{"id":747,"date":"2009-06-30T17:46:26","date_gmt":"2009-06-30T15:46:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=747"},"modified":"2010-03-21T23:42:09","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:09","slug":"cottbus-staatstheater-kammerbuhne-cosi-fan-tutte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=747","title":{"rendered":"Cottbus, Staatstheater (Kammerb\u00fchne) &#8211; COS\u00cc FAN TUTTE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in 2 Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte (deutsche \u00dcbersetzung der Rezitative: Kurt Honolka); UA: 26. Januar 1790, Wien. Regie: Hauke Tesch, Ausstattung: Gundula Martin, Dramaturgie: Dr. Carola B\u00f6hnisch; Dirigent: Evan Christ, Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus, Chor des Staatstheaters Cottbus. Solisten: Anna Sommerfeld (Fiordiligi), Anne-Theresa Albrecht (Dorabella), Cornelia Zink (Despina), Hardy Brachmann (Ferrando), Andreas J\u00e4pel (Guglielmo), J\u00f6rg Simon (Don Alfonso), u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 28. Juni 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/cottbus-cosi.jpg\" TITLE=\"cottbus-cosi.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/cottbus-cosi.jpg\" ALT=\"cottbus-cosi.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Die jungen Offiziere Ferrando und Guglielmo sind sich der Liebe ihrer Br\u00e4ute Fiordiligi und Dorabella sicher und preisen sie in den h\u00f6chsten T\u00f6nen. F\u00fcr den Philosophen Don Alfonso jedoch ist die Sache klar: alle Frauen sind gleich und f\u00fcr die Treue nicht geschaffen, auch die beiden Geliebten w\u00fcrden da keine Ausnahme bilden. Darauf wette er sogar 100 Zechinen, worauf die beiden Offiziere selbstsicher dagegen haltend einschlagen. Der Treuetest unter Don Alfonsos Anleitung beginnt und Ferrando sowie Guglielmo werden angeblich in den Krieg eingezogen. Beide kehren jedoch bald als exotische Fremdlinge verkleidet zur\u00fcck, wobei jeder versucht, die Geliebte des anderen zu verf\u00fchren. Die anf\u00e4ngliche Standhaftigkeit der Damen gegen\u00fcber den Avancen der Fremden weicht einer, von der Kammerzofe Despina unter Don Alfonsos F\u00fchrung, angefachten Gef\u00fchlsachterbahnfahrt. Schlie\u00dflich kommt es sogar zur Doppelhochzeit, die von Despina, als Notar verkleidet, ausgef\u00fchrt wird. Als die angeblich eingezogenen Offiziere ohne Verkleidung wieder erscheinen, gestehen die Geliebten ihre Untreue und die Offiziere decken das Spiel auf. Unter Don Alfonsos Gehei\u00df umarmen sich die Geliebten, doch niemand kann sich der Treue des anderen mehr sicher sein.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIn der intimen Atmosph\u00e4re der Kammerb\u00fchne, wobei das Orchester neben der Spielfl\u00e4che plaziert ist, wird ein f\u00fcr beide Akte weitgehend identisches B\u00fchnenbild mit variablen Sitzgruppen, einem Paravent und einem Laufpodest im Hintergrund pr\u00e4sentiert. Dabei vermitteln Bootssteg, imitierte Wasserfl\u00e4che und Sonnenschirm-Tisch eine mediterrane Atmosph\u00e4re, die sich auch in den luftigen Kleidern von Fiordiligi und Dorabella sowie im snobistischen Sommeranzug von Don Alfonso wiederspiegeln. Bereits w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre wird im Flirt von Don Alfonso und der Kellnerin (stumme Rolle) die Aufmerksamkeit voll auf die Gef\u00fchlsregungen und das Mimenspiel der Akteure gelenkt. Durch die Kammerspielatmosph\u00e4re bleibt der Zuschauer auch das ganze weitere St\u00fcck hindurch nahe am Geschehen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nAnna Sommerfeld ist eine hinrei\u00dfende Fiordiligi. Ihr leuchtend klarer Sopran verleiht den H\u00f6hen im      <em>Come scoglio immoto resta \u2013 Wie der Felsen, der ohne Schwanken<\/em> trotzt den Wellen  glanzvolle Spitzen und \u00fcberzeugt mit \u00fcberaus beweglicher Phrasierung. Bewegend auch ihre tiefe Emphase mit stimmlich schillernder Dynamik im <em>Per piet\u00e0, ben mio \u2013 O verzeih&#8216;, verzeih&#8216;, Geliebter<\/em>. Die Mezzosopranistin<strong> Anne-Theresa Albrecht<\/strong> (Dorabella) verz\u00fcckt mit blumig, warmem Timbre im <em>\u00c8 amore un ladroncello \u2013 Ein loser Dieb ist Amor<\/em>, das in den Spitzent\u00f6nen der Duette die Knospe der strahlenden Leuchtkraft erbl\u00fchen l\u00e4\u00dft und dazu klaren Duktus mit immenser stimmlicher Sogtiefe paart. Die Tenorstimme von <strong>Hardy Brachmann<\/strong> (Ferrando) mit nuancenreichem, druckvollem Timbre und bet\u00f6rendem Schmelz lyrischer Emphase sowie expressivem Duktus wie im <em>Tradito, schernito &#8211; Verraten, verspottet<\/em> wird lange in Erinnerung bleiben. K\u00f6stlich sein Mimenspiel zusammen mit <strong>Andreas J\u00e4pel<\/strong> (Guglielmo), dessen voller, warmer Bariton im <em>Donne mie, la fate a tanti \u2013 M\u00e4dchen, so treibt ihr&#8217;s mit allen!<\/em>  impulsiv aufleuchtet. <strong>J\u00f6rg Simon<\/strong> (Don Alfonso) intoniert seinen Ba\u00df in den Tiefen sauber und zeigt insbesondere in den lyrischen Passagen ausgezeichnet lichte Momente. Sein Parlando ist zudem lupenrein. Mit herrlich schnarrend \u00fcberzeichneter Stimme und im<em> Una donna a quindici anni \u2013 Schon ein M\u00e4dchen von f\u00fcnfzehn Jahren<\/em> mit superb getroffenen H\u00f6hen wartet die Sopranistin<strong> Cornelia Zink<\/strong> (Despina) auf. Hinzu tritt ihr gekonnt lasziv anz\u00fcgliches Spiel. Das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> unter <strong>Evan Christ<\/strong> bettet den Gesang der Akteure in ein subtil hochaufl\u00f6sendes Klangfarbspektrum, das voller Spielfreude vorgetragen wird. Auch der stimmlich sauber durchstrukturierte <strong>Chor des Staatstheaters Cottbus<\/strong> rundet die Leistung aller Beteiligten gekonnt ab.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine Inszenierung mit hervorragend umgesetzter Kammerspielatmosph\u00e4re, die durch die gesanglich und spielerisch \u00fcberdurchschnittlichen Leistungen der Akteure von der ersten bis zur letzten Note die Aufmerksamkeit auf sich zieht und den Gef\u00fchlsrausch des St\u00fcckes eindringlich aufflammen l\u00e4\u00dft. Beide Daumen hoch!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<br \/>\nDas Bild zeigt: (v.l.n.r.): Andreas J\u00e4pel (Guglielmo), Hardy Brachmann (Ferrando), J\u00f6rg Simon (Don Alfonso),<br \/>\nCornelia Zink (Despina), Anna Sommerfeld (Fiordiligi), Anne-Theresa Albrecht (Dorabella).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in 2 Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte (deutsche \u00dcbersetzung der Rezitative: Kurt Honolka); UA: 26. Januar 1790, Wien. 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