{"id":749,"date":"2009-07-08T15:38:12","date_gmt":"2009-07-08T13:38:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=749"},"modified":"2010-03-21T23:42:09","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:09","slug":"nurnberg-staatstheater-i-puritani","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=749","title":{"rendered":"N\u00fcrnberg, Staatstheater &#8211; I PURITANI"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Vincenzo Bellini (1801 &#8211; 1835), Opera seria in drei Akten, Libretto Carlo Pepoli, UA: 1835, Paris<br \/>\nRegie: Dieter Kaegi, B\u00fchne: Monica Frawley<br \/>\nDirigent: Guido Johannes Rumstadt, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg<br \/>\nSolisten: Hrachuhi Bassenz (Elvira), Tilman Lichdi (Lord Arturo Talbo), Nicolai Karnolsky (Sir Giorgio), Melih Tepretmez (Sir Riccardo Forth), Jeong-Kyu Kim (Sir Bruno Roberton), Rainer Zaum (Lord Valton), Teresa Erbe (Enrichetta di Francia)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 4. Juli 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"nurnberg-puritani.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/nurnberg-puritani.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"nurnberg-puritani.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/nurnberg-puritani.jpg\" \/><\/a>Der k\u00f6nigstreue Arturo liebt die Puritanertochter Elvira, dagegen bleibt die Liebe des Puritaners Riccardo zu Elvira unerwidert. Kurz vor der Hochzeit mit Elvira trifft Arturo Enrichetta, die Frau des hingerichteten K\u00f6nigs. Er flieht mit ihr, um sie zu retten. Riccardo bemerkt die Flucht, hindert sie aber nicht, um den Konkurrenten loszuwerden. Elvira aber ist verzweifelt \u00fcber den vermeintlichen Treuebruch Arturos und verliert den Verstand. Arturo kehrt Monate sp\u00e4ter zur\u00fcck und \u00fcberzeugt Elvira von seiner Treue, worauf diese wieder zu Verstand kommt. Arturo wird aber festgenommen und zum Tode verurteilt, in letzter Minute jedoch begnadigt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDieser B\u00fcrgerkrieg k\u00f6nnte \u00fcberall stattfinden: Nordirland, Pal\u00e4stina, Ost-Berlin. Der Regisseur <strong>Dieter Kaegi<\/strong> (es ist eine Koproduktion mit der Dubliner Oper, f\u00fcr die er arbeitet) verlegt die Handlung vor eine von der Irin <strong>Monica Frawley<\/strong> entworfene Schutzmauer (heutzutage als <em>peace wall<\/em> verniedlicht), an die romantischen Burgen Bellinis erinnert nur noch ein Graffiti auf der Mauer. Vor diesem Hintergrund stimmt Elvira die Polacca an, als Strophenlied, das als Untermalung einer <em>Reise nach Jerusalem<\/em> dient \u2013 ein Gesellschaftsspiel auf ihrem Polterabend. Wenn dann die Braut bef\u00fcrchtet, sitzen gelassen worden zu sein, ist die nervliche \u00dcberlastung erkl\u00e4rbar, aber es findet sich eine weitere Ursache des Wahnsinns Elviras: Der an Vaters Stelle agierende Onkel, der schuldig wird als er die Nichte vergewaltigt. Aber auch ein Happy End gibt es nicht: Arturo wird erschossen und hat sterbend nur eine Vision seiner Hochzeit.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Hrachuhi Bassenz<\/strong> (Elvira) ist eine deutlich artikulierende Sopranistin, die bezaubernd m\u00fchelos in der H\u00f6he und geschmeidig ihre Wahnsinns-Arien stemmt: <em>O rendetemi la speme \u2013 Oh gebt mir die Hoffnung wiede<\/em><em>r<\/em>. Mit <strong>Tilman Lichdi <\/strong>(Arturo) steht ein Mozart-Tenor auf der B\u00fchne, der sich mit vornehmer dramatischer Verve in die vokalen Herausforderungen seiner Partie st\u00fcrzt, so gut, da\u00df seine Arie <em>A te, o cara \u2013 Zu dir, Geliebte<\/em> ein bewegender Erfolg wird. Der helle Ba\u00df <strong>Nicolai Karnolsky<\/strong> als Onkel Giorgio kann auch in tiefsten Tiefen \u00fcberzeugen. <strong>Melih Tepretmez<\/strong> (Riccardo) lie\u00df sich zwar als indisponiert ansagen, gewann aber \u00fcber den Abend deutlich St\u00e4rke und Ausdruckskraft dazu.<br \/>\nWas man allerdings anmerken mu\u00df, ist, da\u00df das Orchester h\u00e4ufig die S\u00e4nger \u00fcberdeckt. Das mag daran liegen, da\u00df die S\u00e4nger zu weit hinten auf der B\u00fchne stehen oder das Hochschrauben des Kammertones A die S\u00e4nger mehr fordert als fr\u00fcher. Also: Zwar ist das <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung <strong>Guido Johannes Rumstadts <\/strong>manchmal zu laut, jedoch ist es eine Freude zuzuh\u00f6ren wie geschmeidig das Orchester den flexiblen Belcantolinien folgt. Es wird klangsch\u00f6n differenziert, genauso wie der wahrlich exzellente <strong>Chor<\/strong>.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nZum Spielzeitabschlu\u00df hat das Staatstheater N\u00fcrnberg eine \u00fcberzeugende Belcanto-Premiere. Besonders erfreulich ist, da\u00df alle Rollen mit ausgezeichneten Belcanto-S\u00e4ngern besetzt werden konnten, die auch vom Publikum entsprechend gefeiert wurden. Der Besuch einer Vorstellung kann allen Freunden des Belcanto dringend empfohlen werden. Die Aktualisierung des Geschehens hingegen wird eher in Irland Diskussionen hervorrufen als in N\u00fcrnberg. Die Vergewaltigung Elviras durch den Onkel wirkt unglaubw\u00fcrdig, denn Bellinis Musik und die weitere Handlung setzen dem erfolgreich allen Widerstand entgegen<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<br \/>\nBildlegende: Die Hochzeitsfeier im Schatten der Friedensmauer geht abrupt zu Ende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vincenzo Bellini (1801 &#8211; 1835), Opera seria in drei Akten, Libretto Carlo Pepoli, UA: 1835, Paris Regie: Dieter Kaegi, B\u00fchne: Monica Frawley Dirigent: Guido Johannes Rumstadt, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg Solisten: Hrachuhi Bassenz (Elvira), Tilman Lichdi (Lord<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=749\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-749","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=749"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/749\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1312,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/749\/revisions\/1312"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}