Charles Gounod, Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto: Augustin Eug\u00e8ne Scribe und Germain Delavigne, UA: 18. Oktober 1854, Paris,\u00a0 Salle de la rue le Peletier,<\/p>\n<p>Regie: David Bob\u00e9e B\u00fchne: David Bob\u00e9e, Aur\u00e9lie Lemaignen Kost\u00fcme: Alain Blanchot, Licht: St\u00e9phane Babi Aubert, Video: Jos\u00e9 Gherrak, Dramaturgie: David Bob\u00e9e, Laurence Equilbey<\/p>\n<p>Dirigent: Laurence Equilbey, Orchester: Insula orchestra, Chor: accentus, Choreinstudierung: Nicola\u00ef Maslenko,<\/p>\n<p>Solisten: Michael Spyres (Rodolphe), Agn\u00e9s (Vannina Santoni), Marion Leb\u00e9gue (La Nonne), Andr\u00e9 Heyboer (Le Comte de Luddorf), Jodie Devos (Arthur), Jean Teitgen (Pierre l\u2018Ermite), Luc Bertin-Hugault (Le Baron de Moldaw), Enguerrand de Hys (Fritz, Veilleur de nuit), Olivia Doray (Anna), Pierre-Antoine Chaumien (Arnold), Julien Neyer (Norberg), Vincent Eveno (Th\u00e9obald)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. Juni 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Vorbemerkung<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/La-Nonne-sanglante_low.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7510\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/La-Nonne-sanglante_low.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/La-Nonne-sanglante_low.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/La-Nonne-sanglante_low-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a> <\/strong><\/p>\n<p>Die <em>Blutige Nonne <\/em>entstand um das Jahr 1854 und zeigt die ersten Spuren von Gounods musikalischer Reife. Das Libretto dagegen irritiert und zeigt einige Br\u00fcche: Personen wie Peter der Eremit, das Paar Anna und Fritz oder Norberg tauchen schlagartig auf und verschwinden ebenso rasch wieder aus der Handlung. Die Pariser Op\u00e9ra Comique hat das Werk zum ersten Mal nach seiner Urauff\u00fchrung wieder in Frankreich auf die B\u00fchne gebracht.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Familien Moldaw und Luddorf liegen im Streit. Eremit Peter macht den Vorschlag, dass Agn\u00e9s, die Tochter Moldaws, Th\u00e9obald, den Sohn Luddorfs, heiraten soll. Allerdings hat sich Agn\u00e9s schon in Rodolphe, den Bruder Th\u00e9obalds verliebt. Um Agn\u00e9s f\u00fcr sich zu haben, will er sie nachts entf\u00fchren. Daf\u00fcr soll sie sich als blutige Nonne verkleiden, von welcher die Sage umgeht, dass sie sich immer um Mitternacht den Menschen zeigt. Statt Agn\u00e9s sofort zu entf\u00fchren, gelobt Rodolphe ihr ewige Treue. Nun stellt sich heraus, dass es sich nicht um die echte Agn\u00e9s, sondern um den Geist der toten Nonne handelt, die ihre Ermordung durch Rodolphe ges\u00fchnt wissen will. Der M\u00f6rder ist Rodolphes Vater Luddorf!<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild \u00f6ffnet sich schon w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre. Man sieht eine Pantomime, die die Vorgeschichte schildert und Sachverhalte zum Ausdruck bringt, die in der Handlung nicht vorgesehen sind. Alles ist in Schwarz gehalten. Man bekommt das Gef\u00fchl, als bef\u00e4nde man sich in einem Tunnel der Pariser Metro. Zwar leitet sich die Dunkelheit von der schauerlichen Handlung ab, ist in ihrer Kontrastlosigkeit jedoch etwas schwer bek\u00f6mmlich. Gleiches gilt auch f\u00fcr die Kost\u00fcme. Lediglich die tote Agn\u00e8s bekommt ein wei\u00dfes Gewand, auf welchem das Blut deutlich sichtbar ist. Die Anna der Bauernhochzeit im dritten Akt tr\u00e4gt ein hervorstechendes Blau. Kulissen und Requisiten beschr\u00e4nken sich auf ein Minimum, sind aber der Handlung entsprechend eingesetzt und in ihrem Symbolcharakter nachvollziehbar.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Erfreulich ist, da\u00df der erkrankte <strong>Andr\u00e9 Heyboer<\/strong> seine Partie des Luddorf trotzdem bestritten hat. Dies gelang ihm gro\u00dfenteils sehr gut mit beeindruckendem Timbre, dem man seine stimmlichen Nachteile kaum anh\u00f6rte. <strong>Jean Teitgen<\/strong> interpretierte die Partie des Pierre l\u2018Ermite. An einigen Stellen wankt seine Textsicherheit, was sein profunder und sonorer Ba\u00df leicht an Ausdrucksst\u00e4rke wieder wett machen kann. Vielleicht ist seine s\u00e4ngerische Leistung die beste des Abends. Leichtf\u00fc\u00dfig und klar dagegen gibt sich <strong>Vannina Santoni<\/strong> in der Partie der lebendigen Agn\u00e8s. Ihr Sopran ist leicht und geschmeidig, man h\u00f6rt ihr gerne zu. Auch hier ist die Deklamation des Franz\u00f6sischen sehr fein ausgearbeitet.<\/p>\n<p>Als Gegenfigur interpretiert <strong>Marion Leb\u00e8gue<\/strong> mit einem vollmundigen Mezzosopran die Partie der Nonne. Auch ihre Klangfarbe ist durchaus interessant und die Partie gr\u00fcndlich erarbeitet. Den gr\u00f6\u00dften Applaus vom Publikum erntet <strong>Michael Spyres<\/strong> als Rodolphe. Vor allem h\u00f6rt man ihm sprachlich seine amerikanische Abstammung nicht an, was bei S\u00e4ngern dieser Nationalit\u00e4t \u00e4u\u00dferst selten der Fall ist. Seine Arie <em>un jour plus pur<\/em> im dritten Akt ist der Kassenschlager des Abends (die Melodie machte sich Richard Wagner in entstellter Form als Preislied in seinen <em>Meistersingern<\/em> zunutze!). Sein Timbre ist hell, eindringlich und die Artikulation sehr pr\u00e4zise. Ein weiterer Star des Abends war <strong>Jodie Devas<\/strong> als Arthur. Diese Hosenrolle verkn\u00fcpft das ernste mit dem Tragischen und wird von der jungen S\u00e4ngerin eindrucksvoll umgesetzt. Auch das <strong>Orchester Insula orchestra<\/strong> leistet unter dem Dirigat von <strong>Laurence Equilbey<\/strong>. Die Tempi sind z\u00fcgig und mitrei\u00dfend, es entstehen keine L\u00e4ngen oder z\u00e4he Passagen. Auch das Pathos der dramatischen H\u00f6hepunkte wie u.a. das oben genannte <em>un jour plus pur <\/em>wei\u00df die Dirigentin mit ihren Musikern auszukosten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung des St\u00fccks wie auch die szenische Umsetzung sind die Schwachstellen dieser Produktion. Man kann zwar gut folgen, es rei\u00dft einen jedoch nicht zur Begeisterung hin. Musikalisch entdeckt man ein interessantes und gut interpretiertes Werk, das vor allem in Frankreich mehr Beachtung verdient h\u00e4tte. Zu loben sind vor allem die S\u00e4nger, die insbesondere in sprachlicher Hinsicht sehr liebevoll mit ihren Partien umgehen.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Pierre Grosbois<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Michael Spyres (Rodolphe), Marion Leb\u00e8gue (la Nonne), ch\u0153ur accentus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Charles Gounod, Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto: Augustin Eug\u00e8ne Scribe und Germain Delavigne, UA: 18. 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